{"id":121147,"date":"2026-03-09T08:16:45","date_gmt":"2026-03-09T07:16:45","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=121147"},"modified":"2026-06-09T11:15:05","modified_gmt":"2026-06-09T09:15:05","slug":"speiki-familien-baby-alltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/speiki-familien-baby-alltag\/","title":{"rendered":"Wie wird aus einer spontanen Idee am Wohnzimmertisch ein erfolgreiches Unternehmen?"},"content":{"rendered":"\n
Ehrlich gesagt war es weniger Mut als Pragmatismus. Mein Sohn hat sehr stark gespuckt und der Alltag war dadurch unglaublich anstrengend. Ich habe einfach versucht, ein Problem zu l\u00f6sen, das uns jeden Tag besch\u00e4ftigt hat. Die erste Version des SPEIKI entstand am Wohnzimmertisch \u2013 ganz ohne gro\u00dfen Plan. Erst als ich gemerkt habe, dass andere Familien genau das gleiche Problem haben, wurde aus der Idee langsam mehr.<\/p>\n\n\n\n
Ich habe schon einige Jahre mit dem Schritt in die Selbstst\u00e4ndigkeit gelieb\u00e4ugelt. Dass es auf diesem Weg passiert ist, war unerwartet, aber ich habe es begr\u00fc\u00dft. Seitdem hat sich mein Blick auf Unternehmertum eher best\u00e4tigt als ge\u00e4ndert. Die Leidenschaft f\u00fcr das eigene Produkt, das eigene Unternehmen ist ein starkes Moment, dass mir Spa\u00df macht. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich hat sich gezeigt, dass sich mein breiter Erfahrungsrahmen meines bisherigen Berufslebens enorm ausgezahlt hat. So schreckt mich kein Bereich wirklich ab: Ob Buchhaltung, Einkauf oder Vertrieb – endlich kann ich alles einsetzen, was ich kann.<\/p>\n\n\n\n
Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil ist die N\u00e4he zum Produkt und zu den Familien, die es nutzen. Ich bekomme direkt mit, was funktioniert und was im Alltag wirklich hilft. Entscheidungen kann ich schnell treffen, ohne lange Abstimmungen. Das h\u00e4lt die Marke sehr fokussiert und authentisch. Zudem halte ich die Kosten so im Griff. Da ich mein Unternehmen mittels Bootstrapping finanziere und ohne Vorfinanzierung arbeite, kann ich gesund wachsen.<\/p>\n\n\n\n
Ich erweitere das Sortiment nur dort, wo ich im Alltag von Familien wirklich einen Bedarf sehe. Das SPEIKI selbst bleibt der Kern. Alles andere erg\u00e4nzt dieses Thema rund um Stillzeit, Babyalltag und Entlastung. Dieser klare Fokus hilft dabei, die Qualit\u00e4t hoch zu halten und nicht jedem Trend hinterherzulaufen. Als n\u00e4chsten Wachstumsschritt plane ich die Ausweitung auf den EU-Markt. 2026 starte ich mit Frankreich, Italien und die Niederlande sind in Planung.<\/p>\n\n\n\n
Ich frage mich bei vielen Entscheidungen: Hilft das Familien wirklich im Alltag \u2013 oder lenkt es nur ab? Wenn etwas nicht zum Kernprodukt oder zur Marke passt, lasse ich es bewusst weg. Diese Klarheit hilft, Energie und Zeit auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich Wirkung haben. Unternehmensintern pr\u00fcfe ich immer: Zahlt diese Ma\u00dfnahme auf den Abverkauf ein? Und in welchem Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis steht sie? So haushalte ich meine Ressourcen.<\/p>\n\n\n\n
Regionalit\u00e4t war mir von Anfang an wichtig. Das SPEIKI wurde am Ammersee entwickelt, das Unternehmen sitzt heute im Allg\u00e4u und gefertigt wird in einer N\u00e4hmanufaktur in der Oberpfalz. Diese kurzen Wege geben mir viel Kontrolle \u00fcber Qualit\u00e4t und Produktion. Gleichzeitig sch\u00e4tzen viele Kundinnen und Kunden genau diese Transparenz und Bodenst\u00e4ndigkeit. Als Unternehmerin sehe ich mich zudem in der Verpflichtung, verantwortungsvoll zu handeln. Dazu geh\u00f6rt f\u00fcr mich die bewusste Entscheidung f\u00fcr den Standort Deutschland und nicht eine reine Gewinnmaximierung.<\/p>\n\n\n\n
Die Vereinbarkeit von Unternehmertum, Familie und Beruf ist im Alltag tats\u00e4chlich eine st\u00e4ndige Balanceaufgabe. Wenn man ein eigenes Unternehmen aufgebaut hat, l\u00e4sst es einen gedanklich kaum los. Ich denke eigentlich rund um die Uhr an SPEIKI, und ich nutze oft jede freie Minute, um etwas voranzubringen \u2013 eine Idee festzuhalten, eine Anfrage zu beantworten oder an Verbesserungen zu arbeiten. Das geh\u00f6rt f\u00fcr mich zum Unternehmertum dazu, auch wenn ich inzwischen wei\u00df, dass dieses \u201e24\/7-Denken\u201c nicht immer nur gut ist.<\/p>\n\n\n\n
Was sich seit der Gr\u00fcndung ver\u00e4ndert hat, ist vor allem meine Erfahrung im Umgang damit. Am Anfang wollte ich alles sofort l\u00f6sen und perfekt machen. Heute versuche ich bewusster Priorit\u00e4ten zu setzen und mir auch zu erlauben, dass nicht alles gleichzeitig passieren muss. Das Unternehmen ist gewachsen \u2013 aber genauso ist auch mein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr gewachsen, dass nachhaltiges Arbeiten nur funktioniert, wenn man sich selbst nicht dauerhaft \u00fcberfordert.<\/p>\n\n\n\n
Wahrscheinlich w\u00fcrde ich mir am Anfang etwas mehr Gelassenheit erlauben. Viele Dinge entwickeln sich erst mit der Zeit \u2013 das Produkt, die Marke, die Community. R\u00fcckblickend war der wichtigste Schritt einfach anzufangen und auf die R\u00fcckmeldungen der Familien zu h\u00f6ren. „Better done than perfect“ ist heute eher meine Devise als am Anfang.<\/p>\n\n\n\n
Bild: Copyright\/Fotograf (c) Darren Jacklin<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Karin Mehling<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n