{"id":117327,"date":"2025-09-30T09:56:13","date_gmt":"2025-09-30T07:56:13","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=117327"},"modified":"2026-06-10T08:04:54","modified_gmt":"2026-06-10T06:04:54","slug":"zander-labs-technologien-und-neuroadaptive-systeme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/zander-labs-technologien-und-neuroadaptive-systeme\/","title":{"rendered":"Neuroadaptive Technologien als Schl\u00fcssel zur Mensch-Maschine-Interaktion"},"content":{"rendered":"\n
Jonathan Zwaan: Zander Labs ist ein deutsch-niederl\u00e4ndisches Unternehmen, das im Deep-Tech-Bereich aktiv ist. Wir erforschen und entwickeln neuroadaptive Technologien. Mit unseren passiven Gehirn-Computer-Schnittstellen (pBCI) leisten wir Pionierarbeit. Durch sie ist es uns m\u00f6glich, non-invasiv Einblicke in den mentalen Zustand eines Menschen zu nehmen. Unser Ziel ist es, die Technologie so weit voranzubringen, dass Maschinen mit ihrer Hilfe in Echtzeit auf menschliche Anwender reagieren k\u00f6nnen \u2013 dass sie uns verstehen, sich an uns anpassen, sich gemeinsam mit uns weiterentwickeln k\u00f6nnen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten Neurowissenschaftler, Innovatoren und Ingenieure bei uns Hand in Hand eng zusammen. Gegr\u00fcndet wurde das Unternehmen von Prof. Dr. Thorsten O. Zander, nun Chief Scientist von Zander Labs \u2013 sowie Inhaber der Lichtenberg-Professur f\u00fcr neuroadaptive Mensch-Computer-Interaktion an der Brandenburgischen Technischen Universit\u00e4t Cottbus-Senftenberg. Von ihm stammt das Konzept der passiven Gehirn-Computer-Schnittstelle. <\/p>\n\n\n\n
Ein weiterer Gr\u00fcnder, Dr. Laurens R. Krol, ist derzeit Forschungsdirektor bei Zander Labs. Mit einem summa cum laude-Doktorat der Technischen Universit\u00e4t Berlin hat er durch seine Grundlagenforschung entscheidend dazu beigetragen, das Gebiet der neuroadaptiven Technologien zu definieren. Bei Zander Labs arbeitet er zurzeit an der Erforschung neuer Ans\u00e4tze zur Nutzung menschlicher neuronaler Korrelate. Mit mir als CEO \u2013 und drittem Co-Gr\u00fcnder \u2013 hat Zander Labs dar\u00fcber hinaus einen erfahrenen Innovator mit mehr als 20 Jahren F\u00fchrungserfahrung an Bord. Ich wei\u00df, wie man Technologieunternehmen erfolgreich skaliert, vom Start-up zum Gro\u00dfunternehmen ausbaut. Uns alle eint die Vision, erfolgreich eine Technologie zur Marktreife zu f\u00fchren, in deren Zentrum der Mensch \u2013 und nicht die Maschine \u2013 steht.<\/p>\n\n\n\n
Jonathan Zwaan: Unsere Vision ist es, Computer mit unserer Technologie dabei zu unterst\u00fctzen, uns als Menschen zu verstehen, von uns zu lernen und die Welt um uns herum so wahrzunehmen, wie wir sie sehen. Wir arbeiten an einer Technologie, mit der es m\u00f6glich ist, physische und andere KI-Systeme auf den Menschen, auf seine Wahrnehmung der Realit\u00e4t, auf den menschlichen Kontext zuzuschneiden. Hierzu entwickeln wir skalierbare Plattformen, wie unsere SAMANAI-Plattform, die dann in die Systeme der unterschiedlichsten Branchen integriert werden k\u00f6nnen. Unser Endziel ist die nahtlose Interaktion zwischen menschlicher Kognition und digitalen Systemen. Um diese Vision Realit\u00e4t werden zu lassen, setzen wir zur Finanzierung, neben F\u00f6rderungen der EU, auf strategische Partnerschaften und marktreife Produkteinf\u00fchrungen.<\/p>\n\n\n\n
Jonathan Zwaan: Ein relevanter Mehrwert, der einen Einsatz lohnt, d\u00fcrfte sich in praktisch allen Branchen f\u00fcr unsere Technologie finden lassen. Im Bereich der Verteidigung und Sicherheit etwa, kann pBCI bei der \u00dcberwachung des kognitiven Zustands helfen und adaptive Unterst\u00fctzungssysteme optimieren. Im Gesundheitswesen und Wellnessbereich kann pBCI in Anwendungen zur Reduzierung von kognitiver Arbeitsbelastung und Stress oder zur Rehabilitation integriert werden. Auch ein Einsatz in einem digitalen Assistenten zur mentalen Unterst\u00fctzung oder in einem Roboter f\u00fcr die pers\u00f6nliche Pflege ist denkbar. In der Luft- und Raumfahrt- und der Automobilindustrie k\u00f6nnte pBCI eingesetzt werden, um die Aufmerksamkeit von Piloten und Fahrern zu \u00fcberwachen. Oder nehmen Sie die Bildungsbranche. Hier k\u00f6nnte pBCI in adaptive Lehrsysteme integriert werden, um Inhalte effektiver zu vermitteln und so die Erfolgsrate einer Kurseinheit zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n
