Mittwoch, Februar 28, 2024
StartWorkbaseWarum Wir brauchen mehr Gründerinnen der falsche Aufruf ist

Warum Wir brauchen mehr Gründerinnen der falsche Aufruf ist

Nur 15 Prozent der Gründerinnen und Gründer in Deutschland sind weiblich. Oft hört man den Ruf, dass wir mehr Gründerinnen brauchen. Aber das ist der falsche Aufruf. Warum?

Ein Blick in aktuelle Studien und Statistiken liefert Erkenntnisse und Beobachtungen, die auf Unterschiede im Gründungsverhalten zwischen den Geschlechtern schließen lassen: Frauen und Männer haben andere Herangehensweisen, andere Ängste und andere Bedürfnisse, die teilweise unterschiedliche Voraussetzungen erfordern. 

Einige Beispiele zeigen das deutlich:

 Frauen gründen und planen insgesamt vorsichtiger; sie nehmen seltener Kapital auf und erhalten auch ansonsten seltener und weniger Geld von außen. Frauen verfügen über weniger eigenes Geld und beschaffen das Gründungskapital häufiger als Männer innerhalb der eigenen Familie. Frauen haben es schwerer als Männer, Fremdkapital von Banken zu erhalten: Während nur 7,8 Prozent der Frauenteams Wagniskapital erhalten, liegt der Anteil bei Männerteams mit 16,8 Prozent mehr als doppelt so hoch. Die Studie „The State of European Tech“ von 2019 zeigt sogar, dass Investments in reine Frauenteams europaweit abnehmen:

In Deutschland gab es demnach im Jahr 2019 keine einzige Finanzierungsrunde für reine Gründerinnenteams. 

Wer gründet, der kann scheitern. Frauen fürchten sich davor laut dem Female Founders Monitor 2019 deutlich mehr als männliche Gründer. Gründerinnen, die bereits einmal unternehmerisch gescheitert sind, gründen weniger häufig als Männer ein zweites oder drittes Mal (29 Prozent zu 49 Prozent). Sind sie erfolgreich, haben Frauen geringere Wachstumsambitionen und stellen weniger Personal ein als Männer in Start-ups.

Das alles sind Beobachtungen, die oft pauschal auf Geschlechterunterschiede zurückgeführt werden. Wo tatsächlich das Geschlecht Grund für unterschiedliches Verhalten ist, lässt sich kaum herausarbeiten. Klar wird aber: Gründen ist etwas sehr Individuelles. Mit einem pauschalen Aufruf, „Wir brauchen mehr Gründerinnen“ wird das eigentliche Problem verfehlt: Nicht die Tatsache, dass es weniger Gründerinnen als Gründer gibt, ist das Problem, sondern das es an gleichen Chancen mangelt, die individuelle Situationen verstärkt berücksichtigen. 

Es muss ein Nährboden geschaffen werden, der Raum für mehr Individualität beim Gründen bietet. So kommen wir weg von „typisch männlichen“ oder „typisch weiblichen“ Gründer*innen-Bildern. Der Schlüssel, um mehr Chancengleichheit für Unternehmensgründungen zu schaffen, liegt also in individueller Förderung und Unterstützung: Während an der einen Stelle das letzte Quäntchen Mut fehlt, mangelt es woanders an fachlicher Beratung, Wissen oder finanzieller Starthilfe. Hier maßgeschneiderte Förderung zu bieten, hat viel Potential auf dem Weg hin zu einem ausgeglicheneren Gründer-Gründerinnen-Verhältnis.

Ein Gastartikel von Yalun Meng, verantwortlich für die Startup-Förderinitiative lexRocket von Lexware

Yalun Meng ist Teil von lexRocket, der Gründer- und Start-up Förderinitiative des Freiburger Softwarehauses Lexware. Gemeinsam mit seinem Team von Gründern, Kreativen und Young Professionals gibt er deutschlandweit Einzelgründern, Start-ups und Kleinunternehmen Starthilfe für langfristigen Unternehmenserfolg. Interessenten können sich als „Startup of the Season“ sowie für die Teilnahme an einem der jährlich stattfindenden Gründercamps bewerben. Weiterführende Informationen unter www.lexrocket.de.

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

- Advertisement -

NEU: Die wichtigsten News des Tages, kostenlos in unserem WhatsApp Newsletter!

Erhalte regelmäßig die wichtigsten internationalen Startup-News in dein Postfach!

- Advertisment -spot_img

Neueste Beiträge

Das könnte dir auch gefallen!

Erhalte regelmäßig die wichtigsten internationalen Startup-News in dein Postfach!