Donnerstag, Februar 5, 2026
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Warum wird Mentoring gerade zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor?

Mentessa zeigt, wie Mentoring und Lernkultur Unternehmen dabei helfen, Wissen zu vernetzen und Leistung nachhaltig zu steigern.

Wie würden Sie Mentessa und das Team dahinter vorstellen?

Wir sind die „Mentoringprofis“! Wir helfen Unternehmen dabei, Mentoring als festen Bestandteil einer modernen Lernkultur zu etablieren – als wirksamen Hebel für Leistung und Performance, unterstützt durch unsere Plattform und ein praxiserprobtes Framework.

Welche Motivation stand hinter der Gründung von Mentessa und wie prägt sie Ihre heutige Ausrichtung?

Die Motivation zur Gründung von Mentessa entstand aus einer persönlichen Erfahrung. Nach mehreren Jahren als erfolgreiche Gründerin habe ich bewusst eine Pause eingelegt und fünf Jahre in einem Konzern gearbeitet. Dort hat mich überrascht, wie wenig sich Mitarbeitende untereinander austauschen und voneinander lernen.
Als Gründerin wusste ich jedoch: Genau dieser Austausch ist die Grundlage für Innovation. Und Innovation ist heute eine zentrale Voraussetzung für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Daraus wurde für mich klar, dass Unternehmen eine funktionierende Mentoring- und Lernkultur brauchen.
Die bestehenden Lösungen waren damals stark auf klassische Mentoringprogramme begrenzt. Mentoring wurde als HR-Maßnahme gedacht – nicht als strategische Infrastruktur für Leistung, Lernen und Innovation. Mentessa ist genau aus dieser Lücke heraus entstanden und prägt bis heute unsere Ausrichtung.

Für welche Unternehmen ist Ihre Plattform besonders geeignet und wie unterstützen Sie diese bei Mentoring und Skill-Entwicklung?

Unsere Plattform richtet sich an Unternehmen, die auf Wissensarbeit und Innovation setzen – nicht nur auf Effizienz. Das sind Organisationen mit einer starken HR-Funktion, in denen Mitarbeiterentwicklung, Kompetenzaufbau und Bindung eine zentrale Rolle spielen.
Typischerweise arbeiten dort mehrere Hundert bis mehrere Tausend Mitarbeitende, oft verteilt auf verschiedene Standorte oder räumlich getrennt durch Homeoffice-Modelle. Für diese Unternehmen ist es entscheidend, vorhandenes Wissen besser zu vernetzen, um die Zusammenarbeit zu fördern.

Ihre Lösung steuert Matching, Onboarding und Administration. Wo sehen Sie darin den größten Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden?

Der größte Mehrwert liegt darin, dass unsere Lösung Lernkultur im Arbeitsalltag verankert – nicht als abstrakter Anspruch, sondern als gelebte Praxis. In einer Zeit permanenter Veränderung ist Lernen zu einem zentralen Faktor für Leistung geworden. Unsere Kundinnen und Kunden erwarten sich davon mehr Performance und Wettbewerbsfähigkeit – und genau das wird möglich, wenn Wissen im Unternehmen gezielt vernetzt wird.
Gleichzeitig profitieren die Mitarbeitenden: Der Wissensaustausch wird einfacher, Zusammenarbeit selbstverständlicher und Expertise sichtbarer. Menschen erleben, dass ihr Wissen gebraucht wird und Wirkung entfaltet. Das steigert Produktivität ebenso wie Engagement und Bindung. Gerade angesichts der Geschwindigkeit heutiger Veränderungen ist soziales Lernen wirksamer als klassische Weiterbildungsformate – Mentoring wird so zu einem zentralen Hebel für Skill-Entwicklung und Performance.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei der Einführung von Mentoring- und Learning-Programmen in Organisationen und wie gehen Sie damit um?

Die größte Herausforderung ist nicht die Technologie, sondern die Unternehmenskultur. Gerade beim Teilen von Wissen und in der teamübergreifenden Zusammenarbeit gibt es noch Vorbehalte aus der alten Arbeitswelt.
Deshalb reicht es nicht, einfach ein Tool einzuführen. Mentoring braucht klare Modelle und Begleitung. Genau hier setzt unser Framework an: Es verbindet Technologie mit Change-Expertise und verankert Mentoring als Hebel für eine Lernkultur.

Was macht Mentessa einzigartig im Vergleich zu anderen Tools für Mentoring und Peer-Learning?

