Montag, März 9, 2026
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Würdest du in einem Haus wohnen, das fast komplett unter der Erde liegt?

Pneumo Planet entwickelt aufblasbare Erdhäuser und zeigt das nachhaltige Baukonzept am 10 März 2026 in der PULS 4 Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Wer steht hinter Pneumo Planet und wie hat sich euer Gründerteam formiert?

Der Gründer und Erfinder ist Architekt Thomas Herzig, der in Wien lebt und sich auf aufblasbare Architektur und Design spezialisiert hat. Seit 18 Jahren bietet er unter dem Markennamen pneumocell Design, Entwicklung und Produktion technisch und ästhetisch anspruchsvoller aufblasbarer Gebäude und Objekte für Kunden weltweit.

Im Zuge einer vorangegangenen Kooperation bei der Entwicklung eines aufblasbaren Mondhabitats für die ESA vor 3 Jahren, mit dem Physiker Norbert Kömle und dem Architektur-Mitarbeiter Daniil Zhiltssov wurde das Team für PneumoPLanet formiert.

Später kam noch die Medienkünstlerin Verena Tscherner hinzu, welche elektonische Komponenten für die Klimasteuerung des aufblasbaren Erdhauses plant und anfertigt.

Wie entstand die Idee, aufblasbare Erdhäuser zu entwickeln, und welche Vision verfolgt ihr damit?

Im Jahr 2022 entwickelte Thomas Herzig zusammen mit den Astrophysikern Gabor Bihari und Norbert Kömle ein aufblasbares Mondhabitat für die ESA im Zuge des OSIP-Programms. Das Habitat besteht aus ultraleichten aufblasbaren Raummodulen, die zum Schutz vor kosmischer Strahlung, Meteoriten und Kälte mehrere Meter dick mit Regolith (Mondsand) beschüttet sind. Natürliches Sonnenlicht speist integrierte Gewächshäuser für die autarke Produktion von Nahrung und Sauerstoff.

Dabei kam eine entscheidende Erkenntnis:

„Wenn diese Baumethode unter den schwierigen Bedungen am Mond sinnvoll ist und funktioniert, dann hat diese hier auf der Erde einen noch größeren Nutzen und ist zudem auch deutlich leichter umsetzbar.“

Es wurde daher kurz darauf rein durch Thomas Herzigs Eigenmittel und Eigenleistung getragen mit der Planung und Entwicklung begonnen.

Im Jahr 2024 gründete Thomas Herzig extra für dieses Produkt die „PneumoPlanet Kg“ und errichtete mit neuen Fördermitteln und Unterstützung der ESA einen funktionsfähigen Prototypen in Niederösterreich.

Unsere Vision ist es das Wohnen und Bauen ökologisch deutlich verträglicher und kostengünstiger zu machen.

Euer Konzept basiert auf pneumatischen Strukturen und Erdüberdeckung. Welches konkrete Problem im Bau und Wohnsektor löst ihr damit?

70% der europäischen Bürger wünschen sich oder besitzen bereits ein Einfamilienhaus im Grünen. Massenhaft umgesetzt führt diese Bauweise aber zu exzessiver Flächenversiegelung und hohem Ressourcenbedarf. 37% der globalen CO2- Emissionen gehen auf das Konto der Bauwirtschaft. Um einen Kubikmeter Stahlbetonwand zu errichten werden z.B. 1400 kWh an Primärenergie benötigt.

Zudem ist das Bauen extrem teuer geworden seit der Corona Pandemie und dem Krieg in der Ukraine. Die Immobilienpreise sind bereits zuvor extrem gestiegen, was vor allem Familien, selbst jene mit relativ hohem Haushaltseinkommen, dazu treibt auf billigere Immobilien weit außerhalb der Stadt am Land auszuweichen.

Unser Pneumo Planet Haus löst dieses Problem auf folgende Weise.

Ein Pneumo Planet Haus braucht keine, oder nahezu keine Energie zum Heizen oder Kühlen

Es benötigt ein Minimum an Ressourcen für Baumaterial

Es integriert sich sehr unauffällig in die Landschaft, da es überwiegend unterirdisch und mit Gras überwachsen ist

Und es ist ca. ein Drittel billiger in der Errichtung als ein konventionelles Gebäude.

