{"id":114129,"date":"2025-05-27T09:10:00","date_gmt":"2025-05-27T07:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=114129"},"modified":"2026-08-24T14:13:40","modified_gmt":"2026-08-24T12:13:40","slug":"was-wirklich-zaehlt-wenn-ideen-zu-buechern-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/was-wirklich-zaehlt-wenn-ideen-zu-buechern-werden\/","title":{"rendered":"Was wirklich z\u00e4hlt, wenn Ideen zu B\u00fcchern werden"},"content":{"rendered":"\n
Der zukunftsweisende Name unseres Unternehmens tr\u00e4gt eine klare Botschaft ins sich: Trotz digitaler Transformation und disruptiver Entwicklungen wie KI wird das Buch \u2013 als \u00e4ltestes Printmedium \u2013 auch in Zukunft seinen festen Platz behalten. Die Kennzahlen des deutschen Buchmarkts sind nach wie vor beeindruckend, und das Interesse an gedruckten Sachb\u00fcchern und Romanen ungebrochen. Gegr\u00fcndet habe ich das Unternehmen 2021.<\/p>\n\n\n\n
Der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Gr\u00fcndung war das Problem der fehlenden Sichtbarkeit in einem Markt, der j\u00e4hrlich von Zehntausenden neuer B\u00fccher \u00fcberschwemmt wird. Die meisten dieser Werke verschwinden ungesehen. Es ist, als w\u00fcrde man ein unsichtbares Buch ver\u00f6ffentlichen und darauf hoffen, dass zuf\u00e4llig jemand den Titel err\u00e4t. Als mir das klar wurde, wusste ich: Es braucht einen ganz neuen Ansatz.<\/p>\n\n\n\n
Die Vision von Books on Mars \u2013 sie ist l\u00e4ngst Realit\u00e4t. Unser Ansatz funktioniert, weil wir strategisch denken. Im Kern stellen wir uns immer dieselben drei Fragen: Ist das Thema relevant? Gibt es eine Zielgruppe oder das Potenzial, eine zu erschlie\u00dfen? Und wenn ja: Wie erreichen wir diese Zielgruppe? Erst wenn wir auf diese Fragen klare Antworten haben, beginnt die eigentliche Arbeit am Manuskript.<\/p>\n\n\n\n
Unser Programm ist genre\u00fcbergreifend. Als junger Berliner Verlag fokussieren wir uns auf Zeitgeistthemen, gesellschaftlichen Diskurse und innovative Buchkonzepte<\/a>. Um relevante B\u00fccher zu entwickeln, gehen wir bereits im Vorfeld tief in die Zielgruppenanalyse. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist der SPIEGEL-Bestseller GELD IM GL\u00dcCK von Karl Matth\u00e4us Schmidt \u2013 ein empathischer Finanzratgeber, wie es ihn in dieser Form bislang nicht gab. Ein Buch mit bislang ungenutztem Potenzial. Denn Empathie ist im Finanzbereich ein untersch\u00e4tzter Schl\u00fcssel. Viele Menschen stehen sich beim Thema Geld selbst im Weg \u2013 mit \u00c4ngsten, Unsicherheiten, Blockaden. Dabei ist kluge Geldanlage keine Frage der Komplexit\u00e4t, sondern der inneren Haltung. Genau hier setzt der Autor an \u2013 und erreicht die Leserinnen und Leser dort, wo ihre pers\u00f6nlichen H\u00fcrden liegen. Die Resonanz? Enorm.<\/p>\n\n\n\n Books on Mars ist kein Self-Publishing-Verlag.<\/strong> Wir verstehen uns als kuratierter Publikumsverlag: Wir w\u00e4hlen unsere Titel gezielt aus, investieren selbst in jedes Buch und begleiten unsere Autor:innen mit echtem verlegerischem Anspruch redaktionell, gestalterisch und kommunikativ.