{"id":123437,"date":"2026-05-13T08:18:56","date_gmt":"2026-05-13T06:18:56","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=123437"},"modified":"2026-05-13T08:42:32","modified_gmt":"2026-05-13T06:42:32","slug":"human-centered-design-modern-workplace-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/human-centered-design-modern-workplace-interview\/","title":{"rendered":"Human-Centered Design im Modern Workplace: \u201eTransformation gelingt nur gemeinsam\u201c"},"content":{"rendered":"\n
Ich habe in einem dualen Studium BWL studiert \u2013 in einem Gro\u00dfkonzern. Damit fing alles an. Die Arbeit im Konzern war sicher pr\u00e4gend. Und dann hatte ich die M\u00f6glichkeit, im Rahmen meiner Diplomarbeit ein erstes Servicecenter zu entwickeln. Also viele Menschen in einer T\u00e4tigkeit, die \u2013 das war damals die pr\u00e4gende Idee \u2013 die Taktung und Teilung der industriellen Fertigung auf Wissensarbeit \u00fcbertragen hat. Aber Menschen ticken anders als Maschinen \u2013 das war f\u00fcr mich eine fr\u00fche und sehr pr\u00e4gende Erfahrung, die sp\u00e4ter mein Interesse an Themen wie Human-Centered Design im Modern Workplace geweckt hat. Mir ging es darum herauszufinden, was Menschen brauchen, was Menschen motiviert und wie Menschen Sinn auch in dieser T\u00e4tigkeit erfahren. Also eine ganz fr\u00fche Ber\u00fchrung mit dem Thema New Work, die sich dann aber in den Jahren danach konkretisiert hat.<\/p>\n\n\n\n
Ja, meine Zeit in D\u00e4nemark. Geteilte F\u00fchrung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das aufeinander Achten \u2013 im Job unter Kollegen wie durch die F\u00fchrungskr\u00e4fte. Das hat mich stark gepr\u00e4gt. Und nat\u00fcrlich ist dabei auch eine gewisse Begeisterung f\u00fcr eine skandinavische, klare Designsprache entstanden. Insofern haben die Monate, die ich \u2013 noch in Diensten des Konzerns \u2013 in D\u00e4nemark verbringen durfte, meine Sicht auf die Arbeit und das Miteinander von Menschen bei der Arbeit ganz ma\u00dfgeblich beeinflusst und gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n
Ich habe in den 1990er-Jahren nach Ende des Studiums und einer kleinen Karriere in einem Kundendialog-Unternehmen im Ruhrgebiet selbst ein Servicecenter gegr\u00fcndet und als Gesellschafterin gef\u00fchrt. Ich kenne das Gesch\u00e4ft dialogstarker Teams also von A bis Z, habe es von der Pike auf gelernt und das hilft mir nat\u00fcrlich heute, Organisationen in ihrer Entwicklung zu begleiten.<\/p>\n\n\n\n
Vor einem Konzeptionsworkshop steht bei uns die Bestandsaufnahme auf dem Plan. Klingt n\u00fcchtern, ist es aber nur f\u00fcr den Immobilienbestand, wo es um viele Fakten, Ma\u00dfe und Details geht. Von der Seite der Organisation tauche ich gerne wirklich in das Geschehen ein, arbeite einen kompletten Tag mit in den Teams, lerne Abl\u00e4ufe und handelnde Personen kennen, atme das Betriebsklima ein und sp\u00fcre gerne, wie die Teams ticken, die F\u00fchrungskr\u00e4fte arbeiten und das Miteinander gelingt. Das ist also weit mehr, als das Organigramm hergibt.<\/p>\n\n\n\n
