{"id":109398,"date":"2024-09-19T09:37:50","date_gmt":"2024-09-19T07:37:50","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=109398"},"modified":"2026-06-11T08:22:44","modified_gmt":"2026-06-11T06:22:44","slug":"third-element-aviation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/third-element-aviation\/","title":{"rendered":"Wie ebnete ein mutiger Schritt den Weg f\u00fcr Drohnenlogistik?"},"content":{"rendered":"\n
Third Element Aviation gibt es schon seit 2017 in Bielefeld, wo das Unternehmen seitdem Industriedrohnen entwickelt, herstellt und vermarktet. Dahinter stehen die beiden Gr\u00fcnder Marius Schr\u00f6der (40) und Benjamin Wiens (41), die sich bei ihrem vorherigen Arbeitgeber kennengelernt haben, der ebenfalls Drohnenhersteller war. Als der Standort hier in der Region Anfang 2017 geschlossen wurde, beschlossen die beiden mit weiteren Mitgliedern des alten Teams, das eigene Unternehmen zu gr\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n
Zentral war zun\u00e4chst der Gedanke, dass nach der Schlie\u00dfung beim alten Arbeitgeber noch nicht Schluss sein kann. Gleichzeitig war schon damals die Vision bei den beiden Gr\u00fcndern vorhanden, sich eher auf spezifische Anwendungen im Industriebereich zu konzentrieren statt auf den Massenmarkt – individuell und Made in OWL war und ist die Devise. Dazu geh\u00f6rte auch seit Anfang an der Logistik Usecase mit dem Ziel, dass durch Drohnen ein Teil der Lieferungen in die Luft verlegt wird. Konkret hei\u00dft das, dass vor allem dringende Lieferungen sich dorthin verschieben werden: egal, ob es sich um ein dringend ben\u00f6tigtes Ersatzteil f\u00fcr eine Maschine handelt, einen Defibrillator oder eilende medizinische Proben.<\/p>\n\n\n\n
Durch ein kleines bisschen Wahnsinn, viel Beharrlichkeit, aber vor allem einen tollen Partner mit Koerschulte, mit dem wir hier ganz klar Pionierarbeit geleistet haben und durch hervorragende Zusammenarbeit mit dem Luftfahrtbundesamt (LBA), der ausstellenden Beh\u00f6rde. F\u00fcr unseren Partner, der mit der Genehmigung jetzt den Drohnenbetrieb durchf\u00fchren darf, bedeutet das in erster Instanz, dass sie ihre eigenen B2B Kunden<\/a> trotz der misslichen Infrastruktur im Sauerland (Stichwort: gesprengte Rahmedetalbr\u00fccke) regelm\u00e4\u00dfig beliefern k\u00f6nnen. Zweitens bedeutet das neue Gesch\u00e4ftsfelder in die Richtung Drones-as-a-Service, die hier entstehen.<\/p>\n\n\n\n Und f\u00fcr uns bedeutet das nicht zuletzt, dass wir jetzt die Blaupause f\u00fcr einen erfolgreichen und effizienten Genehmigungsprozess in der Hand halten, um auch anderen diese neue Wege zu er\u00f6ffnen – und zwar deutlich schneller als bisher.<\/p>\n\n\n\n Tats\u00e4chlich sind die Probleme, die damit angegangen werden sollen, wohl so zahlreich wie die m\u00f6glichen Zielgruppen: Logistikunternehmen, Krankenh\u00e4user, Rettungsdienste, B2B H\u00e4ndler.<\/p>\n\n\n\n Der Gedanke ist dabei, auf einige der gr\u00f6\u00dften aktuellen Probleme in der Logistikbranche zu reagieren. Dazu geh\u00f6ren marode Infrastrukturen, Personalmangel aber auch Fragen der Nachhaltigkeit. Drohnen k\u00f6nnen Staus und gesprengte Autobahnbr\u00fccken problemlos \u00fcberfliegen. Da sie au\u00dferdem zum Gro\u00dfteil automatisiert fliegen, k\u00f6nnen menschliche Operator*innen gleich mehrere Fl\u00fcge simultan im Blick behalten. Und unsere Systeme fliegen mit Hilfe von Akkus – am besten nat\u00fcrlich geladen mit \u00d6kostrom. Selbst im Vergleich zu vollst\u00e4ndig elektrisierten Fahrzeugflotten, z.B. in der Expresslogistik, h\u00e4tten Drohnen einen deutlich geringeren CO2-Aussto\u00df.