Können Sie unseren Leserinnen und Lesern den de:hub Karlsruhe kurz vorstellen und erläutern, welche Rolle der Standort innerhalb des deutschen Digital Hub Netzwerks spielt?
Seit 2017 ist Karlsruhe Teil der bundesweiten de:hub-Initiative – also von Anfang an. In diesem Netzwerk, das seit 2025 rund 25 Standorte umfasst, hat sich der de:hub Karlsruhe als Kompetenzzentrum für angewandte Künstliche Intelligenz etabliert. Kurz gesagt: Wir helfen dabei, KI aus der Theorie in konkrete Lösungen zu bringen – für Unternehmen, Industrie und auch gesellschaftliche Anwendungen.
Dabei arbeiten wir branchenübergreifend, aber mit klarem Technologiefokus auf KI. Genau das macht unsere Rolle im Netzwerk aus: Wir bringen die richtigen Akteure zusammen – aus Wirtschaft, Wissenschaft, Start-up-Szene und öffentlicher Hand – und sorgen dafür, dass daraus Zusammenarbeit entsteht.
Wie machen wir das? Mit praxisnahen Formaten wie Workshops, Events, Matchmaking und Projektbegleitung. Damit unterstützen wir das KI-Ökosystem entlang der gesamten Strecke: vom ersten Anwendungsfall bis zur Umsetzung – sowohl in eigenen Angeboten als auch gemeinsam mit unseren Expertinnen und Experten sowie Partnern wie den regionalen Digital Hubs in Baden-Württemberg, den weiteren de:hub-Standorten bundesweit sowie European Digital Innovation Hubs oder kurz EDIH in Europa.
Unser Anspruch geht dabei über Karlsruhe hinaus: Wir wollen deutsche KI-Kompetenz international sichtbarer machen, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken und vor allem Brücken bauen – zwischen dem Mittelstand und innovativen KI-Anbietern, Start-ups sowie der Forschung. Der de:hub Karlsruhe wird von der DIZ | Digitales Innovationszentrum GmbH koordiniert, in engem Schulterschluss mit dem FZI Forschungszentrum Informatik als Projektpartner, dem CyberForum, dem Karlsruher Institut für Technologie sowie weiteren Stakeholdern am Standort.
Was macht die Region Karlsruhe als Standort für einen Digital Hub besonders attraktiv und welche wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder strukturellen Stärken zeichnen das Ökosystem aus?
Hier kommen Wirtschaft, Forschung und Start-up-Szene auf engem Raum zusammenkommen – und zwar so, dass aus Ideen schnell konkrete Projekte werden. Wirtschaftlich ist die TechnologieRegion Karlsruhe ein echtes Schwergewicht: Rund 4.200 Software- und IKT-Unternehmen mit etwa 30.000 Beschäftigten sind hier ansässig, und der IKT-Umsatz pro Einwohner liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Dazu kommt ein gesunder Branchenmix mit starken Technologieanwendern wie dm, EnBW, Siemens, Bosch und IONOS sowie einem innovativen Mittelstand. Das schafft viele Einsatzfelder – und eine spürbar hohe Nachfrage nach digitalen Lösungen und KI. Bei der letzten Zählung waren außerdem über 50 KI-Start-ups direkt in Karlsruhe und der Region verortet.
Ein zentraler Vorteil ist die außergewöhnlich starke Forschungslandschaft. In Karlsruhe gibt es eine hohe Dichte an Hochschulen und Instituten, darunter das KIT, die Fraunhofer-Institute IOSB, ICT und ISI, das FZI Forschungszentrum Informatik sowie die Hochschule Karlsruhe. Die Stadt gilt als einer der wichtigsten Standorte für Informatik und KI in Deutschland. Und mit rund 10.000 Informatikstudierenden gibt es einen großen Talentpool – als Nachwuchs, als Gründerinnen und Gründer, und als Treiber für anwendungsnahe KI-Projekte.
