Andenkraft bringt Yacon aus den Anden nach Deutschland und entwickelt natürliche Produkte auf Basis traditioneller Andenpflanzen und wird am 23. Februar 2026 in der Höhle der Löwen pitchen
Wie ist Andenkraft entstanden und welche Personen stehen dahinter?
Justinian: Andenkraft hat tiefe Wurzeln – im wahrsten Sinne des Wortes.
Wenn wir als Kinder krank waren, gab es bei uns keine klassische Hausapotheke.
Stattdessen standen Wurzeln, Kräuter und Tees aus Peru auf dem Tisch. Für mich
war das normal – bis ich verstanden habe, wie besonders dieses Wissen eigentlich
ist.
Ich bin in Diepholz geboren und in Bremen aufgewachsen, meine familiären Wurzeln
liegen jedoch in den peruanischen Anden. Dort wird das Wissen über Pflanzen seit
Generationen weitergegeben – und genau diese Verbindung hat mich geprägt.
Der entscheidende Moment kam auf einer Reise durch Peru. In den Anden lernte ich
Edwin kennen, einen Kleinbauern, der auf über 2.500 Metern Höhe Yacon anbaut –
eine Wurzel, die in Südamerika seit Jahrhunderten geschätzt wird, in Europa aber
kaum jemand kennt.
Aus dieser Begegnung entstand eine Frage: Warum sprechen wir ständig über
Zuckerverzicht, während gleichzeitig die meisten Menschen deutlich zu wenig
Ballaststoffe zu sich nehmen – obwohl es traditionelle Pflanzen wie Yacon gibt, die
beides verbinden können?
Gemeinsam mit meiner Co-Founderin, Maren, wurde daraus Andenkraft. Heute
entwickeln wir Produkte auf Basis traditioneller Andenpflanzen – modern,
alltagstauglich und mit direkter Verbindung zu den Menschen vor Ort.
Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?
Der eigentliche Ausgangspunkt war für uns die Beobachtung, dass Ernährung immer
komplizierter dargestellt wird und es kaum noch natürliche Lebensmittel im
Supermarkt gib.
Ständig neue Regeln, Trends und Verzichtslisten – und gleichzeitig der weit
verbreitete Glaubenssatz: Was gesund ist, kann nicht wirklich schmecken.
Genau das wollten wir hinterfragen.
Wir haben selbst erlebt, wie schwer es ist, im Alltag eine Balance zu finden. Viele
Produkte wirken gesund, sind aber stark verarbeitet oder trotzdem voller Zucker.
Gleichzeitig erreichen die meisten Menschen ihren empfohlenen Ballaststoffbedarf
nicht, was zu einer Kettenreaktion führen kann.
Wir wollten deshalb eine Lösung, die nicht nach Verzicht klingt, sondern nach
Genuss – natürlich, alltagstauglich und ohne Industriezucker.
Mit unseren Produkten in Form von Brotaufstrichen, Getränkepulver oder Sirup
verbinden wir genau das. In Europa sind unsere Superfoods aus den Anden bislang
kaum bekannt – und genau darin haben wir die Marktlücke gesehen.
Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?
Die Entwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen
Lebensmitteltechnologen, um Geschmack, Qualität und Stabilität optimal
abzustimmen. Parallel dazu sind wir ständig im Austausch mit unserer Community,
um das Kundenfeedback direkt in die Produktentwicklung einfließen zu lassen.
Welche Vision verfolgt Andenkraft ? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?
Unsere Vision ist klar: Wir möchten, dass Pflanzen aus den Anden in den Haushalten
so selbstverständlich werden wie Kaffee oder Bananen – und dass Menschen ihren
Mehrwert verstehen. Kurzfristig geht es darum, unsere Marke weiter zu etablieren
und die Grundlage für eine Präsenz im Lebensmitteleinzelhandel und im
Bio-Fachhandel zu schaffen. Parallel entwickeln wir neue Produkte, um diese
Pflanzen noch stärker in den Alltag zu integrieren.
Ein zentraler Baustein bleibt unser Wasserprojekt in Peru. In den kommenden fünf
Jahren möchten wir dazu beitragen, bis zu 100.000 Menschen langfristig Zugang zu
sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Für uns gehört wirtschaftlicher Erfolg
untrennbar mit sozialer Wirkung zusammen.
Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?
Wir sind tatsächlich seit der ersten Staffel treue Zuschauer der Sendung. Für uns war
früh klar: Wenn Andenkraft bereit für den nächsten großen Schritt ist, dann gehört
diese Marke in die Höhle. Aber es ging uns nicht nur um Kapital.
Wir wollten Yacon – und damit auch den Menschen hinter dem Produkt in Peru –
eine Bühne geben, die Millionen erreicht. Viele kennen die Pflanzen aus den Anden
noch nicht. Die Show bietet eine einmalige Möglichkeit, das Thema in die Mitte der
Gesellschaft zu bringen.
Gleichzeitig ist „Die Höhle der Löwen“ mehr als nur ein Investment-Pitch. Es geht um
Mentoring, strategische Impulse und Zugang zu einem starken Netzwerk. Für die
nächste Wachstumsphase ist genau diese Kombination entscheidend.
Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?
Wir suchen in den Löwen einen strategischen Partner:in, der:die langfristig mit uns
Andenkraft positionen möchte. Insbesondere möchten wir die Investition in den
Ausbau unserer Produktionskapazität und zum Markenaufbau nutzen, sodass wir
unsere Andenkraft- und Impact-Projekte weiter skalieren können.
Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?
Nach der Ausstrahlung liegt unser Fokus auf nachhaltiger Skalierung. Wir möchten
unsere Produktionskapazitäten und unsere Lieferkette weiter ausbauen, um die
steigende Nachfrage verantwortungsvoll bedienen zu können. Gleichzeitig treiben wir
Handelskooperationen, Produktentwicklung und den Ausbau unseres
Direct-Trade-Netzwerks weiter voran.
Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?
Geduld – und echte Partnerschaft.
Nachhaltige Lieferketten entstehen nicht über Nacht. Wir haben unzählige Stunden in
Bussen durch die Anden verbracht, Gespräche geführt, zugehört und Vertrauen
aufgebaut. Gerade in Peru geht es nicht um schnelle Deals, sondern um Vertrauen.
Eine wichtige Erkenntnis für uns war auch: Impact darf kein Marketinginstrument
sein. Wenn man soziale Verantwortung ernst meint, muss sie strukturell gedacht
werden. Das bedeutet langfristige Zusammenarbeit, faire Bedingungen und Projekte,
die vor Ort wirklich sinnvoll sind. Diese Haltung kostet Zeit – aber sie zahlt sich aus.
Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?
Glaube an dich, deine Fähigkeiten und komme ins Machen. Erst durchs Machen
wirst du viel lernen, dich weiterentwickeln und herausfinden, ob deine Geschäftsidee
tragfähig ist oder nicht. Sei deinen Werten treu und gebe niemals auf!
Sehen Sie Andenkraft am 23. Februar 2023 um 20:15 Uhr auf VOX in der Höhle der Löwen
Bild: Justinian Gomez Moreno präsentiert mit Andenkraft Lebensmittel aus der peruanischen Yacon-Wurzel. Er erhofft sich ein Investment von 60.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer
Wir bedanken uns bei Justinian Gomez Moreno für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder
























