{"id":102609,"date":"2024-03-20T09:02:14","date_gmt":"2024-03-20T08:02:14","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=102609"},"modified":"2026-06-11T08:29:28","modified_gmt":"2026-06-11T06:29:28","slug":"ellen-lutum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/ellen-lutum\/","title":{"rendered":"Investition, professionelle Unterst\u00fctzung und Marktrelevanz pr\u00fcfen"},"content":{"rendered":"\n
Ellen Lutum: Der Wechsel von der Krankenschwester zum Coach und zur Autorin, war nicht geplant, er ist einfach passiert, als ich mich entschieden habe, aus dem Gesundheitssystem auszusteigen. Die Anforderungen an den Beruf, das menschliche Miteinander, haben sich im Gesundheitswesen sehr stark ver\u00e4ndert und ich konnte das mit meinen Werten nicht mehr vereinbaren. Das war damals kein Schritt, der Jubel bei mir ausgel\u00f6st hat. Ich hatte anfangs das Gef\u00fchl, total versagt zu haben. <\/p>\n\n\n\n
Doch dann erkannte ich, wie toll es ist, sich zu entwickeln. Welche M\u00f6glichkeiten sich daraus ergeben k\u00f6nnen. Es war sicher nicht immer leicht, das ist es heute auch nicht, aber meine Entwicklung in den letzten zehn Jahren zeigen mir immer wieder, dass es genau der richtige Weg war und ist. Menschen zu helfen, sie zu unterst\u00fctzen – genau das wollte ich als Krankenschwester und das mache ich nun als Coach und Autorin. Die Basis dieses Weges erm\u00f6glicht mir auch ein sehr ganzheitliches Arbeiten.<\/p>\n\n\n\n
Der Tod war mir ein guter Ratgeber. <\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum:Am 05.12. 2018 wurde bei mir nach l\u00e4ngeren und unbemerkten Herzrhythmusst\u00f6rungen bei vollem Bewusstsein eine Herzkatheder-Untersuchung inkl. Ablationen durchgef\u00fchrt. Als der Kardiologe w\u00e4hrend des Eingriffs neben mir stand und das Ausma\u00df bemerkte, sagte er; „Wissen sie eigentlich, was sie f\u00fcr ein Gl\u00fcck haben, dass sie noch leben?“ Ganz ehrlich? Mit 38 war das Leben f\u00fcr mich selbstverst\u00e4ndlich. Ich habe bis dato wenig an meine eigene Sterblichkeit gedacht. Ich dachte, das passiert immer nur anderen. <\/p>\n\n\n\n
Doch in diesem Moment \u00fcberkam mich eine gro\u00dfe Angst. Das Gef\u00fchl, „Ich bin noch nicht so weit“ machte sich breit. Das war ein gro\u00dfer Wendepunkt in meinem Leben. Er hat mir verdeutlicht, wie kostbar dieses Leben ist. Ich habe mich erst einmal sehr zur\u00fcckgezogen, konnte nur meine liebsten Menschen um mich haben um mir selber erst einmal klar zu werden, was ich im Leben \u00fcberhaupt m\u00f6chte…<\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum: Ich habe als Krankenschwester so viele Menschen auf ihren letzten Weg begleitet. Es war f\u00fcr alle Palliativpatienten dieselbe Richtung- aber dennoch immer wieder individuell. Es gab so junge Patienten, die ihren Weg voller Ruhe und Vertrauen gegangen sind. Es gab Menschen, die bis zum letzten Atemzug festgehalten haben und dagegen angek\u00e4mpft haben. Worin lag und liegt der Unterschied? Menschen, die zu Lebzeiten „Ordnung“ in ihrem Leben hatten, sich treu geblieben sind, deren Ego ihnen nicht im Weg stand, die konnten wesentlich besser annehmen. <\/p>\n\n\n\n
Oftmals erlebte ich Menschen, die noch nicht alles gesagt hatten, die noch nicht alles gekl\u00e4rt hatten, wo noch so viel im Raum stand. Das ist bei meiner Arbeit ein wesentlicher Bestandteil. Herauszufinden, wer jemand wirklich ist. Was die Menschen wollen. Wie wir unser t\u00e4gliches Miteinander viel liebevoller und einfacher gestalten k\u00f6nnen. Besser und friedlicher kommunizieren. Es gibt nicht viel Schlimmeres, als am Ende des Lebens festzustellen; „Ich habe soviel noch nicht getan“. Und so vielen Menschen ist nicht bewusst, dass wir alle mal an diesem Punkt stehen. Deshalb unterst\u00fctze ich meine Kunden zu schauen; „Wie kann ich es denn f\u00fcr mich und mein Leben m\u00f6glich machen?“<\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum: Wie bei meinen Kund:innen und Autor:innen, die ich begleite, durfte ich mir auch die Frage stellen; wie m\u00f6chte ich es haben? Was will ich? In welche Richtung soll der Verlag gehen? Ein Verlag ist, wie die meisten Firmen, schnell gegr\u00fcndet. Doch die wirklichen Herausforderungen fangen dann erst an. Die vielen Manuskripte, die eingereicht werden, die vielen Ideen von Autoren- wie gehe ich als Verlag damit um? Wem kann ich wie gerecht werden? <\/p>\n\n\n\n
