{"id":112561,"date":"2025-03-13T09:54:52","date_gmt":"2025-03-13T08:54:52","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=112561"},"modified":"2026-06-10T12:41:03","modified_gmt":"2026-06-10T10:41:03","slug":"imai-medtech","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/imai-medtech\/","title":{"rendered":"Wie kann dieser Ansatz die Krebsfr\u00fcherkennung entscheidend verbessern?"},"content":{"rendered":"\n

IMAI MedTech entwickelt eine innovative 3D-Histologie-Technologie, die die Krebsdiagnostik schneller, pr\u00e4ziser und automatisierter machen soll<\/h2>\n\n\n\n

K\u00f6nnten Sie uns die Gr\u00fcndungsgeschichte von IMAI MedTech erl\u00e4utern und welche Personen hinter dem Unternehmen stehen?<\/h4>\n\n\n\n

Die Anf\u00e4nge von IMAI MedTech gehen auf ein Open-Innovation-Projekt aus dem Jahr 2019 zur\u00fcck, das von drei Forschungsgruppen initiiert wurde: der Gruppe von Prof. Adriano Aguzzi (Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich), der Gruppe von Prof. Mirko Meboldt (ETH Z\u00fcrich) und der Gruppe von Prof. Alexander Mathys (ETH Z\u00fcrich). Von diesen drei Gruppen arbeiteten Francesca Catto (Co-founder) w\u00e4hrend ihrer Promotion am Universit\u00e4tsspital, Robert Axelrod (Co-founder) w\u00e4hrend seiner eigenen Promotion an der ETH Z\u00fcrich und Sascha Brun (Co-founder), einem Robotik-Spezialisten, intensiv zusammen. IMAI MedTech wurde dann Anfang 2024 von Francesca, Robert und Sascha offiziell gegr\u00fcndet, um die Krebsdiagnostik<\/a> mithilfe einer schnellen und automatisierten 3D-Histologie zu revolutionieren.<\/p>\n\n\n\n

Was ist die zentrale Vision von IMAI MedTech, und welche Schritte unternehmen Sie, um diese zu realisieren?<\/h4>\n\n\n\n

IMAI MedTech stellt sich eine Zukunft vor, in der Krebszellen bereits im Fr\u00fchstadium bei jedem Patienten zuverl\u00e4ssig diagnostiziert wird. Eine genauere Untersuchung des diagnostizierten Gewebes wird zu optimierten Behandlungspl\u00e4nen f\u00fchren und bessere Behandlungsergebnisse f\u00fcr Patienten weltweit erm\u00f6glichen. Um unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen, arbeiten wir eng mit f\u00fchrenden Institutionen zusammen und entwickeln eine schnelle, automatisierte 3D-Histologiel\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n

Wie identifizieren Sie die Hauptzielgruppe Ihrer 3D-Histologie-Technologie, und wie stellen Sie sicher, dass deren spezifische Bed\u00fcrfnisse erf\u00fcllt werden?<\/h4>\n\n\n\n

Unsere 3D-Histologie-Technologie richtet sich prim\u00e4r an Pathologen, die eine pr\u00e4zisere und effizientere Krebsdiagnostik vorantreiben m\u00f6chten. Besonders im Fokus stehen derzeit Patienten mit Krebs im Fr\u00fchstadium, bei denen die Erkennung von Metastasen in Lymphknotenbiopsien eine entscheidende Rolle spielt. Um sicherzustellen, dass die spezifischen Bed\u00fcrfnisse dieser Zielgruppen erf\u00fcllt werden, arbeiten wir eng mit zukunftsorientierten und f\u00fchrenden Pathologen zusammen, lassen unsere ersten semi-automatisierten Prototypen in Forschungsumgebungen testen und inkorporieren das Feedback in die neusten Prototypenversionen. <\/p>\n\n\n\n

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell im Bereich der onkologischen Diagnostik, und wie geht IMAI MedTech damit um?<\/h4>\n\n\n\n

Klassische 2D-Histologieschnitte sind etwas 10x d\u00fcnner als ein menschliches Haar. Von der Biopsie werden nur wenige solche Schnitte gemacht und angeschaut. In anderen Worten gehen mehr als 98% der Informationen der Biopsie verloren und im Durchschnitt werden im Fr\u00fchstadium 1 von 6 Krebsf\u00e4llen \u00fcbersehen, was eine notwendige Behandlung verz\u00f6gert und gravierende gesundheitliche Folgen f\u00fcr Patienten haben kann. IMAI MedTech entwickelt eine automatisierte 3D-Histologiel\u00f6sung, die einen vollst\u00e4ndigen digitalen Scan der Biopsie erm\u00f6glicht, indem das Gewebe \u00fcberhaupt nicht mehr physisch geschnitten werden muss. Der Ansatz von IMAI MedTech beschleunigt und automatisiert die Gewebeprozessierung und verspricht eine Verbesserung der Krebserkennung durch KI-gest\u00fctzte Analysen.<\/p>\n\n\n\n

