Freitag, April 10, 2026
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Weltweit erste mikrobiomfreundlich zertifizierte Sonnencreme: Sun Matters pitcht im Staffelfinale von „Die Höhle der Löwen“

Stella Hinderer und Karla Emcke verfolgen mit Sun Matters das Ziel, täglichen Sonnenschutz neu zu denken. Inzwischen sind ihre Produkte bereits in über 400 Douglas Filialen erhältlich. Im Gespräch erklärt Stella Hinderer, welche Vorurteile rund um Sonnencreme bestehen und warum UV Schutz genauso selbstverständlich sein sollte wie das tägliche Zähneputzen.

Wie ist das Startup Sun Matters entstanden und welche Personen stehen dahinter?

Die Idee zu Sun Matters entstand während meiner Zeit in Brasilien, wo ich bei FORMEL Skin am Aufbau eines digitalen Dermatologie-Startups beteiligt war. Dort zeigte sich, wie viele Menschen mit empfindlicher Haut trotz besseren Wissens auf Sonnenschutz verzichten. Der Grund war meist derselbe: unangenehme Texturen, sichtbare Rückstände auf der Haut oder mangelnde Verträglichkeit.

Diese Beobachtung ließ mich nicht los. Über 2,2 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Hautkrebsdiagnose, die Fallzahlen haben sich seit 2005 verdoppelt bis verdreifacht (BARMER Arztreport 2025). Trotzdem verzichten viele im Alltag auf Sonnenschutz. Für mich, die zuvor im Venture Capital tätig war und systematisch Märkte auf Disruptionspotenzial analysiert hatte, wurde schnell klar: Hier liegt eine echte Marktlücke. Die Nachfrage nach hautverträglichem, modernem Sonnenschutz ist da, aber das Angebot hat nicht Schritt gehalten. Das war der Moment, in dem ich wusste: Das mache ich selbst.

Mit dem Ziel, Sonnenschutz neu zu denken, habe ich gemeinsam mit Expert:innen der Charité und von Harvard an einer neuen Formulierung gearbeitet. Das Ergebnis ist das Sun Matters Light Serum SPF 50, die weltweit erste mikrobiomfreundlich zertifizierte Sonnencreme.

Hinter Sun Matters stehen zwei Personen: Stella Hinderer (29) als Gründerin mit Fokus auf Strategie und Business sowie Karla Emcke (28), die für Produktdesign und Markenwelt verantwortlich ist. Kennengelernt haben wir uns über ein Business-Blind-Date, vermittelt durch eine gemeinsame Freundin aus der Startup-Szene, seitdem arbeiten wir eng und eingespielt zusammen.

In welcher Branche ist Sun Matters tätig und was zeichnet das Geschäftsmodell aus?

Sun Matters ist im Bereich Skincare und Sonnenschutz tätig und verbindet dermatologisch fundierten UV-Schutz mit moderner Hautpflege. Mit dem Light Serum SPF 50 haben wir die weltweit erste mikrobiomfreundlich zertifizierte Sonnencreme auf den Markt gebracht. Im Mittelpunkt steht nicht die Pflicht, sondern die Freude an der täglichen Anwendung.

Sonnenschutz soll sich wie ein selbstverständlicher Teil der Pflegeroutine anfühlen, eher wie ein kurzer Moment der Selfcare als wie eine lästige Aufgabe. Unsere Formulierung fühlt sich leicht wie ein Serum an, schützt zuverlässig und lässt sich nahtlos in jede Routine integrieren, auch ideal in Kombination mit Make-up, ohne zu beschweren oder zu stören.

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gründung von Sun Matters? Gab es eine Marktlücke oder eine besondere Inspiration?

Die Klassiker kennt jeder: Sonnencreme, die fettet, weißelt, Poren verstopft oder sich wie eine Maske anfühlt. Viele Produkte sind zwar wirksam, aber im Alltag will sie niemand wirklich benutzen. Und genau da liegt das Problem: Der beste Schutz nützt nichts, wenn er in der Schublade bleibt.

Gleichzeitig ist der Markt von starken Vorurteilen geprägt: Fehlannahmen über Inhaltsstoffe, Verträglichkeit oder die Notwendigkeit von Sonnenschutz beeinflussen das Nutzungsverhalten bis heute. Aus meiner Zeit im Venture Capital wusste ich: Genau solche Kategorien, in denen es zwar viele Produkte gibt, aber kein einziges das Kernproblem wirklich löst, bieten das größte Potenzial.

Unser Anspruch war deshalb, nicht einfach eine weitere Sonnencreme zu entwickeln, sondern eine Formulierung, die hohen Schutz mit einem angenehmen Hautgefühl verbindet. Sonnenschutz, der gleichzeitig hochwertige Skincare ist, nicht nur ein funktionales Produkt. Die Entwicklung war entsprechend anspruchsvoll und erforderte zahlreiche Iterationen.

Welche konkreten Vorteile bietet das Produkt den Nutzerinnen und Nutzern? Was hebt es im Alltag vom Wettbewerb ab?

