Montag, Januar 19, 2026
StartFinanzierungSinpex sichert sich 10 Millionen Euro für den Ausbau der KYB-Automatisierung

Sinpex sichert sich 10 Millionen Euro für den Ausbau der KYB-Automatisierung

Key Takeaways

  • Sinpex hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen, um seine KYB-Automatisierung und Expansion in weitere EU-Märkte voranzutreiben.
  • Die Plattform automatisiert regulatorische Prüfprozesse für Unternehmen und bietet eine integrierte Lösung für Onboarding und Compliance.
  • Sinpex kombiniert verschiedene Compliance-Funktionen in einer Plattform, um den regulatorischen Anforderungen effizient nachzukommen.
  • Die Plattform zielt darauf ab, regulatorische Prozesse über Ländergrenzen hinweg konsistent zu steuern und gleichzeitig manuelle Schritte zu reduzieren.
  • Der Erfolg von Sinpex hängt von der Integrationsfähigkeit der Plattform und ihrer Fähigkeit ab, sich an regulatorische Änderungen anzupassen.

Das Münchner RegTech-Unternehmen Sinpex hat eine Series-A-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Die Plattform automatisiert Know-your-Business-(KYB)- und KYC-Prozesse für regulierte Unternehmen und setzt dabei insbesondere auf moderne KYB-Automatisierung. Mit dem Kapital will Sinpex sein Produkt weiterentwickeln und in zusätzliche europäische Märkte expandieren.

Was angekündigt wurde

Sinpex hat eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 10 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von BlackFin Capital Partners, einem auf Finanzdienstleistungen spezialisierten Investor. Die bestehenden Investoren ACE Ventures und TX Ventures beteiligen sich erneut.

Das Unternehmen entwickelt eine Softwareplattform, die regulatorische Prüfprozesse im Geschäftskundenumfeld digital abbildet. Der Fokus liegt auf der Automatisierung von Onboarding-, Prüf- und Überwachungsprozessen, die im Kontext von Geldwäscheprävention und regulatorischer Compliance erforderlich sind.

Das frische Kapital ist für weiteres Wachstum, den Ausbau der Plattform sowie die Expansion in weitere EU-Märkte vorgesehen. Als Zielmärkte nennt das Unternehmen unter anderem Frankreich und die Niederlande. Konkrete Zeitpläne für den Markteintritt oder detaillierte Investitionsschwerpunkte wurden nicht veröffentlicht.

Wie die Sinpex Plattform aufgebaut ist

Sinpex positioniert sich als integrierte Plattform für den gesamten regulatorischen Lebenszyklus von Geschäftskunden. Die Software deckt sowohl das initiale Onboarding als auch wiederkehrende Prüfungen ab, die im Rahmen von Re-KYC- und KYB-Pflichten notwendig sind.

Zum Funktionsumfang gehören die strukturierte Erfassung von Unternehmensdokumenten, die Identifizierung wirtschaftlich Berechtigter, Risikobewertungen sowie Prüfungen im Zusammenhang mit Geldwäsche- und Sanktionsvorgaben. Ergänzt wird dies durch kontinuierliche Überwachungsmechanismen, die Veränderungen in Eigentümerstrukturen oder Risikoprofilen erfassen.

Technisch basiert die Plattform auf einem standardisierten, länderübergreifenden KYB-Datenmodell. Künstliche Intelligenz wird eingesetzt, um Registerdaten auszuwerten und komplexe Eigentümerstrukturen zu analysieren. Ziel ist es, Prüfprozesse konsistenter zu gestalten und manuelle Arbeitsschritte zu reduzieren.

Was Nutzer konkret bei Sinpex bekommen

Adressiert werden vor allem Compliance-Teams in Banken, Zahlungsdienstleistern, E-Commerce-Plattformen sowie weiteren regulierten Branchen. Die Plattform strukturiert Prüfprozesse, dokumentiert diese nachvollziehbar und stellt sie revisionsfähig bereit.

