{"id":118299,"date":"2025-11-07T08:43:15","date_gmt":"2025-11-07T07:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=118299"},"modified":"2026-06-10T08:03:17","modified_gmt":"2026-06-10T06:03:17","slug":"azubeasy-ausbildung-schueler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/azubeasy-ausbildung-schueler\/","title":{"rendered":"Wie kann Ausbildung wieder zur besten Zeit des Lebens werden?"},"content":{"rendered":"\n
Die Idee ist aus meiner eigenen Geschichte entstanden. Ich habe damals in meiner Hotelfachausbildung den Betrieb im 2. Lehrjahr gewechselt. Nach der Ausbildung wurde mir von verschiedenen Seiten nahe gelegt, dass ich doch studieren m\u00fcsste, um sp\u00e4ter mal was zu erreichen. Die alternativen Optionen zu m\u00f6glichen Weiterbildungen kamen hier gar nicht zur Sprache. Also getagt, getan und ich hab BWL studiert. \u00dcber die Jahre in meiner anschlie\u00dfenden Arbeit im Projektmanagement hab ich immer wieder festgestellt, dass Azubis nicht die Anerkennung erhalten, die ihnen zusteht. Also habe ich einfach mal angefangen mit meinem Blog und habe meine eigenen Erfahrungen geteilt. Das ganze hat sich dann weiter entwickelt \u00fcber meinen Podcast, \u00fcber meine Onlinekurse, meine Social Media Pr\u00e4senz bis hin so meinem Videoformat, meinen Speakings und Workshops.<\/p>\n\n\n\n
Wie eben schon erw\u00e4hnt kam die Idee aus meiner eigenen Geschichte. Ich habe damals schon in der Schule unsch\u00f6ne Erfahrungen gemacht mit einem Schulwechsel auf Grund von zu schlechten Noten. Durch zwei 5-er in Mathe und Englisch bin ich vom Gymnasium auf die Realschule gewechselt in der 7. Klasse. Das hei\u00dft ich wei\u00df auch gut, wie es Sch\u00fclern geht, wenn sie mit dem Druck aus der Schule und der Gesellschaft nicht mehr standhalten k\u00f6nnen. Mein Ziel war es von Anfang an Azubis endlich die Aufmerksamkeit zu schenken und die Anerkennung, die sie verdienen. Gleichzeitig ist es mein Ziel die Ausbildung zur Besten Zeit des Lebens zu gestalten und Sch\u00fclern endlich eine passende und zielgruppengerechte Orientierung in der Berufsorientierung zu bieten.<\/p>\n\n\n\n
Mein Ziel ist es schlichtweg die Ausbildung zur Besten Zeit des Lebens zu gestalten. Es ist so viel mehr als nur drei Jahre einen Beruf zu erlernen. In dieser Zeit formt und wandelt sich ein junger Mensch enorm, lernt sich selbst nochmals von einer ganz anderen Seite kennen, macht Fehler, f\u00e4llt hin, steht wieder auf und lernt dazu. Diese Zeit ist so besonders und pr\u00e4gend und genau darum geht es: es m\u00fcssen endlich auch die letzten Unternehmen verstehen, dass es hier nicht nur darum geht, eine Ausbildung zu machen. Es geht darum einen Jugendlichen zu begleiten, der eine Reise durchlebt, innerhalb der drei Jahre erwachsen wird und am Ende auf eigenen Beinen stehen kann.<\/p>\n\n\n\n
Bei meinem Videoformat 1 Tag als Azubi gehe ich in Unternehmen, schl\u00fcpfe selbst in die Rolle eines Azubis und begleite einen Azubi den Tag \u00fcber bei seiner Arbeit. Das ganze filme ich mit meine 360\u00b0 Kamera mit um jede Perspektive einzufangen. Durch 3-4 Stunden Videomaterial entsteht am Ende ein sehr authentisches, nahbares, ungeskriptetes und echtes Video in 2D-Format, dass auf YouTube f\u00fcr alle Sch\u00fcler und Azubis frei zug\u00e4nglich ist. <\/p>\n\n\n\n
Der Tag soll direkt erlebbar machen, wie die Ausbildung ablaufen kann, wie man in dem Unternehmen miteinander spricht, wie es in den B\u00fcros, Lagerr\u00e4umen oder auch Werkst\u00e4tten aussieht. Wie die Mittagspause abl\u00e4uft und wie die Kollegen miteinander umgehen. F\u00fcr uns alle sind das sehr allt\u00e4gliche Dinge, f\u00fcr junge Menschen ist das jedoch oft nicht greifbar. Auf Grund von einer Stellenanzeige mit 10-15 Punkten kann sich doch kein 17-j\u00e4hriger entscheiden, welchen Beruf er lernen will. Da geh\u00f6rt heute einfach ein bisschen mehr dazu.<\/p>\n\n\n\n
Meine eigenen Erfahrungen sind elementar f\u00fcr meine t\u00e4gliche Arbeit. Sch\u00fcler und Auszubildende merken das sofort, ob man ihnen etwas vormacht oder ob man ihnen echte Geschichten und Erlebnisse erz\u00e4hlt. Umso nahbarer und authentischer ich mit den Sch\u00fclern und Azubis sprechen kann, umso einfacher f\u00e4llt mir meine Arbeit. Zudem kenne ich beide Perspektiven: die der Azubine und die der Studentin. Das hei\u00dft ich urteile nicht vorschnell \u00fcber jemand, der in der einen oder anderen Rolle ist, sondern kann beide Gesichtspunkte sehr gut verstehen und nachvollziehen und mich auch reindenken.<\/p>\n\n\n\n