<\/p>\n\n\n\n Von Anfang an war uns klar, dass nur ein langfristig sicherer Rechts- und Regulierungsrahmen auch nachhaltige Erfolge bedeuten kann. Und so stand neben technischen Entwicklungen und ausgereiften Produkten auch immer ein Ohr am Markt und am Stand der Regulierung im Fokus. Die Phase zwischen der ersten Ver\u00f6ffentlichung eines europ\u00e4ischen Rechtsrahmens und der ersten Umsetzungen hiermit war anstrengend. Aber gleichzeitig hat dieser Schritt auch nachhaltige Sicherheit f\u00fcr uns und unsere Kunden gebracht – und wir haben lange genug durchgehalten.<\/p>\n\n\n\n Allgemein unterscheidet uns der Fokus auf individuell angepasste Ans\u00e4tze f\u00fcr unsere Kunden. Wir machen keine L\u00f6sungen von der Stange, sondern integrieren diese individuell passend f\u00fcr unsere Kunden. Au\u00dferdem kommt bei uns nahezu alles aus einer Hand: von der Hard- und Software bis hin zur Beratung bei der ersten Idee und der Begleitung des Genehmigungsprozesses bis zum erfolgreichen Flugbetrieb.<\/p>\n\n\n\n Im Vergleich zu gro\u00dfen Playern unterscheidet uns dann vor allem auch noch der starke Fokus auf B2B. Viele tr\u00e4umen zwar schon von einer fl\u00e4chendeckenden B2C Logistik, aber die Herausforderungen f\u00fcr diesen Bereich sind aktuell noch nicht weitr\u00e4umig zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n\n\n\n Wir wollen hier nat\u00fcrlich unsere aktuelle Vorreiterrolle beibehalten. Der Markt wird sich stetig weiterentwickeln und die Akzeptanz wird durch immer bessere und sicherere Technik, klare Regulierung und nicht zuletzt Best-Practice-Beispiele steigen. Daher sind uns Partner wie unser Kunde Koerschulte in L\u00fcdenscheid oder die HHLA Sky enorm wichtig, die diesen Innovationswillen mit uns teilen und mutig kommerzielle Cases umsetzen – und das mit Erfolg!<\/p>\n\n\n\n Auch mit vollautomatisierten Drohnen wird Lufttransport vor allem da interessant, wo es um Geschwindigkeit und wertvolle G\u00fcter geht. Dabei ist es sowohl der Technik, als auch der Regulatorik letztlich \u201eegal\u201c, was transportiert wird. Entscheidend sind ein verl\u00e4sslicher, sicherer und m\u00f6glichst automatischer Betrieb. <\/p>\n\n\n\n Vor dem Hintergrund sehen wir zun\u00e4chst vor allem prozesskritische Transporte im B2B als Fokus. Dazu geh\u00f6ren Laborproben, die schneller analysiert werden sollen genau so, wie dringliche Ersatzteile, die Stillst\u00e4nde in der Produktion vermeiden. <\/p>\n\n\n\n Mit unseren Erfahrungen in Regulatorik und Technik k\u00f6nnen wir Interessenten aus einer Hand versorgen. Da diese Komponenten aufeinander abgestimmt sind, kommen wir schneller und effizienter zu einer Genehmigung und k\u00f6nnen parallel bereits die technische Umsetzung bauen. So sorgen wir in enger Zusammenarbeit mit Beh\u00f6rden, Partnern und Kunden f\u00fcr eine so schnelle Umsetzung vom Projektstart bis zum ersten regul\u00e4ren Flug.<\/p>\n\n\n\n Wir waren immer und sind auch aktuell laufend in Forschungsprojekten t\u00e4tig. Dazu geh\u00f6ren aktuell auch zwei, die sich tiefer mit Drohnenlogistik befassen in Bezug auf effiziente Umsetzung solcher Konzepte, vollautomatische L\u00f6sungen und der Unterst\u00fctzung durch KI. Gleichzeitig sind wir im Kopf durchaus schon bei der Genehmigung der n\u00e4chst h\u00f6heren Risikoklasse: SAIL IV.<\/p>\n\n\n\n Als M\u00e4rkte wollen wir im Weiteren auch die Medizin- und Notfalllogistik anstreben. Erste Pilotprojekte haben auch hier schon gezeigt, welchen Mehrwert Drohnen bringen k\u00f6nnen: z.B. wenn Drohnen einen dringend ben\u00f6tigten Defibrillator zu Patient*innen bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n F\u00fcr den Logistik Usecase allersp\u00e4testens nat\u00fcrlich, als wir Anfang Februar diesen Jahres den Jungfernflug gemacht haben. Nicht nur, weil man dann wortw\u00f6rtlich die Fr\u00fcchte seiner Arbeit hat abheben sehen, sondern weil die Aufmerksamkeit so gro\u00df war. Das haben wir uns nat\u00fcrlich gew\u00fcnscht, aber in dem Umfang nicht erwartet. Und: es wurde rundum \u00e4u\u00dferst positiv aufgenommen. Das zeigt wohl vor allem eins: wir treffen mit unseren Anstrengungen den Zeitgeist. Drohnen sind jetzt ein Thema und zwar im gro\u00dfen Stil. Deswegen gilt es auch jetzt sich zu platzieren und dabei zu sein.