Im Kern gar nicht. Das Verst\u00e4ndnis, dass Arbeit Sinn stiften muss, damit man sie gut macht, das Verst\u00e4ndnis, dass Menschen wertgesch\u00e4tzt werden wollen in dem, was sie tun, das hatte ich schon immer. Gute Arbeit braucht Sinn, Wertsch\u00e4tzung und Klarheit.<\/p>\n\n\n\n
Das Verst\u00e4ndnis ist pr\u00e4ziser geworden, operationalisierbarer und ver\u00e4ndert sich nat\u00fcrlich in Nuancen mit jedem Projekt ein St\u00fcck weit. Aber das ist eher eine Sch\u00e4rfung des Blicks als eine Neuorientierung. Neu ist heute eher die Dringlichkeit: Arbeitswelt ver\u00e4ndert sich schneller denn je \u2013 durch Technologie, Fachkr\u00e4ftemangel und neue Erwartungen an F\u00fchrung.<\/p>\n\n\n\n
Wertsch\u00e4tzend. Wirtschaftlich. Vision\u00e4r.<\/p>\n\n\n\n
Das ist die Quintessenz dessen, was ich \u00fcber die Jahre gelernt habe, wie wir Arbeit und Arbeitsorte heute und in der Zukunft gestalten m\u00fcssen. Wertsch\u00e4tzend im Umgang miteinander und den Mitarbeitenden gegen\u00fcber. Dar\u00fcber haben wir ja schon gesprochen. Wirtschaftlich, weil wir in einem System leben und arbeiten, bei dem es immer darauf ankommt, dass am Ende ein Euro mehr \u00fcbrig bleibt. Und vision\u00e4r, weil wir das gro\u00dfe Ganze im Blick behalten m\u00fcssen: Wie arbeiten wir in der Zukunft und in welchen R\u00e4umen an welchen Orten machen wir das?<\/p>\n\n\n\n
Wer heute investiert, schafft Arbeitsorte f\u00fcr das n\u00e4chste Jahrzehnt. Und angesichts der rasanten technologischen Entwicklung durch Automatisierung und KI m\u00fcssen wir stark darauf achten, Entwicklungen zu antizipieren und die Zukunft heute schon in der Arbeitswelt abzubilden.<\/p>\n\n\n\n
Der Mensch steht im Mittelpunkt. Als Mitarbeiter, als F\u00fchrungskraft. Darum geht\u2019s. F\u00fcr diese Menschen schaffen wir Arbeitsorte. F\u00fcr uns hei\u00dft Human-Centered Design: Erst Arbeit verstehen. Dann Raum entwickeln. Wir verbinden Organisation, F\u00fchrung, Prozesse, Technik und Gestaltung zu einem funktionierenden Ganzen.<\/p>\n\n\n\n
Da gibt es zwei Gr\u00fcnde: Konzept ohne Umsetzung. Und Umsetzung ohne Konzept.<\/p>\n\n\n\n
Was meine ich damit? Die einen investieren in fancy Mobiliar, streichen die W\u00e4nde bunt und stellen ein B\u00e4llebad ins B\u00fcro. Das ist sichtbar. Das ist anfassbar und das geht schnell. Hat aber mit New Work nichts zu tun. Die anderen schaffen Task Forces und Think Tanks, machen Workshops und bleiben dann auf der Meta-Ebene stecken.<\/p>\n\n\n\n
Wer New Work will, muss beides tun: Auf der Erfahrung dessen, was funktioniert \u2013 und wir sind ja l\u00e4ngst \u00fcber das Prototypen-Stadium hinaus \u2013 Arbeit so organisieren, dass sie bestm\u00f6glich organisiert ist. Und Arbeitsorte schaffen, die f\u00fcr genau diese Arbeit und die Menschen gemacht sind. Transformation gelingt erst dann, wenn Organisation und Raum gemeinsam gedacht werden.<\/p>\n\n\n\n
Indem wir sie fragen. Indem wir ihre Antworten ernst nehmen. Und indem wir versuchen, aus diesen Antworten eine gute Planung f\u00fcr ein gutes B\u00fcro zu machen.<\/p>\n\n\n\n
Nicht jeder Wunsch kann umgesetzt werden, aber meist haben diese W\u00fcnsche ja eine wichtige Basis \u2013 f\u00fcr Einzelne oder f\u00fcr das ganze Team. Ein Beispiel: Norddeutschland. Neuplanung eines Arbeitsortes f\u00fcr viele Menschen, die aus dem Umland kommen und in einer neuen Zentrale zusammengezogen werden.<\/p>\n\n\n\n
