Dienstag, Januar 27, 2026
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Können wir Frische eigentlich richtig einschätzen?

FreshX Technology entwickelt eine Technologie zur objektiven Frischebewertung von Lebensmitteln und bietet dafür eine praxisnahe Lösung

Was ist FreshX Technology und welche Personen stehen hinter dem Startup?

FreshX Technology ist ein FoodTech-Startup, das eine neuartige Technologie zur objektiven Frischebewertung von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten entwickelt. Gegründet wurde das Unternehmen von Patrick Peter, der die technologische Entwicklung, Konzeption und strategische Ausrichtung verantwortet, sowie von Co-Founder Torben Rieger, der insbesondere für mikrobiologische Prozesse und deren Einordnung zuständig ist.

Ergänzt wird das Gründerteam durch weitere Teammitglieder aus den Bereichen Ingenieurwesen, Betriebswirtschaft, SAP, Design und Marketing, um sowohl die technologische Entwicklung als auch die Markteinführung ganzheitlich abzudecken.

Neben einer patentierten technologischen Lösung für Endkunden arbeitet FreshX an einem B2B-Gerät für den Einsatz entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette, mit dem Ziel, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen.

Wie ist die Idee entstanden, Frische von Lebensmitteln messbar zu machen?

Die Idee entstand aus einer sehr konkreten Alltagssituation. Im August 2024 musste ich innerhalb einer Woche zweimal größere Mengen Hähnchenfleisch entsorgen, nicht weil es offensichtlich verdorben war, sondern aus Unsicherheit. Ich wollte daraufhin ein Gerät kaufen, das mir objektiv sagen kann, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist, musste aber feststellen, dass es eine solche Lösung nicht gibt.

In Gesprächen mit anderen zeigte sich schnell, dass dieses Problem viele Menschen betrifft und ein großer Bedarf besteht. Daraus entstand zunächst die Idee einer B2C-Lösung für den Haushalt. Im Rahmen von Förderprogrammen und Gesprächen mit Investoren wurde zunehmend deutlich, dass das Problem im Unternehmensumfeld noch deutlich größer ist. Deshalb haben wir begonnen, parallel zur Konsumentenlösung auch eine B2B-Variante zu entwickeln.

Welche Vision verfolgt FreshX Technology im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung?

Unsere Vision ist es, Entscheidungen über Lebensmittel nicht länger auf Unsicherheit, Optik oder pauschalen Haltbarkeitsdaten zu stützen, sondern auf objektiven Messwerten. FreshX Technology soll Menschen und Unternehmen dabei unterstützen, Lebensmittel gezielter zu nutzen, statt sie vorsorglich zu entsorgen. Langfristig möchten wir dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung messbar zu reduzieren und gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erhöhen. Darüber hinaus zielt unsere Technologie darauf ab, die Kosten für Qualitätssicherung deutlich zu senken, indem zeitaufwendige und teure Laboranalysen in vielen Fällen ersetzt werden können.

An wen richtet sich eure Lösung primär und welche konkreten Probleme löst ihr für diese Zielgruppen?

Unsere Lösung richtet sich an zwei zentrale Zielgruppen.

Für Privatpersonen bietet FreshX Technology eine objektive Entscheidungshilfe bei der Frage, ob Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte noch genießbar sind. Sie hilft dabei, Unsicherheit zu reduzieren, unnötige Entsorgung zu vermeiden und gleichzeitig gesundheitliche Risiken besser einzuschätzen.

Für Unternehmen und Institutionen, etwa Produzenten, Handel oder Behörden, adressiert die Technologie Herausforderungen in der Qualitätskontrolle und Lebensmittelsicherheit. Sie ermöglicht schnellere Vor-Ort-Einschätzungen, reduziert Abhängigkeiten von zeit- und kostenintensiven Laboranalysen und unterstützt dabei, Ausschuss, Rückrufe und qualitätsbedingte Verluste zu verringern.

Wie funktioniert eure Technologie im Kern, ohne zu tief ins Technische zu gehen?

In der Konsumentenlösung wird ein tragbares Gerät, etwa in der Größe eines Smartphones, auf das jeweilige Lebensmittel aufgelegt. Während der Messung werden charakteristische Veränderungen erfasst, die beim Verderb von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten entstehen. Diese Signale werden mit einer internen Referenzdatenbasis abgeglichen und in eine verständliche Einschätzung übersetzt. Nach 30 Sekunden erhält der Verbraucher eine Rückmeldung ob das Lebensmittel noch genießbar ist und falls ja, wie lange es noch im Kühlschrank aufbewahrt werden kann.

Die B2B-Variante basiert auf einer anderen technologischen Grundlage und ist für professionelle Anwendungen ausgelegt. Sie arbeitet kontaktlos, ist schneller und ermöglicht eine flächige Analyse. Dadurch lassen sich mikrobiologische Belastungen nicht nur punktuell, sondern räumlich verteilt erfassen und dokumentieren, was insbesondere für Qualitätskontrollen und Prozessüberwachung relevant ist.

