{"id":118513,"date":"2025-11-17T08:20:31","date_gmt":"2025-11-17T07:20:31","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=118513"},"modified":"2026-06-10T08:03:10","modified_gmt":"2026-06-10T06:03:10","slug":"cerpro-qualitaetssicherung-und-qualitaetsprozesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/cerpro-qualitaetssicherung-und-qualitaetsprozesse\/","title":{"rendered":"Kann eine einfache Idee ein lange untersch\u00e4tztes Problem endlich l\u00f6sen?"},"content":{"rendered":"\n
CERPRO wurde vor rund zwei Jahren von Frederik, Sascha und mir gegr\u00fcndet. Die Idee entstand erst nach einem Pivot. Wir hatten urspr\u00fcnglich ein anderes Produkt entwickelt und merkten dann, dass Kunden es nur wegen eines einzelnen Features nutzten und zwar aus einem ganz bestimmten Grund, Qualit\u00e4tssicherung. Als wir verstanden, warum dieses Feature so relevant war, haben wir alles andere gestrichen und uns genau darauf konzentriert. So sind wir \u00fcber Umwege bei der Qualit\u00e4tssicherung gelandet, einem Bereich, der bisher erstaunlich wenig digitalisiert war, obwohl er das R\u00fcckgrat der Fertigung bildet.<\/p>\n\n\n\n
Wenn man sich heutige Qualit\u00e4tsprozesse anschaut, wird gr\u00f6\u00dftenteils reaktiv gearbeitet: Es wird gefertigt, gemessen und erst am Ende festgestellt, ob das Teil passt. Wenn nicht, beginnt der Prozess von vorn, das kostet Zeit, Geld und oft Material. Wir glauben, dass Qualit\u00e4t schon in der Konstruktion mitgedacht werden muss. Unsere Vision ist, mit CERPRO die Qualit\u00e4tssicherung dorthin zu bringen, wo sie wirklich beginnt, in den Entstehungsprozess eines Bauteils. Damit wollen wir einen neuen Standard setzen, wie produktive Qualit\u00e4t in Zukunft sichergestellt wird.<\/p>\n\n\n\n
Wir starten dort, wo der Pr\u00fcfprozess beginnt: bei den technischen Dokumenten. Unsere Software extrahiert automatisch alle relevanten Informationen aus Zeichnungen und legt fest, wie die Qualit\u00e4tssicherung sp\u00e4ter durchgef\u00fchrt werden soll. Gerade kleine und mittlere Zulieferer stehen st\u00e4ndig vor neuen Anforderungen ihrer Kunden. Diese wechselnden Vorgaben machen die Pr\u00fcfprozesse komplex und zeitaufw\u00e4ndig. CERPRO reduziert diesen Aufwand drastisch \u2013 aus Stunden werden Minuten, und der gesamte Ablauf wird klarer, konsistenter und fehler\u00e4rmer.<\/p>\n\n\n\n
Ein Kunde zeigte uns eine technische Zeichnung im Format A0 mit \u00fcber 1.000 Merkmalen. Er nummerierte sie per Hand und tippte alles anschlie\u00dfend in ein Excel-Template. Das dauerte Stunden oder sogar Tage, eine rein manuelle, monotone Aufgabe. In diesem Moment war f\u00fcr uns klar: Das l\u00e4sst sich mit moderner Technologie automatisieren. Niemand sollte so viel Zeit mit wiederkehrender Routinearbeit verbringen m\u00fcssen. Dieser Moment war der Startpunkt f\u00fcr CERPROs Fokus auf automatisierte Merkmalsextraktion.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben ein KI-Modell entwickelt, das branchen\u00fcbergreifend funktioniert \u2013 egal ob Maschinenbau, Medizintechnik oder Schiffsbau. Es erkennt Merkmale auf Zeichnungen unabh\u00e4ngig davon, ob diese als A4 oder A0 vorliegen, ob sie handgezeichnet oder direkt aus CAD-Systemen exportiert sind. Diese Kombination aus Flexibilit\u00e4t und Robustheit ist einzigartig.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Kunden sch\u00e4tzen vor allem die Einfachheit. F\u00fcr sie z\u00e4hlt nicht, ob im Hintergrund KI arbeitet, sondern dass die Software sofort Ergebnisse liefert. Viele haben zuvor L\u00f6sungen ausprobiert, deren Einf\u00fchrung Monate dauerte und deren Mehrwert sich nie wirklich gezeigt hat. CERPRO ist in wenigen Tagen einsatzbereit, intuitiv bedienbar und schafft sofort sp\u00fcrbare Entlastung. Jeder automatisierte Pr\u00fcfbericht zeigt den Mehrwert direkt und genau das schafft Vertrauen.<\/p>\n\n\n\n
Datensicherheit ist f\u00fcr uns ein zentraler Punkt, denn technische Zeichnungen enthalten sensible Konstruktionsinformationen. Wir hosten alle Daten auf dedizierten Servern in Deutschland und legen gro\u00dfen Wert auf Transparenz gegen\u00fcber unseren Kunden. Zus\u00e4tzlich gibt es eine hybride Variante, bei der Daten lokal gespeichert werden. F\u00fcr besonders sicherheitskritische Industrien, etwa Luft- und Raumfahrt, entwickeln wir aktuell eine vollst\u00e4ndige On-Premise-Version.<\/p>\n\n\n\n
