MeNotPause bietet fundiertes Wissen zu den Wechseljahren und stärkt Frauen durch eine aktive Community zur Selbstbestimmung
Wie ist MeNotPause entstanden und wer sind die Menschen, die das Unternehmen gegründet haben und heute prägen?
Ich habe MeNotPause gegründet, weil die Wechseljahre bis heute in einem gesellschaftlichen Vakuum stattfinden. Obwohl jede Frau betroffen ist, fehlt es an Verantwortung, Aufklärung und zeitgemäßen Angeboten – in der medizinischen Ausbildung, in der Politik und im Arbeitskontext. Genau diese Leerstelle wollte ich nicht länger akzeptieren.
Gleichzeitig wissen wir heute mehr über die Wechseljahre als je zuvor, doch dieses Wissen erreicht Frauen oft viel zu spät.
In meiner bisherigen Laufbahn war ich mehrfach früh bei Themen dabei, die zunächst unterschätzt wurden – etwa bei Zalando, als Online-Shopping noch in den Kinderschuhen steckte, oder bei Raisin, als grenzübergreifendes Fest- und Tagesgeld neu gedacht wurde. Genau diese Erfahrung prägt MeNotPause: ein relevantes Thema früh erkennen, klar positionieren und mutig sichtbar machen.
Deshalb setzen wir bewusst früher an und holen Frauen bereits ab Ende 30, Anfang 40 ab – in dem Moment, in dem erste hormonelle Veränderungen beginnen.
Welche persönliche oder gesellschaftliche Lücke wollten Sie mit MeNotPause schließen?
Mit MeNotPause wollten wir die Wechseljahre aus der Tabuzone holen und das Narrativ grundlegend verändern. Weg von Scham und Defizitdenken, hin zu Offenheit, Wissen und Selbstbestimmung. Gleichzeitig fehlte eine zeitgemäße Plattform, die diese Lebensphase modern, digital und generationsübergreifend abbildet. Unser Ziel ist es, Frauen zu empowern, informierte Entscheidungen zu treffen – und die Wechseljahre als das sichtbar zu machen, was sie sind: ein relevanter Übergang, der die ganze Gesellschaft betrifft.
Welche Vision verfolgt MeNotPause im Umgang mit den Wechseljahren und wie übersetzen Sie diese Vision konkret in Ihre Angebote?
Unsere Vision ist es, die Wechseljahre neu zu denken: offen, informiert und selbstbestimmt. Wir wollen, dass Frauen verstehen, was in ihrem Körper passiert, sich austauschen können und die Möglichkeit haben, aktiv Einfluss auf ihr Wohlbefinden zu nehmen.
Konkret übersetzen wir diese Vision in drei Ebenen: frei zugängliches, fundiertes Wissen für alle, eine starke Community für Austausch und gegenseitige Unterstützung und – für Frauen, die tiefer einsteigen möchten – unser Plus-Programm mit Masterclasses und Kursen. So schaffen wir Angebote, die informieren, verbinden und ins Handeln bringen.
An wen richtet sich MeNotPause in erster Linie und welche Bedürfnisse stehen bei Ihrer Zielgruppe besonders im Fokus?
MeNotPause richtet sich in erster Linie an Frauen zwischen 35 und 55 Jahren – von der Peri- bis zur Postmenopause. Viele erleben hormonelle Veränderungen deutlich früher, als sie erwarten, und stoßen dabei noch immer auf veraltete oder stigmatisierende Erzählungen. Wir setzen bewusst ein modernes Narrativ dagegen: informiert, offen und selbstbestimmt. Im Fokus stehen fundiertes Wissen, ehrlicher Austausch und Begegnung auf Augenhöhe – damit Frauen diese Lebensphase aktiv gestalten können, statt sie einfach „durchzustehen“.
Wie gelingt es MeNotPause, komplexe medizinische und gesundheitliche Themen verständlich und alltagstauglich aufzubereiten?
Indem wir medizinisches Wissen konsequent aus der Perspektive der Nutzerinnen denken. Unsere Inhalte entstehen in Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und Expert:innen und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Gleichzeitig übersetzen wir komplexe Zusammenhänge in eine klare, verständliche Sprache und brechen sie in kurze, alltagstaugliche Formate herunter. So wird aus abstrakter Theorie praktisches Wissen, das Frauen wirklich hilft – im Alltag und bei wichtigen Entscheidungen.
Welche Rolle spielen Community und Austausch auf Ihrer Plattform für Frauen in den Wechseljahren?