<\/p>\n\n\n\n Wir nehmen alle Bedenken grunds\u00e4tzlich immer sehr ernst. Das Thema Sicherheit ist f\u00fcr uns an absolut oberster Stelle und wird in jedem Schritt mitgedacht. Das wird auch in Zukunft immer so sein. Gleiches gilt f\u00fcr andere Bedenken. Wir setzen uns mit diesen auseinander und versuchen zu optimieren, wo dies m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n Trotzdem kann man mit Sicherheit vermuten, dass manche Bedenken vor allem deswegen aufkommen, weil Drohnen als Technologie einfach noch nicht so etabliert sind wie andere, wo gleiche oder \u00e4hnliche Bedenken l\u00e4ngst durchgespielt und akzeptiert bzw. gel\u00f6st sind.<\/p>\n\n\n\n Gru\u0308nder links Marius Schr\u00f6der, rechts Benjamin Wiens mit Drohne Auriol Bildcredits: Third Element Aviation<\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei Marius Schr\u00f6der<\/a> und Benjamin Wiens<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Third Element Aviation bietet ma\u00dfgeschneiderte Industriedrohnen und innovative Logistikl\u00f6sungen f\u00fcr schnelle und effiziente Transporte, um die Herausforderungen der modernen Logistik zu meistern.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":109399,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[26473],"tags":[6490,2012,24359,1039,6040],"class_list":["post-109398","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-interviews","tag-automatisierung","tag-b2b","tag-drohnenlogistik","tag-logistik","tag-nachhaltigkeit"],"acf":[],"yoast_head":"\nWer geh\u00f6rt zu Ihrer Zielgruppe, und welche Bed\u00fcrfnisse oder Probleme m\u00f6chten Sie mit Ihrer Drohnenlogistik besonders adressieren?<\/h4>\n\n\n\n
Welche Herausforderungen mussten Sie w\u00e4hrend der Gr\u00fcndungsphase und dem Erlangen der Fluggenehmigungen bew\u00e4ltigen, und wie haben Sie diese gemeistert?<\/h4>\n\n\n\n
Was unterscheidet Third Element Aviation von anderen Unternehmen, die ebenfalls in der Drohnentechnologie und -logistik t\u00e4tig sind, insbesondere im Vergleich zu globalen Akteuren wie Amazon und Google?<\/h4>\n\n\n\n
Wie sehen Sie die Zukunft der Drohnenlogistik in Deutschland, und welche Rolle wird Third Element Aviation dabei spielen?<\/h4>\n\n\n\n
In welchen Bereichen sehen Sie das gr\u00f6\u00dfte Potenzial f\u00fcr den Einsatz Ihrer Drohnen \u2013 sei es in der Bauindustrie, Medizinlogistik oder anderen Sektoren?<\/h4>\n\n\n\n
K\u00f6nnen Sie uns einen Einblick geben, wie Unternehmen in unter 100 Tagen ihre eigene Drohnenlogistik mit Ihrer Unterst\u00fctzung aufbauen k\u00f6nnen?<\/h4>\n\n\n\n
Welche neuen Projekte oder M\u00e4rkte sind in der nahen Zukunft f\u00fcr Third Element Aviation geplant, und wie m\u00f6chten Sie Ihre Dienstleistungen deutschlandweit oder international ausweiten?<\/h4>\n\n\n\n
Welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrden Sie anderen Gr\u00fcndern geben, die ebenfalls innovative L\u00f6sungen in stark regulierten Branchen einf\u00fchren m\u00f6chten?<\/h4>\n\n\n\n
\n
Gab es einen bestimmten Moment oder Use Case, bei dem Sie gemerkt haben, dass Sie mit Third Element Aviation auf dem richtigen Weg sind?<\/h4>\n\n\n\n
Wie reagieren Sie auf die Bedenken in Bezug auf Sicherheit und Umweltaspekte im Zusammenhang mit Drohnenlogistik, und wie gehen Sie mit diesen Themen um?<\/h4>\n\n\n\n