Dienstag, Januar 27, 2026
StartKuenstliche IntelligenzVention sammelt 110 Mio. US-Dollar für Physical AI ein

Vention sammelt 110 Mio. US-Dollar für Physical AI ein

Key Takeaways

  • Vention hat eine Finanzierungsrunde über 110 Millionen US-Dollar abgeschlossen, um den Einsatz von Physical AI in der Fertigung zu beschleunigen.
  • Das Unternehmen plant, die Mittel in die Weiterentwicklung von Physical-AI-Forschung und neue Softwarefunktionen zu investieren.
  • Vention stärkt seine internationale Präsenz, vor allem in Nordamerika und Europa, um näher an den Kunden zu agieren.
  • Der Ansatz von Vention kombiniert Hardware, Software und KI, um automatisierte Lösungen effizienter zu gestalten.
  • Die Beteiligung von NVentures unterstreicht die strategische Bedeutung von Physical AI für die Industrie.

Das Automatisierungsunternehmen Vention hat eine Finanzierungsrunde über 110 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Zu den Investoren zählen Investissement Québec, Desjardins Capital, von Fidelity Investments Canada ULC verwaltete Fonds sowie NVentures, der Venture-Capital-Arm des Chipkonzerns NVIDIA. Mit dem Kapital will Vention den Einsatz von Physical AI in der industriellen Fertigung beschleunigen und seine internationale Präsenz ausbauen.

Die Finanzierung erfolgt in einer Phase, in der viele Industrieländer ihre Produktionskapazitäten stärken und Unternehmen verstärkt nach skalierbaren Automatisierungslösungen suchen. Vention positioniert sich dabei mit einem Ansatz, der Software, Hardware und KI-gestützte Funktionen in einer einheitlichen Umgebung zusammenführt.

Wofür das Kapital eingesetzt werden soll

Nach Angaben des Unternehmens fließt ein wesentlicher Teil der Mittel in die Weiterentwicklung der Physical-AI-Forschung. Geplant sind zudem neue Funktionen für die Softwareumgebung sowie der Ausbau eines Portfolios vorkonfigurierter und vorentwickelter Anwendungen. Diese sollen es ermöglichen, Automatisierungslösungen schneller zu planen und umzusetzen.

Darüber hinaus ist vorgesehen, die globale Präsenz zu stärken. Der Fokus liegt auf Nordamerika und Europa, insbesondere auf Deutschland. Dort will Vention seine operativen Strukturen und die lokale Marktpräsenz ausbauen, um näher an Industrieunternehmen und deren Automatisierungsprojekten zu agieren.

Warum der Zeitpunkt für die Finanzierung relevant ist

Die Investition fällt in eine Phase wachsender industriepolitischer Initiativen. In den USA und Europa wird der Ausbau lokaler Fertigungskapazitäten vorangetrieben, unter anderem vor dem Hintergrund stabilerer Lieferketten und einer höheren Unabhängigkeit von globalen Produktionsnetzwerken. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor der Herausforderung, Produktionsprozesse schneller anzupassen und mit begrenzten Fachkräftekapazitäten zu betreiben.

In diesem Umfeld steigt der Druck, Automatisierung nicht mehr ausschließlich als langfristiges Einzelprojekt zu planen, sondern als skalierbaren Bestandteil der Produktionsstrategie. Vention adressiert diesen Bedarf mit dem Anspruch, Automatisierung stärker zu standardisieren und über mehrere Werke hinweg nutzbar zu machen.

Wie Vention Automatisierung technisch organisiert

Der Ansatz von Vention zielt darauf ab, industrielle Automatisierung in einer durchgängigen Umgebung abzubilden. Modulare Hardware, Softwarewerkzeuge und KI-gestützte Funktionen werden dabei kombiniert, um Planung, Programmierung, Inbetriebnahme und Betrieb automatisierter Anlagen miteinander zu verzahnen.

Ein zentraler Baustein ist der Einsatz von Physical AI. Künstliche Intelligenz soll unter anderem bei der Auslegung von Anlagen, der Definition von Maschinenspezifikationen und der Programmierung von Robotikzellen unterstützen. Vention spricht in diesem Zusammenhang von sogenannten Zero-Shot-Automation-Konzepten, bei denen Systeme ohne umfangreiche Integrationsschritte einsatzbereit sein sollen.

Wo Unternehmen die Lösungen von Vention einsetzen

Nach Darstellung des Unternehmens nutzen insbesondere große Industrieunternehmen die Systeme von Vention über mehrere Standorte hinweg. Genannt werden Anwender aus Branchen wie Automotive, Luft- und Raumfahrt, Logistik, Lebensmittel und Getränke sowie Konsumgüter.

In diesen Organisationen werden zunehmend zentrale Advanced-Manufacturing-Teams aufgebaut, die Automatisierung als unternehmensweite Aufgabe koordinieren. Der Ansatz besteht darin, einmal entwickelte Lösungen an unterschiedlichen Produktionsstandorten auszurollen und innerhalb derselben technischen Umgebung weiterzuentwickeln.

Abgrenzung zu klassischen Automatisierungsansätzen

Vention grenzt sich von klassischer Automatisierung ab, die häufig durch lange Projektlaufzeiten und hohe Integrationsaufwände geprägt ist. Das Unternehmen setzt stattdessen auf stärker softwareorientierte Prozesse, bei denen Automatisierung modular aufgebaut und wiederverwendet werden kann.

Nach Angaben von Vention sollen KI-gestützte Konfigurationstools, Programmierhilfen und autonome Anwendungen dazu beitragen, Automatisierungsprojekte schneller umzusetzen. Konkrete Kennzahlen zu Produktivitätsgewinnen oder Kosteneffekten nennt das Unternehmen nicht.

Welche Signalwirkung die Beteiligung von NVentures an Vention hat

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Beteiligung von NVentures, dem Venture-Capital-Arm von NVIDIA. Die Investition eines der weltweit führenden Anbieter von KI-Hardware und -Software unterstreicht die strategische Bedeutung von Physical AI für industrielle Anwendungen.

Aus Unternehmenssicht passt die Beteiligung zu dem Ziel, KI nicht nur in der digitalen Welt, sondern auch in physischen Produktionsumgebungen zu verankern. Inwieweit sich daraus technologische oder strategische Kooperationen ergeben, bleibt offen.

Wie Leistungsversprechen einzuordnen sind

Die Aussagen zu verkürzten Projektlaufzeiten, Skalierbarkeit und Standardisierung beruhen auf Angaben des Unternehmens sowie auf der beschriebenen Nutzung durch Enterprise-Kunden. Unabhängige Vergleichsdaten oder belastbare Kennzahlen zur Effizienz liegen dazu nicht vor.

Fest steht, dass Vention mit der aktuellen Finanzierungsrunde seine Position im Umfeld wachsender Fertigungsinvestitionen stärken will. Welche Rolle Physical AI dabei langfristig im industriellen Alltag einnimmt, dürfte sich erst mit der weiteren Verbreitung entsprechender Systeme zeigen.

Foto/Quelle: Vention

Markus Elsässer
Markus Elsässer
Markus Elsässer ist Gründer und Herausgeber des StartupValley Magazins und unterstützt mit seiner langjährigen Erfahrung Gründer und Start-ups mit praxisnahen Strategien und innovativen Lösungsansätzen. Neben der Organisation von Start-up-Events und Investitionen in zukunftsweisende Projekte begleitet er nun mit seinem Team den Umstieg von Verbrenner auf Elektromobilität im neuen Elektroauto-Magazin eAUTO Einsteiger – sowohl redaktionell als auch auf YouTube.
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