MARGINOS hilft Autohäusern, Margenrisiko im Bestand frühzeitig zu erkennen und tägliche Priorisierungen datenbasiert zu steuern
Wie ist MARGINOS entstanden und wer sind die Menschen, die hinter dem Unternehmen stehen?
Hinter MARGINOS stehen Patrick Maghazehi und Boris Panic.
Der Ursprung war kein Businessplan, sondern der tägliche Blick in Autohäuser. Schnell wurde klar, dass es kein System gibt, das hilft, den Fahrzeugbestand konsequent zu priorisieren und Margenrisiken früh zu erkennen.
Auf dieser Basis wurde MARGINOS aufgebaut und anschließend gemeinsam mit über 25 Autohäusern weiterentwickelt, validiert und perfektioniert. Die Lösung ist direkt aus realen Problemen entstanden und genau dafür gemacht.
Was war der Auslöser für die Idee, Autohäusern bei der täglichen Priorisierung ihres Bestands zu helfen?
Der Auslöser war eine einfache Erkenntnis: Autohäuser verlieren Marge nicht, weil sie schlecht arbeiten, sondern weil sie zu spät reagieren. Im Alltag fehlt ein klarer Moment, der sagt, welche Fahrzeuge heute wirklich Aufmerksamkeit brauchen. Genau diese fehlende Priorisierung im Tagesgeschäft war der Startpunkt für MARGINOS.
MARGINOS spricht von Margenrisiko im Fahrzeugbestand. Wie definieren Sie dieses Risiko und warum wird es unterschätzt?
Margenrisiko entsteht lange vor dem Verkauf. Es entsteht durch Standzeit, falsche Preisentscheidungen und fehlende Reaktion. Dieses Risiko wird unterschätzt, weil es nicht plötzlich auftaucht, sondern schleichend wächst. MARGINOS macht sichtbar, wo dieser Punkt erreicht ist, bevor tatsächlich Geld verloren geht.
Welche konkreten Datenquellen verbindet MARGINOS, und wie entstehen daraus Handlungsempfehlungen?
MARGINOS nutzt bestehende Bestandsdaten, Marktinformationen und Vermarktungsdaten.
Der entscheidende Unterschied liegt nicht in den Daten selbst, sondern in der Übersetzung. Es geht nicht darum, Zahlen zu analysieren, sondern zu verstehen, was sie konkret für ein einzelnes Fahrzeug bedeuten. Daraus entstehen klare Hinweise, ob gehandelt werden sollte oder nicht.
Mit über 25 Autohäusern wurde MARGINOS entwickelt und validiert. Wie sah diese Zusammenarbeit aus?
Die Zusammenarbeit war eng, ehrlich und sehr praxisnah. Wir haben Prototypen gezeigt, Feedback bekommen und vieles wieder verworfen. Über alle Autohäuser hinweg sind immer dieselben Probleme aufgetreten. Genau diese wiederkehrenden Muster haben MARGINOS geformt. Nicht als Theorie, sondern als Antwort auf reale Entscheidungen im Alltag.
An wen richtet sich MARGINOS konkret innerhalb eines Autohauses?
An alle, die Verantwortung für Bestand und Marge tragen. Geschäftsführung, Verkaufsleitung und Disposition. MARGINOS ersetzt keine Rollen, sondern sorgt dafür, dass alle auf Basis derselben Prioritäten entscheiden können.
Was unterscheidet MARGINOS von klassischen Reporting- oder Controlling-Tools?
Klassische Tools erklären, was bereits passiert ist. MARGINOS hilft dabei zu erkennen, was jetzt wichtig ist. Ein Blick genügt, um zu wissen, wo Handlungsbedarf besteht und wo bewusst nichts getan werden sollte. Diese Art der täglichen Priorisierung gab es im Autohandel so bisher nicht.
Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen für MARGINOS im Markt?
Die größte Herausforderung liegt im Umdenken. Weg von monatlicher Analyse, hin zu täglicher Entscheidung. Technisch ist vieles möglich. Entscheidend ist, dass Autohäuser lernen, ihre Aufmerksamkeit gezielt einzusetzen. Wer das einmal erlebt, will nicht mehr zurück.
Wie stellen Sie sicher, dass Empfehlungen nicht nur gelesen, sondern umgesetzt werden?
Indem MARGINOS keine Entscheidungen abnimmt. Das System zeigt Konsequenzen auf, die Verantwortung bleibt beim Menschen. Genau das sorgt dafür, dass Entscheidungen ernst genommen und umgesetzt werden.
Welche Vision verfolgen Sie mit MARGINOS für die kommenden Jahre?
MARGINOS soll der tägliche Startpunkt im Autohaus werden. Ein ruhiges System, das Orientierung gibt, bevor Probleme entstehen. Langfristig geht es darum, bessere Entscheidungen im gesamten Betrieb zu ermöglichen, nicht nur im Bestand.
Wie verändert sich aus Ihrer Sicht der Umgang mit Margen und Bestandsentscheidungen im Automobilhandel?
Marge wird künftig nicht mehr im Nachhinein erklärt, sondern im Voraus gesteuert.
Wer früh erkennt, wo etwas kippt, gewinnt Zeit. Und Zeit ist heute der wichtigste Faktor im Handel.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben?
Geht tief in den Alltag eurer Zielgruppe. Baut nichts, was ihr selbst nicht täglich nutzen würdet. Und unterschätzt niemals, wie groß ungelöste Alltagsprobleme wirklich sind.
Bildcredits: @privat
Wir bedanken uns bei Patrick Maghazehi für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
Premium Start-up: MARGINOS

Kontakt:
MARGINOS
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Ansprechpartner: Patrick Maghazehi

























