{"id":104929,"date":"2024-05-02T08:46:45","date_gmt":"2024-05-02T06:46:45","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=104929"},"modified":"2026-06-11T08:27:32","modified_gmt":"2026-06-11T06:27:32","slug":"yousign","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/yousign\/","title":{"rendered":"Neue \u00c4ra der Arbeitsvertr\u00e4ge: Was bald per E-Mail m\u00f6glich wird"},"content":{"rendered":"\n

Yousign, ein f\u00fchrender Anbieter von digitalen Signaturl\u00f6sungen, erm\u00f6glicht es Unternehmen, Arbeitsvertr\u00e4ge sicher und effizient elektronisch zu unterzeichnen<\/h2>\n\n\n\n

Herr Sayag, welche Art von Arbeitsvertr\u00e4gen k\u00f6nnen zuk\u00fcnftig per E-Mail abgeschlossen werden und welche bleiben von dieser Regelung ausgenommen?<\/h4>\n\n\n\n

Derzeit ist unklar, welche Vertr\u00e4ge genau betroffen sein werden und ob auch unbefristete Vertr\u00e4ge von der Regelung eingeschlossen sind. Es gibt noch einige offene Fragen, die politisch gekl\u00e4rt werden m\u00fcssen. Bisher ist lediglich bekannt, dass unbefristete Arbeitsvertr\u00e4ge, die bereits der Textform unterliegen, unver\u00e4ndert bleiben. Zur Verdeutlichung: Textform bedeutet, dass keine Unterschrift erforderlich ist \u2013 weder handschriftlich noch digital<\/a>. Es gen\u00fcgt, wenn man sich informell m\u00fcndlich oder per E-Mail einigt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n

Welche rechtlichen Anforderungen m\u00fcssen digitale Signaturen erf\u00fcllen, damit sie bei Arbeitsvertr\u00e4gen rechtsg\u00fcltig sind?<\/h4>\n\n\n\n

In Deutschland besteht bei Arbeitsvertr\u00e4gen Formfreiheit. Arbeitsvertr\u00e4ge k\u00f6nnen demnach sowohl m\u00fcndlich als auch schriftlich abgeschlossen werden \u2013 es z\u00e4hlt die gegenseitige Willenserkl\u00e4rung. Sobald ein Arbeitsvertrag jedoch eine Befristung enth\u00e4lt, muss das schriftlich festgehalten werden \u2013 hier soll k\u00fcnftig das B\u00fcrokratieentlastungsgesetz greifen.<\/p>\n\n\n\n

Aber: Auch wenn ein Arbeitsvertrag nur m\u00fcndlich abgeschlossen wird, gilt das Nachweisgesetz. Dieses besagt, dass die wesentlichen Bedingungen des Arbeitsvertrags separat in einem Dokument zusammengefasst werden m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n

Dieses Dokument muss vom Arbeitgebenden unterschrieben und dem Arbeitnehmenden am ersten Arbeitstag vorgelegt werden.<\/p>\n\n\n\n

Welche technischen Voraussetzungen m\u00fcssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer schaffen, um Arbeitsvertr\u00e4ge digital unterzeichnen zu k\u00f6nnen?<\/h4>\n\n\n\n

Es muss eine geeignete Software, zum Beispiel Yousign, verwendet werden, die digitale Signaturen erm\u00f6glicht. Diese Software muss den rechtlichen Anforderungen f\u00fcr elektronische Signaturen entsprechen, wie sie in der europ\u00e4ischen Verordnung \u00fcber die elektronische Identifizierung und vertrauensw\u00fcrdige Dienste f\u00fcr elektronische Transaktionen (kurz: eIDAS-Verordnung) festgelegt sind. <\/p>\n\n\n\n

Au\u00dferdem m\u00fcssen die digital unterzeichneten Vertr\u00e4ge so gespeichert werden, dass sie vor Verlust, Manipulation und unbefugtem Zugriff gesch\u00fctzt sind. Die Archivierung muss nat\u00fcrlich auch den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und eine sp\u00e4tere \u00dcberpr\u00fcfung oder Verifizierung der Signaturen erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n

Welche Risiken und Herausforderungen k\u00f6nnten mit dem digitalen Abschluss von Arbeitsvertr\u00e4gen verbunden sein?<\/h4>\n\n\n\n

Hackerangriffe, Phishing und Malware k\u00f6nnen immer zu Datenlecks f\u00fchren, wobei sensible Informationen wie pers\u00f6nliche Daten und Vertragsdetails kompromittiert werden k\u00f6nnten. Funktionierende Abwehrmechanismen und stetige Data-Security-Schulungen sind daher ein Muss.<\/p>\n\n\n\n

