Mittwoch, Februar 28, 2024
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Was Männer kosten: Der hohe Preis des Patriarchats und wie wir ihn reduzieren können

Was Männer kosten – das hat Boris von Heesen in seinem gleichnamigen Buch vorgerechnet. Sucht, (Wirtschafts-)Kriminalität, ungesunde Ernährung: Toxisches männliches Verhalten komme die Gesellschaft teuer zu stehen, meint der Männer- und Gewaltberater. Am Donnerstag, 26. Januar 2023, um 16 Uhr erklärt er in einem Online-Vortrag der herCAREER Academy die Hintergründe. Im Interview verrät er bereits vorab, warum er sich mit den Kosten der Männlichkeit beschäftigt. 

63,5 Milliarden Euro pro Jahr – so viel mehr kosten Männer jährlich die Gesellschaft als Frauen. Das hat der Buchautor Boris von Heesen anhand offizieller Statistiken errechnet. Ein Hauptgrund aus seiner Sicht: Männer leben ungesünder und sterben früher. Ungefähr 40 von den 63,5 Milliarden Euro Gesamtkosten sind demnach auf illegale Drogen, Alkohol, Zigaretten oder Glücksspiel zurückzuführen, mit Strahlkraft auf viele andere Felder wie zum Beispiel Gefängnisaufenthalte oder Verkehrswesen. 

„Drogen sind für Männer ein bedeutendes Instrument, um Gefühle wegzudrücken“, meint der Geschäftsführende Vorstand eines Jugendhilfeträgers. Das lernten sie von kleinauf: Jungen sollen sich durchsetzen und in Konkurrenz statt in Kooperation gehen. Im Erwachsenenleben setze sich das fort, so dass Männer ihre Gefühle abspalteten. „Da die Schäden durch toxisches männliches Verhalten so groß sind, halte ich es für eine gesellschaftliche Verpflichtung, die dabei wirkenden Rollenstereotype zu dekonstruieren.“

Bei seiner Kostenrechnung gehe es ihm vor allem um Einzelschicksale – traumatisierte Frauen und Kinder oder Männer, die früher sterben. Das Patriarchat sei nicht nur für Frauen mit enormen strukturellen Nachteilen verbunden. Auch Männer litten darunter: Sie würden in die Lohnarbeit geschickt, von ihren Kindern getrennt und hätten wenig soziale Beziehungen. Wenn sich das ganze Leben um den Job drehe, bleibt im Ruhestand wenig. 

Eurostat errechnet jährlich die noch zu erwartenden gesunden Lebensjahre von Menschen im Alter von 65 Jahren. In Norwegen sind das mit 15,8 Jahren überproportional viel – bei Männern und Frauen gleichermaßen.Das korreliere mit dem Gender Equality Index, der von der OECD erhoben wird. „Je höher die Gleichstellung in einem Land, desto länger das Leben in Gesundheit“, folgert Boris von Heesen. „Feminismus macht gesund!“ 

„Wir müssen Frauen stärken, aber sollten auch die Männer sehen“, so der Männer- und Gewaltberater weiter. Es gebe ganz wenige Gruppen in Deutschland, wo Männer sich austauschen und ihre Probleme teilen könnten. Statt ungesunder Netzwerke wie Männerbünde, die toxische männliche Verhaltensweisen eher noch verstärkten, brauche es mehr Vernetzung auf konstruktiver Ebene. „Männer könnten von Frauen lernen, wie man sich zusammentut und einander hilft.“ 

Unternehmen müssten ihre Leitbilder überarbeiten. Es gelte, Mitarbeitende zu sensibilisieren und bestimmte Muster wie Konkurrenz und Ellenbogen zu dekonstruieren. „Das fängt bei jedem einzelnen an. In den Unternehmen natürlich besonders bei der Führung.“ 

„Was Männer kosten: Der hohe Preis des Patriarchats und wie wir ihn reduzieren können“ – so lautet der Titel eines Online-Vortrags von Boris von Heesen, den er am 26. Januar 2023 um 16 Uhr in der herCAREER Academy halten wird. Der Autor führt dabei weiter aus, welche Auswirkungen toxische männliche Verhaltensweisen auf Wirtschaft und Karriere haben.

Hier können sich Interessierte kostenfrei anmelden. 

Über Boris von Heesen

Boris von Heesen (Jahrgang 1969) ist Geschäftsführender Vorstand eines Jugendhilfeträgers und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit kritischer Männlichkeit. Er hat drei Bücher zum Thema veröffentlicht – zuletzt „Was Männer kosten – der hohe Preis des Patriarchats“ im Mai 2022. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt soziales Marketing machte er erste berufliche Stationen bei der Diakonie Bayerns sowie in der Drogenhilfe in Frankfurt am Main.

Im Jahr 2000 gründete er eines der ersten Online-Marktforschungsinstitute und ein weiteres Unternehmen im Bereich digitales Feedback. Heute engagiert sich Boris von Heesen neben seiner Arbeit in der Jugendhilfe als Männer-, Jungen- und Gewaltberater mit eigener Praxis. Außerdem setzt er sich für eine gleichstellungsorientierte Männerarbeit ein.

Über Natascha Hoffner: Die Ermöglicherin

Natascha Hoffner war vor ihrer Zeit als Gründerin 15 Jahre lang in der Messebranche tätig, zuletzt in der Geschäftsführung einer Tochtergesellschaft der Deutschen Messe AG in Mannheim. Nachdem ihr klar wurde, dass es mit zwei Kindern keinen Weg zurück in die alte Firma gab, packte sie ihre Koffer und zog mit ihrer Familie nach München. Zu Hause bleiben kam für sie nicht in Frage.

Quelle messe.rocks GmbH

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