{"id":113412,"date":"2025-04-24T14:12:00","date_gmt":"2025-04-24T12:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=113412"},"modified":"2026-10-13T10:04:26","modified_gmt":"2026-10-13T08:04:26","slug":"re-garum-fermentierte-wuerzsauce-hoehle-der-loewen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/re-garum-fermentierte-wuerzsauce-hoehle-der-loewen\/","title":{"rendered":"Mehr als nur W\u00fcrze \u2013 eine Idee, die Geschmack und Ressourcen sch\u00fctzt"},"content":{"rendered":"\n

re.garum geht mit gro\u00dfer Vision auf die B\u00fchne der H\u00f6hle der L\u00f6wen \u2013 am 28. April<\/a> wollen sie zeigen, wie nachhaltiges W\u00fcrzen die Welt ver\u00e4ndern kann<\/h2>\n\n\n\n

Wie ist das Startup entstanden und welche Personen stehen dahinter?<\/h3>\n\n\n\n

re.garum wurde von Stephanie L\u00fcpold, Mattia Baroni und Gregor Wenter gegr\u00fcndet \u2013 drei Menschen mit einer gemeinsamen Vision: nat\u00fcrliche, gesunde Geschmackserlebnisse ohne k\u00fcnstliche Zus\u00e4tze. Die Idee: ein innovatives W\u00fcrzmittel auf Basis jahrtausendealter Fermentationstechniken, modern interpretiert und technologisch neu gedacht.<\/p>\n\n\n\n

In welcher Branche ist das Unternehmen t\u00e4tig und was zeichnet das Gesch\u00e4ftsmodell aus?<\/h3>\n\n\n\n

re.garum ist im Bereich nachhaltiger Lebensmittelherstellung t\u00e4tig \u2013 spezialisiert auf die Entwicklung und den Vertrieb nat\u00fcrlicher, salzreduzierter W\u00fcrzsaucen. Das Gesch\u00e4ftsmodell basiert auf B2B-Kooperationen mit Gastronomiebetrieben, Gro\u00dfh\u00e4ndlern sowie strategischen Partnern in der Systemgastronomie. Langfristig strebt das Unternehmen den Aufbau einer starken Verbraucher:innenmarke an.<\/p>\n\n\n\n

Welche Idee oder welches Problem stand am Anfang der Gr\u00fcndung?<\/h3>\n\n\n\n

Die Gr\u00fcnder:innen wollten aktiv zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung beitragen \u2013 und entwickelten daraus eine gesunde, nachhaltige Alternative zu herk\u00f6mmlichen Br\u00fchw\u00fcrfeln: ganz ohne k\u00fcnstliche Zusatzstoffe, daf\u00fcr mit vollem Geschmack. Sie erkannten eine Marktl\u00fccke zwischen Convenience, Qualit\u00e4t und Umweltverantwortung. Die Inspiration kam aus der antiken Garum-Tradition, die sie mit einer eigenen Technologie auf Basis von Pilzfermentation neu interpretierten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Verwertung von Nebenprodukten \u2013 wie Molke, ausrangierten Legehennen oder nicht normgerechtem Gem\u00fcse \u2013 zur aktiven Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.<\/p>\n\n\n\n

Was macht das Konzept oder die Technologie besonders?<\/h3>\n\n\n\n

Das Herzst\u00fcck von re.garum ist ein neuartiger Fermentationsprozess, bei dem auf Gerste gez\u00fcchtete Pilzsporen zum Einsatz kommen. Diese Mikroben verwandeln feste Zutaten in nur drei Wochen in eine fl\u00fcssige, umamireiche W\u00fcrzsauce \u2013 eine enorme Beschleunigung gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Verfahren. Die Technologie ist industriell skalierbar, hochkomplex und basiert auf \u00fcber 50 pr\u00e4zise abgestimmten Komponenten in der Starterkultur. So entstehen Produkte mit konstant hoher Qualit\u00e4t und hohem Umami-Geschmack \u2013 ganz ohne k\u00fcnstliche Zus\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n

Welche Vision verfolgt das Unternehmen? Welche Meilensteine sollen in den n\u00e4chsten Jahren erreicht werden?<\/h3>\n\n\n\n

re.garum m\u00f6chte die Art zu w\u00fcrzen neu denken: Nat\u00fcrlich, nachhaltig und voller Geschmack. Ziel ist es, Br\u00fchw\u00fcrfel durch ges\u00fcndere Alternativen zu ersetzen und gleichzeitig Lebensmittelreste sinnvoll zu verwerten. Geplant sind der Ausbau der Produktion, die Entwicklung neuer Sorten und der Markteintritt in weiteren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern \u2013 insbesondere auch in der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n

Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung salzreduzierter Varianten f\u00fcr Gesundheitseinrichtungen wie Spit\u00e4ler und Pflegeheime sowie auf Partnerschaften zur Verwertung weiterer Nebenprodukte (z.\u202fB. Spargelenden oder Pilzstr\u00fcnke). Auch die st\u00e4rkere Pr\u00e4senz in der Systemgastronomie \u2013 etwa in Gro\u00dfk\u00fcchen \u2013 ist ein zentrales Ziel.<\/p>\n\n\n\n

Warum fiel die Entscheidung, sich bei \u201eDie H\u00f6hle der L\u00f6wen\u201c zu pr\u00e4sentieren?<\/h3>\n\n\n\n

Die Teilnahme an \u201eDie H\u00f6hle der L\u00f6wen\u201c war eine strategische Entscheidung: Neben der gro\u00dfen Reichweite bietet die Show die Chance, erfahrene Investor:innen mit relevanten Netzwerken in Handel oder Gastronomie zu gewinnen \u2013 nicht nur Kapitalgeber, sondern echte Sparringspartner.<\/p>\n\n\n\n

Welche Form der Unterst\u00fctzung wird durch die Teilnahme an der Show angestrebt?<\/h3>\n\n\n\n

re.garum sucht Investoren, die 400.000 Euro f\u00fcr 10\u202f% Unternehmensanteile bieten \u2013 und dar\u00fcber hinaus Marktzugang, Erfahrung im Food-Sektor und strategische Unterst\u00fctzung mitbringen. Gesucht wird also mehr als Kapital: Es geht um Expertise und ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis f\u00fcr nachhaltige Lebensmittelinnovation.<\/p>\n\n\n\n

Wie soll eine m\u00f6gliche Investition oder Zusammenarbeit genutzt werden?<\/h3>\n\n\n\n

Ein Investment flie\u00dft in die Skalierung der Produktion, den Markenaufbau sowie in gezielte Kommunikationsma\u00dfnahmen \u2013 denn das Produkt braucht Erkl\u00e4rung, hat aber enormes Differenzierungspotenzial. Parallel sollen strategische Partnerschaften im Food-Service-Bereich (z.\u202fB. Systemgastronomie) aufgebaut werden, um neue Vertriebskan\u00e4le zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n

Welche n\u00e4chsten Schritte sind nach der Show geplant?<\/h3>\n\n\n\n

Die Show ist nur der Startschuss. re.garum plant die Ausweitung der Produktionskapazit\u00e4ten, da die Nachfrage stetig w\u00e4chst. Aktuell ist das Produkt bereits in sieben L\u00e4ndern erh\u00e4ltlich \u2013 mittelfristig soll der europ\u00e4ische Markt intensiver erschlossen werden.<\/p>\n\n\n\n

Zudem sind neue Sorten in Entwicklung, um die Bandbreite der Einsatzm\u00f6glichkeiten zu erweitern. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Food-Service-Sektor: von Gro\u00dfk\u00fcchen \u00fcber Kreuzfahrtlinien bis hin zu Airlines.<\/p>\n\n\n\n

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse haben sich auf dem bisherigen Weg als besonders wertvoll erwiesen?<\/h3>\n\n\n\n

Ein zentrales Learning: Was einfach klingt, ist oft komplex. Gerade der Fermentationsprozess verlangt tiefes biotechnologisches Wissen und enorme Pr\u00e4zision. Gleichzeitig zeigte sich: Der Markt sucht ehrliche, nachhaltige Produkte.<\/p>\n\n\n\n

Wertvoll war auch die Erkenntnis, wie wichtig Zertifizierungen, kulturelles Verst\u00e4ndnis bei der Markterschlie\u00dfung und Geduld sind. Manche Entwicklungen brauchen Zeit \u2013 wie ein gutes Ferment eben.<\/p>\n\n\n\n

Welche Ratschl\u00e4ge lassen sich aus diesen Erfahrungen ableiten?<\/h3>\n\n\n\n

Dranbleiben \u2013 auch wenn es technisch herausfordernd wird. Mut haben, neue Wege zu gehen, selbst wenn das Produkt erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist. Und: Wirklich gute Innovationen entstehen nicht am Rei\u00dfbrett, sondern im Austausch mit Kund:innen, Partner:innen und durch echtes Feedback.<\/p>\n\n\n\n

Bild:Stephanie L\u00fcpold und Gregor Wenter pr\u00e4sentieren mit re.garum W\u00fcrze aus Industrie-Nebenprodukten. Sie erhoffen sich ein Investment von 400.000 Euro f\u00fcr 10 Prozent der Firmenanteile.  Foto: RTL \/ Bernd-Michael Maurer<\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei Stephanie L\u00fcpold<\/a> und Gregor Wenter<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n