Da kam in einer Townhall die Frage auf, wo man denn die nassen Fahrradklamotten trocknen k\u00f6nnte. Das war ein valider Punkt und eine ganz konkrete Anforderung. Und sowas ist \u2013 wenn man es rechtzeitig wei\u00df und ber\u00fccksichtigt \u2013 auch ohne gro\u00dfen Aufwand umsetzbar, zum Beispiel mit bel\u00fcfteten Trockenschr\u00e4nken. Das meine ich mit Zuh\u00f6ren und Ernstnehmen.<\/p>\n\n\n\n
Nat\u00fcrlich eine zentrale. F\u00fchrungskr\u00e4fte pr\u00e4gen Kultur st\u00e4rker als jedes Leitbild. Sie leben vor, ob es ein offenes Miteinander oder eine straffe Hierarchie gibt.<\/p>\n\n\n\n
Eine modern wirkende Duz-Kultur, die von oben verordnet wird, l\u00e4uft ins Leere, wenn sich die Vorstandsebene trotzdem im obersten Stockwerk in Einzelb\u00fcros hinter dicken T\u00fcren abschottet. Wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte in der Fl\u00e4che sitzen und R\u00fcckzugsbereiche in direkter N\u00e4he f\u00fcr vertrauliche Telefonate oder Meetings haben, sind sie ganz nah dran am Geschehen. Das ist nur ein Beispiel, wie F\u00fchrung wirkt. Da h\u00e4tte ich noch viele weitere.<\/p>\n\n\n\n
KI wird viele einfache Arbeiten sehr schnell \u00fcbernehmen. Immer dann, wenn ein Vorgang ein hohes Volumen hat, lohnt es sich wirtschaftlich, diesen Vorgang mit oder ohne KI zu automatisieren.<\/p>\n\n\n\n
Die speziellen Einzelf\u00e4lle werden allerdings noch eine ganze Weile die volle Aufmerksamkeit des Menschen ben\u00f6tigen. Das hei\u00dft konkret f\u00fcr die Arbeitspl\u00e4tze, dass sie solche T\u00e4tigkeiten unterst\u00fctzen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n
Wir werden k\u00fcnftig weniger Orte f\u00fcr Routinet\u00e4tigkeiten brauchen \u2013 und mehr Orte f\u00fcr Austausch, Konzentration, Lernen und kreative Probleml\u00f6sung. Gerade deshalb wird der physische Arbeitsort wichtiger: als Ort f\u00fcr das, was Technologie nicht ersetzen kann.<\/p>\n\n\n\n
Konzept ohne Umsetzung und Umsetzung ohne Konzept. Das haben wir ja schon besprochen: Viele investieren punktuell statt strategisch. Neue Technik hier, neue M\u00f6bel dort \u2013 aber ohne klares Zielbild.<\/p>\n\n\n\n
Es reicht nicht, Konzepte zu schreiben, ohne dann den Mut zur Umsetzung aufzubringen. Und es hilft auch nichts, sich durch vermeintlich tolle Angebote der Hersteller von IT-, Medientechnik oder Mobiliar schnell ein paar neue Gadgets ins B\u00fcro zu stellen.<\/p>\n\n\n\n
Und das ist aus meiner Sicht auch der gr\u00f6\u00dfere Fehler: Da investiert man hier und da ein paar Tausend Euro und dann wundert man sich, dass sich an der Kultur und an der Zusammenarbeit nichts positiv ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n
In Euro und Cent nat\u00fcrlich. Wie lange bleiben Mitarbeiter beim Unternehmen? Wie hoch ist der Krankenstand? Und in vielen stark operativen Bereichen l\u00e4sst sich auch die Arbeitsleistung am Output messen.<\/p>\n\n\n\n
Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir auch den Fl\u00e4chenbedarf, Mieten und Ausbaukosten ins Verh\u00e4ltnis setzen und klare Return-on-Invest-Berechnungen aufstellen. Das ist n\u00e4mlich das, was ich mit wirtschaftlich gemeint habe: Kein Unternehmen investiert gern, ohne die Sicherheit zu haben, dass sich das hinten raus rechnet.<\/p>\n\n\n\n