Was unterscheidet FreshX Technology von bestehenden Methoden zur Frische und Qualitätskontrolle?

Bestehende Methoden zur Frische- und Qualitätskontrolle basieren häufig auf subjektiven Einschätzungen, pauschalen Haltbarkeitsdaten oder zeit- und kostenintensiven Laboranalysen. FreshX Technology verfolgt einen anderen Ansatz. Die Frischebewertung erfolgt schnell, vor Ort und auf Basis objektiver Messsignale.

Im Gegensatz zu klassischen Verfahren sind die Lösungen portabel, alltagstauglich und sowohl für den Einsatz im Haushalt als auch in professionellen Prozessen konzipiert. Dadurch lassen sich Entscheidungen früher treffen, Prozesse vereinfachen und Lebensmittel gezielter nutzen, ohne auf aufwendige Labordiagnostik angewiesen zu sein.

Welche Herausforderungen begegnen euch aktuell bei der Entwicklung und Markteinführung eurer Lösung?

In der Konsumentenlösung befinden wir uns technologisch bereits in einer fortgeschrittenen Phase. Aktuelle Schwerpunkte liegen vor allem auf dem Produktdesign und der Optimierung der Nutzererfahrung, um die Messung möglichst intuitiv und mühelos zu gestalten. Parallel dazu bereiten wir die notwendigen regulatorischen Schritte und Zulassungen für den Markteintritt vor.

Im B2B-Bereich ist die größte Herausforderung der hohe Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Die Anforderungen an Validierung, Skalierbarkeit und Prozessintegration sind deutlich komplexer und entsprechend kostenintensiv. Aus diesem Grund haben wir uns bewusst dafür entschieden, zunächst mit der B2C-Variante zu starten und die Business-Lösung parallel schrittweise weiterzuentwickeln.

Wie geht ihr mit dem Spannungsfeld zwischen Konsumentenlösung und Einsatz im Unternehmensumfeld um?

Wir sehen Konsumenten- und Unternehmenslösung nicht als Konkurrenz, sondern als unterschiedliche Anwendungen derselben technologischen Grundlage. Während die Konsumentenlösung gezielt auf eine einfache, intuitive Nutzung im Alltag hin entwickelt wird, wird die Business-Variante an Prozesse, Dokumentation und Anforderungen im professionellen Umfeld angepasst.

Um den Fokus zu halten, entwickeln wir beide Anwendungen getrennt und zielgruppenspezifisch. Aktuell priorisieren wir bewusst die Markteinführung der Konsumentenlösung und bauen die B2B-Anwendung parallel schrittweise weiter aus.

Welche nächsten Schritte und Entwicklungen sind bei FreshX Technology geplant?

In den kommenden Monaten liegt der Fokus auf der Finalisierung der Konsumentenlösung und der Vorbereitung des Markteintritts. Dazu gehören weitere Produkttests, die Optimierung von Design und Nutzerführung sowie die notwendigen regulatorischen Schritte. Parallel dazu treiben wir Pilotprojekte und Validierungen im B2B-Bereich voran, um die Technologie unter realen Bedingungen weiter zu erproben.

Kurzfristig stellen wir die Technologie auf mehreren Startup-Finalveranstaltungen vor, darunter dem Finale der Brightlands Startup Challenge am 3. Februar sowie dem Finale des Startup Your Idea Contests der Universität zu Köln am 4. Februar.

Welche Rolle spielen Daten und Lernprozesse aus Messungen für die Weiterentwicklung eurer Technologie?

Daten spielen eine zentrale Rolle in der Entwicklung unserer Technologie, insbesondere in der frühen Phase. Gerade zu Beginn haben Messungen geholfen, Annahmen zu überprüfen und die relevanten Einflussfaktoren präzise zu identifizieren.

Durch den systematischen Umgang mit diesen Erkenntnissen konnten wir die Technologie gezielt anpassen und stabilisieren. Die kontinuierliche Auswertung von Messdaten stellt heute sicher, dass die Frischebewertung reproduzierbar, zuverlässig und an reale Anwendungsbedingungen angepasst ist.

Welche drei Ratschläge würdet ihr anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Zuerst ein echtes Problem verstehen und erst danach eine Lösung entwickeln. Viele Startups bauen ein Produkt und suchen im Nachhinein nach einem passenden Anwendungsfall.

Nicht an der Zielgruppe vorbeientwickeln. Möglichst früh in den Austausch gehen, Feedback einholen und reale Nutzungsszenarien beobachten.

Frühzeitig ein realistisches Geschäftsmodell aufstellen, um die eigenen finanziellen Spielräume zu kennen und fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Bildcredits © COLLECT⁴

Wir bedanken uns bei Patrick Peter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Premium Start-up:

Kontakt:

FreshX Technology OHG
Rosmarinweg 2a
50859 Köln

https://freshx-technology.com
kontakt@freshx-technology.com

Ansprechpartner: Patrick Peter

Social Media:
LinkedIn Patrick Peter
LinkedIn FreshX Technology

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