Auch strukturell ist das Ökosystem stark aufgestellt:
Mit Gründungszentren wie dem Landesaccelerator CyberLab, der KIT Gründerschmiede, der NEXTGN Startup Factory und weiteren Inkubatoren gibt es ein breites Unterstützungsnetzwerk. Eine Besonderheit ist das CyberForum e.V. – als größtes regional aktives Hightech-Unternehmernetzwerk Deutschlands über 1.000 Mitglieder, rund 22.000 Arbeitsplätze, ca. 140 Veranstaltungen pro Jahr vernetzt es Start-ups, KMU und große Unternehmen sehr wirksam.
Nicht zuletzt spielt die Stadt Karlsruhe selbst eine aktive Rolle – mit einer klaren Digitalagenda, Initiativen wie karlsruhe.digital und der Digitalen Agenda Karlsruhe 300+. Formate wie die Bunte Nacht der Digitalisierung alle zwei Jahre mit über 60 beteiligten Wirtschafts- und Forschungseinrichtungen machen Digitalisierung sichtbar und bringen viele Akteure zusammen.
All das ergibt das bekannte „Karlsruher Prinzip der kurzen Wege“: räumliche Nähe, schnelle Abstimmung und eine Kultur der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Genau darauf baut der Digital Hub angewandte Künstliche Intelligenz auf: Er verbindet die Akteure, bringt Projekte ins Rollen – und macht die KI-Kompetenz der Region auch überregional und international sichtbarer.
Auf welche technologischen Schwerpunkte und Branchen konzentriert sich der de:hub Karlsruhe und warum sind diese Themen für die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft besonders relevant?
Der de:hub Karlsruhe hat es sich zum Ziel gesetzt, KI-Prinzipien und Methoden wie Machine Learning, LLMs, Deep Learning und Neuronale Netze in die praktische Anwendung zu bringen. KI verstehen wir dabei als Lösungsmöglichkeit für unterschiedliche, praxisorientierte Probleme. Daher ist der Hub auf keine Branche spezialisiert, sondern rein technologisch fokussiert. Seitens der Anwender reicht die Spannbreite vom Hotel und Gastgewerbe über die Nahrungsmittelindustrie bis hin zu Wohnheimbetreibern und Vertretern des produzierenden Gewerbes.
Die Firmengröße spielt bei der Beratung keine entscheidende Rolle, schließlich wollen wir aus dem Netzwerk unserer Partner stets die beste Lösung für das jeweilige Problem vermitteln. Dennoch liegt ein starker Fokus auf KMUs und dem Mittelstand, da diese Unternehmen am stärksten von technologischen Innovationen im Bereich angewandter KI profitieren können, selbst aber meist keine eigene Innovationsabteilung unterhalten. Gleichzeitig ist der Mittelstand Träger des Wohlstands in Baden-Württemberg und für die Gesamtwirtschaftsleistung des Bundeslandes von zentraler Bedeutung. Das spiegelt sich auch in der Auswahl der Zielgruppen spezieller Workshops wider, die wir entlang des Masterplans Mittelstand des Landes Baden-Württemberg mit Förderung durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus durchführen.
Neben der konkreten Identifikation von Einsatzzwecken und der Ausarbeitung von Use Cases ist dabei auch die allgemeine Beratung zu KI-Modellen wichtig.
Denn der Markt ist durch den Hype Zyklus mit Buzzwords regelrecht übersättigt. Hier braucht es einen neutralen Intermediär wie den de:hub, der unabhängig berät und Unternehmen dabei hilft, diese Technologie nutzbringend einzusetzen.
KI ist für die digitale Transformation besonders relevant, weil sie aus Daten lernende Systeme bereitstellt, die Automatisierung, bessere Entscheidungen und völlig neue digitale Dienste erst möglich machen. Sie ist damit ein Effizienzhebel für den unter Druck geratenen Mittelstand, schafft neue Geschäftsmodelle und verändert die digitale Kommunikation nachhaltig. Digitale Transformation und KI verstärken sich dabei gegenseitig: Je digitaler Prozesse und Produkte sind, desto mehr Daten stehen für KI-Lösungen zur Verfügung, und umgekehrt beschleunigt KI die Transformation. Unternehmen, die KI strategisch in ihre Transformationsprogramme einbetten, erzielen überdurchschnittliche Wettbewerbsvorteile, müssen aber gleichzeitig in Kompetenzen, Change-Management und einen verantwortungsvollen Umgang investieren. Genau hier setzt der de:hub in Karlsruhe mit seinem Angebot an.