Unsere Plattform ist mehrfach wegen ihrer Nutzerfreundlichkeit ausgezeichnet, weil sie für Mitarbeitende intuitiv nutzbar ist und Zusammenarbeit im Alltag effizient unterstützt.
Dafür basiert unsere Lösung auf vier Prinzipien: Synergien, Offenheit, Fairness und Technologie. Dadurch kann Mentoring mehr sein als ein Programm. Neben klassischen Mentoringformaten lassen sich auch moderne, niedrigschwellige Ansätze organisieren – von Hospitationen bis zu Peer-Formaten. So wird Mentoring breiter zugänglich und im Alltag wirksam.

Viele Unternehmen wollen Wissen sichtbarer machen. Wie hilft Mentessa konkret dabei, versteckte Kompetenzen im Unternehmen zu erkennen und zu nutzen?

Drei Dinge sind für uns zentral. Erstens geben wir Menschen einen echten Anreiz, ihre Kompetenzen zu teilen – etwa, indem sie hierfür gezielt konsultiert werden können.
Zweitens verstehen wir Kompetenzen nicht als etwas, das man einmal gelernt hat, sondern als etwas, das man tut. Wer regelmäßig Kolleginnen und Kollegen zu einem Thema berät, baut diese Kompetenz real auf – mehr, als wenn sie nur im Profil steht.
Drittens unterstützen wir das mit einem KI-Agenten, der über kurze Challenges kontinuierlich nach Skills fragt. So entsteht ein lebendiges, aktuelles Bild von Fähigkeiten – denn diese ändern sich auch stetig.

Wie entwickeln Sie Ihr Produkt weiter und welche neuen Funktionen oder Schwerpunkte stehen in Zukunft auf Ihrer Roadmap?

Mentessa entwickeln wir kontinuierlich weiter. Künftig geht es dabei nicht nur um das Matching von Menschen, sondern auch um das Matching von Jobs und Inhalten, sodass Lernen, Zusammenarbeit und Entwicklung enger miteinander verbunden werden.
Dafür haben wir einen „Mentor bei der Arbeit“ in Produktion, der personalisierte Impulse zur Weiterentwicklung gibt. So wird es erstmals möglich, Mitarbeitende individuell zu fördern – kontinuierlich und eingebettet in den Arbeitsalltag.

Wie verändert sich die Arbeitswelt aus Ihrer Sicht und welche Rolle wird Mentessa in diesen Entwicklungen spielen?

Lernen ist heute schon das neue Arbeiten (Artikel anbei). Mentessa deswegen zentrale Infrastruktur der modernen Orgganisation.

Was bedeutet es für euch, dass Mentessa Teil des de:hub Netzwerks ist und welche Vorteile ergeben sich daraus für eure Weiterentwicklung?

Wir haben vielfach profitiert: von Vernetzung, Sichtbarkeit, von den Messeangeboten. Ob auf dem Web Summit zu sprechen, politische Entscheider zu treffen oder sich ganz unkompliziert mit anderen Gründerinnen und Gründern auszutauschen – das de:hub Netzwerk eröffnet viele wertvolle Begegnungen.

Würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern empfehlen, ihr Startup ebenfalls im Umfeld des de:hub anzusiedeln und welche Erfahrungen haben Sie selbst gemacht?

Das versteht sich von selbst! Denn auch für Startups ist Vernetzung und Wissensaustausch der Schlüssel für Innovationen.

Welche drei Ratschläge würden Sie Gründerinnen und Gründern mitgeben, die heute im Bereich People Development oder Future of Work starten möchten?

Ich gebe einen, aber den wichtigsten: Auch wenn unsere Herzen als Informatikerinnen, Ingenieure oder Forscher für Technologie schlagen und wir neuen Entwicklungen mit Neugier nacheifern – Projekte im Bereich People sind nie nur Tech-Projekte, sondern eben People-Projekte.
Beispiel: Wir setzen bei Mentessa bereits seit 2019 auf KI. Trotzdem hören wir nie, dass die Matches besonders schnell oder besonders smart waren. Wofür wir als Lob ernten, sind die Begegnungen: Menschen, die sich sonst nie getroffen hätten. Perspektiven, die sich verändert haben. Haltungen, die gewachsen sind.
Je stärker Arbeit und Personalarbeit von Technologie geprägt werden, desto wichtiger werden genau diese weichen Faktoren – Vertrauen, Offenheit und echte Verbindung. Das gilt im Inneren von Organisationen genauso wie in der Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden.

Bild@ Mentessa GmbH

Wir bedanken uns bei Dr. Tina Ruseva für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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