Montag, März 30, 2026
StartInterviewsWie entstehen aus Innovationen in Logistik und Handel echte Marktlösungen?

Wie entstehen aus Innovationen in Logistik und Handel echte Marktlösungen?

Der de:hub Hamburg vernetzt Unternehmen und Innovationstreiber, um Startups und neue Technologien gezielt in Lösungen für die Logistik zu überführen

Können Sie den de:hub Hamburg kurz vorstellen und erläutern, welche Rolle er innerhalb der bundesweiten de:hub Initiative einnimmt?

Der de:hub Hamburg ist Teil der bundesweiten Digital Hub Initiative. Unser klarer Schwerpunkt liegt auf Open Innovation und Venture Clienting. Wir arbeiten eng mit Corporate Partnern aus Logistik und Commerce zusammen. Ziel ist es, Innovationsbedarfe aus der Industrie aufzunehmen und gezielt mit passenden Scale-ups oder Startups zu lösen. So treten wir als treibende Kraft für marktorientierte Umsetzung auf.

Warum ist Hamburg aus Ihrer Sicht der ideale Standort für einen Digital Hub mit dem Schwerpunkt Logistik und Commerce und wo genau ist der Hub angesiedelt?

Hamburg ist einer der wichtigsten Logistik- und Handelsstandorte Europas. Der Hafen, internationale Handelsbeziehungen und starke Industrie prägen die Stadt. Das hanseatische Denken steht für Verlässlichkeit, Pragmatismus und langfristige Partnerschaften. Genau das passt zu unserem Ansatz. Zudem befindet sich der Hub zentral in der Hamburger Speicherstadt.

Welche thematischen Schwerpunkte und technologischen Spezialisierungen prägen die Arbeit des Hubs besonders?

Im Zentrum stehen Open Innovation und Venture Clienting. Wir fokussieren uns auf marktreife Technologien und reale Anwendungsfälle. Themen sind unter anderem künstliche Intelligenz, datengetriebene Geschäftsmodelle, Automatisierung und nachhaltige Lösungen. Entscheidend ist nicht die Technologie an sich, sondern ihr konkreter Mehrwert für Unternehmen.

Wie unterstützt der de:hub Hamburg konkret Startups bei der Entwicklung und Skalierung ihrer Geschäftsmodelle?

Wir bringen Startups direkt mit zahlenden Unternehmenskunden zusammen. Co-Creation spielt dabei eine zentrale Rolle. Produkte werden gemeinsam mit Corporates entwickelt und weitergedacht. Zusätzlich haben wir 20026 eine eigene Scale-up-Mitgliedschaft eingeführt. Sie adressiert gezielt organisatorische und strukturelle Skalierungsfragen. Ziel ist nachhaltiges Wachstum statt kurzfristiger Pilotprojekte.

Welche Rolle spielen etablierte Unternehmen, Mittelstand und Forschungseinrichtungen im Ökosystem des Hubs?

Etablierte Unternehmen spielen eine zentrale Rolle. Sie liefern den Market Pull aus der Branche. Ihre Herausforderungen bilden den Ausgangspunkt für Innovation. Der Mittelstand profitiert von neuen Lösungen und schneller Umsetzung. Forschungseinrichtungen sind aktuell weniger im Fokus als die direkte Marktperspektive.

Wie fördern Sie den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Startups und Industriepartnern in der Praxis?

Wir arbeiten mit klaren Connect-Formaten. Dazu gehört der HubDay, Match Days und themenspezifische Workshops. Entscheidend ist der persönliche Austausch. Vertrauen entsteht durch direkte Begegnung und gemeinsames Arbeiten. Unser Ziel ist nachhaltige Zusammenarbeit statt punktueller Kontakte.

Im vergangenen Jahr stand die Umsetzung konkreter KI-Projekte im Mittelpunkt. KI ist inzwischen allgegenwärtig und ein zentraler Hebel, um Effizienzpotenziale zu realisieren und operative Herausforderungen zu adressieren. Smart-Admin-Ansätze reduzieren Overhead und administrative Aufwände, während Bilderkennung das Verifizieren, Identifizieren und Klassifizieren von Waren automatisiert. Entsprechende Use Cases sind insbesondere im Retourenmanagement, bei Abnahmeprozessen und in der Inventur fest etabliert.

