{"id":109811,"date":"2024-10-23T07:52:05","date_gmt":"2024-10-23T05:52:05","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=109811"},"modified":"2026-06-11T08:21:41","modified_gmt":"2026-06-11T06:21:41","slug":"emma-gruen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/emma-gruen\/","title":{"rendered":"Warum setzen immer mehr Haushalte auf nat\u00fcrliche Alternativen?"},"content":{"rendered":"\n
Die Idee zu Emma Gr\u00fcn entstand durch Louis 2021 in seinem Studentenzimmer in Stanford. Auf der Suche nach einer spannenden Nische im E-Commerce ist ihm aufgefallen, dass man im Bereich der Reinigungstipps immer auf die gleichen Hausmittel st\u00f6\u00dft, die bereits seit Jahrzehnten bekannt sind. Jeder kennt Alltagshelfer wie Essigessenz, Bienenwachs, Gallseife oder Natron, die einem durch Eltern, Gro\u00dfeltern, Videos oder Blogs empfohlen werden. Durch seine Studienschwerpunkte in Chemie und Management war ihm klar, dass diese Logik auch auf andere Haushaltsprodukte anwendbar sein muss. Angetrieben davon, eine Love Brand zu erschaffen, der Kundinnen und Kunden vertrauen und die Hausmittel wie zu Omas Zeiten anbietet, machte er sich auf die Suche nach den passenden Produktionspartnern.<\/p>\n\n\n\n
Die zentrale Vision von Emma Gr\u00fcn ist es, ganz im Sinne des fr\u00fchereren Tante Emma Ladens jedem Haushalt in DACH eine bezahlbare Alternative f\u00fcr saubere, gepflegte und wohl riechende Haushalte zu bieten. Mit unserem derzeitigen Portfolio k\u00f6nnen Kundinnen und Kunden zum Beispiel bereits k\u00fcnstliche Raumd\u00fcfte oder scharfe Spezialreiniger durch unsere nat\u00fcrlichen Probleml\u00f6ser ersetzen. <\/p>\n\n\n\n
Um diese Vision des digitalen Tante Emma Ladens zu erreichen, erweitern wir st\u00e4ndig unser Produktportfolio. Gleichzeitig ist es elementar, dass wir f\u00fcr jede neue Produktkategorie die besten Produktionspartner finden, die unserer Leidenschaft und unseren hohen Anspr\u00fcchen gerecht werden. Zus\u00e4tzlich wollen wir die Kompetenzen unserer Produktionspartner verbinden und daraus komplett neuartige, innovative Produkte erschaffen, um verteidigbare Burggr\u00e4ben rund um unsere Marke zu ziehen. Jede Manufaktur, mit der wir zusammenarbeiten, hat ihr eigenes Expertengebiet, z.B. im Bereich Reiniger, Leder oder \u00e4therische \u00d6le. Daraus lassen sich komplett neue Produkte denken, die es so noch nirgends gibt.<\/p>\n\n\n\n
Die Hauptzielgruppe von Emma Gr\u00fcn sind Menschen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren, die Wert auf hochwertige und nat\u00fcrliche Haushaltsprodukte f\u00fcr ihre Familien und sich legen. Ca. \u2154 der Kundschaft sind weiblich. In der Regel gibt es zwei Gr\u00fcnde, sich f\u00fcr Emma Gr\u00fcn zu entscheiden: Erstens akute Probleme, die durch unsere Produkte zuverl\u00e4ssig gel\u00f6st werden (Polsterflecken, kaputtes oder br\u00fcchiges Leder, schlechte Ger\u00fcche). Und zweitens die Suche nach nat\u00fcrlichen Alternativen zu den bekannten Household Brands. Wir testen Neuprodukte ausf\u00fchrlich mit Freunden und Verwandten. Zus\u00e4tzlich beziehen wir zunehmend unsere Community an treuen Kundinnen und Kunden in Produkttests mit ein, die neue Ideen und Muster kritisch unter die Lupe nehmen. <\/p>\n\n\n\n
Eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen ist sicherlich das Launchen neuer Produkte in hoher Taktung als bootstrapped Startup ohne Fremdkapital. Zum Teil haben wir sechs bis acht Neuprodukte pro Monat innerhalb einer Produktkategorie auf den Markt gebracht, was finanziell und auch zeitlich eine gro\u00dfe Herausforderung ist. Denn unser Spielraum f\u00fcr Fehler ist nat\u00fcrlich deutlich geringer als bei gr\u00f6\u00dferen Marken.<\/p>\n\n\n\n
Einzigartig bei uns ist sicherlich der radikale Fokus auf deutsche bzw. europ\u00e4ische Produktionspartner und die Nachhaltigkeit von den Inhaltsstoffen bis hin zur Verpackung. Die Mindestanforderung an unsere Produktionspartner ist, dass es sich um kleine Manufakturen handelt, die bew\u00e4hrte Rezepturen verwenden, die sie selbst oder mit uns erarbeitet haben. Im Falle unserer \u00e4therischen \u00d6le, Raumsprays und Sauna\u00f6le betreibt unser Produktionspartner sogar seine eigene Bio-Landwirtschaft und gewinnt die \u00d6le in der hauseigenen Destillerie an der griechischen Mittelmeerk\u00fcste. Das Ergebnis: Wir k\u00f6nnen die Effektivit\u00e4t moderne \u201cChemiekeulen\u201d erzielen und dabei auf unn\u00f6tige Chemie verzichten, wodurch nur ein kleiner Teil unseres Portfolios \u00fcberhaupt Warnsymbole tragen muss. <\/p>\n\n\n\n
