{"id":114784,"date":"2025-06-20T10:55:52","date_gmt":"2025-06-20T08:55:52","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=114784"},"modified":"2026-06-10T10:00:04","modified_gmt":"2026-06-10T08:00:04","slug":"bloomwell-group-cannabis-migration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/bloomwell-group-cannabis-migration\/","title":{"rendered":"Was muss sich \u00e4ndern, damit Herkunft kein Nachteil beim Gr\u00fcnden ist?"},"content":{"rendered":"\n
Die Bloomwell Group ist Europas gr\u00f6\u00dfte Plattform f\u00fcr medizinisches Cannabis und setzt sich daf\u00fcr ein, Patient:innen einfachen und legalen Zugang zu moderner Cannabinoid-Therapie zu erm\u00f6glichen<\/h2>\n\n\n\n
Was hat Sie und Ihre Mitgr\u00fcnder:innen dazu motiviert, 2020 die Bloomwell Group ins Leben zu rufen?<\/h3>\n\n\n\n
Mein Gro\u00dfvater kam Anfang der 60er Jahre als Gastarbeiter nach Deutschland, zun\u00e4chst alleine. Meine Gro\u00dfmutter ist wenige Jahre sp\u00e4ter mit meinem Vater und seinen beiden Br\u00fcdern nachgezogen, alle drei noch Kinder. Die Ankunft in Deutschland war f\u00fcr alle nicht einfach. Aber Griechenland stand damals wirtschaftlich schlecht dar, au\u00dferdem waren die Br\u00fcder auf eine gute medizinische Versorgung angewiesen. Schlussendlich bin ich daher nicht nur meinen Gro\u00dfeltern und Eltern dankbar daf\u00fcr, dass sie sich durchgek\u00e4mpft haben, sondern auch Deutschland dankbar, dass wir hier aufgenommen wurden \u2013 trotz anf\u00e4nglicher Schwierigkeiten. F\u00fcr mich stand schon w\u00e4hrend meiner Schulzeit fest: Ich m\u00f6chte erfolgreich ein Unternehmen gr\u00fcnden, auch um danke an die beiden vorherigen Generationen zu sagen und zu zeigen: Das, was ihr auf euch genommen habt, hat sich gelohnt und zeigt, dass auch wir B\u00fcrger mit Migrationshintergrund erfolgreich Unternehmen aufbauen und skalieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Wie sehr hat Ihre pers\u00f6nliche Familiengeschichte \u2013 als Enkel eines griechischen Gastarbeiters \u2013 Ihre unternehmerische Haltung gepr\u00e4gt?<\/h3>\n\n\n\n
Gastarbeiter sind alleine durch ihren pers\u00f6nlichen Werdegang risikoaffiner als Menschen ohne Migrationshintergrund. Sie verlassen ihre Heimat und st\u00fcrzen sich ins Ungewisse, um f\u00fcr sich und insbesondere f\u00fcr ihre Kinder und Enkelkinder ein besseres Leben zu erm\u00f6glichen. Mein Gro\u00dfvater hat alles auf eine Karte gesetzt und 200% gegeben, um die Welt f\u00fcr nachfolgende Generationen zu verbessern. Viel mehr Risiko geht nicht. Ich selbst hatte immer die Vision, den Zugang zu medizinischem Cannabis so einfach wie m\u00f6glich zu gestalten. 2020, als wir die Bloomwell Group gr\u00fcndeten, herrschte in Deutschland die Auffassung, dass sich Telemedizin f\u00fcr ein Bet\u00e4ubungsmittel nicht umsetzen lasse \u2013 bis wir gekommen sind und es gemacht haben. Ohne diese Mentalit\u00e4t, etwas komplett neues zu wagen, kann echte Innovation nicht entstehen.<\/p>\n\n\n\n
Welche Rolle spielt Migration f\u00fcr unternehmerisches Denken in Deutschland aus Ihrer Sicht?<\/h3>\n\n\n\n
Ich bin \u00fcberzeugt: Menschen mit Migrationshintergrund k\u00f6nnten in Deutschland eine wesentlich gr\u00f6\u00dfere Rolle im Unternehmertum spielen. Auch heutzutage ist es f\u00fcr Menschen mit Migrationshintergrund schwieriger, VC-Gelder zu erhalten. Alleine der Nachname sorgt schon f\u00fcr eine gewisse Verzerrung. Dabei bringen Menschen mit Migrationshintergrund neben einer gewissenen Affinit\u00e4t zum Risiko auch Resilienz mit: Wenn man \u00fcberlegt, was ihre Gro\u00dfeltern, Eltern alles auf sich genommen haben, wie viele Herausforderungen sie verkraftet und \u00fcberwunden habe, um sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen, dann pr\u00e4gt das bis heutzutage die gegenw\u00e4rtigen Generationen. Die Zeit ist daher \u00fcberf\u00e4llig, in Deutschland das unternehmerische Potenzial, das hier schlummert, st\u00e4rker zu nutzen. Dass endlich mehr VC-Gelder an Gr\u00fcnder mit Migrationshintergrund flie\u00dfen, ist ein ganz wichtiger Punkt, um Deutschland als Innovationsstandort zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n
Mit der Bloomwell Group haben Sie Europas gr\u00f6\u00dfte Plattform f\u00fcr medizinisches Cannabis aufgebaut. Was war entscheidend f\u00fcr diesen Erfolg?<\/h3>\n\n\n\n
Wir haben immer ein sehr konkretes Ziel vor Augen gehabt und sind trotzdem permanent agil geblieben. Das mag sich zun\u00e4chst etwas widerspr\u00fcchlich anh\u00f6ren, aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass die gesamte Cannabis-Marktdynamik mit der regulatorischen Entwicklung steht und f\u00e4llt \u2013 und die letzten Jahre waren aus regulatorischer Sicht extrem ereignisreich. Wir haben in dieser Zeit immer unser \u00fcbergeordnetes Ziel vor Augen behalten: \u201eImpact\u201c. Wie k\u00f6nnen wir als Plattform den Zugang f\u00fcr so viele Patient:innen so einfach, sicher, effektiv und qualitativ hochwertig wie m\u00f6glich gestalten? Was ist die beste \u201cPatient Experience\u201d? Diese Fragen vor Augen haben wir in Szenarien geplant, so dass wir, als das Cannabis-Gesetz am 1. April 2024 schlie\u00dflich in Kraft trat, bestens vorbereitet waren. <\/p>\n\n\n\n
Moderne Gesundheitspolitik hei\u00dft f\u00fcr mich im Falle von Cannabis, Patient:innen m\u00f6glichst effektiv den \u00dcbergang vom illegalen Markt und aus der Kriminalisierung in die legale Therapie m\u00f6glich zu machen und Menschen, die noch \u00fcber kein Bewusstsein f\u00fcr die medizinische Therapie verf\u00fcgen, eine Option ohne gro\u00dfe Nebenwirkungen zu bieten.<\/p>\n\n\n\n
Wie hat sich die Reklassifizierung von medizinischem Cannabis im April 2024 konkret auf Ihr Gesch\u00e4ft ausgewirkt?<\/h3>\n\n\n\n