Es ist so wichtig, sich immer wieder zu reflektieren, denn sonst ist es schnell passiert, dass man in einem Hamsterrad gefangen ist. Ich wei\u00df nicht, ob man sagen kann, dass ich\/wir diese Herausforderungen \u00fcberwunden haben. Denn sie geh\u00f6ren zum t\u00e4glichen Gesch\u00e4ft einfach dazu. Doch ich glaube, dass wir einen guten Weg gefunden haben, mit diesen Herausforderungen umzugehen. Vielleicht ist es auch ein Erfolgsrezept zu sagen, Herausforderungen geh\u00f6ren dazu, es ist nicht immer nur Watteb\u00e4uschen werfen. Doch mit jeder geschafften Herausforderung wachsen wir, das Unternehmen, aber auch jeder einzelne.<\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum: Die Antwort ist einfach: Keine. Wer sagt denn, wie alt man sein darf, um sich zu ver\u00e4ndern? Wer sagt denn, wer wann und wo erfolgreich ist? Ich habe Menschen mit Mitte 70 kennengelernt, die sich noch einmal v\u00f6llig umorientiert haben. Die tolle B\u00fccher geschrieben haben, eine eigene Firma gegr\u00fcndet haben und v\u00f6llig aufgegangen sind, mit dem was sie tun. Sie haben damit so vielen anderen als Role Model gedient und tun es immer noch- was w\u00e4re es f\u00fcr ein Verlust, wenn sie sich nicht getraut h\u00e4tten, aufgrund einer Zahl?<\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum: Mit einer Gegenfrage: was h\u00e4tte es denn f\u00fcr Konsequenzen, keine Ver\u00e4nderung zu wagen? Meistens drohen pers\u00f6nliche Unzufriedenheit und t\u00e4gliche Frustration. Ist das Leben daf\u00fcr nicht zu wertvoll?\u00a0<\/p>\n\n\n\n
Grunds\u00e4tzlich ist es so, dass man, wenn man \u00fcber eine Ver\u00e4nderung nachdenkt, daf\u00fcr wahrscheinlich einen Grund hat. Diesen Grund w\u00fcrde ich hinterfragen. Um was geht es? F\u00fcllt einen das, was man bislang getan hat, nicht mehr aus? Merkt man Zeichen von Unzufriedenheit? Ist man auf der Suche nach mehr Geld und Luxus? M\u00f6chte man auf ganz andere Art und Weise, Menschen helfen oder f\u00fcr sich etwas anders tun? Darf eine Buchhalterin mit Mitte 50 nicht merken, dass sie ihr Beruf, dem sie t\u00e4glich nachgeht ,nicht gl\u00fccklich macht und lieber umschulen zur Erzieherin? <\/p>\n\n\n\n
Ein LKW-Fahrer, der nicht mehr so oft von daheim wegwill und vielleicht mehr Zeit im Wald oder der Natur verbringen m\u00f6chte sollte das nicht in Erw\u00e4gung ziehen aufgrund einer Zahl?\u00a0 Das ist doch Quatsch! Jeder Tag, den wir dem nachgehen, was uns erf\u00fcllt, was uns gl\u00fccklich macht, ist ein guter Tag. Wir d\u00fcrfen gl\u00fccklich sein und auch einer Besch\u00e4ftigung nachgehen, die uns erf\u00fcllt. Au\u00dferdem ver\u00e4ndern wir uns, das ist ein nat\u00fcrlicher Prozess. Dass ein Beruf, den wir mit 16 gut fanden, mit 50 nicht mehr zu uns passt, ist nichts Schlimmes sondern auch nur die Folge eines Prozesses.