{"id":122542,"date":"2026-05-05T09:42:27","date_gmt":"2026-05-05T07:42:27","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=122542"},"modified":"2026-06-09T11:09:58","modified_gmt":"2026-06-09T09:09:58","slug":"ccraft-photonische-chips-tfln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/ccraft-photonische-chips-tfln\/","title":{"rendered":"Stehen wir vor einem Wendepunkt der Technologieentwicklung"},"content":{"rendered":"\n
CCRAFT wurde 2025 als Spin-off des Schweizer Forschungs- und Technologiezentrums CSEM gegr\u00fcndet. Die Entstehung basiert auf sieben Jahren intensiver Forschung und Prozessentwicklung im Bereich D\u00fcnnschicht-Lithiumniobat (TFLN), einer der weltweit vielversprechendsten Technologien f\u00fcr photonische Chips. Heute wird CCRAFT vom Gr\u00fcnderteam um Hamed Sattari, Hernan Furci und mir gepr\u00e4gt, w\u00e4hrend das CSEM weiterhin ein zentraler und wertvoller F&E-Partner bleibt.<\/p>\n\n\n\n
Uns hat vor allem eine zentrale Beobachtung motiviert: Die heutigen photonischen Chips basieren \u00fcberwiegend auf Silizium, dem Grundmaterial der Halbleiterindustrie. F\u00fcr elektronische Schaltungen eignet sich Silizium hervorragend \u2013 aber sobald es um Licht geht, st\u00f6\u00dft das Material an grundlegende Grenzen, insbesondere bei Bandbreite und Energieeffizienz. Diese Limitierungen werden durch den explosionsartigen Anstieg des weltweiten Datenvolumens, getrieben durch Anwendungen wie generative KI, noch deutlich versch\u00e4rft. Unserem Team war klar, dass TFLN das besser Material f\u00fcr diese Herausforderung ist.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Vision ist es, die n\u00e4chste Generation der globalen Daten- und Recheninfrastruktur mit ultraschneller, energieeffizienter Photonik zu erm\u00f6glichen. CCRAFT m\u00f6chte eine zentrale Rolle darin spielen, wie Daten k\u00fcnftig \u00fcbertragen, verarbeitet und vernetzt werden. Schon heute \u00fcbernimmt Photonik in modernen Rechenzentren einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil der Arbeit \u2013 weil elektronische Ans\u00e4tze bei Bandbreite und Energieeffizienz an ihre Grenzen sto\u00dfen. Damit gro\u00dfe KIRechenzentren effizient skalieren k\u00f6nnen, braucht es genau jene spezialisierten photonischen Chips, die wir produzieren. Unsere Technologie liefert die Geschwindigkeit und Energieeffizienz, die n\u00f6tig ist, damit KIInfrastruktur ihr volles Potenzial entfalten kann.<\/p>\n\n\n\n
Daten werden schon seit vielen Jahren \u00fcber optische Signale in Glasfasern \u00fcbertragen. Damit das funktioniert, m\u00fcssen elektrische Signale zun\u00e4chst von so genannten Transceivern, die spezielle optoelektronische Modulatoren verwenden in Licht \u00fcbersetzt werden. Bislang basierten diese Modulatoren meist auf Siliziumchips \u2013 schlicht weil das Material aus der Halbleiterindustrie verf\u00fcgbar war. Doch f\u00fcr heutige Anforderungen ist diese opto-elektrische Umwandlung zu langsam und verbraucht unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig viel Energie. Deshalb setzt sich nun TFLN durch: ein Material, mit dem sich Licht deutlich schneller und wesentlich energieeffizienter modulieren l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Kunden sind Unternehmen, die extreme Datenraten und maximale Energieeffizienz brauchen \u2013 allen voran Hersteller von HochgeschwindigkeitsTransceivern sowie Betreiber gro\u00dfer KI und CloudRechenzentren. Diese Firmen stehen heute unter massivem Druck: Die Datenmengen wachsen immer schneller, der klassische SiliziumPhotonik sind aber feste Grenzen gesetzt. Sie ben\u00f6tigen also Komponenten, die schneller, effizienter und skalierbarer sind als alles, was bisher verf\u00fcgbar war.<\/p>\n\n\n\n
TFLN ist technologisch f\u00fchrend \u2013 aber nicht kompatibel mit der klassischen Halbleiterfertigung. TFLNChips lassen sich nicht einfach in bestehenden Siliziumfabriken produzieren. Zum einen, weil die Anlage dann f\u00fcr Siliziumchips-Produktion unbrauchbar w\u00e4re und zum anderen, weil v\u00f6llig eigenes ProzessKnowhow erforderlich ist. Gleichzeitig sind die heutigen St\u00fcckzahlen zu gering f\u00fcr die asiatische Volumenfertigung, die nur bei enormen Produktionsmengen wirtschaftlich arbeitet.
