{"id":118975,"date":"2025-12-16T07:52:37","date_gmt":"2025-12-16T06:52:37","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=118975"},"modified":"2026-06-10T08:01:34","modified_gmt":"2026-06-10T06:01:34","slug":"serwas-server-waerme-sinnvoll-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/serwas-server-waerme-sinnvoll-nutzen\/","title":{"rendered":"K\u00f6nnen Server unsere H\u00e4user wirklich nachhaltig heizen?"},"content":{"rendered":"\n
Serwas ist ein Startup aus Tirol, das Server so einsetzt, dass sie nicht nur rechnen, sondern gleichzeitig Geb\u00e4ude heizen. Wir nutzen die Abw\u00e4rme der Server und machen sie direkt vor Ort als W\u00e4rmequelle verf\u00fcgbar. Unsere Vision ist, digitale Infrastruktur zu einem aktiven Bestandteil der Energiewende zu machen. Hinter Serwas stehen drei Gr\u00fcnder mit technischem und unternehmerischem Hintergrund, die Energie, Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam denken.<\/p>\n\n\n\n
Die Idee entstand, als ich urspr\u00fcnglich die B\u00e4ckerei meines Vaters mit einem Bitcoin Miner heizen wollte. Dabei wurde schnell klar, wie viel W\u00e4rme Computerchips erzeugen und wie wenig davon genutzt wird. Im Sommer hat sich der Betrieb jedoch nicht mehr gelohnt, weil die W\u00e4rme nicht gebraucht wurde. So entstand der Gedanke, die Server direkt in das Warmwassersystem einzubinden und die W\u00e4rme ganzj\u00e4hrig nutzbar zu machen. Daraus entwickelte sich Schritt f\u00fcr Schritt ein neues Heizsystem, das Serverabw\u00e4rme effizient f\u00fcr Geb\u00e4ude verf\u00fcgbar macht.<\/p>\n\n\n\n
Wir verfolgen die Vision, dass digitale Infrastruktur nicht nur Energie verbraucht, sondern Teil der Energiewende wird. Server sollen W\u00e4rme liefern, Geb\u00e4ude versorgen und gleichzeitig regionale Rechenleistung bereitstellen. Daf\u00fcr installieren wir nun schrittweise mehr Einheiten, um ein dezentrales Netz aus W\u00e4rme- und Rechenpunkten aufzubauen. Der n\u00e4chste gro\u00dfe Schritt ist eine eigene Cloud-Dienstleistung, die lokale Unternehmen mit nachhaltiger Rechenleistung versorgt.<\/p>\n\n\n\n
Unsere erste Produktgeneration richtet sich vor allem an Eigenheimbesitzer, idealerweise mit einer PV-Anlage. Die zweite Produktgeneration, die wir n\u00e4chstes Jahr ver\u00f6ffentlichen, fokussiert sich st\u00e4rker auf Unternehmen mit konstantem W\u00e4rmebedarf oder hohem Bedarf an Rechenleistung. Dass wir die Anforderungen unserer Kunden erf\u00fcllen, stellen wir durch intensive Testphasen sicher, in die wir unsere Nutzer aktiv einbeziehen.<\/p>\n\n\n\n
Einzigartig ist unser Ansatz, weil wir Server erstmals dezentral betreiben und ihre W\u00e4rme direkt im Geb\u00e4ude nutzen k\u00f6nnen, ohne zus\u00e4tzliche Technik wie W\u00e4rmepumpen oder andere Systeme. Die W\u00e4rme steht sofort als Heizenergie zur Verf\u00fcgung. Zukunftsf\u00e4hig ist das Modell, weil der Bedarf an Rechenleistung in den kommenden Jahren exponentiell wachsen wird und wir gleichzeitig unsere fossilen Heizsysteme auf erneuerbare L\u00f6sungen umstellen m\u00fcssen. Serwas verbindet beides und macht digitale Infrastruktur zu einer lokalen, erneuerbaren W\u00e4rmequelle.<\/p>\n\n\n\n
Technische Herausforderungen sind mittlerweile gro\u00dfteils bew\u00e4ltigt. Aktuell stehen wir vor allem vor regulatorischen und unternehmerischen Themen, etwa im Zusammenhang mit der Datenschutz-Grundverordnung und der Einf\u00fchrung eines v\u00f6llig neuen Systems am Markt. Wir gehen diese Schritte strukturiert an und holen bei gr\u00f6\u00dferen Fragestellungen gezielt Experten aus unseren Netzwerken hinzu, um fundierte L\u00f6sungen zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n
Wir arbeiten mit hohen Wassertemperaturen und nutzen standardisierte Hydraulikkomponenten. Dadurch k\u00f6nnen wir unser System direkt in bestehende Heizungsanlagen einbinden, ohne zus\u00e4tzliche Technik oder gro\u00dfe Umbauten. Die Regelung l\u00e4uft automatisch, sodass der Betrieb f\u00fcr Kunden einfach bleibt und kaum zus\u00e4tzlichen Aufwand erfordert.<\/p>\n\n\n\n
Serwas kann einen direkten Beitrag leisten, indem wir fossile W\u00e4rmequellen durch erneuerbare Serverw\u00e4rme ersetzen. Gleichzeitig entsteht regionale Rechenleistung, die sonst in gro\u00dfen Rechenzentren mit hohem Energieverbrauch aufgebaut w\u00fcrde. Dadurch senken wir CO\u2082-Emissionen und machen Geb\u00e4ude unabh\u00e4ngiger von fossilen Energietr\u00e4gern.<\/p>\n\n\n\n
Wir planen die Integration leistungsst\u00e4rkerer Servermodule, die speziell f\u00fcr KI-Anwendungen optimiert sind. Zus\u00e4tzlich entwickeln wir eine eigene Cloud-Dienstleistung, um lokale Unternehmen mit regionaler Rechenleistung zu unterst\u00fctzen. Parallel verbessern wir K\u00fchlung, Hydraulik und Automatisierung, damit unsere Systeme noch effizienter und einfacher zu integrieren sind.<\/p>\n\n\n\n
Wir m\u00f6chten unser Gesch\u00e4ftsmodell ausbauen, indem wir mehr Einheiten installieren und damit ein dezentrales Netz aus W\u00e4rme- und Rechenpunkten schaffen. Skalierbarkeit ist daf\u00fcr zentral, denn nur durch standardisierte Hardware und einfache Installationsprozesse k\u00f6nnen wir viele Standorte schnell aufbauen. Langfristig wollen wir regionale Cloud-Dienste anbieten, die auf dieser Infrastruktur basieren.<\/p>\n\n\n\n
Praxisnahe Tests, fr\u00fches Kundenfeedback und konsequente Priorisierung waren f\u00fcr uns entscheidend. Diese Punkte beschleunigen die Entwicklung und verhindern Fehlentscheidungen.<\/p>\n\n\n\n
Einfach mal machen und nicht zu lange in der Theorie bleiben.
Lernt das Problem, das ihr l\u00f6sen wollt, bis ins kleinste Detail zu verstehen.
Holt euch fr\u00fch Feedback von Nutzern und Experten, statt alles nur intern zu diskutieren.<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits: Serwas Fotograf Johannes Aitzetmueller<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Timo Berkmann<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n