Freitag, Januar 2, 2026
StartGründerTalkWie viel Leistungspotenzial geht im Trainingsalltag ungenutzt verloren?

Wie viel Leistungspotenzial geht im Trainingsalltag ungenutzt verloren?

Athlete Labs entwickelt eine KI-gestützte Plattform, die Coaches und Athleten dabei unterstützt, Ernährung, Trainingsbelastung und Performance datenbasiert zu steuern

Wie entstand die Idee zu Athlete Labs und wer sind die Menschen hinter der Plattform?

Die Idee zu Athlete Labs entstand direkt aus der Praxis unseres Gründerteams: Wir sind zwei Trainer und ein aktiver Sportler. Aus Athletensicht war der Aufwand, einen wirklich passenden Ernährungsplan zu erstellen, enorm. Ernährung musste täglich an Trainingsbelastung, Spieltage und individuelle Bedürfnisse angepasst werden – im Alltag war das zeitlich kaum realistisch und oft mit vielen Kompromissen verbunden.

Gleichzeitig standen die Trainer vor dem Problem, trotz Erfahrung und täglicher Beobachtung oft nicht genau zu wissen, wie ihre Spieler an einem bestimmten Tag wirklich „drauf sind“ und warum es zu Leistungseinbrüchen kommt. Belastung, Regeneration, Ernährung und subjektives Empfinden wurden selten gemeinsam betrachtet. Das ist auch im Leistungssport oftmals der traurige Alltag. Genau aus dieser Lücke heraus entstand Athlete Labs – mit dem Ziel, diese Bereiche systematisch zusammenzuführen.

Was ist die übergeordnete Vision von Athlete Labs und wie möchten Sie diese im professionellen Sportumfeld erreichen?

Unsere Vision ist es, den globalen Standard für evidenzbasierte Performance-Steuerung und intelligente Ernährungsoptimierung im Sport zu setzen. Ziel ist es, bessere Entscheidungen zu ermöglichen – nicht durch mehr Daten, sondern durch die richtigen Informationen zur richtigen Zeit. Im professionellen Umfeld erreichen wir das, indem wir bestehende Prozesse unterstützen, statt sie zu ersetzen. Athlete Labs übersetzt Trainings- und Belastungsdaten in konkrete Handlungsempfehlungen für Ernährung, Regeneration und Trainingssteuerung und fügt sich nahtlos in bestehende Arbeitsweisen ein. Das natürlich für verschiedene Sportarten.

Wie unterstützen Sie Coaches und Athleten konkret dabei, Ernährung, Performance und Trainingsbelastung smarter zu managen?

Athlete Labs verknüpft die wichtigsten Parameter in einem performance Hub. Coaches erhalten einen strukturierten Überblick über Spielerstatus, Belastungstrends und mögliche Risikosignale. Athleten bekommen klare Leitplanken für ihren Alltag – abgestimmt auf Training, Spieltage und individuelle Zielsetzungen. Dabei setzen wir bewusst auf Reduktion. Statt vieler isolierter Kennzahlen fokussieren wir uns auf die wissenschaftlich nachweisbaren und relevanten Parameter. Automatisierte Check-ins, Statusübersichten und strukturierte Workflows reduzieren manuellen Aufwand und sorgen für mehr Konsistenz im gesamten Staff.

Welche Zielgruppen sprechen Sie mit Ihrer KI-gestützten Lösung an und welche Bedürfnisse stehen dabei im Vordergrund?

Unsere primäre Zielgruppe sind aktuell leistungsorientierte Sportmannschaften an der Schnittstelle zum Leistungssport. Perspektivisch richten wir uns klar auf den Profisport. Gleichzeitigt unterstützen unsere Partnervereine dabei, dort hinzukommen.

Im Fokus stehen Zeitersparnis für Coaches, bessere Entscheidungsgrundlagen im Betreuerstab und eine klare, alltagstaugliche Orientierung für Athleten – insbesondere bei großen Kadern und begrenzten Ressourcen.

Was macht Athlete Labs einzigartig im Vergleich zu anderen Tools für Performance und Nutrition Management?

Athlete Labs verbindet Ernährung, Wellbeing und Trainingsbelastung in einem praxisnahen Workflow. Während viele Lösungen reine Tracking- oder Analyse-Tools sind, übersetzen wir Daten in konkrete Handlungsempfehlungen für den Trainingsalltag.

Unsere KI wird gezielt eingesetzt, um Informationen zu strukturieren, Empfehlungen zu personalisieren und manuelle Arbeit zu reduzieren – stets auf sport- und ernährungswissenschaftlicher Grundlage und mit klarem Fokus auf Umsetzbarkeit.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie im Aufbau von Athlete Labs bislang konfrontiert gewesen und wie sind Sie damit umgegangen?