Jonathan Zwaan: Das erreichen wir zum einen dadurch, dass wir unsere Systeme nach dem Prinzip Privacy-by-Design entwickeln. Unser integrierter Datenschutz-Chip ist so konzipiert, dass die EEG-Daten eines Nutzers nicht in die Cloud \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen. Jeder Nutzer beh\u00e4lt zu jeder Zeit die volle Kontrolle \u00fcber seine Daten. Wir halten uns strikt an die ethischen Rahmenbedingungen und KI-Vorschriften der Europ\u00e4ischen Union. Dar\u00fcber hinaus haben wir unternehmensinterne Prozesse zur ethischen \u00dcberpr\u00fcfung entwickelt, die bei jeder technischen Neuentwicklung aktiviert werden. Und schlie\u00dflich setzen wir gegen\u00fcber unseren Nutzern auf Transparenz. Wir kommunizieren klar, wie wir mit den Daten unserer Nutzer umgehen und wo die Grenzen unseres Systems liegen.<\/p>\n\n\n\n
Jonathan Zwaan: Die Unterst\u00fctzung der \u00f6ffentlichen Hand ist und bleibt entscheidend f\u00fcr die Weiterentwicklung der neuroadaptiven KI in strategischen Anwendungen. Die Finanzierung hat uns sehr dabei geholfen, unsere Technologie vom einfachen Laborprototypen zu einer robusten, marktf\u00e4higen L\u00f6sung weiterzuentwickeln. Au\u00dferdem hat das NAFAS-Projekt uns in ganz Europa T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet, uns die Zusammenarbeit mit f\u00fchrenden europ\u00e4ischen Gr\u00f6\u00dfen erm\u00f6glicht. Mit der Projektf\u00f6rderung gelang es Zander Labs, sich als weiteren wichtigen Akteur einer souver\u00e4nen europ\u00e4ischen Deep-Tech-Szene zu etablieren.<\/p>\n\n\n\n
Jonathan Zwaan: An Herausforderungen w\u00e4re da w\u00e4ren zum einen das niedrige Signal-Rausch-Verh\u00e4ltnis bei EEG-Signalen zu nennen. Dann, die hohe individuelle Variabilit\u00e4t von Gehirnreaktionen. Und schlie\u00dflich das h\u00e4ufige Auftreten von Artefakten \u2013 von st\u00f6renden Signalen, die durch Bewegung, Umgebung oder Physiologie entstehen. Wir stellen uns diesen Herausforderungen durch fortschrittliche Signalverarbeitung, KI-gesteuerte Klassifikatoren und robuste Versuchsprotokolle. Au\u00dferdem f\u00fchren wir t\u00e4gliche iterative Test- und Validierungszyklen mit verschiedenen Anwendern durch.<\/p>\n\n\n\n
Jonathan Zwaan: Die universellen Klassifikatoren, die auf unserer SAMANAI-Plattform zum Einsatz kommen, erm\u00f6glichen uns die sofortige Entschl\u00fcsselung mentaler Zust\u00e4nde \u00fcber verschiedene Nutzer hinweg \u2013 ohne die Notwendigkeit einer Kalibrierung. Dies reduziert die Daten- und damit auch die Zeit- und Kostenanforderungen beim Einsatz kognitiver Modelle erheblich. Der Ansatz wurde entwickelt, um \u00fcber verschiedene Anwendungen hinweg skalierbar zu sein \u2013 gleichzeitig aber auch ethisch vertretbar und sicher zu bleiben. Er verkn\u00fcpft neurowissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer, marktorientierter Technologie \u2013 mit dem Ziel, die Entwicklung von Anwendungen f\u00fcr den t\u00e4glichen Einsatz in realen Alltagssituationen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n
Jonathan Zwaan: Die aktuellen Zypher-EEG-Patches sind Prototypen. Sie sind leicht, einfach anzubringen und liefern hervorragende Ergebnisse. Jetzt gerade sind wir dabei, unseren Zypher-Verst\u00e4rker fertigzustellen, der in die Patches integriert werden wird \u2013 ebenso wie die AI-Chips, die eine datenschutzkonforme Datenverarbeitung erm\u00f6glichen werden. Daneben arbeiten wir am weiteren Ausbau der Miniaturisierung, der Optimierung der Nutzererfahrung und der Skalierung unserer Fertigung. Erste kommerzielle Pilotprojekte sind von uns f\u00fcr 2026 angedacht.<\/p>\n\n\n\n
