{"id":121354,"date":"2026-04-07T10:01:32","date_gmt":"2026-04-07T08:01:32","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=121354"},"modified":"2026-04-07T10:01:33","modified_gmt":"2026-04-07T08:01:33","slug":"dehub-dortmund-logistics-logistik-ki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/dehub-dortmund-logistics-logistik-ki\/","title":{"rendered":"Steht die Logistik vor einer Zukunft, in der KI die Entscheidungen trifft?"},"content":{"rendered":"\n
Der Logistics Hub in Dortmund ist zentraler Teil eines einzigartigen \u00d6kosystems, in dem Wissenschaft, Industrie, Start ups und offene Technologieinitiativen systematisch zusammenarbeiten. 2021 wurde Dortmund von der EU zur europ\u00e4ischen Innovationshauptstadt ernannt European Capital of Innovation Awards \u2013 damals wie heute folgen wir dem Paradigma: Dortmund Stadt der Nachbarn. Dies beschreibt den typischen Dortmunder Willen, unbedingt etwas gemeinsam auf den Weg zu bringen und das in dem im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlosen Vertrauen, gemeinsam die Welt ein St\u00fcck in die richtige Richtung zu bewegen. Wirft man einen Blick auf die unmittelbare Nachbarschaft des Logistics Hub in Dortmund, so wird das weltweit einmalige \u00d6kosystem deutlich, in dem mehr als tausend Menschen an der Zukunft der Logistik arbeiten.<\/p>\n\n\n\n
Digital Hub Management GmbH als Orchestrator des Innovations\u00f6kosystems Logistik + IT
Fraunhofer IML als gr\u00f6\u00dftes Logistikinstitut Europas
Fraunhofer ISST als weiterer Kompetenztr\u00e4ger im Bereich IT
TU Dortmund mit den Logistik Lehrst\u00fchlen und der bedeutenden Informatik Fakult\u00e4t
Lamarr Institut f\u00fcr Maschinelles Lernen und KI mit internationaler Spitzenforschung
Open Logistics Foundation als Plattform f\u00fcr Open Source Standards in der Logistik
International Data Spaces Association als Initiative f\u00fcr souver\u00e4nen Datenaustausch
Digital Hub Logistics e.V. als Netzwerkstruktur
Das EU Projekt European Digital Innovation Hub Dortmund EDIH DO, welches KMU bei der digitalen Transformation und KI Adoption unterst\u00fctzt
Leistungszentrum Logistik + IT
Technologiezentrum Dortmund TZDO mit einer aktiven Start up Community und der Verortung von zahlreichen IT und Technologieunternehmen und einem neuen Geb\u00e4ude als Zentrum f\u00fcr Logistik und IT
Centrum f\u00fcr Entrepreneurship und Transfer CET der TU Dortmund<\/p>\n\n\n\n
Im Mittelpunkt steht die \u00dcberzeugung, dass Logistik nur dann nachhaltig digitalisiert und gestaltet werden kann, wenn Forschung, technische Entwicklung und Unternehmertum an einem Ort stattfinden. Und das ist ein ganz entscheidender Faktor, denn Innovation entsteht heute in agilen Teams, deren Zusammensetzung sich im Laufe einer Entwicklung immer wieder \u00e4ndert. Das Geheimnis des Erfolges ist es, viele Menschen mit unterschiedlichem Erfahrungshintergrund und aus verschiedenen Fachrichtungen zu finden, die der Wille eint, neue Technologien und Methoden zu gestalten, die die Welt ein wenig besser machen. Im Dortmunder Logistics Hub muss man keine f\u00fcnf Minuten gehen, um mehr als tausend solcher Menschen zu finden.<\/p>\n\n\n\n
Der Logistics Hub Dortmund bietet eine F\u00fclle unterschiedlicher Formate, die bei der Suche nach geeigneten Fachleuten, Start ups oder Industriepartnern helfen. Zum Beispiel im Bereich der K\u00fcnstlichen Intelligenz fungiert der Hub auch als Integrator: KI wird hier nicht isoliert betrachtet, sondern als Bestandteil eines digitalen Kontinuums \u2013 von autonomen Softwareagenten \u00fcber Smart Contracting bis hin zu humanoider Robotik in Distributionszentren. Der Hub schafft die strukturellen Voraussetzungen, damit KI L\u00f6sungen nicht im Labor verbleiben, sondern in realen Supply Chains wirksam werden.<\/p>\n\n\n\n
