{"id":117171,"date":"2025-09-29T10:05:28","date_gmt":"2025-09-29T08:05:28","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=117171"},"modified":"2026-06-10T08:05:29","modified_gmt":"2026-06-10T06:05:29","slug":"bloom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/bloom\/","title":{"rendered":"Kann digitale Pr\u00e4vention unsere Arbeitswelt wirklich ges\u00fcnder machen?"},"content":{"rendered":"\n
Bloom wurde 2021 von Leonie Ellerbrock und mir, Viktoria Lindner, in Berlin gegr\u00fcndet. Wir sind als Venture-Capital-finanziertes Startup gestartet, mit Investor:innen wie YZR Capital und Robin Capital, aber auch gro\u00dfartigen Angel-Investoren wie Jens Bender und Sebastian Detmers. Im Sommer 2025 wurde Bloom nach 4 Jahren an die Arsipa-Gruppe verkauft, dem Marktf\u00fchrer im Bereich Arbeitsschutz in Deutschland und \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n
Gemeinsam mit der Arsipa-Gruppe wollen wir Innovationsf\u00fchrer im Gesundheits- und Arbeitsschutz in Deutschland und \u00d6sterreich sein. Konkret bedeutet das: Wir verbinden die klassische Vor-Ort-Betreuung durch Fachkr\u00e4fte f\u00fcr Arbeitssicherheit und Betriebs\u00e4rzt:innen mit einer starken digitalen Komponente. F\u00fcr HR-, HSE- und Office-Management-Teams wollen wir die oft sehr b\u00fcrokratischen Prozesse \u2013 die durch st\u00e4ndig neue Gesetze und Regularien gepr\u00e4gt sind \u2013 m\u00f6glichst einfach gestalten, automatisieren und auch mit KI unterst\u00fctzen. So helfen wir Unternehmen, mit minimalem Aufwand compliant zu werden und gleichzeitig hochwertigen Gesundheitsschutz f\u00fcr ihre Mitarbeitenden zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n
Wir richten uns vor allem an Unternehmen zwischen 50 und 1.000 Mitarbeitenden in Deutschland, insbesondere an B\u00fcrobetriebe mit vielen Bildschirmarbeitspl\u00e4tzen. Diese Unternehmen sind meist schon digitalisiert, nutzen HR-Tools wie Personio und sind offen f\u00fcr digitale L\u00f6sungen. Genau dort passen wir mit unserem Angebot optimal hinein: digital affine Unternehmen, die den Arbeitsschutz effizient und zeitgem\u00e4\u00df gestalten m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n
Wir kombinieren die pers\u00f6nliche Betreuung durch Fachkr\u00e4fte vor Ort mit einer umfassenden SaaS-L\u00f6sung. In unserer Plattform k\u00f6nnen Unternehmen Vorsorgen managen, Gef\u00e4hrdungsbeurteilungen durchf\u00fchren, Ersthelfer- und Brandschutzhelfer-Ausbildungen sowie Unterweisungen komplett digital abbilden. Zus\u00e4tzlich bieten wir den Bereich Arbeitspsychologie mit unserer Mental-Health-Plattform an \u2013 also ein EAP, das eng mit Arbeitsschutz verkn\u00fcpft ist. Damit decken wir nicht nur die klassischen Arbeitsschutz-Themen ab, sondern auch die steigende Relevanz von psychischer Gesundheit.<\/p>\n\n\n\n
Der Schl\u00fcssel ist Anonymit\u00e4t und Niedrigschwelligkeit. Mitarbeitende m\u00fcssen sicher sein, dass ihre Daten vertraulich behandelt werden \u2013 ohne Angst, dass ihr Chef etwas mitbekommt. Darum betonen wir klar, dass unsere Plattform anonym funktioniert. Zudem bieten wir verschiedene Zugangswege: von Coachings \u00fcber Videoformate bis hin zu Therapieangeboten. Bei psychischen Gef\u00e4hrdungsbeurteilungen ist es ebenso entscheidend, dass Mitarbeitende sich anonym \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen. Nur so entstehen ehrliche R\u00fcckmeldungen, die Unternehmen wiederum ein realistisches Bild geben, um Verbesserungen gezielt umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n
Daten sind ein zentraler Bestandteil unseres Ansatzes. Wir f\u00fchren Audits durch, um zu analysieren, wie gut der Arbeitsschutz im Unternehmen aufgestellt ist und wo L\u00fccken bestehen. Im Gesundheitsbereich stellen wir anonymisierte Reportings bereit, die zeigen, ob Initiativen \u2013 etwa Mental-Health-Programme \u2013 tats\u00e4chlich Wirkung entfalten. So erhalten HR-Abteilungen nicht nur eine \u00dcbersicht, sondern auch konkrete Handlungsimpulse, um ihre Ma\u00dfnahmen gezielt weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben tats\u00e4chlich das gro\u00dfe Gl\u00fcck, dass wir in einem rechtlich vorgegebenen Bereich arbeiten. Unternehmen m\u00fcssen sich mit Arbeitsschutz besch\u00e4ftigen \u2013 es ist keine