Was unterscheidet Ihre 3D-Histologie-Technologie von anderen Diagnostikmethoden auf dem Markt? Welche Eigenschaften machen sie einzigartig?<\/h4>\n\n\n\n

Diagnostikmethoden vor einer Resektion sind komplement\u00e4r zur Histologie. So braucht es z. B. eine Liquid Biopsie oder ein MRI bevor \u00fcberhaupt chirurgisch Gewebest\u00fccke entfernt werden, um das Gewebe auf zellul\u00e4rer Ebene zu untersuchen. Herk\u00f6mmliche 2D Histologiemethoden, wie erw\u00e4hnt, sind fehleranf\u00e4llig, da Tumorzellen \u00fcbersehen werden und nur begrenzte Informationen \u00fcber die r\u00e4umliche Struktur des Gewebes vorhanden sind. Unser Alleinstellungsmerkmal im 3D Bereich ist, dass wir unter Verwendung von konventionellen Markern extrem schnell sind im Vergleich zu anderen 3D Histologiemethoden. Wir k\u00f6nnen innerhalb von 2 Tagen die relevanten Zellen der gesamten Biopsie markieren \u2013  dieses 3D Anf\u00e4rben dauert ohne unsere Geheimzutat mehrere Wochen. <\/p>\n\n\n\n

K\u00f6nnten Sie uns einen Ausblick auf zuk\u00fcnftige Entwicklungen oder neue Projekte bei IMAI MedTech geben?<\/h4>\n\n\n\n

Die erste vollautomatisierte Plattform sollte in den n\u00e4chsten Monaten in den ersten Pathologieforschungslabors getestet werden. Gleichzeitig optimieren wir unsere Analysesoftware, sammeln alle m\u00f6glichen Histologiedaten und trainieren unsere KI-Modelle.<\/p>\n\n\n\n

Wie integrieren Sie Nachhaltigkeit und ethische \u00dcberlegungen in Ihre Unternehmensstrategie?<\/h4>\n\n\n\n

Unsere Technologie ist auf Langlebigkeit ausgelegt, wodurch der Bedarf an neuen Ger\u00e4ten verringert und Ressourcen geschont werden sollen. Zudem optimieren wir unsere Systeme f\u00fcr einen m\u00f6glichst geringen Energieverbrauch. Ein zentraler Aspekt unserer Innovation ist die Verbesserung der diagnostischen Pr\u00e4zision. Durch unsere Technologie tragen wir dazu bei, Fehldiagnosen zu minimieren und fundiertere Therapieentscheidungen zu erm\u00f6glichen. K\u00fcnstliche Intelligenz unterst\u00fctzt dabei Pathologen, doch wir stellen sicher, dass die finale Diagnose stets in der Hand menschlicher Experten bleibt. Und abschliessend \u2013 der Schutz sensibler Patientendaten hat f\u00fcr uns h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Wir halten uns strikt an geltende Datenschutzrichtlinien und ethische Standards, um maximale Sicherheit und Vertrauensw\u00fcrdigkeit in der Diagnostik zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n

Welche Rolle spielt das Feedback von medizinischen Fachkr\u00e4ften und Patienten in der Weiterentwicklung Ihrer Produkte?<\/h4>\n\n\n\n

Dies war und ist eines der wichtigsten Faktoren damit wir die richtige L\u00f6sung anbieten k\u00f6nnen und das richtige Produkt bauen. Das Miteinbeziehen der verschiedenen Stakeholder und kurze iterative Optimierungszyklen waren und sind der Schl\u00fcssel zum Erfolg. Das Buch \u00abThe Lean Startup\u00bb  von Eric Ries hat unserem Team enorm geholfen, ein iteratives und kundenzentriertes Testen zu implementieren.  <\/p>\n\n\n\n

Welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrden Sie anderen Gr\u00fcndern im MedTech-Bereich mit auf den Weg geben?<\/h4>\n\n\n\n

Nutzerzentriert Produkte entwickeln, regulatorische Anforderungen von Beginn an ber\u00fccksichtigen und die richtigen strategischen Partner w\u00e4hlen. <\/p>\n\n\n\n

Bild: IMAI MedTech Team Bild auf dem DeepTech Summit 2025 Photo Credit: Jasmin Frei<\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei Robert Axelrod<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n