Genau deshalb hat die Branche so lange an der SiliziumPhotonik festgehalten: Man konnte die vorhandene Infrastruktur nutzen und der Umstieg auf andere Materialien wie TFLN erschien nicht attraktiv.<\/p>\n\n\n\n
Mit der rasanten KIEntwicklung bricht dieses Paradigma auf. Die Industrie braucht dringend eine neue Generation von photonischen Chips, und hier haben wir in Europa einen echten Vorteil: Photonik ben\u00f6tigt heute noch nicht die gigantischen Volumen, welche die klassische Halbleiterproduktion praktisch nur noch in Asien m\u00f6glich machen.
Wir schreiben hier ein neues Kapitel: In der Photonik jenseits von Silizium z\u00e4hlt heute vor allem Prozessbeherrschung, Know-How und der Aufbau neuer, spezialisierter Produktionsanlagen inklusive der entsprechenden Lieferketten. Hier hat sich Europa bereits eine starke Position erarbeitet. Das verschafft uns eine reale Chance, eine Schl\u00fcsseltechnologie der n\u00e4chsten Computergeneration aus Europa heraus zu pr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n
Es gibt heute weltweit keine Foundry, die TFLNChips mit hoher Ausbeute und in ausreichenden Volumen produzieren kann \u2013 die meisten wurden bisher in Forschungsinstituten gefertigt. Der \u00dcbergang in die industrielle Fertigung l\u00e4uft jetzt unter Hochdruck, weil der Markt durch KI pl\u00f6tzlich massiv Bedarf hat.
Hier liegt der einzigartige Vorsprung von CCRAFT: Wir haben vor Jahren am CSEM damit begonnen, die kompletten TFLNProzesse auf industriellen Anlagen zu entwickeln und zu stabilisieren \u2013 lange bevor andere \u00fcberhaupt mit dem Technologiewechsel begonnen haben. Das macht uns heute zur weltweit ersten produktionsreifen TFLNFoundry \u2013 und zu dem Anbieter, der liefern kann, w\u00e4hrend andere noch aufholen.<\/p>\n\n\n\n
Heute sind unsere Chips vor allem f\u00fcr die effiziente und extrem schnelle Daten\u00fcbertragung innerhalb und zwischen Rechenzentren unverzichtbar. Das ist genau dort entscheidend, wo KIModelle und CloudServices enorme Datenmengen bewegen m\u00fcssen. In Zukunft werden unsere TFLNChips aber nicht nur Daten transportieren, sondern auch zunehmend Rechenprozesse \u00fcbernehmen:
insbesondere bei KIAlgorithmen, sowie in der Quanteninformatik, wo TFLN aufgrund seiner nichtlinearen Eigenschaften ideal geeignet ist.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben in den vergangenen Jahren ganz bewusst die Industrialisierung unserer Fertigungsprozesse priorisiert. Der n\u00e4chste Schritt \u2013 und darauf liegt heute unser Fokus \u2013 ist die Skalierung: Wir \u00fcbertragen unsere qualifizierten Prozesse systematisch auf immer mehr Anlagen, bauen die Kapazit\u00e4ten aus und stellen sicher, dass Qualit\u00e4t und Ausbeute auf hohem Niveau noch weiter steigen. Das ist die Grundlage f\u00fcr den \u00dcbergang von der Entwicklung zur echten Serienproduktion \u2013 wiederholbar, stabil und in industriell relevanten Volumina.<\/p>\n\n\n\n
Aktuell bauen wir vor allem das Team aus, gl\u00fccklicherweise finden wir gen\u00fcgend hochqualifizierte Leute, auch weil der Standort Schweiz mit der hohen Lebensqualit\u00e4t und politischen Stabilit\u00e4t f\u00fcr viele attraktiv ist.<\/p>\n\n\n\n
Photonische Chips werden immer mehr Aufgaben \u00fcbernehmen und gleichzeitig werden neu Aufgabenfelder entstehen. Es wird aber sicherlich noch weiterhin Halbleiter- und andere photonische Chips brauchen. Auch weil es nicht nur eine Klasse von photonischen Chips gibt, sondern verschieden. Wir werden wohl verschiedenste, hybride Vermischungen der Technoligen sehen.<\/p>\n\n\n\n
Im Deep-Tech Bereich muss man sich m\u00f6glichst schnell sich von der staatlichen F\u00f6rderung unabh\u00e4ngig machen und private Geldgeber suchen. Denn ohne viel Geld, geht es Im Deep-Tech Bereich in der Regel nicht. Das ist zwar in Europa noch immer schwieriger als in den USA, aber schon deutlich einfacher als noch vor einigen Jahren. Ich bin \u00fcberzeugt, dass gute technologische Innovation auch in Europa finanzierbar ist. Bildrechte: \u00a9 CCRAFT SA<\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei Andreas Voelker f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n CCRAFT SA<\/strong>
Wenn sich Investoren nicht von einer Technologie \u00fcberzeugen lassen, dann ist diese wahrscheinlich auch nicht reif f\u00fcr den Markt.
Genau zuh\u00f6ren, insbesondere dem eigenen Team<\/a> und vor allem den Kunden.<\/p>\n\n\n\n
\n\n\n\nPremium Start-up: CCRAFT<\/h2>\n\n\n\n
<\/figure>\n<\/div>\n\n\n\nKontakt:<\/h3>\n\n\n
\nRue Jaquet Droz 1
\n2000 Neuchatel
\nSchweiz<\/p>\n