{"id":124492,"date":"2026-06-02T09:05:15","date_gmt":"2026-06-02T07:05:15","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=124492"},"modified":"2026-06-09T11:09:28","modified_gmt":"2026-06-09T09:09:28","slug":"creovias-future-food-technology-lebensmittelbranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/creovias-future-food-technology-lebensmittelbranche\/","title":{"rendered":"Steht die Lebensmittelbranche vor ihrem n\u00e4chsten gro\u00dfen Umbruch?"},"content":{"rendered":"\n
2010 habe ich mein Bio-Unternehmen gegr\u00fcndet \u2013 aus einer Reise ins Mekong-Delta und der \u00dcberzeugung, dass hochwertige Bio-Spezialreisvarianten ihren Platz im deutschen Markt finden. 15 Jahre sp\u00e4ter hat sich das bewahrheitet. Nach dem Verkauf des Unternehmens Ende 2025 stand ich vor der Frage: Was treibt mich als n\u00e4chstes an? Die Antwort war nicht schwer zu finden. Die Frage, wie die Lebensmittel von morgen entstehen \u2013 und wo gerade Milliarden in die falschen Richtungen investiert werden \u2013 l\u00e4sst mich nicht los. Die Holding Creovias ist die Konsequenz daraus.<\/p>\n\n\n\n
Im Kern bin ich das \u2013 mit \u00fcber 15 Jahren operativer Erfahrung im Food-Bereich, Vertrieb, Markenaufbau und Gesch\u00e4ftsentwicklung. Im Bereich Future Food Technology arbeite ich eng mit Jenny R\u00e4decke zusammen, einer ausgewiesenen Food-Expertin mit tiefem Wissen \u00fcber neue Rohstoffe und Herstellungsverfahren. Wir erg\u00e4nzen uns gut: unternehmerische Praxis auf der einen Seite, wissenschaftlich-technologische Einordnung auf der anderen.<\/p>\n\n\n\n
Ich glaube, dass wir in den n\u00e4chsten zehn Jahren eine fundamentale Verschiebung erleben werden \u2013 wie Rohstoffe produziert, verarbeitet und konsumiert werden. Die Holding Creovias will dabei kein Zuschauer sein. Wir wollen die Unternehmen und Projekte begleiten, die diesen Wandel ernsthaft und nachhaltig gestalten \u2013 mit unternehmerischer Erfahrung, klarem Blick und ohne Hype.<\/p>\n\n\n\n
Weil die alten Ans\u00e4tze an ihre Grenzen sto\u00dfen. Globale Lieferketten sind fragiler als gedacht, der Klimawandel macht etablierte Rohstoffquellen unzuverl\u00e4ssiger, und das Vertrauen der Konsumenten in hochverarbeitete Lebensmittel schwindet. Gleichzeitig entstehen durch Biotechnologie und KI v\u00f6llig neue M\u00f6glichkeiten. Das Problem ist nicht fehlendes Wissen \u2013 es ist fehlendes Urteilsverm\u00f6gen dar\u00fcber, was wirklich tr\u00e4gt und was nur gut klingt.<\/p>\n\n\n\n
Unternehmen und Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder, die in der Lebensmittel- und Agrifood-Branche etwas bewegen wollen \u2013 und dabei nicht nur eine Beratung suchen, die Folien produziert, sondern jemanden, der mitdenkt und mitgestaltet. Dazu Investoren und Medien, die Orientierung in einem Markt brauchen, der gerade von Hype und echten Innovationen gleicherma\u00dfen gepr\u00e4gt wird.<\/p>\n\n\n\n
Konkret bedeutet bei mir: Ich setze mich an den Tisch, schaue mir das Gesch\u00e4ftsmodell an, frage unbequeme Fragen und helfe, die richtigen Priorit\u00e4ten zu setzen. In der Beratung geht es meist um Vertrieb, Marktentwicklung und strategische Positionierung. Bei Beteiligungen bringe ich dar\u00fcber hinaus Netzwerk, Branchenwissen und langfristige Perspektive ein. Keine gro\u00dfen Projektteams, keine anonymen Analysen \u2013 sondern direkte, operative Zusammenarbeit.<\/p>\n\n\n\n
Ich habe selbst gebaut, verkauft, Fehler gemacht und daraus gelernt. Das ist ein anderes Fundament als eine Karriere in der Beratung. Ich wei\u00df, wie es sich anf\u00fchlt, wenn der Eink\u00e4ufer eines gro\u00dfen H\u00e4ndlers Nein sagt \u2013 und was man daraus macht. Diese Erfahrung ist nicht lehrbar, aber sie ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.<\/p>\n\n\n\n
Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung ist die Glaubw\u00fcrdigkeitsl\u00fccke. Nachhaltige Ern\u00e4hrung ist im Mainstream angekommen \u2013 aber damit auch Greenwashing, \u00fcberh\u00f6hte Versprechen und entt\u00e4uschte Konsumenten. Wer heute in diesem Markt arbeitet, muss mehr liefern als ein gutes Gef\u00fchl. Substanz, Transparenz und echte Wirkung werden immer wichtiger.<\/p>\n\n\n\n
Gespalten. Die Aufgeschlossenen sehen Chancen und investieren. Die Z\u00f6gerlichen warten auf Marktsignale, die andere bereits nutzen. Und manche verschlie\u00dfen sich dem Wandel, bis er sie einholt. Was mich interessiert, sind die ersten \u2013 jene, die bereit sind, echte Ver\u00e4nderungen anzugehen, bevor es alle anderen tun.<\/p>\n\n\n\n
Die Beteiligung an spannenden Unternehmen, aber auch der Aufbau von Future Food Technology als eigenst\u00e4ndiges Beteiligungsunternehmen stehen ganz oben. Dazu der weitere Ausbau des Podcasts Food Fak(t) als Forum f\u00fcr relevante Stimmen aus der Branche. Und einige Beratungs- und Beteiligungsprojekte, \u00fcber die ich zu gegebener Zeit berichten werde.<\/p>\n\n\n\n
Pflanzenbasiert hat eine Zukunft \u2013 aber nicht so, wie es vor ein paar Jahren verkauft wurde. Der erste Hype ist vorbei, und das ist gut so. Was jetzt kommt, muss wirklich schmecken, wirklich ges\u00fcnder sein und wirklich zu fairen Preisen verf\u00fcgbar sein. Die Technologien daf\u00fcr \u2013 Pr\u00e4zisionsfermentation, Zellkultivierung, neue pflanzliche Rohstoffe \u2013 entwickeln sich schnell. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, wird in zehn Jahren relevante Marktanteile haben.<\/p>\n\n\n\n
Erstens: Kenne deinen Kunden besser als er sich selbst kennt \u2013 und verkaufe ihm nicht, was du hast, sondern was er braucht. Zweitens: Baue langsamer, aber stabiler. Wachstum um jeden Preis klingt gut, bis es nicht mehr gut klingt. Drittens: Such dir Mitgr\u00fcnder, Berater und Investoren, mit denen du auch in schwierigen Momenten ehrlich reden kannst. Alles andere r\u00e4cht sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n
Bild:\u00a0Bildrechte: Christine Fiedler<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns\u00a0bei Stefan Fak<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n