Community ist das Herzstück unserer Plattform. Die Wechseljahre sind bis heute stark tabuisiert – viele Frauen fühlen sich in dieser Lebensphase allein, unverstanden oder schlicht übersehen. Genau hier setzen wir an. Wir schaffen einen geschützten Raum, in dem Frauen sich offen, ehrlich und auf Augenhöhe austauschen können. Bei uns werden Erfahrungen geteilt, Wissen weitergegeben und Perspektiven sichtbar gemacht. Das Gefühl, nicht allein zu sein, wirkt oft genauso kraftvoll wie jede Information.
Mit welchen Herausforderungen sind Sie als Startup in einem noch immer tabuisierten Gesundheitsbereich konfrontiert und wie gehen Sie damit um?
Die größte Herausforderung ist das Tabu selbst. Die Wechseljahre wurden jahrzehntelang ignoriert, verniedlicht oder problematisiert – mit der Folge, dass Frauen sich anpassen, aushalten oder schweigen sollen. Genau dagegen arbeiten wir. Wir warten nicht darauf, dass das Thema „reif“ ist, sondern machen es sichtbar. Laut, fundiert und ohne Entschuldigungen.
Als Startup in diesem Bereich braucht es Haltung und Ausdauer. Wir setzen bewusst auf Aufklärung, klare Positionierung und Community statt auf leise Kompromisse. Sichtbarkeit ist unbequem – aber sie ist notwendig, wenn man wirklich etwas verändern will.
Was unterscheidet MeNotPause aus Ihrer Sicht von anderen Informations oder Coachingangeboten rund um die Menopause?
MeNotPause ist kein klassisches Informations- oder Coachingangebot. Unser Kern ist eine starke Community – weil echte Veränderung dort entsteht, wo Frauen sich verbinden, Erfahrungen teilen und voneinander lernen. Austausch ist für uns kein Zusatz, sondern der Ausgangspunkt.
Gleichzeitig glauben wir nicht an One-size-fits-all-Lösungen. Deshalb haben wir einen modularen Zugang aufgebaut: kostenloses Wissen zur Orientierung, den MeNotPause Circle als Herzstück für Austausch und Verbindung und vertiefende Formate im Plus-Programm für Frauen, die weitergehen wollen.
Aus einer starken Community entsteht mehr als Information – sie wird zur Plattform für Wissen, Selbstbestimmung und langfristigen Impact. Genau dieses Potenzial heben wir Schritt für Schritt.
Wie stellen Sie sicher, dass die Inhalte und Programme von MeNotpPause wissenschaftlich fundiert und zugleich niedrigschwellig bleiben?
Unsere Inhalte entstehen in enger Zusammenarbeit mit einem großen Netzwerk aus Ärzt:innen und Expert:innen aus verschiedenen Fachrichtungen und basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Studien sowie praktischer Erfahrung. Gleichzeitig hören wir sehr genau unserer Community zu. Die Fragen, Unsicherheiten und Lebensrealitäten der Nutzerinnen bestimmen, welche Themen wir aufgreifen und wie wir sie aufbereiten. Komplexes medizinisches Wissen übersetzen wir in eine klare, verständliche Sprache und machen es in kurzen, kompakten Formaten zugänglich – ohne zu vereinfachen, aber so, dass es wirklich hilft.
Welche nächsten Entwicklungsschritte planen Sie für MeNotPause und in welche Richtung soll sich das Unternehmen künftig weiterentwickeln?
Wir bauen MeNotPause konsequent als starken Raum für Verbindung, Wissen und gegenseitige Unterstützung weiter aus. Unsere Community soll nicht nur wachsen, sondern enger zusammenrücken. Mit dem neuen Format MeNotPause Circle schaffen wir bewusst Räume für tieferen Austausch, ehrliche Gespräche und kollektive Stärke unter Frauen.
Gleichzeitig holen wir die Community noch stärker ins echte Leben: Geplante Events ermöglichen persönlichen Austausch und echte Begegnungen – weil Verbindung offline genauso wichtig ist wie digital.
Neun Millionen Frauen befinden sich allein in Deutschland in den Wechseljahren. Das zeigt: Wir sind nicht in einer Nische, wir stehen am Anfang einer Bewegung. Unser Ziel ist es, die Wechseljahre sichtbar zu machen, neu zu erzählen und Frauen in dieser Phase nachhaltig zu stärken.
Wenn Sie auf Ihre bisherige Reise zurückblicken, welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?
Bleib dran, bau dir ein starkes Netzwerk und denk größer, als du dich traust – die meisten Grenzen existieren nur im Kopf.
Bild:Dr. Saskia Appelhoff Fotografin: Neda Jarabi
Wir bedanken uns bei Saskia Appelhoff für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

