Wie unterstützt der de:hub Karlsruhe Startups konkret bei der Entwicklung, Validierung und Skalierung ihrer Geschäftsmodelle?
Der de:hub Karlsruhe unterstützt mit seinen Partnern wie CyberLab, KIT Gründerschmiede, FZI, Fraunhofer Instituten, DIZ und weiteren Stakeholdern etablierte Start-ups und Scale-ups dabei, ihr Geschäftsmodell im Markt zu schärfen und gezielt zu skalieren. Kern ist das Matching mit passenden Anwendern, Partnern und potenziellen Kunden, damit Lösungen an realen Anforderungen validiert werden und daraus Pilotprojekte, Referenzen und neue Geschäftsbeziehungen entstehen. Gleichzeitig positionieren wir Scale-ups als Solution Provider im de:hub-Netzwerk – auch über Karlsruhe hinaus. Für Sichtbarkeit und Wachstum binden wir Start-ups in praxisnahe Online- und Workshop-Formate ein und bieten Bühnen wie die jährlich stattfindende deutsch-französische KI-Konferenz AIxIA. Ergänzend ermöglichen wir Zugänge zu nationalen und internationalen Messe- und Konferenzformaten sowie Unterstützung bei Förder- und Funding-Themen über unser Partnernetzwerk.
Welche Programme, Angebote oder Formate bieten Sie Gründerinnen und Gründern, um Innovationen voranzutreiben und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen?
Unser Hub mit all den Partnern unterstützt Gründerinnen und Gründer vor allem dabei, schneller in den Markt zu kommen: mit den richtigen Kontakten, passenden Pilotkunden, Sichtbarkeit und Zugang zu Förder- und Forschungsstrukturen, das heißt konkret:
Starker Einstieg über das regionale Gründungsnetzwerk
Für frühe Phasen Seed Pre-Seed können wir auf das sehr gut ausgebaute Karlsruher Start-up-Ökosystem zurückgreifen. Dazu gehören u. a. der IT-Landesaccelerator CyberLab, die KIT Gründerschmiede, die NXTGN Startup Factory sowie weitere Landesacceleratoren und -inkubatoren wie der Energieaccelerator AXEL. Diese und weitere Partner sind eng angebunden und Teil des de:hub angewandte KI Karlsruhe – genauso wie Angebote für spätere Phasen, die auch Scale-ups beim Wachstum unterstützen.
Community, Wissenstransfer und echtes Matching in Richtung Markt
Ein Schwerpunkt liegt darauf, die KI-Community zusammenzubringen – also KI-Start-ups, Scale-ups, KI-Mittelstand und ganz wichtig, KI-Anwenderunternehmen aus Industrie, Energie, Handel oder dem öffentlichen Sektor. Über Formate wie unsere TECH.minds-Eventreihe schaffen wir Austausch, Partnerschaften und konkrete Anwendungsanlässe.
Ein weiterer zentraler Baustein ist die deutsch-französische KI-Konferenz, die AIxIA, die seit 2019 jährlich in Karlsruhe stattfindet. Dort bringen wir angewandte KI, Forschung und Wirtschaft zusammen – mit dem klaren Ziel, relevante Use Cases sichtbar zu machen, Best Practices zu teilen und Kooperationen anzustoßen.
In Workshops binden wir Start-ups zudem gezielt als Expertinnen und Experten ein: Sie können ihre Lösungen direkt an realen Use Cases erklären und demonstrieren – und wir unterstützen dabei, daraus Pilotprojekte, Referenzkunden und langfristige Kooperationen zu entwickeln.
Sichtbarkeit auf relevanten Bühnen
Wir unterstützen Start-ups dabei, sichtbarer zu werden – auch überregional. Über die de:hub-Bundesinitiative ermöglichen wir z. B. Messe- und Konferenzplatzierungen etwa Web Summit, Hannover Messe oder VivaTech. Zusätzlich bieten wir Sichtbarkeit über eigene Konferenzen und Veranstaltungen im Netzwerk.