AZUBeasy setzt sich ja im wesentlichen aus drei verschiedenen Bestandteilen zusammen: aus meinem Videoformat 1 Tag als Azubi, meinen Trainings und Workshops f\u00fcr Azubis und meinen Speakings auf HR-Events, in denen ich die Insights der Azubis und Sch\u00fcler wiederum an Ausbilder teile. Das hei\u00dft ich schlage t\u00e4glich die Br\u00fccke zwischen Sch\u00fcler, Azubi und Ausbildungsbetrieb. Gleichzeitig bin ich t\u00e4glich mit Azubis und Sch\u00fclern \u00fcber Social Media in Kontakt, arbeite sehr viel direkt mit den Azubis in meinen Trainings und Onlinekursen zusammen und wei\u00df deshalb ganz genau, was die junge Generation heute so bewegt. <\/p>\n\n\n\n
Dieses Wissen kann ich entsprechend an Ausbildungsbetriebe weiter tragen, was f\u00fcr sie sehr wertvoll ist um ihre eigene Ausbildung stetig weiter zu entwickeln. Denn wenn wir mal ehrlich sind, wird kaum ein Azubi seinem Ausbildung wirklich ehrlich die Meinung zur eigene Ausbildung ins Gesicht sagen, vor allem wenn etwas nicht so gut l\u00e4uft. Das macht meine Arbeit bei AZUBeasy auf jeden Fall einzigartig.<\/p>\n\n\n\n
Bei allen Formaten die ich entwickelt habe bzw. die ich bespiele, versuche ich mich wieder in meine eigenen Ausbildung und meine Schulzeit reinzuversetzen. Gleichzeitig bin ich ja sowieso sehr eng mit den Sch\u00fclern und Azubis im Austausch, sodass ich mir hier auch immer sehr direktes und ungefiltertes Feedback einhole, sei es \u00fcber Social Media oder \u00fcber die Ausbildungsbetriebe. Und am Ende ist es auch viel Trial & Error. Wenn etwas nicht funktioniert – was auch schon vorgekommen ist – dann geh ich mit meinen Zielgruppen ins Gespr\u00e4ch und lerne daraus wieder, um meine Produkte stetig an die Anforderungen und Bed\u00fcrfnisse der Zielgruppen anzupassen.<\/p>\n\n\n\n
Wie jedes andere Start Up oder Unternehmen merke auch ich, dass die Investitionsbereitschaft aktuell nat\u00fcrlich auf Grund der teilweise wirtschaftlich angespannten Situation zur\u00fcckgegangen bzw. verhalten ist. Zudem muss man leider auch sagen, dass sobald Einsparungen intern vorgenommen werden, diese nicht in der Chefetage passieren, sondern meist in der Nahrungskette unten angesetzt werden, was dann leider sehr oft direkt die Auszubildenden betrifft. Das hei\u00dft es wird schlichtweg an der falschen Stelle gespart, denn der Nachwuchs ist am Ende unser aller Zukunft. Nichts desto trotz muss man sagen, dass viele Unternehmen es bereits verstanden haben, dass sie hier mehr Gas geben m\u00fcssen und nicht am falschen Ende sparen d\u00fcrfen. Und es ist auch sehr stark davon abh\u00e4ngig von welcher Branche wir sprechen, denn es geht nicht allen Branchen gleich gut oder schlecht.<\/p>\n\n\n\n
Wie eben schon erw\u00e4hnt haben es viele Unternehmen bereits verstanden, dass sie mehr in die Ausbildung investieren m\u00fcssen. Mein Videoformat und auch meine Trainings kommen sehr gut bei den Unternehmen an, auch wenn manche Unternehmen gegen\u00fcber einer neuen Marketingma\u00dfnahme noch skeptisch sind. So gilt es dann einfach auch diese Unternehmen mit den Erfolgen, Kennzahlen und der steigenden Zufriedenheit bestehender Auszubildenden zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n
Der Wandel darf nicht erst in der Ausbildung passieren, wir m\u00fcssen hier viel fr\u00fcher ansetzen, bereits in der Schule. Denn wenn die Basis der Berufsorientierung nicht stimmt, wird auch der weitere Verlauf mit der Ausbildung sich nicht grundlegend \u00e4ndern. Nicht umsonst bricht rund 1\/4 der Azubis die Ausbildung ab, was unter anderem eben auch an einem Miss-Match zwischen Sch\u00fcler und Betrieb liegt. Das hei\u00dft berufsvorbereitende Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen fl\u00e4chendeckend ausgerollt werden. Es m\u00fcssen meiner Meinung nach mindestens 3 verpflichtende Praktika pro Sch\u00fcler absolviert werden in unterschiedlichen Betrieben. Berufsmessen m\u00fcssten ab der 8. Klasse verpflichtend sein. Und wenn die Basis der Berufsorientierung dann stimmen sollte, kann man sich an die gesellschaftliche Akzeptanz der Berufsausbildung machen. Das steht dann allerdings wieder auf einem ganz anderen Blatt Papier.<\/p>\n\n\n\n
Mein Ziel ist es in den n\u00e4chsten Jahren mit AZUBeasy ein Team aufzubauen, um noch mehr Sch\u00fcler und Azubis erreichen zu k\u00f6nnen. Perspektivisch m\u00f6chte ich auch noch enger mit Kammern und Schulen, vielleicht auch der Arbeitsagentur und der Politik zusammenarbeiten, um einfach noch breiter die Message nach drau\u00dfen zu bringen: die Ausbildung zu Besten Zeit des Lebens zu gestalten. Und das funktioniert einfach nur gemeinschaftlich, wenn es in der gesellschaftlichen Anerkennung von der Ausbildung einen Wandel gibt und wenn die Berufsorientierung sich grundlegend ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n\n\n\n
Bild Lisa K\u00fchn @ Lisa K\u00fchn<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Lisa K\u00fchn<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n