Nordwærme entwickelt ein Verfahren zur schnellen Nachrüstung von Fußbodenheizungen im Gebäudebestand und macht Altbauten damit effizient für den Einsatz von Wärmepumpen fit.
Was war der persönliche Auslöser, sich mit der Nachrüstung von Fußbodenheizungen im Bestand zu beschäftigen?
Wir haben jeder selbst ein Haus mit unseren Familien sanieren wollen, und standen vor dem Problem, wie man alte Bestandsgebäude Wärmepumpen-tauglich bekommt – wir waren schockiert, wie teuer und aufwändig die Verfahren am Markt waren. Da haben wir uns international umgeguckt, und in den Niederlanden ein Verfahren entdeckt, dass mit einem Bruchteil der Kosten und Aufwendungen die Fußbodenheizung einfach im Bestand nachrüstet. Das haben wir dann für den deutschen Markt adaptiert und hierher gebracht.
Welche Erfahrungen bringen Sie als Gründerteam in das Unternehmen ein?
Sönke kommt aus der Automatisierungstechnik und bringt den technischen Sachverstand ein, David kommt aus dem internationalen Business Development und übernimmt die kaufmännische Entwicklung des Unternehmens – und inzwischen haben wir eine Reihe sehr starker Charaktere im Mitarbeiterteam, die das Unternehmen mit voranbringen.

Welche Vision verfolgt Nordwærme im Kontext der Wärmewende und wie wollen Sie diese Schritt für Schritt realisieren?
Unsere Vision ist klimafreundlicher Wohnraum, der für jeden bezahlbar bleibt. Wir machen Bestandsgebäude in Rekordzeit „Wärmepumpen-fit“ und befreien die Energiewende aus der Kostenfalle.
An wen richtet sich Ihr Angebot konkret und welche Probleme Ihrer Zielgruppe lösen Sie heute am dringendsten?
Eigenheimbesitzer und Immobilieninvestoren, die Bestandsgebäude ohne Fußbodenheizungen haben – egal ob das Wohnungen, Häuser, Büros oder andere Gewerbeflächen sind. Und wir lösen natürlich auch das große Problem der Heizungsinstallateure, deren Kunden bei Wärmepumpen bisher häufig abwinken, weil die Vorbereitung zu teuer sei. Diese Hürde entfällt mit unserer Arbeit.
Warum ist das Fräsen von Fußbodenheizungen für Bestandsgebäude aus Ihrer Sicht ein echter Gamechanger?
Es ist die Abkürzung zum Komfort: Wir nutzen den vorhandenen Estrich, statt ihn teuer zu entsorgen, und sparen so massiv CO2, Zeit und bares Geld. Innerhalb weniger Tage wird aus einem energetischen Sorgenkind ein hocheffizientes Wohlfühlhaus.
Welche typischen Vorbehalte oder Unsicherheiten begegnen Ihnen bei Hausbesitzern und wie räumt Nordwærme diese aus?
Die meisten Menschen sind ziemlich schnell begeistert, wenn sie hören, wie einfach das ist. Kein Scherz: der häufigste Vorbehalt ist, dass Menschen unseren Preisen nicht trauen: da muss doch ein Haken dran sein! Unsicherheiten gibt es sonst manchmal in Bezug auf die Estrichstärke, ab 4cm Stärke können wir bereits unser stärkstes Rohr legen, bei dünneren Böden haben wir Alternativen im Gepäck.
Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen für Ihr Startup im Markt und im operativen Alltag?
Die größte Hürde ist das Aufbrechen alter Denkmuster im Handwerk, dass Sanierung immer kompliziert sein muss. Operativ meistern wir das enorme Wachstum zwischen unseren Standorten von Hamburg bis Hannover, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Und ohne Zweifel: die staatlichen Hürden und Lasten, wenig sinnvolle Gesetze und Regelungen, immer neue Abgaben und bürokratische Institutionen sind schlichtweg ein schrecklicher Alptraum für uns als Startup.
Was unterscheidet Nordwærme klar von klassischen Heizungs- und Sanierungsbetrieben?
Wir sind keine Allrounder, sondern die Spezial-Eingreiftruppe für Fußbodenheizungen. Während andere noch Angebote kalkulieren, sind wir oft schon fertig mit dem Fräsen und haben das Haus fit für die Zukunft gemacht.

Welche Rolle spielen Effizienz und Zeitersparnis für Ihre Kundinnen und Kunden im Entscheidungsprozess?
Zeit ist bei der Sanierung die härteste Währung – niemand möchte wochenlang im Hotel wohnen. Unsere Kunden wählen uns, weil wir den Wohnwert innerhalb weniger Tagemassiv steigern, ohne den Alltag lahmzulegen.
Wie soll sich Nordwærme in den nächsten Jahren weiterentwickeln und welche Ausbauschritte sind geplant?
Wir wollen der Standard für energetische Nachrüstung werden und unser Netzwerk weiter ausbauen. Nordwærme soll synonym stehen für die schnellste und cleverste Art, den Altbau auf die Wärmepumpe vorzubereiten.
Welche drei Ratschläge würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben, die im Handwerks- oder Energiesektor starten möchten?
Erstens: Sucht euch eine spitze Nische und werdet dort die Besten. Zweitens: Digitalisiert die Prozesse im Hintergrund, damit das Handwerk vorne glänzen kann. Und drittens: Habt keine Angst vor dem Staub der Praxis – echte Lösungen entstehen auf der Baustelle, nicht nur am Schreibtisch.
Fotorechte Gründer: Nordwærme | Lars Wendt | Wendt-Pictures.de; David Burckhardt, Sönke Löser (mit Brille; v.l.n.r.)
Wir bedanken uns bei David Burchhardt und Sönke Löser für das Interview
Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.
Premium Start-up: Nordwærme

Kontakt:
Nordwærme – Fußbodenheizung einfach nachrüsten!
Rondenbarg 14
D-22525 Hamburg























