FlyNex verbindet Drohnen und Infrastruktur in einer skalierbaren Plattform für datenbasierte Entscheidungen
Wie ist FlyNex entstanden und wer steht hinter dem Unternehmen?
FlyNex wurde 2015 gegründet. Hinter dem Unternehmen stehen mit Andreas Dunsch, Michael Petrosjan, Holger Dirksen und Christian Caballero vier Gründer mit Erfahrung aus Bundeswehr, Technologie, Software und Unternehmensaufbau. Mit dieser Mischung aus operativer Praxis, technologischem Verständnis und Regulierungs-Know-how ist ein Unternehmen entstanden, das Infrastrukturprozesse nicht nur digitalisiert, sondern in der Fläche skalierbar macht. Heute sitzen wir in Leipzig, Hamburg, Rotenburg (Wümme) und Helsinki.
Welche Idee stand am Anfang von FlyNex und wie hat sie sich bis heute entwickelt?
Am Anfang stand ein sehr konkretes Problem: Der professionelle Einsatz von Drohnen war regulatorisch komplex, unübersichtlich und für Unternehmen kaum effizient planbar. Daraus entstand zunächst eine Lösung für sichere und regelkonforme Flugplanung.
Heute ist FlyNex deutlich weiter: Wir verbinden Planung, Datenerhebung, Analyse und die Übergabe in operative Systeme zu einem durchgängigen Workflow für wiederkehrende Infrastrukturinspektionen. Daraus ist eine ganzheitliche Enterprise-Plattform mit über 500.000 verwalteten Objekten entstanden, die heute von namhaften Kunden aus der kritischen Infrastruktur genutzt wird, insbesondere in der Energiewirtschaft, der Immobilienwirtschaft, im Facility Management sowie in weiteren asset-intensiven Branchen.
Was treibt euch an, Drohnen und KI im Infrastrukturmanagement einzusetzen?
Uns treibt vor allem der konkrete Mehrwert für den Betrieb an. In der Infrastrukturwirtschaft fehlen meist nicht die Daten, sondern die Fähigkeit, daraus schnell belastbare Entscheidungen abzuleiten. Genau hier entfalten Drohnen und KI ihre Stärke: Sie machen Zustände sichtbar, standardisieren wiederkehrende Inspektionen und verwandeln große Datenmengen in klare Handlungsprioritäten. So helfen wir Unternehmen, Instandhaltung, Sicherheit und Investitionsentscheidungen deutlich effizienter und vorausschauender zu steuern.
Welche Vision verfolgt FlyNex für die Zukunft datengetriebener Entscheidungen in Unternehmen?
Unsere Vision ist es, die Art und Weise, wie Infrastruktur betrieben, inspiziert und instandgehalten wird, grundlegend zu transformieren. In einer Welt, in der durch wachsende Asset-Bestände, Fachkräftemangel und fragmentierte Daten immer mehr Klarheit verloren geht, schaffen wir genau diese Transparenz und Entscheidungsfähigkeit zurück.
Branchenübergreifend wollen wir für Unternehmen mit großen Asset-Portfolios zur führenden Steuerungs- und Entscheidungsplattform werden – von Energie über Immobilienwirtschaft und Facility Management bis hin zu weiteren asset-intensiven Industrien. KI ist dabei schon heute ein fester Bestandteil unserer Plattform und schafft spürbare Mehrwerte in realen Betriebsprozessen.
Wer gehört zu eurer zentralen Zielgruppe und welche konkreten Probleme löst ihr für diese Unternehmen?
Wir sind in fünf Branchen aktiv: Energiewirtschaft, Bau, Wohnungswirtschaft, Telekommunikation und Forst- und Landwirtschaft. Viele namhaften Firmen der Energiewirtschaft in Deutschland sind unsere Kunden. Für eines der Top-5-Immobilienunternehmen Europas werden bspw. jährlich über 4.000 drohnengestützte Gebäudeinspektionen mitten in der Stadt durchgeführt. Diese Unternehmen sparen so bis zu 50 % ihrer bisherigen Inspektionskosten oder bauen endlich digitale Bestandsdaten auf.
Wie gelingt es euch, die Datenerhebung mit Drohnen und die anschließende Analyse nahtlos zu verbinden?