Drei Dinge. Erstens: Wir sind die weltweit erste mikrobiomfreundlich zertifizierte Sonnencreme. Unsere Formulierung schützt nicht nur vor UV-Strahlung, sondern bewahrt aktiv das natürliche Gleichgewicht der Haut. Kein Spannen, kein Jucken, keine Irritationen – auch bei sensibler oder zu Unreinheiten neigender Haut.

Zweitens: Die Textur. Federleicht wie ein Serum, unsichtbares Finish, kein Weißeln, kein Fetten. Man vergisst, dass man Sonnenschutz trägt.

Drittens: Der ganzheitliche Ansatz. Wir verbinden äußeren Schutz mit innerem Support durch unser Supplement Barrier Boost – formuliert mit Vitamin D, Selen, Zink und essentiellen Fettsäuren. Die Marke steht für Hautgesundheit, wissenschaftlich fundierte Innovation und einen modernen, verantwortungsvollen Umgang mit der Sonne.

Auf der Inhaltsstoff-Bewertungsplattform Yuka erreicht das Light Serum die Bestnote von 100 von 100 Punkten, da die Formulierung konsequent auf bedenkliche Inhaltsstoffe verzichtet. Alle Produkte sind zudem vegan, reef-safe und nicht komedogen.

Dr. Sarah Bechstein, Gründerin von FORMEL Skin und Fachärztin für Dermatologie, sagt dazu zB.: „Die weltweit erste mikrobiomfreundlich zertifizierte Sonnencreme zu entwickeln, ist nicht nur eine Innovation, sondern ein echter Durchbruch für die Hautgesundheit. Während viele Marken daran gescheitert sind, zeigt Sun Matters, was heute möglich ist. Gerade für Menschen mit empfindlicher oder zu Unreinheiten neigender Haut ist das ein absoluter Gamechanger: weniger Irritationen, mehr Balance und ein Schutz, der mit der Haut arbeitet und nicht gegen sie. In dieser Form gibt es das bisher auf dem Markt noch nicht.

Wie wurde das Produkt entwickelt und getestet? Gab es besonderes Feedback aus ersten Anwendungen oder Testphasen?

Von Anfang an war klar: Wir wollten einen Sonnenschutz, der besonders gut verträglich ist und das natürliche Gleichgewicht der Haut bewahrt. Dafür haben wir mit Hautärzt:innen, Chemiker:innen, Expert:innen der Charité und Harvard an der Formulierung gearbeitet.

Wir setzen auf vier moderne, photostabile UV-Filter – Uvinul A Plus, Tinosorb S, Enzulisole und Uvinul T 150 – kombiniert mit pflegenden Wirkstoffen wie Ectoin, Hyaluronsäure, Niacinamid und unserem Photobiome-Wirkkomplex. Keine Parabene, kein Alkohol, kein Parfüm.

Zur Überprüfung der Hautfreundlichkeit haben wir das Produkt dem unabhängigen Testverfahren von MyMicrobiome unterzogen – fünf wissenschaftliche Tests, alle bestanden. Bisher hat das kein anderes Sonnenschutzprodukt weltweit geschafft.

Parallel dazu haben wir eine klinische Studie durchgeführt, in der wir die Wirkung unseres Light Serums in Kombination mit dem Barrier Boost Sun Support Supplement untersucht haben. Das Ergebnis: Äußerer Schutz und innere Unterstützung verstärken sich gegenseitig – bereits nach 28 Tagen wird die Hautabwehr nachweislich gestärkt, sichtbare Zeichen der Hautalterung reduziert und das Hautbild wirkt ebenmäßiger und strahlender.

Das Feedback unserer Anwenderinnen bestätigt genau das: Besonders Menschen mit sensibler oder unreiner Haut berichten, dass sie endlich einen Sonnenschutz gefunden haben, den sie wirklich gerne täglich benutzen.

Welche Vision verfolgt Sun Matters? Welche Meilensteine sollen in den nächsten Jahren erreicht werden?

Wenn jemand an Sonnenschutz denkt, soll Sun Matters das Erste sein, was einem in den Kopf kommt, so wie Tempo für Taschentücher. Wir wollen, dass täglicher UV-Schutz so selbstverständlich wird wie Zähneputzen. Kein Nachdenken, keine Ausreden, einfach ein Moment der Selfcare, der sich gut anfühlt und die Haut schützt.

In den kommenden Jahren liegt der Fokus auf der Erweiterung des Produktportfolios, dem Ausbau der Marke im internationalen Handel und gezielter Aufklärung rund um Hautgesundheit und Prävention. Unser Ziel: Sun Matters als die internationale Marke für modernen, hautfreundlichen Sonnenschutz zu etablieren.

Warum fiel die Entscheidung, sich bei Höhle der Löwen zu präsentieren? Welche Aspekte stehen dabei im Vordergrund?

„Die Höhle der Löwen“ ist für uns eine riesige Chance auf zwei Ebenen: Erstens mit erfahrenen Investor:innen ins Gespräch zu kommen, die Sun Matters mit Expertise und Netzwerk weiterentwickeln können. Zweitens ein Thema in den Fokus zu rücken, das im Alltag oft unterschätzt wird: täglicher Sonnenschutz.