Auch Robotics in Kombination mit KI gewinnt weiter an Relevanz – nicht zuletzt als Antwort auf den Fachkräftemangel im Lager.

Während humanoide Roboter aktuell noch auf belastbare Business Cases geprüft werden, liefern pragmatische Zwischenlösungen bereits konkrete Mehrwerte: Halbhumanoide Systeme oder Greifarme auf autonomen Plattformen, kombiniert mit KI-gestützter Bild- und QR-Code-Analyse, steigern Effizienzen im Lager.

Im Handel entwickelt sich „Agentic Commerce“ zu einem zentralen Zukunftsfeld. Insbesondere im B2C-Bereich treten Startups mit KI-basierten Geschäftsmodellen als Herausforderer etablierter Vertriebsstrukturen auf.

Die Handlungsfelder von Handel und Logistik überschneiden sich: Robotics im Shopfloor, Echtzeitdaten für Produkt- und Preissteuerung, Transparenz durch Mitarbeiter-Apps in globalen Vertriebseinheiten sowie Experience-driven Shopping mit digitalen Touchpoints wie Smart Windows.

Insgesamt zeigt sich in diesem Jahr eine stärkere Fokussierung: Unternehmen priorisieren Lösungen mit unmittelbarem Impact, klaren Kosteneinsparungen und schneller Implementierbarkeit. Geschwindigkeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor und Scale-ups gewinnen als Umsetzungspartner weiter an Bedeutung.

Woran messen Sie den Erfolg des Hubs und welchen Mehrwert schafft er für die Region Hamburg?

Erfolg messen wir an wirtschaftlicher Wirkung. Etablierte Unternehmen müssen zukunftsfähiger werden. Startups müssen wiederkehrende Umsätze aufbauen. Beides stärkt den Standort Hamburg nachhaltig. Gleichzeitig fördern wir den Dialog mit Politik und Verwaltung. So entsteht ein belastbares Innovationsökosystem.

Wie ist der de:hub Hamburg mit anderen Digital Hubs in Deutschland vernetzt und welchen Nutzen haben Startups von diesem Netzwerk?

Die de:hub Initiative ist unser strategischer Vorteil für die Community in Logistik und Handel. Sie ermöglicht Corporates, Startups und Scale-ups den Zugang zu branchenübergreifenden Lösungen für komplexe Problemstellungen.

Hubs wie Dresden (Smart Systems), Jena (Jena Photonics & Digital Experience Hub) oder Lübeck (Erneuerbare Energien) erschließen Innovationsfelder mit hoher Relevanz für Logistik und Commerce, die nicht immer durch rein branchenfokussierte Startups und Scale-ups adressiert werden.

Unsere Rolle ist es, Potenziale zwischen Branchen zu erkennen, zu übersetzen und marktfähige Cross-Industry-Anwendungen zu ermöglichen.

Durch die enge Vernetzung im de:hub Netzwerk erweitern wir den Lösungsraum für Corporates und schaffen zusätzliche Markt- und Wachstumsmöglichkeiten für Startups – bei gleichzeitig gesteigerter internationaler Sichtbarkeit.

Abschließend gefragt: Welche Ziele verfolgen Sie mit dem de:hub Hamburg in den kommenden Jahren und wie soll sich der Standort weiterentwickeln?

Wir wollen die führende Plattform für Logistik und Commerce werden. Unser Fokus liegt klar auf Open Innovation und Venture Clienting. Ziel ist es, starke Unternehmen und skalierbare Startups aufzubauen. Der de:hub Hamburg soll als Umsetzungsplattform international sichtbar sein. Wirkung steht dabei immer vor Reichweite.

Bildrechte: de:hub Logistics & Commerce

Wir bedanken uns bei Julian Kakarott für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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