N\u00fctzliche K\u00fcnstliche Intelligenz entsteht nicht nur in der Logistik erst in ihrer Anwendung, wenn sie sich \u00fcber Sensoren und Aktoren mit der jeweiligen Umgebung im Labor oder im Betrieb in Verbindung setzt und lernt. Das gilt f\u00fcr humanoide Roboter ebenso wie f\u00fcr die Software Agenten im Management. In Dortmund haben wir die einmalige Situation, dass wir an einem Ort einerseits die Forschung und Entwicklung von den Grundlagen im Lamarr Institut \u00fcber die Anwendung im Fraunhofer IML und den Communities der Open Logistics Foundation bis zur betrieblichen Nutzung in Start ups, Start ins und in \u00fcber hundert Firmenkooperationen im Digital Hub Verein, in Enterprise Labs und vielen Projekten aufgebaut haben. <\/p>\n\n\n\n
Andererseits bilden wir die Logistik selbst vollst\u00e4ndig ab: vom Sensor MotionMiners, 5G und 6G \u00fcber den Ladungstr\u00e4ger Logistikbude, intelligente Tonne ITCpro, den Transport LoadRunner bis zum Supply Chain Management. Es gibt keine wei\u00dfen Flecken in der logistischen Innovationslandkarte im Dortmunder Logistics Hub. So wird KI nicht nur entwickelt, sondern systemisch in Wertsch\u00f6pfungsnetzwerke integriert.<\/p>\n\n\n\n
In der Logistik geht es darum, Dinge vern\u00fcnftig zu bewegen. Auf dem Shopfloor werden dazu schon heute Schw\u00e4rme intelligenter, autonomer Roboter AMR eingesetzt. In naher Zukunft werden humanoide Roboter hinzukommen und den Menschen an vielen einfachen Arbeitspl\u00e4tze in der Logistik ersetzen. Auf der Stra\u00dfe werden wiederum autonome Lkw fahren. Die Technik daf\u00fcr halten wir in H\u00e4nden und Elon Musk et al. haben f\u00fcr dieses Jahr Humanoide f\u00fcr Leasingraten weit unter dem deutschen Mindestlohn angek\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n
Was die KI im Supply Chain Management betrifft, folge ich Roland Busch, Vorstandsvorsitzender von Siemens, der zur Er\u00f6ffnung der Hannover Messe 2025 formulierte: Die n\u00e4chste Generation von Managern wird ein Team aus Menschen und KI Agenten f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n
In diesem Sektor liegen die gr\u00f6\u00dften Hebel dort, wo Komplexit\u00e4t auf Dynamik trifft:
automatisierte Ausschreibungs und Verhandlungsprozesse RFQ,
Echtzeit Routenoptimierung,
Nachfrage und Kapazit\u00e4tsprognosen,
Batch Optimierung in der Kommissionierung,
Risiko und St\u00f6rungsmanagement in globalen Lieferketten,
um nur einige Beispiele im Supply Chain Management zu nennen.<\/p>\n\n\n\n
Startups profitieren von:
direktem Zugang zu Industriepartnern,
realen Testfeldern und den Enterprise Labs im Fraunhofer IML,
Open Source Daten und Standardisierungsinfrastruktur \u00fcber International Data Spaces und Open Logistics Foundation,
wissenschaftliche Unterst\u00fctzung durch das Lamarr Institut,
r\u00e4umlicher Einbindung und Infrastruktur im TzDo,
und vor allem durch die systematische Vernetzung durch die Digital Hub Management GmbH.<\/p>\n\n\n\n