Zugang zu Förderung, Finanzierung und Forschung
Über unser Partnernetzwerk eröffnen wir Zugänge zu Finanzierungsberatung, weiteren Förderoptionen und – je nach Bedarf – auch zu praktischen Themen wie Raumsuche. Außerdem vermitteln wir Start-ups in Forschungsvorhaben zu den passenden Instituten und unterstützen bei der Beantragung von Fördermitteln und der Konsortialbildung.
Unterm Strich ist der de:hub Karlsruhe Connector und Möglichmacher, mit Fokus darauf, dass KI-Innovationen in die Anwendung kommen, tragfähige Partnerschaften entstehen und daraus nachhaltiges Wachstum wird.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen, dem Mittelstand sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Region und welche Synergien entstehen daraus?
Synergien lassen sich vor allem im Bereich geförderter Projekte beobachten. Durch das Zusammenbringen von Start-ups und Hochschulen beziehungsweise Forschungseinrichtungen entstehen hochinnovative Projekte, die die technologische Entwicklung insgesamt voranbringen und es zugleich erlauben, die Lösungen der Start-ups inhaltlich weiterzuentwickeln, begleitet von wissenschaftlicher Exzellenz und Expertise. Theoretische Forschung und praktische Umsetzung gehen so Hand in Hand und führen zu einem gelebten Technologietransfer, der neue Geschäftsideen und Produkte hervorbringt.
In der Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen und dem Mittelstand der Region sowie darüber hinaus agiert der Hub vor allem als neutraler Intermediär. Er kann einerseits jenseits des Marketing Hypes die passenden Start-ups zur Lösung konkreter Probleme bei den anfragenden Unternehmen vermitteln. Andererseits kann er durch Workshops diese direkt als Wissensträger einbinden, dabei helfen, fehlende Innovationsabteilungen zu kompensieren und zum Wissensaufbau bei den Stakeholdern beizutragen. Das schafft wiederum Wettbewerbsvorteile.
Die Start-ups bringen dabei ihre Agilität und neuesten technologischen Erkenntnisse ein, Mittelstand und KMUs wiederum liefern fachliche Expertise innerhalb der jeweiligen Branchen und kennen deren Besonderheiten genau. So profitieren beide Seiten gegenseitig voneinander.
Welche technologischen oder gesellschaftlichen Trends beobachten Sie aktuell im Umfeld des de:hub Karlsruhe besonders intensiv und welche davon treiben Sie aktiv mit eigenen Initiativen voran?
Technologisch beobachten wir aktuell besonders den Trend hin zu agentenbasierten KI-Systemen – also Lösungen, die Aufgaben nicht nur beantworten, sondern auch planen, Teilschritte ausführen und Prozesse unterstützen. Das wird in vielen Unternehmen neue Formen der Automatisierung ermöglichen. Gleichzeitig gewinnt KI für Nachhaltigkeit stark an Bedeutung, etwa bei der Optimierung von Energieverbräuchen, Produktion oder Lieferketten – gerade im industriellen Mittelstand sehen wir hier großes Potenzial.
Gesellschaftlich treibt uns vor allem der verantwortungsvolle KI-Einsatz um. Viele Organisationen fragen sich, was „gute Praxis“ unter dem EU-Rahmen konkret bedeutet. Hier sehen wir unsere Aufgabe. Orientierung geben, Komplexität reduzieren und pragmatische Wege aufzeigen, wie Unternehmen KI konform und trotzdem innovativ einsetzen können.
Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Arbeit sowohl mit Blick auf die geförderten Startups als auch auf die regionale Wirtschaft und das Innovationsökosystem insgesamt?
Erfolg messen wir auf zwei Ebenen. Zum einen ganz klassisch über konkrete Ergebnisse: Wie viele belastbare Kooperationen sind entstanden, wie viele Pilotprojekte und Folgeprojekte wurden angestoßen, welche Kundenbeziehungen und Investments konnten vermittelt werden und wie entwickelt sich die wirtschaftliche Performance der begleiteten Start-ups und Scale-ups.
