Mittwoch, März 4, 2026
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Greift hier bald ein digitaler Kollege ins Tagesgeschäft ein?

happyhotel entwickelt eine KI gestützte Revenue Management Lösung und einen Commercial AI Agent, der Hotels bei Preisstrategie und Umsatzoptimierung automatisiert unterstützt

Wie ist happyhotel entstanden und wer sind die Köpfe hinter dem Unternehmen, die den Aufbau bis jetzt geprägt haben?

Wir – Sebastian Kuhnhardt, Marius Müller und Rafael Weißmüller– haben happyhotel zu dritt gegründet. Was uns verbunden hat, war zum einen unsere unternehmerische Erfahrung, zum anderen ein gemeinsamer Drang, Probleme in der Hotellerie zu lösen.

Im Rahmen von Sebastians Abschlussarbeit an der Hotelfachschule erkannte er, wie viele Hotels mit unklaren Preisgestaltungen kämpfen. Er begann damals erste Versuche in Excel – und hat direkt erkannt, wie groß der Hebel wäre, wenn man Preisstrategien datenbasiert, dynamisch und automatisiert gestalten könnte.Im elterlichen Hotel konnte Sebastian dieses Potenzial direkt testen und schnell erste Revenue-Management-Erfolge feiern.

In dieser Zeit lernten wir drei uns in Offenburg kennen. Schnell wurde klar:
Das Problem ist riesig – und der Markt ist bereit für eine echte Lösung.

Marius und ich brachten Erfahrung aus der Softwareentwicklung und dem Startup-Umfeld mit, sodass wir gemeinsam den ersten Prototypen entwickelten. Aus diesem Prototypen wurde schließlich unser erstes Produkt – und im Oktober 2019 gründeten wir happyhotel als GmbH und stiegen alle drei in Vollzeit ein.

Was hat Sie persönlich motiviert, mit happyhotel in den Markt für Revenue Management einzusteigen, und welche Lücke wollten Sie konkret schließen?

Mich reizt es, Probleme zu lösen, die Menschen und Unternehmen wirklich weiterbringen.

Im Revenue-Management in der Hotellerie gab es eine riesige Lücke:

Die Nachfrage ließ sich kaum vorhersagen. Dadurch verpassten Hotels regelmäßig Chancen, ihren Umsatz zu steigern. Genau hier wollten wir ansetzen – mit datenbasierten Prognosen, wann die Nachfrage anzieht, und der Möglichkeit, die Preise rechtzeitig und intelligent anzupassen.

Unsere Ursprungsidee hat sich eher auf die Budgetierung von Hotels fokussiert, bis wir festgestellt haben, dass die Nachfrage viel entscheidender ist und wir herausfinden müssen, wie hoch sie zu welchem Zeitpunkt sein wird. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass es zwar Lösungen für große Hotelketten gab, aber kaum Tools für unabhängige Hotels. Genau das wollten wir ändern.

Wir wollten jedem Hotel ermöglichen, einen virtuellen Revenue Manager zu haben – unabhängig von Größe oder Budget.

happyhotel spricht von der Vision, professionelles Revenue Management für jedes Hotel zugänglich zu machen. Wie soll diese Vision in den kommenden Jahren Realität werden?

Unsere Vision wird Realität, indem wir happyhotel konsequent von einer klassischen Software hin zu einem Commercial AI Agent weiterentwickeln. Für uns bedeutet das: Hotels sollen nicht nur ein Tool nutzen, sondern einen digitalen Kollegen an ihrer Seite haben, der eigenständig denkt, bewertet und handelt.

In den nächsten Jahren werden wir immer mehr Aufgaben vollständig automatisieren – von der Nachfrageanalyse über dynamische Preisentscheidungen bis hin zu operativen Prozessen, die heute noch viel Zeit kosten.

Mit dem neuen Investment beschleunigen wir genau diesen Weg. Wir investieren in unsere Produktentwicklung, stärken unser KI-Modell und bauen unser Marketing aus, damit Hotels in ganz Europa Zugang zu dieser Technologie bekommen.

Kurz gesagt: Wir entwickeln happyhotel zu einem AI-Agenten weiter, der Hoteliers entlastet, Umsatzpotenziale hebt und professionelle Preisstrategien endlich für alle zugänglich macht.

Mit der Weiterentwicklung vom klassischen Revenue-Management-Tool hin zu einem Commercial KI Agenten geht happyhotel einen großen Schritt. Was verändert sich dadurch konkret für Hoteliers?

Hotels können sich mit unserer Lösung künftig einen eigenen AI-Agenten sichern, der Entscheidungen vorbereitet und vollständig automatisiert trifft. Langfristig übernimmt er nicht nur die Preisfindung, sondern optimiert auch den Verkauf von Zimmern – ähnlich wie ein menschlicher Revenue Manager, nur skalierbar und rund um die Uhr verfügbar. Damit können sich Hotelliers voll und ganz auf ihre Gäste konzentrieren.