Und dazu m\u00fcssen wir in der Lage sein. Und dazu sind wir in der Lage, wenn wir Konzept und Umsetzung zusammenf\u00fchren \u2013 im \u00dcbrigen unterscheidet das unser Vorgehen von diesen vermeintlich fancy Insell\u00f6sungen.<\/p>\n\n\n\n
Alles bleibt. Alles hat seine Berechtigung. Letztlich muss jedes Unternehmen f\u00fcr sich selbst herausfinden, wie Arbeit organisiert wird. Das ist der partizipative Prozess, den wir ja schon besprochen haben.<\/p>\n\n\n\n
Es gibt Strukturen, die funktionieren ganz hervorragend vollst\u00e4ndig remote. Viele Start-ups leben damit sehr gut. Es gibt Strukturen, die funktionieren hybrid sehr gut, und es gibt solche, bei denen ein hohes Ma\u00df an Anwesenheit von allen Seiten gew\u00fcnscht ist.<\/p>\n\n\n\n
Wenn man allerdings durch die B\u00fcrofl\u00e4chen l\u00e4uft und die meisten Pl\u00e4tze unbesetzt sind, dann wei\u00df man sofort, dass irgendetwas nicht stimmt. Problematisch wird es immer dann, wenn Modell, F\u00fchrung und Fl\u00e4che nicht zusammenpassen. Leere B\u00fcros sind n\u00e4mlich kein Immobilienproblem, sondern ein Organisationsproblem.<\/p>\n\n\n\n
Wir verfolgen zur Umsetzung einen methodisch sehr strukturierten Ansatz, der sich an unserer HCD-Matrix orientiert \u2013 von der Fl\u00e4chenauswahl bis zur \u00dcbergabe der neuen Arbeitsorte und dem anschlie\u00dfenden Begleiten der Mitarbeitenden bei der Eingew\u00f6hnung.<\/p>\n\n\n\n
Aber an den Anfang jedes Projekts geh\u00f6ren Bestandsaufnahme, Prozessanalyse und das Formulieren der Anforderungen an den Arbeitsort. Wir arbeiten dabei in klassischen und sehr modernen Workshopformaten, binden gezielt Menschen in diesen Prozess ein und schaffen zun\u00e4chst ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis von der Aufgabe, die vor uns liegt.<\/p>\n\n\n\n
Richtig, sch\u00f6n und einzigartig.<\/p>\n\n\n\n
Richtig, weil er perfekt zu den Aufgaben passt, die dort bearbeitet werden. Sch\u00f6n, weil er Menschen abholt und ihnen einen Wohlf\u00fchlplatz gibt. Und einzigartig, weil er eben nicht von der Stange ist, sondern zu Mensch, Unternehmen und Prozessen passt.<\/p>\n\n\n\n
In unseren Vortr\u00e4gen zeigen wir ganz praktisch, wie man konkret wird. Wir erkl\u00e4ren, worauf es ankommt, wenn man Arbeitsorte schaffen oder ver\u00e4ndern will. Kein Buzzword-Bingo, sondern Know-how aus unseren Projekten, bei denen wir viele Tausend Arbeitspl\u00e4tze geplant, gestaltet und gebaut haben.<\/p>\n\n\n\n
Neben den Vortr\u00e4gen, in denen wir ganz konkret zeigen, worauf es ankommt, wollen wir in kleinen Workshops quasi Mini-Konzeptionsworkshops durchf\u00fchren. Hier kann jede:r das eigene Unternehmen oder das eigene Team hinterfragen und sich konzeptionell damit besch\u00e4ftigen, was zu tun ist, um die Organisation zukunftsf\u00e4hig aufzustellen.<\/p>\n\n\n\n
Weil sie Licht ins Dunkel bringen k\u00f6nnen, indem sie eine Plattform bieten, auf der ich mit den Lotsen zusammenkommen kann, die mich durch das enge Fahrwasser der Ver\u00e4nderungen bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n