Jonathan Zwaan: Um im Bereich der Neurowissenschaften<\/a> und KI in Punkto Forschung und Entwicklung an die Spitze zu gelangen \u2013 und dort auch zu bleiben \u2013 sind akademische Partnerschaften eine zwingende Notwendigkeit. Wir ben\u00f6tigen den Zugang zu ihren Talenten, ihren Infrastrukturen, den Austausch mit ihren Validierungsumgebungen. Nur gemeinsam, durch stetigen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, wird es uns gelingen, ein europ\u00e4isches \u00d6kosystem f\u00fcr erfolgreiche und verantwortungsvolle Neurotechnologien aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n Jonathan Zwaan: An der Spitze \u2013 als weltweit anerkannter Marktf\u00fchrer im Bereich neuroadaptiver Technologien; mit kommerziellen Produkten, die in den verschiedensten Branchen mit Erfolg zum Einsatz gebracht werden; als etablierter Partner f\u00fchrender Unternehmen und Sicherheitsorganisationen. Ich will Zander Labs in Europa als treibende Kraft im Bereich Gehirn-Computer-Schnittstellentechnologien positionieren, Europa auf diesem Gebiet zur weltweit f\u00fchrenden Technologiemacht ausbauen.<\/p>\n\n\n\n Jonathan Zwaan: Da fallen mir mehrere ein: Investieren Sie, gerade zu Beginn, viel Zeit, in die Zusammenstellung Ihres Teams. Die Auswahl der richtigen Leute ist in der Fr\u00fchphase entscheidend \u2013 sogar noch wichtiger als die Kl\u00e4rung Ihrer Finanzierung. Dann: Kommunizieren Sie Ihre Gesch\u00e4ftsidee mit einem klaren Fokus auf Ihren Investoren. Der Schl\u00fcssel zu Ihrem Erfolg liegt darin, Ihren Investoren erfolgreich die Komplexit\u00e4t Ihrer Deep-Tech-Idee vor Augen zu f\u00fchren. Ber\u00fccksichtigen Sie, dass im Laufe der Zeit Strategie\u00e4nderungen erforderlich sein werden. Gerade die \u00dcbergangsphase von der Forschung zum Business erfordert ein Umdenken. Suchen Sie Sich gezielt Verb\u00fcndete. Strategische Partnerschaften und Netzwerke k\u00f6nnen Forschung, Entwicklung und den \u00dcbergang zur Marktreife deutlich beschleunigen. Und: Begreifen Sie fr\u00fche R\u00fcckschl\u00e4ge als Chance. Nutzen Sie sie, um die Vision Ihres Unternehmens zu verfeinern und zu sch\u00e4rfen.<\/p>\n\n\n\n Jonathan Zwaan: Streben Sie vom ersten Tag an nach Kundenvalidierung und Produkt-Markt-Passung \u2013 verlieren Sie unter keinen Umst\u00e4nden die f\u00fcr Sie relevanten Marktbed\u00fcrfnisse aus den Augen. Bauen Sie Sich ein \u00d6kosystem von Partnern auf. Niemand kann Deep Tech allein bewerkstelligen. Und: sichern Sie Sich m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig f\u00fcr Ihre forschungs- und entwicklungsintensiven Phasen die erforderlichen Finanzmittel. Halten Sie Sich an diese Ratschl\u00e4ge, sind Sie auf einem guten Weg.<\/p>\n\n\n\n Bild: Jonathan Zwaan @ Zander Labs<\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei\u00a0Jonathan Zwaan\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n Zander Labs<\/strong> https:\/\/www.zanderlabs.com\/<\/a> Ansprechpartnerin: Heather Hurd – Head of Marketing (heather@zanderlabs.com<\/a>)<\/p>\nWenn Sie an die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre denken, wo m\u00f6chten Sie Zander Labs dann sehen?<\/h3>\n\n\n\n
Welche pers\u00f6nlichen Erfahrungen aus Ihrer Start-up-Phase w\u00fcrden Sie jungen Unternehmern mit auf den Weg geben?<\/h3>\n\n\n\n
Welche drei konkreten Ratschl\u00e4ge haben Sie f\u00fcr Gr\u00fcnder, die ebenfalls im Deep-Tech-Sektor aktiv werden m\u00f6chten?<\/h3>\n\n\n\n
\n\n\n\nPremium Start-up: Zander Labs<\/h2>\n\n\n\n
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\nN\u00fcrnberger Str. 8
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\ninfo@zanderlabs.com<\/a><\/p>\n