Option. Deshalb sind sie stark daran interessiert, L\u00f6sungen zu finden, die praktikabel, effizient, zeitsparend und kosteng\u00fcnstig sind. Genau das bieten wir mit Bloom. F\u00fcr uns ist das Marktumfeld daher eher eine Chance als eine Herausforderung. Hinzu kommt: Berufsgenossenschaften pr\u00fcfen immer h\u00e4ufiger, ob Unternehmen saubere Arbeitsschutzkonzepte haben. Bei Verst\u00f6\u00dfen drohen Strafen bis hin zur Betriebsschlie\u00dfung. Das sorgt f\u00fcr einen enormen Andrang, gerade bei Unternehmen, die das Thema bisher untersch\u00e4tzt haben. Sie wollen dann von Tag eins an eine L\u00f6sung, die langfristig h\u00e4lt, skalierbar ist und digital funktioniert \u2013 und da sind wir der richtige Partner.<\/p>\n\n\n\n
Durch den Zusammenschluss mit der Arsipa-Gruppe haben wir gro\u00dfartige Ressourcen gewonnen, um unsere Software noch schneller weiterzuentwickeln. Ein spannendes neues Feature ist unser KI-Copilot: Er unterst\u00fctzt HR-, HSE- und Office-Management-Teams dabei, Arbeitsschutzl\u00fccken zu erkennen, Handlungsschritte vorzuschlagen und Prozesse effizient zu steuern. Ein weiterer Schwerpunkt ist das betriebliche Wiedereingliederungsmanagement (BEM), das wir in der n\u00e4chsten Zeit stark ausbauen werden.<\/p>\n\n\n\n
Mit unserer L\u00f6sung k\u00f6nnen Unternehmen ihr Gesundheitsmanagement gezielter und ganzheitlicher gestalten \u2013 auch datenbasiert. Wir versprechen nicht, dass durch Arbeitsschutzma\u00dfnahmen automatisch alle Fehlzeiten sinken. Aber wir sehen klar: Unternehmen, die ein professionelles BEM aufsetzen oder ihren Mitarbeitenden eine Mental-Health-Plattform anbieten oder ein gutes Vorsorgekonzept haben, sind langfristig ges\u00fcnder aufgestellt. In der Folge sinken dort Fehlzeiten in der Regel deutlich.<\/p>\n\n\n\n
Wir arbeiten sehr eng mit HR-Abteilungen, aber auch mit Office-Management und HSE-Teams zusammen. Besonders in Unternehmen zwischen 50 und 1.000 Mitarbeitenden liegt das Thema Arbeitsschutz<\/a> oft bei HR \u2013 obwohl diese keine Fachkr\u00e4fte in diesem Bereich sind. Das f\u00fchrt zu einer Wissensl\u00fccke: Viele wissen gar nicht, welche rechtlichen Anforderungen existieren. Genau da setzen wir an. Mit unserer L\u00f6sung nehmen wir HR Leiter an die Hand, begleiten sie end-to-end durch die komplexen Compliance-Anforderungen und sind jederzeit als Partner f\u00fcr R\u00fcckfragen verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n Ich bin selbst Psychologin, deshalb war das Thema f\u00fcr mich schon immer spannend. Gleichzeitig bin ich eher zuf\u00e4llig in den Bereich Arbeitsschutz hineingerutscht \u2013 und war \u00fcberrascht, wie undigital teilweise die Anbieter dort noch aufgestellt sind. F\u00fcr mich ist das eine riesige Chance: Aus einem oft als trocken oder langweilig empfundenen Thema etwas Besonderes zu machen, eine starke Marke aufzubauen und eine Software zu entwickeln, die Unternehmen und HR-Abteilungen wirklich begeistert.<\/p>\n\n\n\n Der Markt ist aktuell herausfordernd. Viele Unternehmen haben wenig Budget f\u00fcr HR, und solche Themen fallen oft hinten runter. Mein erster Rat: Hinterfragt sehr genau, wie gro\u00df der Pain Point wirklich ist. Es braucht ein Problem, das auch in schwierigen Zeiten relevant bleibt, f\u00fcr das Unternehmen weiterhin Budget freigeben. Zweitens: Sprecht viel mit Nutzer:innen und potenziellen Kund:innen. Nur weil man ein Thema selbst wichtig findet, hei\u00dft das nicht automatisch, dass andere bereit sind, daf\u00fcr zu zahlen. Und drittens: Setzt auf Bereiche, die langfristig Bestand haben, wo die Relevanz klar ist \u2013 so erh\u00f6ht ihr eure Chancen, ein nachhaltiges Business aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n Bild: Viktoria Lindner<\/a> und Leonie Ellerbrock<\/a><\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei Viktoria Lindner f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\nWas motiviert Sie pers\u00f6nlich, das Thema mentale Gesundheit und Pr\u00e4vention in den Mittelpunkt Ihrer Arbeit zu stellen?<\/h3>\n\n\n\n
Welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrden Sie anderen Gr\u00fcnder:innen mit auf den Weg geben, die ebenfalls im Bereich HR-Tech oder Gesundheit starten wollen?<\/h3>\n\n\n\n
\n\n\n\nPremium Start-up: Bloom<\/h2>\n\n\n\n