{"id":122727,"date":"2026-04-23T14:18:29","date_gmt":"2026-04-23T12:18:29","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=122727"},"modified":"2026-04-23T14:18:30","modified_gmt":"2026-04-23T12:18:30","slug":"lizzy-ludwigsburg-startups","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/lizzy-ludwigsburg-startups\/","title":{"rendered":"LIZZY Ludwigsburg bringt neue Chancen f\u00fcr Startups"},"content":{"rendered":"\n
In Ludwigsburg entsteht mit dem Ludwigsburg Industriezentrum (LIZ) gerade eines der gr\u00f6\u00dften privatwirtschaftlich finanzierten Industrie- und Transformationsprojekte S\u00fcddeutschlands. Wir sind schon sehr lange mit der Entwicklerin im Austausch und f\u00f6rdern die Entwicklung von st\u00e4dtischer Seite aus, wo wir k\u00f6nnen. Da kam der Vorschlag von der Entwicklerin Inbright, eine Fl\u00e4che f\u00fcr Start-ups dort einzurichten. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen jedoch, dass es f\u00fcr St\u00e4dte oft nicht sinnvoll ist, in Fl\u00e4chen zu investieren und diese vorzuhalten \u2013 ohne Gewissheit, dass diese auch von Start-ups angemietet werden. Das konnte man sich in finanziell besseren Zeiten vielleicht noch leisten, aber heute geht das bei Kommunen eigentlich nicht mehr. Daher haben wir uns f\u00fcr eine andere Strategie entschieden: Wir f\u00f6rdern die Start-ups dann, wenn die Tinte auf dem Mietvertrag trocken ist. Ein weiterer Vorteil: Wir k\u00f6nnen flexibel auf konkreten Bedarf reagieren.<\/p>\n\n\n\n
Wir richten uns explizit an Hardware-Unternehmen mit leichter Produktion. Daf\u00fcr gibt es aktuell nur sehr wenige Angebote. Die meisten Gr\u00fcndungszentren und Venture-Capital-Fonds richten sich an schnell wachsende, digitale, KI-basierte Gesch\u00e4ftsmodelle. Da wollen wir gar nicht mitspielen, sondern uns auf die DNA unserer Stadt fokussieren: Industrie und Produktion haben hier Tradition.<\/p>\n\n\n\n
Wie gesagt, wir gehen nicht so vor, dass wir ein ausgebautes Zentrum vorhalten und dann warten, bis das jemand anmietet. Au\u00dferdem richten wir uns nicht an Start-ups mit Bedarf nach Schreibtischen und B\u00fcros. Im LIZZY gibt es eine riesige Fl\u00e4che, die frei bespielt werden kann.<\/p>\n\n\n\n
Vielleicht muss man zur Transparenz erkl\u00e4ren, wie sich der Betrag zusammensetzt: Wir als Stadt geben f\u00fcr zwei Jahre 4.000 Euro monatlich Zuschuss auf die regul\u00e4re Miete. Der Verband Region Stuttgart zahlt davon die H\u00e4lfte im Rahmen eines F\u00f6rderprogramms. Zus\u00e4tzlich geht die Vermieterin der Fl\u00e4chen zwei Euro im ersten und einen Euro im zweiten Jahr im Quadratmeterpreis runter. Zuschuss und Ersparnis m\u00fcssen also zusammengerechnet werden und h\u00e4ngen am Ende auch von der Gr\u00f6\u00dfe der Fl\u00e4che ab.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr uns lohnt sich diese Investition auf jeden Fall. Denn: Unsere Region ist gerade sehr vom Strukturwandel betroffen. Die Automobilindustrie ist nicht mehr so stark wie sie mal war. Daher brauchen wir unbedingt Unternehmen in anderen zukunftsf\u00e4higen Branchen, die Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Diese Unternehmen sind auch wichtig f\u00fcr unsere Wertsch\u00f6pfungsketten, z. B. potenzielle Kundschaft f\u00fcr die hiesige Kreativwirtschaft oder Innovations-Impulse f\u00fcr unsere KMUs.<\/p>\n\n\n\n
Das haben wir transparent in unseren Teilnahmebedingungen formuliert: Innovationsgrad, Arbeitsplatzpotenzial, Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Tragf\u00e4higkeit und Branche.<\/p>\n\n\n\n
Mir m\u00fcssen ganz ehrlich sein: Gewerbefl\u00e4chen gehen aktuell nicht mehr so gut weg, das gilt vor allem f\u00fcr B\u00fcros. Bei Industriefl\u00e4chen sieht es noch anders aus: Im l\u00e4ndlichen Raum ist hier vielleicht noch viel vorhanden, aber gerade in einer so dicht besiedelten Region wie der Region Stuttgart sind Industriefl\u00e4chen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig d\u00fcnn ges\u00e4t. Hier gibt es zwar durch die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung auch immer mehr Leerstand, aber die Vermieter erwarten teilweise immer noch die Mieten von fr\u00fcher. Das passt sich erst sehr langsam an. Zudem sind diese Fl\u00e4chen dann oft nicht mehr auf dem neusten Stand und sanierungsbed\u00fcrftig. Die Fl\u00e4chen im LIZ hingegen sind bereits modernisiert.<\/p>\n\n\n\n