<\/p>\n\n\n\n Gro\u00dfe R\u00fcckschl\u00e4ge gab es zum Gl\u00fcck nicht. Doch unternehmerisch t\u00e4tig zu sein bedeutet immer auch, die unvermeidlichen H\u00f6hen und Tiefen auszuhalten, die diesen Weg begleiten. Es ist ein st\u00e4ndiges Navigieren zwischen Ambition und Realit\u00e4t \u2013 nicht immer einfach, aber f\u00fcr mich stets lohnend.<\/p>\n\n\n\n Die Menschen kaufen weiterhin B\u00fccher \u2013 viele B\u00fccher. In Deutschland nach wie vor deutlich mehr als E-Books oder H\u00f6rb\u00fccher. Und: Entgegen verbreiteter Klischees ist der Anteil junger Leserinnen und Leser \u00fcberraschend hoch. Was sich jedoch sp\u00fcrbar ver\u00e4ndert hat, sind die Trends. Ein Blick auf die heutigen Bestsellerlisten im Vergleich zu denen vor zehn oder zwanzig Jahren zeigt den Einfluss digitaler Plattformen wie BookTok. Ich w\u00fcrde nicht sagen, dass der Anspruch an Literatur gesunken ist \u2013 aber die Themen, Tonalit\u00e4t und Leseerwartungen haben sich grundlegend gewandelt. Unser Beitrag dazu? Wir nehmen diese Dynamiken ernst. Wie beobachten, analysieren, verstehen \u2013 und entwickeln daraus B\u00fccher, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind: sichtbar, pr\u00e4zise, zeitgem\u00e4\u00df.<\/p>\n\n\n\n In der Anfangsphase haben wir auch Literatur ausgew\u00e4hlt, die wir intuitiv als gut oder interessant empfanden. R\u00fcckblickend w\u00fcrde ich diesen Ansatz heute anders gestalten. Unsere Ver\u00f6ffentlichungen richten sich genau an ein definiertes Leserpublikum \u2013 deshalb sollte die Auswahl der Literatur weniger vom subjektiven Eindruck, sondern st\u00e4rker von Relevanz und Zielgruppenorientierung gepr\u00e4gt sein.<\/p>\n\n\n\n Books on Mars ver\u00f6ffentlich B\u00fccher, die nicht nur aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgreifen, sondern diese aktiv mitgestalten. Unser Programm vereint inhaltliche Tiefe mit wirtschaftlichem Potenzial. Wir sprechen ein anspruchsvolles Publikum an und arbeiten mit Autorinnen und Autoren zusammen, deren Themen langfristige Relevanz besitzen und zur Meinungsbildung beitragen. So etablieren wir ein Verlagsprofil, das inhaltlichen Anspruch mit strategischer Marktpositionierung vereint.<\/p>\n\n\n\n Von Anfang an spielt eine pr\u00e4zise Markt- und Zielgruppenanalyse bei uns eine zentrale Rolle. Erst wenn wir eine klare Strategie entwickelt haben, beginnt die eigentliche Manuskriptarbeit. Als Buchverlag arbeiten wir mit einem traditionellen Medium, dessen Entwicklung sich deutlich von den schnellen Prozessen eines Start-up-Produkts unterscheidet. Ein Buch zu schreiben und zu ver\u00f6ffentlichen ist ein langfristiger Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert. Um das Buch anschlie\u00dfend bestm\u00f6glich zu positionieren, nutzen wir konsequent die nahezu unbegrenzten M\u00f6glichkeiten des digitalen Raums. Ob durch gezielte Social-Media-Kampagnen, datengetriebenes Marketing oder innovative digitale Formate \u2013 wir setzen auf Technologien, die uns unterst\u00fctzen, eine breite Leserschaft zu erreichen und nachhaltige Sichtbarkeit f\u00fcr unsere Titel zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n Mein erster Tipp