<\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum: Ich glaube, gar nicht. Da ich im Vorfeld als Selfpublisherin geschrieben und ver\u00f6ffentlich habe, war ich immer frei in meinen Schreibprozessen. Ich wurde beim Schreiben begleitet, so wie ich das heute mit den Autoren:innen mache und hatte auch die vollkommen Entscheidungsgewalt zum Cover und zum Lektorat. Ich habe den Verlag gegr\u00fcndet, damit der station\u00e4re Buchhandel mit eingebunden ist und man die B\u00fccher nicht nur \u00fcber einen gro\u00dfen Onlineanbieter bekommt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum: Mutig sein! Du musst nicht jedem gefallen und wirst es auch nicht. Komm damit klar und sehe negative Kritik gelassen entgegen. Es wird immer jemanden geben, der was zu meckern hat. \u00a0 Es ist leicht, ein Buch zu schreiben (also wenn man den eigenen Mindfuck \u00fcberwunden hat). Doch kein Mensch \u201eschreibt\u201c einen Bestseller- Bestseller werden durch Marketing gemacht. Und das ist, gerade am Anfang, harte Arbeit. Es ist okay, wenn es Zeiten gibt, wo es nicht l\u00e4uft. Ich glaube, dass das Universum uns immer wieder pr\u00fcft, wie ernst wir es so meinen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum: Ich habe es nicht nur selbst, sondern auch in unz\u00e4hligen F\u00e4llen erlebt: Unsere Gesundheit ist das kostbarste Gut, das wir haben. Doch viel zu viele Menschen m\u00fcssen erst richtig krank werden, um das zu begreifen. Mein Ansatz ist, pr\u00e4ventiv zu arbeiten. Etwas zu ver\u00e4ndern, bevor wir krank werden. Denn weder das Alter, noch sonst etwas sind ein sicherer Garant daf\u00fcr, zu leben. So viele Menschen leben in ihrem Muster, weil sie denken, sie m\u00fcssten es. So viele Menschen denken, f\u00fcr sie geht etwas nicht. Und das ist meine Aufgabe, ihnen zu entlocken, wie es f\u00fcr sie m\u00f6glich sein kann. Denn \u00fcberraschenderweise gibt es sehr oft einen Weg.\u00a0<\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum: Ja, das gibt es tats\u00e4chlich. Es waren mehrere Kundinnen, die mich nach unserem Coaching angeschrieben haben. Sie erz\u00e4hlten mir, dass sie nun ein ganz anderer Mensch w\u00e4ren bzw. viel mehr Leichtigkeit und Lebensfreude sp\u00fcrten. Sie sahen oftmals, wie schwer sich ihre Freundinnen, Geschwister oder auch Kinder taten. Aber f\u00fcr ein Coaching waren sie nicht bereit. Vielleicht aus Angst, weil sie nicht wussten, was sie erwartet oder auch aus Angst vor der Ver\u00e4nderung. Ich habe \u00fcberlegt, wie kann ich diese Frauen erreichen? Und so kam die Idee des Buches. Ein Nebeneffekt, mit dem ich gar nicht gerechnet habe. Viele M\u00e4nner lesen meine B\u00fccher um etwas besser zu verstehen, wie ihre Frauen denken und was da los ist. Die Nachrichten nach der Ver\u00f6ffentlichung von Frauen, denen mein Buch geholfen hat, die haben mich so motiviert, weiterzumachen und weiter zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n
Ellen Lutum: Sehr gespalten. Einerseits finde ich es sehr gut und wichtig, dass die M\u00f6glichkeit der Ver\u00f6ffentlichung ohne einen Verlag recht leicht geworden ist. Allerdings muss ich auch feststellen, dass es die Qualit\u00e4t des Medium Buch nicht unbedingt verbessert. Viele Autoren untersch\u00e4tzen ein gutes Lektorat, einen qualifizierten Satz und auch ein gutes Cover. Eine Selbstver\u00f6ffentlichung ist mit Kosten verbunden, die scheuen viele Autoren und das ist f\u00fcr das Buch sehr schade. Doch es hat ja einen Grund, warum so viele Menschen das Selfpublishing vorziehen. Als Beginner mit einem Verlag zusammen zu arbeiten ist extrem schwierig geworden. <\/p>\n\n\n\n
Es z\u00e4hlen nur noch Zahlen: Follower, Reichweite usw. Selbst wenn ein gutes Manuskript vorliegt, wird es entweder gar nicht erst ver\u00f6ffentlicht oder sehr stark ver\u00e4ndert. Von den geringen Tantiemen, dem Mitspracherecht beim Cover und Satz fang ich erst gar nicht an. Das ist sich Buch innerhalb k\u00fcrzester Zeit verkaufen muss, sonst landet es im Abstellraum, ist auch total schade. Bei meinem ersten Buch sind die Verkaufszahlen auch noch fast 4 Jahren sehr hoch und gut. Das liegt aber am Marketing. Und auch das ist bei vielen Verlagen leider Mangelware. Ich pers\u00f6nlich bin sehr gespannt, wie sich die Zukunft gestalten wird.<\/p>\n\n\n\n