{"id":124541,"date":"2026-06-03T10:31:02","date_gmt":"2026-06-03T08:31:02","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=124541"},"modified":"2026-06-13T13:41:19","modified_gmt":"2026-06-13T11:41:19","slug":"moot-upcycling-textilien-green-deal-show","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/moot-upcycling-textilien-green-deal-show\/","title":{"rendered":"Steht die Modebranche vor einem neuen Umgang mit Ressourcen?"},"content":{"rendered":"\n
Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: Tonnenweise brauchbare Textilien landen t\u00e4glich im M\u00fcll, w\u00e4hrend die Modeindustrie gleichzeitig immer neue Ressourcen verbraucht. Nils, ausgebildeter Modedesigner mit Fokus auf zirkul\u00e4res Design, und ich, studierter BWLer mit Startup-Erfahrung, kannten uns als langj\u00e4hrige Freunde und merkten schnell, dass wir die perfekte Kombination f\u00fcr dieses Vorhaben mitbringen. 2020 gr\u00fcndeten wir MOOT \u2013 mitten in der Pandemie. Was mit einem T-Shirt aus Bettw\u00e4sche anfing, entwickelte sich schnell in eine breite Produktpalette aus verschiedensten Materialien. Dass aus der Idee ein echtes Unternehmen werden kann, wurde uns sp\u00e4testens klar, als die erste Crowdfunding-Kampagne erfolgreich war.<\/p>\n\n\n\n
Der Kern war immer die \u00dcberzeugung, dass Upcycling nicht Nischenkunst, sondern massentauglich sein kann. Wir wollten zeigen, dass aus entsorgten Textilien hochwertige, designstarke Produkte entstehen k\u00f6nnen und das alles lokal, fair und mit echter Geschichte.<\/p>\n\n\n\n
Die Wochen vor der Ausstrahlung waren spannend, The Green Deal Show ist ein ganz neues Konzept und entsprechend gab es keine Erfahrungswerte auf die wir zur\u00fcckgreifen konnten. Die Aufzeichnung fand Mitte April 2026 vor Live-Publikum in Berlin statt, das war ein besonderes Erlebnis denn fast unser gesamtes Team (inzwischen sind wird 14 Personen) konnte im Publikum sitzen. Auf der B\u00fchne zu stehen und unsere Mission vor der Creator Jury zu pitchen, war sowohl aufregend als auch extrem motivierend. Das am Ende alle drei Creator mit uns kooperieren wollten, zeigt dass wir wohl alles richtig gemacht haben!<\/p>\n\n\n\n
Was uns am meisten beeindruckt hat, war das Konzept der Show selbst: Hier geht es nicht um Kapital, sondern um Reichweite. Die Jury steht f\u00fcr echte Haltung und bringt Communities mit, die sich f\u00fcr Nachhaltigkeit interessieren. Das f\u00fchlt sich sehr authentisch an. Und das Live-Publikum, das per Online-Tool \u00fcber \u201eCoins“ abstimmt, hat uns gezeigt, dass die breite Gesellschaft das Thema Upcycling verstehen und f\u00f6rdern m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n
Direkt nach der Ausstrahlung konnten wir definitiv mehr Traffic auf unseren Seiten verbuchen, doch besonders spannend wird es dann, wenn unser Deal mit den Creator umgesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n
Das Format lebt davon, dass Creator ihre Reichweite einsetzen und genau das ist passiert. Es gab konkrete Gespr\u00e4che mit Creator, die wir nun weiterf\u00fchren. Details dazu werden sich in den kommenden Wochen zeigen. Wir haben auf jeden Fall richtig Lust auf die Kooperation!<\/p>\n\n\n\n
Ganz ehrlich, nach der Show ging es direkt weiter mit unserem operativen Gesch\u00e4ft – also der Betreuung des Online Shops aber vor allem der Umsetzung von B2B Kooperationen. Da stecken wir gerade in einer sehr intensiven Phase. Au\u00dferdem arbeiten wir gerade auch an einem F\u00f6rderprojekt mit der DBU zusammen, die ja auch Sponsoren der Green Deal Show sind. Also nach der Show ging\u2019s erstmal zur\u00fcck zu Business as usual.<\/p>\n\n\n\n
Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, die wir im D2C Bereich haben ist tats\u00e4chlich die Kommunikation. Unsere Produkte haben Erkl\u00e4rungsbedarf und viele Produkte sind Unikate. Das macht die Vermarktung kompliziert und genau deshalb ist die Green Deal Show f\u00fcr uns auch so eine spannende M\u00f6glichkeit.<\/p>\n\n\n\n
Wir verwenden zu 100 % aussortierte Materialien \u2013 kein Greenwashing, kein \u201eein bisschen recycelt“. Jedes Produkt rettet Textilien. Gleichzeitig haben wir mit MOOTstudio ein industriell skalierbares B2B-Modell entwickelt: Wir upcyceln ausgedienten Uniformen, Werbematerialien oder Arbeitskleidung f\u00fcr Unternehmen wie DHL oder den DFB. Das verbindet Impact mit echter Wirtschaftlichkeit.<\/p>\n\n\n\n
Indem wir beides nicht als Widerspruch begreifen. Unsere Kreislaufwirtschaft spart Rohstoffkosten, schafft einzigartige Produkte mit Mehrwert und spricht eine Zielgruppe an, die bewusst konsumieren will. Das B2B-Segment \u00fcber MOOTstudio bringt Skalierbarkeit, die im reinen B2C schwieriger zu erreichen ist.<\/p>\n\n\n\n
Wir wollen Upcycling als Standard etablieren \u2013 nicht als Ausnahme. Konkret bedeutet das: Wachstum im B2B-Bereich, neue Partnerschaften f\u00fcr den Textilnachschub, und weitere Auszeichnungen wie der Circular Fashion Fund als Signal an die Branche. Langfristig wollen wir die Upcycling-Quote in der deutschen Textilindustrie sp\u00fcrbar erh\u00f6hen und MOOT als europ\u00e4ische Referenz f\u00fcr zirkul\u00e4re Mode positionieren.<\/p>\n\n\n\n
Absolut. Das Format ist einzigartig, weil es nicht um Bewertungen und Term Sheets geht, sondern um echte Community-Verbindungen. Wenn ihr ein nachhaltiges Startup seid, das eine Geschichte zu erz\u00e4hlen hat und eine junge, bewusste Zielgruppe ansprechen wollt, ist das eine super B\u00fchne. Die Jury bringt nicht nur Reichweite, sondern auch Glaubw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n\n\n\n
Mission first \u2013 aber Zahlen kennen. Ohne eine echte \u00dcberzeugung kommt man nicht durch die harten Phasen. Aber wirtschaftliches und rechtliches Know-How ist unerl\u00e4sslich. Beides zusammen ist der Schl\u00fcssel.<\/p>\n\n\n\n
B2B fr\u00fch mitdenken. Ein direkter Kanal zu Unternehmenskund gibt Planungssicherheit und skaliert besser als reiner D2C-Vertrieb.<\/p>\n\n\n\n
Community vor Kapital. Baut zuerst echte Beziehungen auf \u2013 zu Kund, Partner, Gleichgesinnten. Wer das hat, findet auch Investor.<\/p>\n\n\n\n
Bild Das MOOT Team in Berlin,Neuk\u00f6lln Credit: MOOT Upcycling GmbH<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Nils Neubauer<\/a> und Michael Pfeifer<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder<\/p>\n\n\n\n