Wir sind hier noch relativ offen, da wir als Standort sehr breit und divers aufgestellt sind. Mit den Begriffen \u201eHardware\u201c oder \u201eLight Industrial\u201c wird schon eine gewisse Richtung eingeschlagen. Wir freuen uns hier \u00fcber Bewerbungen aus Greentech, Biotech, Robotik, Luft- und Raumfahrt \u2013 und Branchen, die wir vielleicht heute noch gar nicht kennen.<\/p>\n\n\n\n
Wir alle wissen, dass Netzwerke und \u00d6kosysteme f\u00fcr Start-ups der entscheidende Faktor sein k\u00f6nnen. Das LIZ, aber auch das ganze Umfeld der Ludwigsburger Weststadt, bieten hier sehr viele M\u00f6glichkeiten, Kundschaft zu gewinnen, Partnerschaften einzugehen oder gemeinsam Technologien weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n
Ludwigsburg vereint auf besondere Weise Lifestyle mit Wirtschaftskraft. Unsere Unternehmen lieben die tollen Freizeitangebote, die h\u00fcbschen Pl\u00e4tze und die florierende Innenstadt. Gleichzeitig sind wir mit zwei Personen im Start-up-Management, einer stabilen Wirtschaftsf\u00f6rderung, einer modernen Verwaltung und einem Oberb\u00fcrgermeister, der selbst mal Wirtschaftsf\u00f6rderer war, sehr stark bei der Betreuung von Unternehmen aufgestellt.<\/p>\n\n\n\n
Wir sind zwei Start-up-Manager*innen, die sehr aktiv die Community betreuen, Gr\u00fcndungsvorhaben unterst\u00fctzen und Strategien und Konzepte schmieden. Neben dem Preis als gr\u00fcndungsfreundliche Kommune konnten wir so mehrere andere F\u00f6rderungen von Region, Land und EU gewinnen. Verbesserungspotenzial sehe ich noch bei der Vernetzung von Start-ups mit unserem Mittelstand \u2013 aber das ist bei allen ein dickes Brett.<\/p>\n\n\n\n
Da wir einen gro\u00dfen Teil unserer Zeit daf\u00fcr einsetzen, genau das zu f\u00f6rdern, muss ich sagen: Nat\u00fcrlich sehr wichtig! (haha) Ich komme urspr\u00fcnglich aus der Kreativwirtschaftsf\u00f6rderung. Dort sprechen wir von informellen Netzwerk-Organisationen. Netzwerke und Austausch k\u00f6nnen T\u00fcren \u00f6ffnen, Kosten sparen, neue Ideen hervorbringen und sind daher wichtige Verm\u00f6genswerte, die in keiner Bilanz stehen.<\/p>\n\n\n\n
Ich habe selbst in Ludwigsburg studiert und kannte einige Akteure schon. Durch eine Promotion im Bereich Entrepreneurship und T\u00e4tigkeiten im Start-up-Umfeld war das f\u00fcr mich der sinnvolle n\u00e4chste Schritt.<\/p>\n\n\n\n
Aktuell ist es genau das: Strategien und Konzepte schmieden. Von denen gibt es aktuell jede Menge. Kreative Wege finden, wie wir das in der deutschen B\u00fcrokratie hinkriegen k\u00f6nnten. Mit den Akteuren im engen Austausch sein, von ihnen auch mal gepusht werden.<\/p>\n\n\n\n
Ich finde die Menschen hinter den Gr\u00fcndungen immer sehr inspirierend. Es gibt genug Strukturen, die Kreativit\u00e4t, Innovation und Gr\u00fcndungsgeist hemmen. Mich motiviert es, ein Gegengewicht dazu zu sein. Ich bekomme oft gesagt: Sch\u00f6n, dass du nicht direkt sagst \u201cDas geht nicht, weil …\u201d, sondern \u201cDamit das geht, m\u00fcssen wir …\u201d.<\/p>\n\n\n\n
Ich sage es ganz ehrlich: Ich bin kein Techie und auch kein Marketing-Mensch. Mein Hintergrund ist Verwaltung und BWL, daraus l\u00e4sst sich eigentlich nur eine klassische Gr\u00fcndung als Berater aufbauen (haha). Da ich ganz gerne zeichne, bin ich schon seit 10 Jahren als Innovationsmanager und Visualisierer \/ Graphic Recorder freiberuflich t\u00e4tig. Die Start-ups entwickle ich dann lieber hier intern in der Verwaltung.<\/p>\n\n\n\n
Photocredit: David Klumpp<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Max H\u00f6llen<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n