{"id":118187,"date":"2025-11-03T09:43:57","date_gmt":"2025-11-03T08:43:57","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=118187"},"modified":"2026-07-05T12:08:10","modified_gmt":"2026-07-05T10:08:10","slug":"zenaris-digitale-teilhabe-in-der-pflege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/zenaris-digitale-teilhabe-in-der-pflege\/","title":{"rendered":"Wie kann Technologie helfen, Einsamkeit im Alter wirklich zu \u00fcberwinden?"},"content":{"rendered":"\n
Unser Co-Founder Haken hatte w\u00e4hrend der Corona-Zeit erlebt, wie stark seine Schwieger-Oma unter sozialer Isolation und Einsamkeit litt \u2013 was letztlich auch zu kognitiven Einbu\u00dfen gef\u00fchrt hat. Dieses Problem wollte er l\u00f6sen. Erste Versuche mit bestehenden Technologien funktionierten nicht wie gew\u00fcnscht. Als sich Hakan und Tim an der TU Darmstadt in einem Seminar kennenlernten, beschlossen sie, das Problem gemeinsam anzugehen. Daraus entstand schlie\u00dflich Zenaris.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben beide Entrepreneurship und Innovation Management an der TU Darmstadt studiert. Das Thema digitale Teilhabe f\u00fcr \u00e4ltere Menschen war f\u00fcr uns sehr greifbar, weil viele aus unserem Umfeld \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht hatten. Das Seminar an der Universit\u00e4t gab uns die M\u00f6glichkeit, eine echte L\u00f6sung zu entwickeln \u2013 und wir hatten Freude daran, das Thema aus der Theorie in die Praxis zu bringen.<\/p>\n\n\n\n
Unser System basiert auf einer sehr einfach zu bedienenden Fernbedienung mit zw\u00f6lf physischen Bildtasten. Jede Taste hat ein eigenes kleines Display, auf dem die jeweilige Funktion angezeigt wird. Das Prinzip ist: Ein Knopfdruck \u2013 eine Aktion am Fernseher. So k\u00f6nnen Nutzer nicht nur klassische Fernsehsender aufrufen, sondern auch Videotelefonate f\u00fchren, On-Demand-Inhalte nutzen oder mit der ambulanten Pflege interagieren.<\/p>\n\n\n\n
Unser Fokus liegt auf pflegebed\u00fcrftigen Menschen, insbesondere in der ambulanten Pflege. In aktuellen Pilotprojekten testen wir Zenaris in unterschiedlichen Umgebungen. Das Feedback ist sehr positiv \u2013 sowohl von den Nutzerinnen und Nutzern, die die einfache Bedienung sch\u00e4tzen, als auch von Pflegefachkr\u00e4ften, die eine Entlastung in ihrer t\u00e4glichen Arbeit erleben.<\/p>\n\n\n\n
Der Fernseher ist das gr\u00f6\u00dfte und vertrauteste Display im Haushalt \u2013 und nahezu alle Menschen in der ambulanten Pflege besitzen einen. Er ist ein vertrauter Bestandteil des Alltags und dadurch der ideale Zugangspunkt in die digitale Welt.<\/p>\n\n\n\n
Am Anfang haben wir einige Annahmen getroffen und erste Prototypen gebaut, zum Beispiel mit Touchscreens \u2013 die wurden aber nicht gut angenommen. Wir haben schnell gelernt, dass wir eng mit der Zielgruppe zusammenarbeiten m\u00fcssen. Seitdem testen wir jede Entwicklung gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern und beziehen ihr Feedback kontinuierlich ein.<\/p>\n\n\n\n
Wir verzichten komplett auf Men\u00fcstrukturen und Touchscreens. Unser System l\u00e4uft \u00fcber den Fernseher, den die Zielgruppe bereits kennt. Zudem arbeiten wir eng mit Pflegeeinrichtungen zusammen \u2013 unser Ziel ist nicht nur Unterhaltung, sondern auch echte Unterst\u00fctzung f\u00fcr Pflegekr\u00e4fte. Wir sind die einzigen, die bisher von ambulanten Pflegediensten empfohlen werden, da unser System auch die Arbeit f\u00fcr Pflegekr\u00e4fte vereinfacht.<\/p>\n\n\n\n
Diese Verbindung ist das Herzst\u00fcck von Zenaris. Unser Anspruch ist, dass die Technologie funktioniert, ohne zu \u00fcberfordern. Nur wenn Hardware, Software und Nutzererlebnis perfekt zusammenspielen, entsteht echte Akzeptanz.<\/p>\n\n\n\n
Neben der Fernsehl\u00f6sung gibt es die Zenaris Family App. Angeh\u00f6rige oder Pflegekr\u00e4fte k\u00f6nnen dar\u00fcber die Funktionen der Fernbedienung individuell anpassen \u2013 zum Beispiel Fotoalben hochladen oder Videocalls starten, egal wo sie gerade sind. So werden sie aktiv in die Kommunikation und Verwaltung eingebunden.<\/p>\n\n\n\n
Der Bedarf w\u00e4chst stark: Immer mehr Menschen sind pflegebed\u00fcrftig, w\u00e4hrend die verf\u00fcgbaren Ressourcen und Fachkr\u00e4fte abnehmen. Wir sehen gro\u00dfes Potenzial darin, die Pflege digital zu unterst\u00fctzen und gleichzeitig Lebensqualit\u00e4t zu schaffen. Hier wollen wir weiter wachsen und unser System stetig verbessern.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr uns geh\u00f6ren wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Mehrwert zusammen. Wir wollen Lebensfreude und digitale Teilhabe erm\u00f6glichen \u2013 und gleichzeitig Pflegekr\u00e4fte entlasten. Je besser uns das gelingt, desto gr\u00f6\u00dfer ist auch der gesellschaftliche Nutzen. Wir messen aktiv unseren Impact & entwickeln Features gezielt mit dem Hintergrund die soziale Isolation von Pflegebed\u00fcrftigen zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n
Erstens: Eng mit der Zielgruppe zusammenarbeiten \u2013 testen, zuh\u00f6ren, verstehen.
Zweitens: Dranbleiben, auch wenn es mal l\u00e4nger dauert oder R\u00fcckschl\u00e4ge gibt.
Und drittens: Freude an der Arbeit mit Menschen behalten. Soziale Innovation lebt von echten Beziehungen.<\/p>\n\n\n\n
Bild Tim Jefferys und Hakan Evcek<\/a> @ Zensaris<\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei Tim Jefferys<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n