Freitag, März 20, 2026
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Kann Kaffee auch ganz ohne Bohnen überzeugen?

Rootery entwickelt nachhaltige Kaffeekapseln und wird am 23. März 2026 in der Höhle der Löwen pitchen

Wie ist Rootery entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Die Idee für Rootery Coffee entstand, als ich mit etwa 15 Jahren von den sozialen und ökologischen Missständen in der Kaffeekapsel- und Kaffeeindustrie schockiert war und mir dachte: Wenn es Fleisch ohne Tier gibt, warum dann nicht Kaffeekapseln ohne Bohne? Ich habe nach Alternativen gesucht, keine gefunden und dann beschlossen, das selbst umzusetzen, weil mich das Start-Up Milieu immer schon interessiert hat und ich das Problem und die Lösung klar vor mir hatte. Bei der Recherche bin ich auf Zichorienwurzel gestoßen, eine Pflanze, die beim Rösten kaffeeähnliche Aromen entwickelt, und habe daraus Schritt für Schritt ein kapseltaugliches Produkt entwickelt.

Begonnen hat das in meinem Kinderzimmer, was ziemlich viele Gerätschaften wie eine Röstmaschine und Mühle erforderte und Chaos gestiftet hat. an einem Punkt wo klar war: „Das funktioniert“ habe ich dann Partner für die Produktion gesucht und gefunden. Meine Mutter war sehr erleichtert, dass das Experimentieren in der Wohnung ein Ende hatte. Als schockiertes Kind von damals bin ich mittlerweile 19 Jahre alt, studiere Jura und Bio und spiele American-und Flag Football. Rootery wird zur Zeit noch von mir alleine geführt.

In welcher Branche ist Rootery tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Rootery ist in der Food-/Getränkebranche tätig, konkret im Bereich Kaffee/Convenience (Kapseln) – mit starkem Fokus auf Nachhaltigkeit und Social Impact. Das Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf der Kapseln im B2C (v. a. über den eigenen Onlineshop, perspektivisch auch mehr Handel) und zusätzlich auf B2B-Absatz an Unternehmen wie Hotels oder Gastronomie. Ein zentrales Merkmal ist außerdem das 1:1-Impact-Prinzip: Pro verkaufter Packung wird eine Mahlzeit für ein Kind in Not finanziert.

Was macht das Konzept oder die Technologie von Rootery besonders? Welche innovativen Ansätze kommen zum Einsatz?

Innovativ ist vor allem die technische Umsetzung als kapseltaugliche Mischung, weil frühere Ansätze oft an verstopften Kapseln gescheitert sind.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das ganz konkret: unkomplizierter Kaffeegenuss auf Knopfdruck, aber ohne Bohnen, ohne Koffein und mit einem deutlich nachhaltigeren Gesamtpaket. Rootery ist gut verträglich und „good for the gut“, weil Zichorie traditionell auch als Heilpflanze bekannt ist und natürliche Inhaltsstoffe wie Inulin enthält. Im Alltag hebt es sich ab, weil man keine Kompromisse zwischen Convenience, Gesundheit/Verträglichkeit und Impact machen muss.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Die Produktentwicklung lief über viele Tests und Iterationen, vom Rohstoff über Röstung und Mischung bis zur Frage, ob die Kapsel zuverlässig durchläuft. Ein großer Meilenstein war der Moment, als es nach sehr vielen Versuchen (gefühlt 100+) endlich kapselgeeignet funktioniert hat, nachdem lange Zweifel da waren. Besonders prägend war auch das Feedback aus den ersten echten Verkäufen: Dass fremde Menschen (nicht aus dem eigenen Umfeld) kaufen und zufrieden sind, war ein starker „Proof“, dass es nicht nur eine Idee ist.

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Die Vision ist, Kapselkaffee neu zu definieren: kompromisslos, nachhaltig, sozial wirksam und trotzdem massentauglich. In den nächsten Jahren soll Rootery im DACH-Raum und danach in weiteren europäischen Märkten im Handel verfügbar sein und als ernsthafte Alternative neben den etablierten Kapselmarken stehen. Parallel sollen durch Wachstum immer mehr Mahlzeiten finanziert werden und die Produktpalette (z. B. weitere Sorten und perspektivisch auch Varianten mit Koffein bzw. weitere Kaffee-Formate) erweitert werden. Außerdem ist es mir wichtig, als junge Gründerin zu zeigen, was möglich ist, und andere zu motivieren, ihre Ideen ernst zu nehmen.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

Ich war und bin der Meinung, dass die Message von Rootery in die Welt hinaus muss und wollte auch unbedingt das ungeschönte Feedback der Löwen und im Idealfall ein Investment. Zwar nicht um jeden Preis, denn es war mir schon wichtig, ein Statement zu setzen, dass bezüglich Nachhaltigkeit und sozialem Impact keine Kompromisse gemacht werden. Auch war mir bewusst, dass ich mit einem Pitch in der Höhle Teenager und junge Menschen inspirieren kann, einen ähnlichen Weg zu gehen, auch wenn sie vielleicht nicht dem Klischeebild eines jungen Gründers/einer jungen Gründerin entsprechen.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Ich habe versucht, aus allen Hobbys und Lebensbereichen etwas in Rootery einzuarbeiten, von der Konsequenz aus dem American Football zur Produktfotografie aus meinen Foto-Nebenjobs. Sehr wertvoll war es auch, von Website über Verpackung alles selber zu designen, um Geld zu sparen. Anders hätte ich mir in dem Alter auch nichts aufbauen können.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Der wichtigste Rat an andere Gründer:innen ist: Wenn du eine Lücke siehst und sie dich nicht loslässt, fang an, aber rechne damit, dass es länger dauert, als du denkst, und dass du zig Versionen brauchst. An junge Gründer:innen: Jetzt ist das Alter, in dem man noch Fehler machen darf, die nach Studium und Co. eher nicht so leicht verziehen werden. Go for it. Der Erfahrungsschatz ist unglaublich wertvoll und die ungewohnte Perspektive ist eher eine Bereicherung als eine Schwäche. Und zögere nicht, erfahrene Personen zu kontaktieren, sei es über LinkedIn, auf Events oder sonstige Wege. Wenn die Erfahrung noch nicht da ist, ist Feedback das Wichtigste.

Sehen Sie Rootery Coffee am 23. März 2026 in der Höhle der Löwen

Bild: Angelina Widmann präsentiert mit „Rootery Coffee“ Kaffeekapseln aus Wurzelgranulat. Sie erhofft sich ein Investment von 85.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile.
Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Angelina Widmann für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer
Sabine Elsässer
Sabine Elsaesser is an experienced entrepreneur and media/startup expert. Since 2016, she has served as the Chief Editor and CEO of StartupValley Media & Publishing. In this role, she is responsible for managing the company and providing strategic direction for its media and publishing activities. Sabine Elsaesser takes great pleasure in assisting individuals and businesses in reaching their full potential. Her expertise in establishing sales organizations and her passion for innovation make her a valuable advocate for startups and entrepreneurs.
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