An dieser Stelle ist es jedoch wichtig zu betonen, dass rechtlich gesehen vor allem die Qualifizierte Elektronische Signatur (QES) einer handschriftlichen Signatur gleichzusetzen ist und aufgrund der aufwendigen Pr\u00fcf- und Identifikationsschritte sicherer ist als ihr Pendant aus Papier und Tinte.<\/p>\n\n\n\n

Wie gew\u00e4hrleistet Yousign die Sicherheit und Vertraulichkeit digital unterzeichneter Dokumente?<\/h4>\n\n\n\n

Es gibt verschiedene Arten elektronischer Unterschriften. Die eIDAS-Verordnung definiert drei Stufen der elektronischen Signatur: die Einfache Elektronische Unterschrift, die Fortgeschrittene Elektronische Unterschrift und die Qualifizierte Elektronische Unterschrift.<\/p>\n\n\n\n

Mit der Qualifizierten Elektronischen Unterschrift besteht die h\u00f6chste Sicherheit f\u00fcr die Vertragsparteien. Ein elektronisches Signaturverfahren gilt als qualifiziert, wenn es eine von einer Zertifizierungsbeh\u00f6rde ausgestellte QES verwendet. Diese Zertifizierungsstellen werden vom Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Deutschland und von gleichwertigen Stellen im europ\u00e4ischen Ausland kontrolliert.<\/p>\n\n\n\n

Das Qualifizierte Signaturverfahren erfordert zudem, dass die Identit\u00e4t des Unterzeichnenden zuvor verifiziert und validiert wird und dass der Signaturschl\u00fcssel in einer Qualifizierten Elektronischen Signaturerstellungseinheit (QSCD) liegt. W\u00e4hrend fr\u00fcher die Identit\u00e4tspr\u00fcfung eine physische \u00dcberpr\u00fcfung erforderte, kann diese nun auch aus der Ferne durchgef\u00fchrt werden. Yousign verwendet hierf\u00fcr eine so genannte Video-zertifizierte L\u00f6sung. Unser Ansatz kombiniert KI-gest\u00fctzte Identifizierung mit Verifizierung durch nat\u00fcrliche Personen. Die \u00dcberpr\u00fcfung wird also von einem Identifizierungsexperten in einem asynchronen Modus durchgef\u00fchrt. Es gibt auch ein nachtr\u00e4gliches, stichprobenartiges Pr\u00fcfverfahren. <\/p>\n\n\n\n

Gibt es Unterschiede zwischen digitalen Signaturen und elektronischen Signaturen? Wenn ja, welche sind f\u00fcr Arbeitsvertr\u00e4ge relevant?<\/h4>\n\n\n\n

Eine elektronische Signatur ist jede elektronische Angabe, die dazu dient, eine Zustimmung oder Zust\u00e4ndigkeit des oder der Signierenden zu einem elektronischen Dokument zu signalisieren. Dazu k\u00f6nnen einfache Methoden geh\u00f6ren, wie das Einf\u00fcgen einer gescannten Unterschrift in ein Dokument, das Ankreuzen eines K\u00e4stchens in einem elektronischen Formular oder das Tippen eines Namens am Ende einer E-Mail.<\/p>\n\n\n\n

Digitale Signaturen sind eine spezifische Art von elektronischen Signaturen, die kryptographische Methoden nutzen, um die Authentizit\u00e4t und Integrit\u00e4t eines Dokuments zu garantieren. Sie binden eine elektronische Signatur an ein konkretes Dokument mithilfe eines kryptographischen Schl\u00fcsselpaars, das aus einem \u00f6ffentlichen und einem privaten Schl\u00fcssel besteht.<\/p>\n\n\n\n

Digitale Signaturen bieten ein h\u00f6heres Sicherheitsniveau und sind in vielen F\u00e4llen erforderlich, um die gesetzlichen Anforderungen an die schriftliche Form zu erf\u00fcllen, wie zum Beispiel bei bestimmten Vertr\u00e4gen, die strengere Beweisanforderungen haben. <\/p>\n\n\n\n

F\u00fcr Arbeitsvertr\u00e4ge, die keine Befristung haben, sind beide Formen anwendbar, da diese Vertr\u00e4ge formfrei geschlossen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Wie sieht der Prozess aus, einen Arbeitsvertrag digital zu unterzeichnen, und welche Schritte sind f\u00fcr die Beteiligten notwendig?<\/h4>\n\n\n\n

Einen Arbeitsvertrag digital zu unterschreiben macht die handschriftliche Unterschrift mit Stift und Papier obsolet. Ein typischer Prozess sieht wie folgt aus: <\/p>\n\n\n\n