Bei den Materialien setzen auf auf Recycling-Plastik, Braunglas und Papier. Zudem erfolgt die Abf\u00fcllung und Verpackung unserer Produkte liebevoll von Hand. Wir produzieren in recht kleinen Batches und bei 75% des Portfolios sogar lokal in Deutschland. Selbst bei vermeintlichen \u201cAccessoire\u201d Produkten wie bspw. B\u00fcrsten setzen wir auf Qualit\u00e4t aus deutscher Produktion, obwohl es deutlich g\u00fcnstigere Alternativen g\u00e4be. <\/p>\n\n\n\n
Wir wollen das Sortiment von Emma Gr\u00fcn in den kommenden Jahren weiterentwickeln, indem wir die Kompetenzen unserer Produktionspartner verbinden und komplett neue Produkte erschaffen. Zudem gibt es konkrete Pl\u00e4ne, unser Portfolio auch horizontal weiterzuentwickeln und in neue Kategorien wie Seifen oder Naturkosmetik vorzusto\u00dfen. Entscheidend ist: Das Sortiment muss zu unserem Markenkern passen, also ehrliche Hausmittel wie zu Omas Zeiten.<\/p>\n\n\n\n
Wir beobachten im Bereich nachhaltiger Haushaltsprodukte zunehmend den Trend, dass Kundinnen und Kunden sich immer besser im Detail auskennen und Inhaltsstoffe sowie Zutatenlisten noch ausf\u00fchrlicher pr\u00fcfen, wodurch wir uns als Marke auf eine immer aufgekl\u00e4rtere K\u00e4uferschaft einstellen. Gleichzeitig sind die Informationsquellen durch neue Soziale Medien und Large Language Models noch vielseitiger geworden. Das bedeutet f\u00fcr uns, dass wir uns im Kundenservice bestm\u00f6glich auf Bedenken, Sorgen und Detailfragen vorbereiten m\u00fcssen. Zus\u00e4tzlich sehen wir die Entwicklung, dass Nachhaltigkeit nicht beim Produkt aufh\u00f6rt, sondern erwartet wird, dass diese End-to-End, als von der Verpackung bis hin zum Versand gedacht wird. Darauf reagieren wir mit radikaler Transparenz und zeigen \u00fcber unsere Nachhaltigkeitsskala entlang der gesamten Lieferkette, wo wir bei Emma Gr\u00fcn stehen und was wir verbessern m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n
Um die Werte und Prinzipien von Emma Gr\u00fcn langfristig zu erhalten, haben wir zwei konkrete Ma\u00dfnahmen: Erstens f\u00fchren wir einmal im Jahr Lieferantenbesuche durch, um die Qualit\u00e4t und die Produktionsbedingungen vor Ort bestm\u00f6glich zu verstehen. Diese engen Beziehungen mit unseren Produktionspartnern erm\u00f6glichen uns, dass unsere Werte bereits bei den Rohstoffen und der Produktion gelebt werden. Zweitens wollen wir gebootstrapped bleiben, um gesund und nachhaltig aus unserem eigenen Cash Flow heraus wachsen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Unser gr\u00f6\u00dfter Erfolg sind sicherlich die \u00fcber 250.000 zufriedenen Kundinnen und Kunden, die wir bereits f\u00fcr unsere Mission und unsere Philosophie begeistern konnten. Ein weiterer Erfolg f\u00fcr uns ist, dass wir uns als aufstrebende Challenger Brand online gegen gro\u00dfe Marken wie Dr. Beckmann und Pirmavera durchsetzen konnten. Als n\u00e4chsten Meilenstein planen wir daher den Schritt in den Handel, wof\u00fcr wir bereits die ersten positiven Gespr\u00e4che f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n
Erstens, die ersten Produkte m\u00fcssen sitzen. Suche dir starke Produktionspartner, sei kritisch und teste schnell, kosteng\u00fcnstig und kreativ. Zweitens ist es wichtig zu bedenken, dass Nachhaltigkeit an sich kein Verkaufsargument mehr ist. Es ist entscheidend, dass dein Produkt konkrete Probleme l\u00f6st und das besser als deine Marktbegleiter. Nachhaltigkeit als Produktphilosophie ist kein Selbstzweck. Und drittens bedenke, dass Nachhaltigkeit teuer ist. Bio-\u00d6le kosten mehr als konventionelle \u00d6le. Glasflaschen sind kostspieliger als Einwegplastik. Das ist gut und richtig, muss aber sauber geplant, kalkuliert und bepreist werden.<\/p>\n\n\n\n
Eine Ma\u00dfnahme, um das Bewusstsein f\u00fcr nachhaltige Lebensweisen und Produkte in der breiten \u00d6ffentlichkeit weiter zu st\u00e4rken, ist sicherlich unser Gespr\u00e4ch heute. Wir wollen zunehmend die Werbetrommel r\u00fchren und Emma Gr\u00fcn \u00fcber PR in der breiten \u00d6ffentlichkeit bekannter machen. Zudem wird beim Thema \u00d6ffentlichkeitsarbeit aus der Not eines selbstfinanzierten Startups eine Tugend. F\u00fcr uns sind die Euros am besten investiert, die zu einem Produktverkauf f\u00fchren. Sobald unsere Produkte erstmals in einem Haushalt stehen, sind die Kundinnen und Kunden begeistert und wir profitieren von Mundpropaganda und Bewertungen. Diese Multiplikatoreffekte st\u00e4rken das Bewusstsein f\u00fcr nachhaltige Produkte langfristig, denn es wird gezeigt: Nat\u00fcrliche Hausmittel k\u00f6nnen es durchaus mit der Wirksamkeit moderner Chemiekeulen aufnehmen.<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits: Emma Gr\u00fcn<\/p>\n\n\n\n