Um der weiterhin wachsenden Nachfrage von Unternehmen gerecht zu werden, die sich vor Ort im Dortmunder \u00d6kosystem engagieren wollen, hat das Technologiezentrum Dortmund TZDO j\u00fcngst das Zentrum f\u00fcr Logistik und IT ZLI gebaut Einweihung im Sommer 2026. Es liegt direkt gegen\u00fcber vom Fraunhofer IML und wird die Digital Hub Management Gesellschaft und bestehende und neue Start ups und Start ins ebenso aufnehmen wie Forschungs und Entwicklungsabteilungen. Es gibt \u00fcber 8.500 m\u00b2 Bruttogeschossfl\u00e4chen und eine Halle zum gemeinsamen Experimentieren. Damit r\u00fcckt die ganze Innovationskette noch n\u00e4her zusammen. Das ZLI ist eine Anlaufstelle f\u00fcr alle Unternehmen, die dar\u00fcber nachdenken, wie sie sich an der aktuellen Entwicklung rund um K\u00fcnstliche Intelligenz und Logistik beteiligen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n
Und diese Entwicklung verl\u00e4uft exponentiell, denn KI programmiert zunehmend seine eigenen Anwendungen und am Ende sich selbst. Dauerte ein klassischer Innovationszyklus noch drei Jahre, so sprechen wir heute vielleicht von ein paar Monaten \u2013 manchmal nur noch von ein paar Wochen. Dieser Wandel ist fundamental und unumkehrbar. Wir werden niemals in die langsame Welt ohne KI zur\u00fcckkehren. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie dieser Dynamik nicht mehr allein gerecht werden k\u00f6nnen und kommen nach Dortmund.<\/p>\n\n\n\n
Daten sind die Grundlage jeder KI Anwendung. Gleichzeitig ist Datensouver\u00e4nit\u00e4t in der Logistik essenziell. Hier spielt die International Data Spaces Initiative eine Schl\u00fcsselrolle: Sie erm\u00f6glicht sicheren, kontrollierten Datenaustausch zwischen Partnern. Auch dieser Aspekt wird im Logistics Hub nicht nur mitgedacht, sondern konkret und Open Source umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n
Wir arbeiten mit:
Venture Client Modellen,
Innovationspartnerschaften,
offenen Pilotprojekten,
Open Source Entwicklungsprojekten,
Co Creation Workshops zwischen Startups und Corporates.<\/p>\n\n\n\n
Gerade im Zusammenspiel von Open Logistics Foundation und Digital Hub entsteht ein Umfeld, in dem neue Standards gemeinsam entwickelt werden k\u00f6nnen \u2013 statt propriet\u00e4rer Insell\u00f6sungen.<\/p>\n\n\n\n
KI kann:
Transportwege optimieren,
Leerfahrten reduzieren,
Energieverbr\u00e4uche senken,
Lagerprozesse effizienter gestalten,
Ressourcenbedarfe pr\u00e4ziser prognostizieren.<\/p>\n\n\n\n
Insbesondere in Kombination mit IoT und Smart Contracts entstehen geschlossene Feedbacksysteme, die Emissionen systematisch reduzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Drei Entwicklungen sind zentral:
Autonome KI Agenten,
Humanoide Robotik in der Intralogistik,
Semantische Schnittstellen f\u00fcr maschinelles Verhandeln.<\/p>\n\n\n\n
Wir stehen am \u00dcbergang vom digitalen Prozess zur digitalen Handlungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n\n\n\n
Erfolg wird gemessen an:
realisierten Pilotprojekten,
Skalierung in industrielle Prozesse,
Produktivit\u00e4tssteigerung,
Nachhaltigkeitskennzahlen,
Anzahl wachsender Startups,
Etablierung offener Standards.<\/p>\n\n\n\n
Nicht Proof of Concept ist entscheidend, sondern Marktdurchdringung.<\/p>\n\n\n\n
Langfristig soll Dortmund als europ\u00e4isches Zentrum f\u00fcr KI basierte Logistikplattformen positioniert werden.<\/p>\n\n\n\n
Ziel ist der Aufbau eines digitalen Kontinuums, in dem:
autonome Agenten handeln,
offene Standards dominieren,
Daten souver\u00e4n geteilt werden,
Startups systemisch eingebunden sind,
und Management neue Formen der Steuerung entwickelt.<\/p>\n\n\n\n
Dortmund entwickelt sich von einem Logistikinnovationsstandort zu einem Infrastrukturstandort f\u00fcr intelligente Wertsch\u00f6pfungsnetzwerke.<\/p>\n\n\n\n
Bild Logistikbude Michael ten Hompel Bildcredits\/Fotograf: Logistikbude, Borderless <\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Prof. Dr. Michael ten Hompel<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n