geht speziell an Gr\u00fcnderinnen: Fordert viel mehr Kapital! Ich spreche oft mit Gr\u00fcnderinnen, die \u00fcber immense Kompetenzen und Energiereserven verf\u00fcgen. Viele arbeiten bis zur totalen Ersch\u00f6pfung \u2013 und scheitern am Ende trotzdem. Ein zentraler Grund daf\u00fcr: Gr\u00fcnderinnen werden nach wie vor systematisch vom Kapital ausgeschlossen \u2013 das geht bis an die Grenzen der finanziellen Strangulation. Besonders deutlich wird das am Beispiel Venture Capital: 2023 gingen nur 2 Prozent aus der gewaltigen monet\u00e4ren Masse an j\u00e4hrlich investiertem Venture Capital an Unternehmen, die von Frauen gegr\u00fcndet wurden. 2024 hat sich diese Zahl sogar halbiert \u2013 auf unter 1 Prozent. Die Emp\u00f6rung dar\u00fcber muss viel gr\u00f6\u00dfer sein. Es n\u00fctzt niemanden, sich halbtot zu arbeiten, wenn die Ursachen f\u00fcr finanzielles Scheitern ganz woanders liegen. Was mich immer wieder erstaunt, ist, wie viel Arbeit Frauen f\u00fcr viel zu wenig Geld leisten. Das muss endlich ein Ende haben.<\/p>\n\n\n\n Unternehmertum ist f\u00fcr mich die h\u00e4rteste \u2013 aber auch beste Schule, die es gibt. Diese Ambivalenz gilt es auszuhalten. Schmerz- und Grenzerfahrungen geh\u00f6ren dazu und sind in diesem Metier ganz normal. Gerade diese Herausforderungen f\u00fchren oft zu den gr\u00f6\u00dften Entwicklungen \u2013 sowohl f\u00fcr das Unternehmen als auch f\u00fcr die eigene Pers\u00f6nlichkeit. Also: Enjoy the journey.<\/p>\n\n\n\n Mir hilft es, mein Ziel genau zu kennen und dann konsequent auf Kurs zu bleiben \u2013 indem ich jeden einzelnen, detaillierten Schritt gehe. Shortcuts interessieren mich genauso wenig wie unn\u00f6tige Umwege.<\/p>\n\n\n\n Anspruchsvolle Inhalte zu entwickeln, virtuelle R\u00e4ume zu gestalten und die \u00c4sthetik von B\u00fcchern zu inszenieren \u2013 das vereint f\u00fcr mich traditionelles Handwerk mit technologischer Innovation. Dies in einem au\u00dfergew\u00f6hnlich engagierten Team zu tun, macht diesen Job f\u00fcr mich nicht nur erf\u00fcllend, sondern auch ungemein bereichernd.<\/p>\n\n\n\n Foto: Antonia Schulemann (c) Sandra K\u00fchnapfend<\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei Antonia Schulemann<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\nWas unterscheidet Books on Mars von anderen Anbietern im Self-Publishing-Markt?<\/h3>\n\n\n\n
Gab es auf eurem bisherigen Weg gro\u00dfe H\u00fcrden oder R\u00fcckschl\u00e4ge? Wie seid ihr damit umgegangen?<\/h3>\n\n\n\n
Wie ver\u00e4ndert sich eurer Meinung nach die Publishing-Branche und welchen Beitrag wollt ihr dazu leisten?<\/h3>\n\n\n\n
Was habt ihr aus der Anfangszeit gelernt, das ihr heute unbedingt anders machen w\u00fcrdet?<\/h3>\n\n\n\n
Wie plant ihr, Books on Mars in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln?<\/h3>\n\n\n\n
Welche Rolle spielen technologische Innovationen in eurem Gesch\u00e4ftsmodell?<\/h3>\n\n\n\n
Wenn ihr heute drei Tipps an andere Gr\u00fcnder weitergeben k\u00f6nntet \u2013 welche w\u00e4ren das?<\/h3>\n\n\n\n
Was motiviert euch pers\u00f6nlich jeden Tag aufs Neue, an Books on Mars zu arbeiten?<\/h3>\n\n\n\n