Unsere Plattform verbindet den gesamten Workflow – von der regelkonformen Flugplanung über die Datenerhebung bis hin zur KI-gestützten Analyse und automatisierten Berichterstellung. Entscheidend ist, dass die Erkenntnisse nicht isoliert bleiben, sondern direkt in die Folgeprozesse unserer Kunden fließen. Unsere Vision AI reduziert Analyseaufwände, die früher Tage gedauert haben, heute auf wenige Minuten. So wird aus Datenerhebung ein skalierbarer, operativer Prozess mit echtem Mehrwert für den Alltag unserer Kunden.
Was macht FlyNex im Vergleich zu anderen Anbietern im Bereich DroneTech und KI besonders?
Viele Anbieter decken nur einzelne Teilbereiche ab, etwa Flugplanung, Datenerfassung oder Analyse. FlyNex hingegen geht bewusst über klassisches SaaS hinaus und liefert als Solution-as-a-Service einen durchgängigen End-to-End-Workflow: von der Planung über die operative Durchführung bis hin zur KI-gestützten Auswertung und der direkten Integration in bestehende Unternehmensprozesse. Genau das macht uns besonders relevant für große Unternehmen mit tausenden Assets, die keine Insellösungen brauchen, sondern belastbare, skalierbare und wiederholbare Prozesse im täglichen Betrieb.
Welche Herausforderungen begegnen euch bei der Integration solcher Technologien in bestehende Unternehmensprozesse?
Die größte Herausforderung ist meist nicht die Technologie, sondern die Einbettung in vorhandene Strukturen. Unternehmen müssen klären, wer fliegt, wer bewertet, wie Ergebnisse dokumentiert werden und in welche Systeme Daten einfließen. Deshalb begleiten wir unsere Kunden nicht nur softwareseitig, sondern auch bei Betriebsmodellen, Rollen, Schulungen und der schrittweisen Einführung. Nur so wird aus Innovation tatsächlich Alltag.
Wie geht ihr mit regulatorischen Anforderungen und Sicherheitsaspekten im Drohneneinsatz um?
Regulatorik und Sicherheit sind für uns die Grundlage skalierbarer industrieller Drohnenprozesse. Als früherer Obmann des Normenausschusses des DIN e. V. hat Christian Caballero die ersten Industrienormen für diesen Bereich auf DIN-, EN- und ISO-Ebene aktiv mitformuliert. Aus dieser Pionierarbeit ist bei FlyNex ein tiefes Verständnis für sichere, regelkonforme und auditierbare Prozesse entstanden, von der Flugplanung bis zu nachvollziehbaren Datenketten für kritische Infrastruktur.
Welche Rolle spielt eure Plattform im Alltag eurer Kunden und wie verändert sie deren Arbeitsweise?
Unsere Plattform verändert Arbeitsweisen grundlegend. Monteure müssen nicht mehr auf Dächer klettern oder Masten besteigen. Die Drohne übernimmt die Datenerhebung, der Mensch konzentriert sich auf die Auswertung und Entscheidung. Wiederkehrende Aufnahmen ermöglichen präzise Vorher/Nachher-Vergleiche, automatisierte Berichte fließen direkt in Instandhaltungsprozesse.
Welche nächsten Entwicklungsschritte plant FlyNex für die kommenden Jahre?
In den kommenden Jahren fokussieren wir uns auf drei Hebel: die internationale Skalierung, die tiefere Verankerung unserer Plattform in geschäftskritischen Kundenprozessen und den Ausbau unserer KI zu noch präziseren, branchenspezifischen Entscheidungsmodellen. Unser Ziel ist es, FlyNex als führende Steuerungs- und Entscheidungsplattform für asset-intensive Industrien international weiter zu etablieren.
Welche drei Ratschläge würdet ihr Gründerinnen und Gründern mitgeben, die im Tech-Bereich ein Unternehmen aufbauen möchten?
Erstens: Baut etwas, das ein echtes Problem löst und nicht nur technologisch beeindruckt. Relevanz schlägt Innovation um ihrer selbst willen.
Zweitens: Geschwindigkeit und Konsequenz in der Umsetzung sind wichtiger als die perfekte Idee. Märkte gewinnt am Ende, wer schneller lernt und besser liefert.
Drittens: Denkt gerne früh in Kategorie und Marktführerschaft, nicht nur in Features. Die größten Unternehmen entstehen dort, wo ihr Arbeitsweisen nachhaltig verändert und unverzichtbar werdet.
Bild: von links nach rechts: Christian Caballero, Holger Dirksen, Andreas Dunsch und Michael Petrosjan. Bildrechte: © FlyNex GmbH
Wir bedanken uns bei Christian Caballero für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

