Welche Zielgruppe steht für happyhotel im Mittelpunkt, und welche typischen Probleme unabhängiger Hotels lösen Sie mit Ihrer Lösung besonders effektiv?

Unsere Kernzielgruppe ist die Individualhotellerie mit durchschnittlich rund 60 Zimmern. Genau diese Häuser kämpfen häufig mit fehlendem Fachpersonal, hohen Kosten, großem manuellen Aufwand und mangelnder Datenübersicht. Mit unserer Lösung ermöglichen wir unserer Zielgruppe dynamische und vollautomatisierte Preisoptimierung, Analyse der Hotelkennzahlen und Umsatzsteigerungen von durchschnittlich 15%.

Hotels kämpfen mit steigenden Kosten, Fachkräftemangel und Abhängigkeit von Buchungsportalen. Wie hilft happyhotel dabei, unter diesen Bedingungen profitabel zu bleiben?

Wir generieren mehr Umsatz durch dynamische Preisoptimierung – und gleichzeitig reduzieren wir den Personalaufwand durch Automatisierung. So können Hotels profitabel arbeiten, auch wenn die Ressourcen knapp sind.

Sie optimieren bereits den Vertrieb von über 50.000 Hotelzimmern in 12 Ländern. Welche Herausforderungen bringt diese Skalierung mit sich, und wie stellen Sie Qualität und Verlässlichkeit sicher?

Skalierung funktioniert nur, wenn das Team wirklich gut zusammenarbeitet. Wir legen großen Wert auf klare Rollen, schnelle Entscheidungswege und eine starke interne Kommunikation, um Qualität und Verlässlichkeit auf einem hohen Niveau zu halten.

Was unterscheidet happyhotel von anderen Anbietern im Bereich Revenue Management, insbesondere im Zusammenspiel von KI Agent und menschlicher Expertise?

Viele bestehende Systeme wurden für große Hotelketten und erfahrene Revenue Manager gebaut. Die Tools umzubauen und zu automatisieren, ist komplex.
Wir hingegen haben happyhotel von Anfang an so entwickelt, dass Hotels ohne Fachwissen starten können und die Automatisierung im Zentrum steht. Was uns trotzdem – neben AI wichtig ist: das persönlicher Support und Expertise Teil des Produkts bleibt. Viele Anbieter wollen Support minimieren – wir sehen ihn als Differenzierungsmerkmal.

Die aktuelle Series A über 6,5 Millionen Euro unter der Führung von Reimann Investors soll die europäische Expansion beschleunigen. Welche Märkte stehen dabei im Fokus, und wie wollen Sie dort Fuß fassen?

Im Fokus stehen besonders der DACH Markt und UK. Unser erster Schritt führte nach UK, wo wir im Q4 2025 gestartet sind. Wir konnten bereits die ersten Kunden gewinnen und werden uns auch weiterhin auf den Markt fokussieren.

Wenn der KI Agent künftig immer komplexere Aufgaben übernimmt, wo sehen Sie die Rolle des Menschen im Revenue Management der Zukunft?

Der Mensch rückt stärker in die strategische Rolle: Entscheidungen im Kontext des Hotels treffen, Marktpositionierung gestalten, Gästeerlebnisse verbessern. Die KI übernimmt Routine – der Mensch die Richtung.

Welche Meilensteine möchten Sie mit happyhotel in den nächsten drei bis fünf Jahren unbedingt erreichen?

Unser Schwerpunkt liegt klar darauf, happyhotel von einer Revenue-Management-Software zu einem vollwertigen AI-Agenten weiterzuentwickeln, der Hotels operativ entlastet und ergebnisorientiert steuert.

Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern geben, die ein skalierbares B2B SaaS Unternehmen im europäischen Markt aufbauen möchten?

Stellt nur ein, wenn es wirklich passt: Lieber eine Stelle länger unbesetzt lassen als eine Fehlentscheidung treffen – Teamqualität entscheidet langfristig über Erfolg.
Im Sales sind Prozesse alles: Nur strukturierte, wiederholbare Abläufe ermöglichen echte Skalierung. Das war einer unserer wichtigsten Wachstumstreiber.
Wachst nicht zu früh in zu viele Märkte: Erst ein Local Champion werden – und aus dieser Stärke heraus international skalieren.

Bildcredits/Fotograf:Lena Biegert 

Wir bedanken uns bei Rafael Weißmüller für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.


Pemium Start-up: happyhotel

happyhotel logo blau weiss

Kontakt:

revenue cloud solutions GmbH
Im Unteren Angel 1
77652 Offenburg

happyhotel.io
invoice@happyhotel.io

Ansprechpartner: Rafael Weißmüller

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.
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