Unsere gr\u00f6\u00dfte Herausforderung liegt darin, die Industrie zu erreichen \u2013 nicht, weil sie nicht offen f\u00fcr neue Technologien w\u00e4re, sondern weil viele gar nicht wissen, was heute schon m\u00f6glich ist. Wir kombinieren deshalb klassische Wege wie Messen und Fachveranstaltungen mit modernen Kan\u00e4len wie LinkedIn und Instagram. So schaffen wir nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch Verst\u00e4ndnis. Oft erleben wir, dass Unternehmen digitale L\u00f6sungen gar nicht ablehnen, sondern schlicht nicht wussten, dass es sie gibt.<\/p>\n\n\n\n
Qualit\u00e4tssicherung ist gepr\u00e4gt von klaren, wiederholbaren Prozesse. Genau das macht sie pr\u00e4destiniert f\u00fcr den Einsatz von KI. Automatisierung kann die Dokumentation und Datenauswertung \u00fcbernehmen, sodass Mitarbeiter sich auf das konzentrieren k\u00f6nnen, was menschliches Urteilsverm\u00f6gen erfordert \u2013 die Bewertung kritischer Entscheidungen. Gleichzeitig entstehen entlang des gesamten Prozesses enorme Datenmengen, die wiederum zur Verbesserung der Modelle beitragen. KI wird Qualit\u00e4tssicherung nicht ersetzen, sondern sie einfacher, schneller und besser machen.<\/p>\n\n\n\n
Heute arbeiten wir haupts\u00e4chlich mit Zulieferern, die in der Regel keinen Einfluss auf die Konstruktion haben. In Zukunft wollen wir Qualit\u00e4tssicherung bereits in die Designphase integrieren \u2013 also dorthin, wo entschieden wird, wie Bauteile aufgebaut sind. So lassen sich Abstimmungen und Nacharbeiten zwischen OEMs und Zulieferern deutlich reduzieren. Da viele Konstruktionsnormen international vereinheitlicht sind, wollen wir unser Produkt schrittweise in neue M\u00e4rkte bringen und Qualit\u00e4t global vernetzbar machen.<\/p>\n\n\n\n
Wir wollten gr\u00fcnden, weil wir wirklich etwas bewegen m\u00f6chten. Die Fertigungsindustrie in Europa hat dabei enormes Potenzial, weil hier Startups<\/a> mit ihren Kunden vor Ort arbeiten k\u00f6nnen und enorme Mengen an Daten f\u00fcr spannende L\u00f6sungen vorhanden sind. Aus unserer Sicht m\u00fcssten aus dieser Industrie noch viel mehr Startups aus Deutschland kommen, da es f\u00fcr amerikanische Startups schwerer ist, hier Fu\u00df zu fassen. Wenn uns dann unsere Kunden sagen, dass sie seit Jahren genau nach so einer L\u00f6sung gesucht haben, best\u00e4tigt das, dass wir auf dem richtigen Weg sind.<\/p>\n\n\n\n Erstens: H\u00f6rt wirklich auf eure Kunden. Wir haben anfangs zu viel gebaut, weil wir dachten, jedes zus\u00e4tzliche Feature mache das Produkt besser. Am Ende war es genau das Gegenteil. Der Schl\u00fcssel ist das eine Feature, das ein echtes Problem l\u00f6st. Bild Gr\u00fcnderteambild (v. l. n. r.): Henrik Pitz, Frederik Frei, Sascha M\u00fcller (c) Peter Mate<\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei den Henrik Pitz<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n Cerpro GmbH<\/strong>Welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrden Sie anderen Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcndern geben, die mit einer technischen L\u00f6sung in eine etablierte Industrie einsteigen m\u00f6chten?<\/h3>\n\n\n\n
Zweitens: Probiert verschiedene Wege, um eure Zielgruppe zu erreichen. Auch in konservativen Branchen funktionieren neue Kan\u00e4le, in unserem Fall h\u00e4tten wir beispielsweise nie gedacht, dass Instagram f\u00fcr uns einer der st\u00e4rksten Vertriebskan\u00e4le wird. Wir haben es einfach mit einem kleinen Budget getestet und dann aus den Daten gelernt.
Drittens: Denkt von Anfang an in wiederkehrenden Ums\u00e4tzen. In etablierten Industrien wird oft mit Pilotprojekten gestartet. Pilotprojekte sind wichtig, aber sie sollten immer der Einstieg in eine langfristige Zusammenarbeit sein. Definiert von Beginn an, wie es nach dem Pilotprojekt weitergeht und was passieren muss, dass das Projekt in eine Subskription \u00fcbergeht.<\/p>\n\n\n\n
\n\n\n\nPremium Start-up: CERPRO<\/h2>\n\n\n\n
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