{"id":121601,"date":"2026-03-25T08:03:01","date_gmt":"2026-03-25T07:03:01","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=121601"},"modified":"2026-06-09T11:13:44","modified_gmt":"2026-06-09T09:13:44","slug":"eversion-schmerzen-ganganalyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/eversion-schmerzen-ganganalyse\/","title":{"rendered":"Warum verschwinden Schmerzen oft nicht obwohl man alles ausprobiert hat?"},"content":{"rendered":"\n
EVERSION ist aus einem echten Problem heraus entstanden. Wolfgang Triebstein ist Orthop\u00e4dieschuhtechnikmeister mit \u00fcber 40 Jahren Erfahrung. In seinem Ganganalyselabor hat er \u00fcber Jahrzehnte beobachtet, dass klassische Einlagen kurzfristig helfen, die Beschwerden aber wiederkommen. Seine Erkenntnis: Nicht der Fu\u00df allein ist das Problem. Der Schuh ver\u00e4ndert die Fu\u00dfposition so, dass der gesamte Bewegungsapparat belastet wird. Ich selbst kam als Patientin zu Wolfgang. Monatelang hatte ich H\u00fcftschmerzen, kein Arzt fand eine Ursache. Sein Ansatz brachte mir eine Erkl\u00e4rung und Linderung. Das hat mich \u00fcberzeugt, mit ihm gemeinsam seine Idee weiterzuverfolgen und in ein digitales Produkt zu \u00fcbersetzen.
Ende 2023 haben wir EVERSION gegr\u00fcndet, zu f\u00fcnft: Wolfgang als Erfinder der Technologie, Timon Sutter als Product Owner, Lucas Heitele als Mathematiker und Max Starkmann als Sportwissenschaftler und ich. Heute sind wir zw\u00f6lf Mitarbeitende.<\/p>\n\n\n\n
85 Prozent aller R\u00fcckenschmerzen gelten als unspezifisch, d.h. es kann keine Ursache gefunden werden. F\u00fcr Betroffene hei\u00dft das: jahrelange Arztbesuche und Therapieversuche. Gegen diese sehr gro\u00dfe Versorgungsl\u00fccke wollten wir etwas unternehmen.<\/p>\n\n\n\n
So vielen Menschen wie m\u00f6glich helfen! Genauer: Ursachen f\u00fcr Funktionelle Beschwerden per Analyse erkennen und mit den 0\u00b0-Sohlen nachhaltig l\u00f6sen. Unser Ziel: ein neues Konzept der funktionellen Schmerztherapie zu etablieren.<\/p>\n\n\n\n
Menschen mit Schmerzen in Knie, H\u00fcfte, R\u00fccken oder Nacken, f\u00fcr die keine klare Ursache gefunden wird. B\u00fcroangestellte, Sportler, \u00e4ltere Menschen. Daneben Therapeuten und Orthop\u00e4den, die das System in ihrer Praxis einsetzen. Gro\u00dfes Potenzial sehen wir in der betrieblichen Gesundheitsf\u00f6rderung. \u00dcber einen zertifizierten Pr\u00e4ventionskurs k\u00f6nnen gesetzlich Versicherte die Ganganalyse kostenlos \u00fcber ihre Krankenkasse erhalten.<\/p>\n\n\n\n
Man bestellt das 2-in-1-Paket \u00fcber unseren Webshop und l\u00e4dt die Eversion-App herunter. Dort macht man einen Fu\u00dfscan und f\u00fcllt einen kurzen Fragebogen zu seinen Beschwerden aus. Dann kommen die Sensorsohlen per Post. Man legt sie in seine Alltagsschuhe und verbindet sie per Bluetooth mit der App. Dann tr\u00e4gt man sie bis zu 14 Tage ganz normal. Die Sensoren messen in dieser Zeit das Gangbild: wie man auftritt, wie lang die Schritte sind und wie stark der Schuh den Fu\u00df zur Seite kippen l\u00e4sst. <\/p>\n\n\n\n
Nach dem Messzeitraum sendet man die Sensorsohlen an uns zur\u00fcck. In der App sieht man anschlie\u00dfend seine pers\u00f6nlichen Gangparameter und ein K\u00f6rpermodell. Darauf wird sichtbar, welche Muskelketten durch die Fehlstellung verk\u00fcrzt oder verl\u00e4ngert sind und wie das mit den eigenen Beschwerden zusammenh\u00e4ngt. Auf Basis dieser Daten fertigen wir die individuellen 0\u00b0-Sohlen. Die Korrektur passiert \u00fcber die Unterseite. Die Oberseite bleibt flach. Der Fu\u00df wird nicht passiv gest\u00fctzt, sondern arbeitet frei und kr\u00e4ftigt sich.<\/p>\n\n\n\n
Klassische Einlagen basieren auf dem Barfu\u00df-Abdruck, ohne die getragenen Schuhe und die Bewegung zu analysieren. Der Schuh selbst wird nicht ber\u00fccksichtigt, obwohl er die Fu\u00dfposition massiv ver\u00e4ndert. Wir messen erstmals die Fu\u00dfposition im Schuh unter Alltagsbedingungen. Statt passiv zu st\u00fctzen, bringen unsere 0\u00b0-Sohlen den Fu\u00df in eine neutrale Position bei nat\u00fcrlicher Muskelaktivierung. Das Ergebnis unserer randomisierten, kontrollierten Studie: im Mittel eine 27 Prozent h\u00f6here Schmerzreduktion gegen\u00fcber klassischen Einlagen.<\/p>\n\n\n\n
Technisch gab es einige Herausforderungen, da die Hardware einerseits sehr klein aber enorm leistungsf\u00e4hig sein muss.
