{"id":120464,"date":"2026-02-04T08:22:15","date_gmt":"2026-02-04T07:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=120464"},"modified":"2026-06-09T11:35:04","modified_gmt":"2026-06-09T09:35:04","slug":"v21-daemmung-edelstahl-fuer-energieeffiziente-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/v21-daemmung-edelstahl-fuer-energieeffiziente-gebaeude\/","title":{"rendered":"Warum bleibt effiziente D\u00e4mmung die Ausnahme?"},"content":{"rendered":"\n
V21 wurde 2019 in Hamburg gegr\u00fcndet \u2013 aus der Vision, die D\u00e4mmstoffindustrie grundlegend zu ver\u00e4ndern. Roland Wiedenroth ist Co-Founder und CEO und verantwortet Strategie, Finanzierung und Markteintritt. Dr. Jens Struckmeier ist Co-Founder und CIO und treibt Technologie-Strategie, Innovation und IP voran.<\/p>\n\n\n\n
Die initiale Idee vor der Gr\u00fcndung von V21 war es, eine W\u00e4rmed\u00e4mmung mit Hilfe sehr d\u00fcnnwandiger evakuierter Glasr\u00f6hrchen herzustellen. Grundlage daf\u00fcr war ein Patent, in dessen Kern der Verbund vieler kleiner Thermoskannen stand. Die gro\u00dfe Herausforderung war zu diesem Zeitpunkt jedoch die Skalierung der Produktion. Doch diese Vorarbeit hat den Grundstein f\u00fcr die Technologie der \u201eflachen Thermoskanne\u201c von heute gelegt.
Diese L\u00f6sung adressiert ein klares Marktversagen: Es gibt bis heute kein Material, das hohe D\u00e4mmleistung, Robustheit, lange Lebensdauer und Kreislauff\u00e4higkeit vereint \u2013 obwohl Europa j\u00e4hrlich \u00fcber 110 Milliarden Euro durch unzureichend ged\u00e4mmte Geb\u00e4ude verliert.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben die Thermoskanne flach gemacht und bringen sie an die Wand: V21 entwickelt die weltweit erste dauerhaft stabile, kreislauff\u00e4hige Hochleistungsd\u00e4mmung aus Edelstahl. Langfristig wollen wir Energieverluste und CO\u2082-Emissionen dort reduzieren, wo sie besonders relevant sind: in Geb\u00e4uden, Logistik und Speicherinfrastruktur \u2013 als Baustein zur Erreichung globaler Klimaziele.<\/p>\n\n\n\n
Im Fokus stehen B2B-Anwender, f\u00fcr die Platz, Energieeffizienz und CO\u2082-Kosten entscheidend sind:
Modularer Geb\u00e4udebau (Wohn-, B\u00fcro-, Schulmodule)
Sanierung von Bestandsgeb\u00e4uden, insbesondere Vorhangfassaden
Im n\u00e4chsten Schritt folgen K\u00fchlcontainer-Logistik, saisonale W\u00e4rmespeicher und Batterietechnik f\u00fcr E-Fahrzeuge \u2013 langfristig auch der traditionelle Neubau.
Ein weiteres sehr spannendes Feld sind Brandschutzanwendungen, hier haben wir durch unser Basismaterial bereits einen entscheidenden Vorteil.<\/p>\n\n\n\n
Wir starten bewusst in M\u00e4rkten mit hohem Standardisierungsgrad und festgelegten Modulgr\u00f6\u00dfen \u2013 das erleichtert Skalierung und Produkt-Fit. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit Partnern und Pilotkunden zusammen und entwickeln Produktlinien, die auf derselben Kerntechnologie basieren.<\/p>\n\n\n\n
ZeroCoreVac kombiniert Eigenschaften, die sonst nicht zusammengehen:
Ultrad\u00fcnn: ca. 3 cm statt 30 cm bei gleicher D\u00e4mmwirkung
Hocheffizient: bis zu 60 % Energieeinsparung
Langlebig: 50+ Jahre, extrem robust, nicht brennbar
Zirkul\u00e4r: wiederverwendbar und vollst\u00e4ndig recycelbar
Dazu kommt: Edelstahl macht die Paneele sehr mechanisch belastbar und wetterbest\u00e4ndig \u2013 eine Kombination, die bisher kein anderer D\u00e4mmstoff erreicht.<\/p>\n\n\n\n
Die Herausforderung lag darin, ein dauerhaft stabiles Hochvakuum in einer flachen Bauform industriell herstellbar zu machen \u2013 mit dauerhaft dichter H\u00fclle, hoher Pr\u00e4zision und Serienf\u00e4higkeit, ohne die typischen Schw\u00e4chen klassischer VIPs (Empfindlichkeit, geringe Formate, Alterung).<\/p>\n\n\n\n
Eine absolut zentrale Rolle. Regulatorik und steigende Anforderungen (u. a. aus Dekarbonisierung und Geb\u00e4udestandards) erh\u00f6hen den Druck auf Materialien, die brennbar, fossilbasiert oder schwer recycelbar sind. Edelstahl ist nicht brennbar und voll wiederverwendbar \u2013 das ist f\u00fcr uns kein \u201eNice-to-have\u201c, sondern Kern des Produktdesigns.<\/p>\n\n\n\n
Weil man dort den Mehrwert sofort sieht: Platzgewinn, Energieeinsparung und Performance. Gerade im modularen Bau und in Vorhangfassaden sind die Anforderungen an Raumausnutzung und Standardisierung hoch \u2013 ideal, um Technologie schnell in die Anwendung zu bringen und skalierbar zu machen.<\/p>\n\n\n\n
Mit der aktuellen Finanzierungsrunde treiben wir den Sprung von TRL 5 auf TRL 7: Wir realisieren Pilotprojekte, bauen Pilotproduktion und Anwendungspartnerschaften aus \u2013 und starten die ersten Lizenzums\u00e4tze. Parallel arbeiten wir an weiteren Produktlinien (Reefer, Storage, Flex).<\/p>\n\n\n\n
Ein wichtiger Faktor ist es, an die Innovation zu glauben. Es gibt immer mehr Zweifler als Macher. Ohne Resilienz wird es daher nicht funktionieren. Als Gr\u00fcnder sollte eine gut ausgepr\u00e4gte Leidensf\u00e4higkeit mitgebracht werden.
Das Team ist der entscheidende Faktor. Die Idee kann noch so gut sein, ohne die richtigen Leute ist es fast unm\u00f6glich, diese erfolgreich umzusetzen.
Rechtzeitig Feedback vom Markt einholen, ohne die IP des Produktes zu verletzen. Anpassungsf\u00e4higkeit geht hier \u00fcber Stolz.<\/p>\n\n\n\n
Bild: Teambild @ V21<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Roland Wiedenroth<\/a> und Dr. Jens Struckmeier<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n