Was unterscheidet eure aufblasbaren Erdhäuser technisch und ökologisch von konventionellen Gebäuden?

Anstatt Ziegel , Beton, Stahl, Aluminium und Glas , besteht unsere Bausubstanz vorwiegend aus einer dünnen doppellagigen Membran, die kaum Masse hat und daher kaum Ressourcen braucht.

Die nötige Masse für Schallschutz und ein moderates Temperaturumfeld bietet hingegen die Natur in Form natürlichen Erdreichs.

Die Membran wird durch einen relativ geringen Luftdruck gegen verfestigtes Erdreich gedrückt.

Das hilft enorm Energie zu sparen in der Errichtung, und auch während in der Nutzung

Wand und Decke bilden eine Einheit. Sie bestehen aus dreieckigen weichen aufblasbaren Kissen, mit einem textilen Gewebe an der Innenseite. Es sind in regelmäßigen Abständen Ösen eingearbeitet, über die Bilder und Lampen abgehängt werden können. Zudem verlaufen entlang der Kanten der Dreiecke Klettbänder an denen Modulare Einbauschränke und Regale angebracht werden können. Auch elektrische Leitungen können dort versteckt verlegt werden, ohne Stemmarbeiten und ohne Leerverrohrung, rasch und sauber.

Diese weichen Runden unterirdischen Räume bieten ein einzigartiges Wohnerlebnis: Einerseits fühlt man sich darin wie in einem richtigen Mars-Habitat. Andererseits fühlt man sich auch unglaublich geborgen darin – Es ist ein ideales Nest für Liebespaare um sich dorthin zurück zu ziehen.

Ihr sprecht davon, dass eure Häuser ohne zusätzliche Energie für Heizung oder Kühlung auskommen können. Wie funktioniert dieses Prinzip konkret?

Je tiefer man unter die Erde geht, desto geringer werden die Temperaturunterschiede im Sommer und im Winter. Ab 3 Meter tiefer sinkt auch im Winter die Temperatur nicht unter 10°C in Mitteleuropa. Zudem sind die Minima und Maxima der jährlichen Temperaturkurve im Winter und Sommer um ca. 2 -3 Monate nach hinten verschoben. Wir nutzen diesen Effekt um den Großteil des Heizenergiebedarfs und des Kühlbedarfs im Sommer einzusparen.

Hinzu komme eine gute Wärmedämmung um das Gebäude herum ins Erdreich eingelegt ist und lange in die Erde verlegte Rohe über die Zuluft angesaugt wird und somit im Winter vorgewärmt und im Sommer vorgekühlt ins Gebäude strömt.

Wenn nun im Sommer und im Herbst das Sonnenlicht über die Fensterflächen die Innenräume aufheizt, wird die überschüssige Wärme im umliegenden Erdreich absorbiert, und dort bis in den Winter gespeichert.

Inwiefern trägt eure Bauweise dazu bei, Ressourcen zu schonen und Flächenversiegelung zu minimieren?

Anstatt aus Ziegel, Beton, Stahl, Aluminium und Glas , besteht unsere Bausubstanz vorwiegend aus einer dünnen doppellagigen Membran, die kaum Masse hat und daher kaum Ressourcen braucht.

Die nötige Masse für Schallschutz und ein moderates Temperaturumfeld bietet hingegen die Natur in Form natürlichen Erdreichs.

Bis auf die Fensterflächen und die Luftschleuse kann fast das gesamte Gebäude mit Erde und Gras bedeckt werden oder zumindest mit Kletterpflanzen überwachsen werden.

Inder Landschaft treten nur ein paar Hügel in Erscheinung mit Gras bewachsen oder als weiche Fläche um darauf zu sitzen und zu liegen

Wie läuft die modulare Vorfertigung in der Praxis ab und welche Vorteile ergeben sich daraus für Bauzeit und Kostenstruktur?