Wir wollten zeigen, dass Sonnenschutz nicht nur funktional ist, sondern sich als angenehmer Teil der täglichen Hautpflege etablieren kann, auch für empfindliche und anspruchsvolle Haut. We love the sun!

Welche Form der Unterstützung wird durch die Teilnahme an Höhle der Löwen angestrebt? Wie soll eine mögliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?

Im Mittelpunkt stand die strategische Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner, der uns in der nächsten Wachstumsphase begleitet, insbesondere mit Expertise im Markenaufbau und Vertrieb.

Wie baut man eine starke, wiedererkennbare Marke in einem hochkompetitiven Umfeld auf? Und wie schaffen wir es, dass Verkaufsteams unsere Produkte aktiv empfehlen? Wie differenzieren wir uns am Point of Sale?

Eine mögliche Investition würden wir gezielt nutzen, um die internationale Expansion zu beschleunigen, unsere Präsenz im Handel auszubauen und das Produktportfolio strategisch zu erweitern.

Welche nächsten Schritte sind nach Höhle der Löwen geplant? Gibt es konkrete Pläne für Wachstum, Skalierung oder neue Entwicklungen?

Drei neue Produkte stehen an: Das SPF 50 Glow Serum in zwei natürlich getönten Nuancen. Das ist eine Hybrid-Formel aus Sonnenschutz und Skincare, die als Make-up-Base oder -Ersatz funktioniert.

Und das Body Bounce SPF 50, eine pflegende Bodylotion mit integriertem Lichtschutzfaktor 50.

Parallel dazu die internationale Expansion mit Douglas in zwölf weitere Länder und der starke Ausbau unseres Direct-to-Consumer-Kanals durch Performance Marketing, Influencer-Kooperationen und digitale Markenkommunikation.

Im stationären Handel geht es darum, die Sichtbarkeit weiter zu stärken, damit Sun Matters im Verkaufsteam präsent ist, aktiv empfohlen wird und am Point of Sale klar heraussticht.

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?

Dass Wirksamkeit allein nicht reicht. Entscheidend ist, ob ein Produkt gerne benutzt wird. Der beste UV-Schutz nützt nichts, wenn die Tube in der Schublade bleibt.

Nur wenn Produktqualität und Nutzererlebnis Hand in Hand gehen, wird Sonnenschutz wirklich Teil des Alltags.

Genauso wichtig: konsequent an der eigenen Überzeugung festhalten, gerade in einer Kategorie, in der es schon viele Produkte gibt und ein neuer Ansatz zunächst erklärt werden muss. Schnell lernen, Feedback aufnehmen, Entscheidungen konsequent umsetzen. Und das geht nur mit einem Team, das diesen Weg mit Leidenschaft mitgeht.

Denn die vielleicht wertvollste Lektion habe ich von meinem Großvater mitbekommen: Nur im Team ist man wirklich stark. Er hat mir vorgelebt, mit Herz und Verstand zu handeln, loyal zu sein und menschlich zu bleiben. Und er hat mir gezeigt, dass Durchhaltevermögen der Schlüssel ist, wenn man wirklich etwas erreichen will.

Am Ende sind es die Menschen, die deine Vision teilen, von deinem Produkt überzeugt sind und mit Begeisterung bereit sind, gemeinsam eine Marke aufzubauen. Das macht den Unterschied.

Welche Ratschläge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten, die für andere Gründerinnen und Gründer hilfreich sein könnten?

Sich nicht verunsichern lassen. In etablierten Kategorien hört man ständig „Das gibt es doch schon alles.“ Genau dort liegt aber oft das größte Potenzial für echte Innovation.

Produkte konsequent aus der Perspektive der Nutzer:innen denken. Und sich immer wieder fragen: Würde ich das selbst jeden Tag benutzen? Wenn die Antwort nicht sofort „Ja“ ist, weiterentwickeln.

Ganz wichtig: die richtigen Partner früh ins Boot holen. Ob Dermatolog:innen, Chemiker:innen oder Handelspartner. Die Bereitschaft, sich Expertise von außen zu holen und wirklich zuzuhören, hat uns enorm weitergebracht.

Und vor allem: Von Anfang an in das Team investieren. Wir haben das Glück, ein Team zu haben, das nicht nur unglaublich gut zusammenarbeitet, sondern auch richtig viel Spaß dabei hat. Wenn alle an derselben Mission arbeiten, Sonnenschutz für jeden zugänglich und so intuitiv wie Zähneputzen zu machen, dann spürt man das in jedem Detail. Diese Energie ist ansteckend.

Sehen Sie Sun Matters am 13. April 2026 um 20:15 in der Höhle der Löwen

Bild: Stella Hinderer (l.) und Karla Emcke präsentieren mit „Sun Matters“ einen Sonnenschutz der die Haut pflegt. Sie erhoffen sich ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile. Bildcredits/Fotograf: RTL / Bernd-Michael Maurer

Wir bedanken uns bei Stella Hinderer und Karla Emcke für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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