Mindestens genauso wichtig ist für uns die zweite Ebene: die nachhaltige Wirkung im Ökosystem. Erfolg bedeutet, wenn aus einer guten Idee ein dauerhaft tragfähiges Unternehmen wird – idealerweise ein wachsender Mittelständler mit stabilen Teams, klarer Marktposition und echten Referenzen. Und wenn diese Unternehmen wiederum die Region stärken, weil sie qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, Innovation in die Anwendung bringen und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Start-up-Szene dauerhaft intensiver wird.
Wie profitieren Startups im de:hub Karlsruhe vom Austausch mit anderen de:hub Standorten und internationalen Partnern und welchen konkreten Mehrwert bietet dieses Netzwerk?
Unsere Start-ups profitieren vom Netzwerk auf vielfältige Weise. Internationale Partner und die Germany Trade and Invest eröffnen ihnen Zugänge zu Märkten, die ihnen sonst nicht offengestanden hätten, etwa durch Markterkundungsreisen, Ecosystem Visits und Eventteilnahmen. Gleichzeitig findet darüber ein technologischer Austausch über aktuelle Entwicklungen und neueste Trends innerhalb des Segments statt.
Ein prägnantes Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung, in dessen Zuständigkeit der de:hub Karlsruhe fällt. Für dessen Agentic AI Hub fragte das Ministerium bei uns nach Partnern an, die in diesem Segment Lösungen bereitstellen und die wir empfehlen würden. Diese wurden in der Folge eingeladen. So profitiert der Bund bei seinen Digitalisierungsvorhaben von den Kompetenzen und Innovationen der Start-ups, während diese ihrerseits potenziell starke Ankerkunden gewinnen können, indem sie durch unsere Empfehlung ein Gütesiegel erhalten.
Genau das ist über das Netzwerk der de:hub Initiative möglich: ein konzertiertes Auftreten, das einen direkten Vektor in die Bundespolitik darstellt und weit über Baden-Württemberg hinausreicht.
Abschließend gefragt: Welche strategischen Ziele verfolgt der de:hub Karlsruhe in den kommenden Jahren und wie soll sich der Standort weiterentwickeln, um noch mehr Innovations und Startup Potenzial zu entfalten?
In den kommenden Jahren wollen wir den de:hub Karlsruhe als führenden Knotenpunkt für angewandte KI weiter ausbauen – mit drei klaren Schwerpunkten. Erstens möchten wir die internationale Sichtbarkeit des Karlsruher KI-Ökosystems deutlich erhöhen. Die Region vereint eine außergewöhnliche Dichte an Forschung, Talenten und innovativen Unternehmen – aus unserer Sicht ist dieses Potenzial international noch nicht so bekannt, wie es sein könnte. Das wollen wir ändern, unter anderem durch den Ausbau unserer Formate und durch die gezielte Einbindung internationaler Partner. Zweitens wollen wir den Weg vom Start-up zum nachhaltigen Wachstum noch stärker unterstützen.
Das heißt: mehr Matching zwischen KI-Anbietern und Anwendern, mehr Kooperationsprojekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft und ein noch engeres Zusammenspiel mit den Landesacceleratoren sowie den weiteren de:hub-Standorten bundesweit. Drittens rücken wir die gesellschaftliche Dimension von KI stärker in den Fokus. Vertrauen entsteht nicht allein durch Technologie, sondern durch Transparenz, Aufklärung und offenen Dialog. Karlsruhe bringt als Wissenschafts- und Technologiestandort die Kompetenz und Glaubwürdigkeit mit, diesen Austausch aktiv zu gestalten und Impulse über die Region hinaus zu setzen.
Unser Ziel ist, Karlsruhe als KI-Ökosystem weiterzuentwickeln, das nicht nur über KI spricht, sondern sie konsequent in die Anwendung bringt – und dabei Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenführt.
Bild Teambild Karlsruhe (c) Raik Schache/de:hub
Wir bedanken uns bei Samira Dahl für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

