Eine zentrale Herausforderung war es, ein leistungsfähiges System zu entwickeln, das gleichzeitig einfach nutzbar bleibt. Trainerteams haben wenig Zeit und sehr unterschiedliche Arbeitsweisen. Deshalb setzen wir konsequent auf Pilotprojekte, kurze Feedbackschleifen und iterative Entwicklung mit realen Teams.

Auch der Umgang mit verschiedenen Datenquellen erfordert klare Priorisierung. Unser Ansatz ist es, aus vielen potenziellen Datenpunkten wenige robuste Kernparameter zu identifizieren, die tatsächlich Entscheidungsrelevanz besitzen.

Wie stellen Sie sicher, dass die Kombination aus Wellbeing Monitoring und Trainingsload-Management für Athleten wirklich alltagstauglich bleibt?

Alltagstauglichkeit ist ein zentrales Entwicklungsprinzip. Wir setzen auf kurze Routinen, schlanke Abfragen und klar strukturierte Auswertungen, die sich schnell erfassen lassen.

Zudem unterscheiden wir klar zwischen Athleten- und Coach-Perspektive. Athleten brauchen Einfachheit und Orientierung, Coaches Übersicht und Kontext. So vermeiden wir Überforderung und fördern langfristige Nutzung. Die Nutzer sollen keinen wöchentlichen Mehraufwand haben, sondern innerhalb von wenigen Minuten wissen, was Sache ist.

Welche Weiterentwicklungen planen Sie aktuell für Ihre Plattform. Welche Funktionen sind für die nächsten Monate besonders wichtig?

In den kommenden Monaten fokussieren wir uns auf drei Punkte: die Integration weiterer Datenquellen (GPS-/Wearabletrackern), den Ausbau der Coach-Dashboards und die Erweiterung des Staff-Zugriffs.

Künftig sollen auch Physiotherapeuten und Teamärzte gezielt eingebunden werden, um die vereinsinterne Kommunikation zu verbessern und Entscheidungen noch besser abzustimmen.

Wie möchten Sie langfristig dazu beitragen, die Arbeit von Coaches zu vereinfachen und das Leistungsniveau von Athleten zu steigern?

Langfristig wollen wir Coaches mehr Zeit für das Wesentliche geben: Training gestalten, Menschen führen und Leistung entwickeln. Athlete Labs automatisiert Routinen und bündelt Informationen.

Für Athleten bedeutet das mehr Konstanz, bessere Verfügbarkeit und individuell angepasste Abläufe. Im Leistungssport entscheidet nicht die einzelne Einheit, sondern die Summe vieler guter Wochen.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein technologiebasiertes Produkt im Sportbereich entwickeln?

Erstens: Entwickelt für den Alltag, nicht für die Demo.
Zweitens: Daten müssen Entscheidungen verbessern, nicht nur gesammelt werden.
Drittens: Bindet Nutzer früh ein und iterieret konsequent.

Sie sind Teil des Pioneers Club. Wie hat Athlete Labs von dieser Mitgliedschaft bisher profitiert?

Der größte Mehrwert lag im intensiven Mentoren-Coaching. Das Feedback zu Produktfokus, Positionierung und Strategie hat uns stark vorangebracht.

Zusätzlich hat das Ranking- und Challenge-System einen positiven Leistungsdruck erzeugt, der unsere Umsetzung beschleunigt hat.

Welche Angebote des Pioneers Club nutzen Sie besonders häufig. Etwa Coworking, Weiterbildung, Community oder den Zugang zum Netzwerk?

Am intensivsten nutzen wir die Mentoring- und Coaching-Angebote. Die Qualität des Feedbacks war für unsere Entwicklung entscheidend. Ohne den Input wären wir nicht so weit, wie wir jetzt sind.

Wie unterstützt Sie die Atmosphäre des Pioneers Club dabei, Athlete Labs weiterzuentwickeln und neue Kooperationen zu knüpfen?

Die Atmosphäre, ähnlich wie im Sport sehr leistungsorientiert. Durch Challenges, ehrliches Feedback und Mentoren-Coaching entsteht ein Umfeld, das Umsetzung fördert und schnelle Fortschritte ermöglicht. Neid oder Negativität – Fehlanzeige. Ziel jedes Gründers, ist es, sich gegenseitig zu helfen, zu pushen und gemeinsam (über sich hinaus) zu wachsen.

Bild Philipp Majewski Founder Athlete Labs Bildcredits/ Fotograf: Photograph Nick Ibanez Wagner

Wir bedanken uns bei Philipp Majewski für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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