Sinpex zielt darauf ab, regulatorische Anforderungen zentral in einer Lösung abzubilden, anstatt mehrere Einzellösungen zu kombinieren. Genannt werden unter anderem Vorgaben aus europäischen Regelwerken wie AMLD5/6, PSD2/3 und DAC7. Die Software soll dabei helfen, Prüfungen konsistent durchzuführen und regelmäßig zu aktualisieren.

Informationen zu verfügbaren Paketen und Preisstrukturen sind auf der Website des Unternehmens einsehbar. Welche Module in der Praxis genutzt werden und wie stark sich Prozesse automatisieren lassen, dürfte jedoch vom jeweiligen Anwendungsfall und der bestehenden Systemlandschaft abhängen.

Marktcheck: Integrierte KYB-Automatisierung in einem fragmentierten Markt

Der Markt für Compliance-Software ist stark fragmentiert. Neben großen Plattformanbietern existieren zahlreiche spezialisierte Lösungen für einzelne Aufgaben wie Identitätsprüfung, Transaktionsmonitoring oder Sanktionslisten-Screening.

Sinpex verfolgt einen integrierten Ansatz, der mehrere dieser Funktionen in einer Plattform bündelt. Der Vorteil liegt in der durchgängigen Abbildung regulatorischer Prozesse über Ländergrenzen hinweg. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass Unternehmen bestehende Systeme nicht vollständig ablösen, sondern nur punktuell ergänzen.

Der regulatorische Druck auf Finanz- und Zahlungsdienstleister dürfte durch kommende EU-Vorgaben weiter steigen. Ob sich eine umfassende KYB-Automatisierung gegenüber modularen Ansätzen durchsetzt, hängt maßgeblich von Integrationsfähigkeit, Datenqualität und Akzeptanz im operativen Alltag ab.

Offene Fragen zum Wachstum

Details zu Umsatz, Kundenanzahl oder Marktanteilen veröffentlicht Sinpex nicht. Auch wie groß das Angebot in neuen Märkten zum Start sein wird, ist derzeit nicht bekannt.

Unklar bleibt zudem, wie schnell sich die Plattform in weiteren Ländern skalieren lässt und welche Rolle partnerschaftliche Integrationen dabei spielen. Der Nutzen der Lösung steht und fällt mit der Fähigkeit, regulatorische Komplexität tatsächlich zu reduzieren und dauerhaft aktuell zu bleiben.

Stimmen aus Unternehmen Sinpex und Investorensicht

CEO und Gründer Dr. Camillo Werdich verweist auf steigende regulatorische Anforderungen und wachsende Erwartungen an digitale Prozesse. Die Finanzierung ermögliche es, die Automatisierung weiter voranzutreiben und das Team auszubauen.

Auf Investorenseite sieht BlackFin Capital Partners einen strukturell wachsenden Bedarf an skalierbaren Compliance-Lösungen. Sinpex vereine Produktreife und Umsetzungserfahrung, so die Einschätzung des Investors.

Ausblick: Regulierung als Beschleuniger – Umsetzung als Prüfstein

Der Erfolg von Sinpex wird davon abhängen, wie gut sich die Plattform in bestehende IT-Landschaften integrieren lässt und wie flexibel sie auf regulatorische Änderungen reagieren kann. Die kommenden Jahre dürften durch neue EU-Vorgaben geprägt sein, was den Bedarf an strukturierter KYB-Automatisierung erhöht.

Entscheidend wird sein, ob es Sinpex gelingt, ausreichend Unternehmen für einen ganzheitlichen Plattformansatz zu gewinnen – und diesen über Ländergrenzen hinweg dauerhaft aktuell zu halten.

Bildcredits: @Sinpex

Markus Elsässer
Markus Elsässer
Markus Elsässer ist Gründer und Herausgeber des StartupValley Magazins und unterstützt mit seiner langjährigen Erfahrung Gründer und Start-ups mit praxisnahen Strategien und innovativen Lösungsansätzen. Neben der Organisation von Start-up-Events und Investitionen in zukunftsweisende Projekte begleitet er nun mit seinem Team den Umstieg von Verbrenner auf Elektromobilität im neuen Elektroauto-Magazin eAUTO Einsteiger – sowohl redaktionell als auch auf YouTube.
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