Die Raummodule können in Fabrikhallen unter kontrollierten Bedingungen auf Vorrat produziert werden. Eine teilweise Computergesteuerte Automatisierung des Produktionsprozesses fließt bereits jetzt ein und kann in Zukunft noch weiter integriert werden.

Die Modularität verknüpft die Vorteile kostengünstiger Serienfertigung mit individuellen maßgeschneiderten Gebäuden.

Ein Modul für einen gesamten Raum wiegt je nach Größe zwischen 50 kg und 200 kg und kann auf 0,4 -2 m3 gelagert oder transportiert werden. Der Transport von einer global optimalen Produktionsstätte zu selbst weit entfernten Bauplätzen ist daher sehr leicht zu bewerkstelligen.

Die aufblasbaren Module haben fertige Wandoberflächen, die nicht mehr verputzt oder gestrichen werden brauchen. Auch Ankerpunkte für Möbel und Bilder sowie Kanäle für elektrische Leitungen sind bereits integriert.

Sie haben bereits eine fertige wasserdichte Gebäudehülle und brauchen keine nachträgliche Isolierung oder Dachdecker und Spenglerarbeiten.

Das hilft viel Zeit und Geld auf der Baustelle zu sparen

Am 10 März 2026 wird Pneumo Planet in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen zu sehen sein. Welche Erwartungen verbindet ihr mit diesem Auftritt?

Ich erhoffe mir weiteres Interesse in den Medien und infolge auch seitens weiterer Investoren oder Pilotprojektkunden. Denn die technische Entwicklung bis zu einem Markteintritt für Fertighäuser ist noch nicht abgeschlossen. Dafür brauchen wir weitere Mittel.

Welche Kernbotschaft möchtet ihr den Investorinnen und Investoren in Bezug auf nachhaltiges Bauen vermitteln?

Es ist ein sehr innovatives Produkt, das sicher großes Anklang finden wird in den anvisierten Einstiegsmärkten Erlebnistourismus, Glamping und Analog-Marshabitate. Langfristig haben im im Bereich Einfamilienhäuser ein riesigen globales Marktpotential von mehreren Milliarden Euro jährlich.

Vor allem ist es ein Wichtiger Betrag für die Zukunft des Wohnens für eine Zukunft, in der Menschen in Harmonie mit der Natur leben.

Die Erkenntnisse aus dieser Entwicklung werden auch in die Raumfahrttechnologie zurückfließen, und können somit wegbereitend dafür sein, dass dereinst Menschen im Dienste der Wissenschaft auf dem Mond und auf dem Mars nachhaltig leben können

Für welche Zielgruppen sind eure aufblasbaren Erdhäuser besonders geeignet, etwa private Bauherren, Gemeinden oder touristische Projekte?

Nachdem es ein sehr neues Produkt ist zu dem der Konsument erst Vertrauen aufbauen muss, sehen wir als Einstiegsmarkt die besten Chancen im Tourismus für ein besonderes Wohnerlebnis. Das könnte z.B. die Simulation eines Marshabitats sein, eine besonders ökologische Ferienwohnung, oder ein Liebesnest, in dem Paare ein spezielles Wochenende verbringen.

Es könnte aber auch als spezieller Konferenzraum dienen für Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen, die damit einen starken Bezug zu innovativer Technologie und/oder ökologischem Bewusstsein demonstrieren wollen.

Wenn unsere Häuser sich als temporäre Behausung bewährt haben, werden zunehmend Kunden für Einfamilienhäuser von den praktischen und ideellen Vorzügen eines Pneumo Planet Hauses überzeugt werden.

Pneumo Planet: aufblasbare Erdhäuser aus Österreich livingroom
Livingroom

Wie stellt ihr sicher, dass eure Gebäude sowohl baurechtlichen Anforderungen als auch Sicherheitsstandards entsprechen?

Wir haben Sicherheitsstandards und die baurechtliche Lage bereits in unseren Überlegungen berücksichtigt. Allerdings kann es durchaus sein, dass die Mitarbeiter einer Baubehörde ratlos sind wie sie mit einem derart unkonventionellen Gebäude bei einem Bauansuchen umgehen sollen. Daher werden wir im Zuge der kommenden Entwicklungsarbeit den Kontakt mit höheren Vertretern der Baubehörden und auch aus der Politik suchen um uns Abzustimmen und im Detail noch an nationale und regionale gesetzliche Anforderungen anpassen.