Au\u00dferdem war die CE-Zertifizierung als Medizinprodukt ein gro\u00dfer Meilenstein im September 2025.
Und der wichtigste Teil: wissenschaftliche Pr\u00e4zision bei maximaler Einfachheit f\u00fcr den Nutzer. Das hat viele Iterationen und Testungen gebraucht.<\/p>\n\n\n\n
Nach der Auswertung sieht der Nutzer in der App ein 3D-K\u00f6rpermodell. Darauf wird sichtbar, welche Muskelketten durch die Fehlstellung \u00fcberlastet werden.
Schmerzpunkte k\u00f6nnen in Zusammenhang damit gebracht werden und es gibt eine Erkl\u00e4rung wie und ob die Fehlstellung optimiert werden kann. Das Feedback unserer Kunden zeigt: Genau dieses Sichtbarmachen ist der Aha-Moment.<\/p>\n\n\n\n
Individualisierung ist der Kern von allem, was wir tun. Jede Sohle entsteht aus den individuell gemessenen Daten des Nutzers, erfasst in den eigenen Schuhen unter realen Alltagsbedingungen. Da der Eversionswinkel je nach Schuhtyp unterschiedlich ausfallen kann, fertigen wir bei Bedarf verschiedene Sohlen f\u00fcr verschiedene Schuhe.<\/p>\n\n\n\n
Aktuell erweitern wir unsere laufende Studie an der Universit\u00e4t Konstanz auf 100 Probanden. Weitere Studien mit klinischen Partnern sind bereits in Planung. Gleichzeitig bauen wir unsere Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten, Orthop\u00e4den und Unternehmen im Bereich betriebliche Gesundheitsf\u00f6rderung aus. Und wir entwickeln unsere Analyseplattform weiter, zum Beispiel f\u00fcr den Einsatz in der Rehabilitation.<\/p>\n\n\n\n
Bisher ist Pr\u00e4vention aus meiner Sicht noch nicht im Alltag der Menschen angekommen. Hier gibt es viel Nachholbedarf von allen Seiten. Dennoch steigt das Bewusstsein und der Weg von Symptombehandlung, hin zur Ursachensuche wird immer relevanter.<\/p>\n\n\n\n
Baut auf einem echten Problem auf, nicht auf einer Technologie-Idee. EVERSION w\u00e4re ohne Wolfgangs 40 Jahre Praxis nie entstanden. Die Technologie ist das Werkzeug, nicht die L\u00f6sung.
Untersch\u00e4tzt die Regulatorik nicht, aber lasst euch nicht l\u00e4hmen und holt euch Unterst\u00fctzung, wenn ihr es nicht alleine schafft.
Baut ein Team mit den wichtigsten Kompetenzen auf und unterschiedlichen Perspektiven. Ein gutes Team ist das A und O.<\/p>\n\n\n\n
Bild: Eversion Gruenderteam v.l.n.r. Lucas Heitele Timon Sutter Wolfgang Triebstein Julia Zimmermann Maximilian Starkmann Bildcredits : EVERSION Technologies GmbH<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Julia Zimmermann<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n