Grundsätzlich ist es ein großer Vorteil, dass so ein Gebäude überwiegend unterirdisch ist. Denn unterirdische Bauten zählen meistens nicht zur bebauten Fläche. Dadurch dürfen auch Teile eines Grundstücks bebaut werden, die laut Bebauungsplan oder Bauordnung mit einem Oberirdischen Gebäude nicht bebaut werden dürften.

Es könnte auch bevorzugt in Gebieten genehmigt werden in denen der Landschaftsschutz besonders wichtig ist.

Was unterscheidet Pneumo Planet klar von anderen Anbietern im Bereich nachhaltiges oder modulares Bauen?

Unser patentiertes System beruht auf einem völlig radikal neuartigen konzeptionellen und konstruktiven Ansatz. Es gibt nichts Vergleichbares.

Drinnen fühlt man sich sehr geschützt und geborgen und es ist zugleich hell und sonnig. Wie der jetzt errichtete Prototyp erfahrbar macht, lässt sich das auf Fotos alleine gar nicht darstellen. Man muss den Raum erleben und fühlen.

Wer einen ungewöhnlichen großen Fortschritt erzielen möchte, muss dafür auch radikal neue Lösungen finden.

Wie ist euer Geschäftsmodell aufgebaut und wie plant ihr, Serienfertigung wirtschaftlich skalierbar umzusetzen?

Wir als Kernunternehmen Pneumo Planet fokussieren und auf die Entwicklung . Planung und Überwachung des Bauprozesses. Die Produktion der Aufblasbaren Module ist an ein paar optimal eingeschulte Produktionspartner weltweit ausgelagert. Die Erdarbeiten und die Installation werden an regional verfügbare Professionisten vergeben, die diese Arbeiten unter unserer Leitung und Betreuung ausführen.

Damit können wir unsere eigene Infrastruktur schlank halten, halten unsere Investitionskosten gering. Und können rasch international expandieren und haben auch bei schwankender Auftragslage ein geringeres geschäftliches Risiko.

Welche Rolle spielt die Weiterentwicklung eurer pneumatischen Technologie für zukünftige Projekte?

Wir machen natürlich weiterhin aufblasbare Objekte und Gebäude für andere Zwecke, so wie seit 18 Jahren zuvor. Die Erfahrungen aus jedem Projekt können anderen Projekten zugutekommen.

Beim Pneumo Planet Erdhaus speziell können diese Erfahrungen aber in der Raumfahrt bei der Entwicklung von Mond-Habitaten und Marshabitaten nützlich sein. Von dort her stammt ja das Konzept ursprünglich und neue Erkenntnisse können wieder dorthin zurückfließen.

Welche nächsten Entwicklungsschritte plant ihr nach einem möglichen Investment?

Wir möchten unseren Prototypen weiter ausbauen mit einem Sanitärmodul und einem ganz großen Wohnraummodul, sobald die finanziellen Mittel dafür bereitgestellt sind.

Aber wir sind auch für Pilotprojekte offen, die wir mit den gewonnenen Erkenntnissen bereit umsetzen können.

Wo seht ihr Pneumo Planet in drei bis fünf Jahren im deutschsprachigen und internationalen Markt für innovative Baukonzepte?

Wir sehen uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht riesengroß, aber solide im Einstiegmarkt für Erlebnistourismus und Spezialanwendungen, unter starkem öffentlichen Interesse. Wir werden auch bereits einige progressiv denkende Kunden im Einfamilienhausmarkt haben. Nachdem wir bisher immer global in Nischenmärkten agiert haben, werden diese Kunden wohl ebenso global verteilt sein.

Sehen Sie Pneumo Planet am 10. März 2026 in der Sendung 2 Minuten 2 Millionen

Bildcredits Thomas Herzig

Wir bedanken uns bei Thomas Herzig für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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