{"id":125323,"date":"2026-06-29T08:29:43","date_gmt":"2026-06-29T06:29:43","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=125323"},"modified":"2026-06-29T08:29:45","modified_gmt":"2026-06-29T06:29:45","slug":"spotmyenergy-smart-meter-energiewende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/spotmyenergy-smart-meter-energiewende\/","title":{"rendered":"Was macht SpotmyEnergy anders als klassische Energieversorger?"},"content":{"rendered":"\n
Ich kann sagen, ich bin ein Gr\u00fcnder aus Leidenschaft. Mir macht es wirklich Spa\u00df ein Unternehmen aufzubauen, mit dem ich von der Idee zum praktischen Erfolg komme. Zusammen mit einem hochmotivierten Team einen Beitrag f\u00fcr die Energiewende zu leisten, ist f\u00fcr mich ein echtes Privileg.<\/p>\n\n\n\n
In der Zeit zwischen Next Kraftwerke und SpotmyEnergy habe ich gemerkt, wie sehr ich operative Arbeit brauche. Ich habe \u00fcber die letzten Jahre einige Angel-Investments gemacht, aber das war f\u00fcr mich immer ein spannender Zusatz, nie ein Ersatz f\u00fcr Hands-on Arbeit. Seit der Gr\u00fcndung von SpotmyEnergy ist mein Alltag wieder viel operativer. Mir gibt es einfach immer Energie, mit dem Team zusammen im B\u00fcro zu sein und Ideen in die Tat umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n
Da gibt es eine ganze Menge. Was mir direkt einf\u00e4llt: die N\u00e4he zum Kunden. Auch die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung muss den Kunden wirklich verstehen. Was sind die Bed\u00fcrfnisse und wie k\u00f6nnen wir uns als Unternehmen so positionieren, dass eine langfristige Beziehung aufgebaut werden kann? So ist auch unser Gesch\u00e4ftsmodell bei SpotmyEnergy aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n
Die Energiewelt von morgen ist digitaler und flexibler. Konkret hei\u00dft das: In Zukunft werden wir zum Beispiel mit g\u00fcnstigeren Strompreisen belohnt, wenn wir Energie flexibler verbrauchen. Ob das E-Auto am Abend oder nachts geladen wird, macht f\u00fcr die meisten keinen Unterschied. F\u00fcr den Strompreis aber sehr wohl, weil zum Beispiel nachts oft viel g\u00fcnstiger Strom aus Wind produziert wird, der aber weniger Abnehmer findet. <\/p>\n\n\n\n
Unsere Systeme sorgen daf\u00fcr, dass Haushalte von dieser neuen Energiewelt profitieren, ohne dass sie daf\u00fcr mehr Aufwand haben \u2013 zum Beispiel, indem das Auto automatisch dann geladen wird, wenn der Strom besonders gr\u00fcn und g\u00fcnstig ist. SpotmyEnergy bietet Haushalten alles aus einer Hand an, was sie f\u00fcr diese Energiewende im eigenen Zuhause brauchen. Das reicht von der Installation eines intelligenten Stromz\u00e4hlers (Smart Meter) \u00fcber ein Energiemanagementsystem bis hin zu einem dynamischen Stromtarif. Wir kooperieren mit \u00fcber 300 Handwerksbetrieben, um Anlagen wie Heimspeicher oder Photovoltaik schon bei der Installation bereit f\u00fcr die neue Energiewelt zu machen.<\/p>\n\n\n\n
Meine Vision bei der Gr\u00fcndung war es, SpotmyEnergy zum Stromversorger der n\u00e4chsten Generation zu machen. Und das ist sie auch heute, knapp zwei Jahre nach Gr\u00fcndung noch. Unser System optimiert den Stromverbrauch unserer Kunden automatisch. Die Stromversorgung wird dadurch super g\u00fcnstig und gr\u00fcn. Wir integrieren unsere Kunden in den Strommarkt. Sie wirken dann zusammen wie eine riesige virtuelle Batterie, indem alle Haushalte zusammen gesteuert werden k\u00f6nnen, um Schwankungen am Strommarkt auszugleichen. Die Haushalte m\u00fcssen daf\u00fcr nichts tun, au\u00dfer die technischen Voraussetzungen \u2013 Smart Meter und Energiemanagementsystem \u2013 im Haus einzubauen.<\/p>\n\n\n\n
Die Erwartungen der Investoren an ein Unternehmen sind immer hoch \u2013 auch wenn ich schon einen erfolgreichen Exit hinter mir habe. Die Erwartung habe ich im \u00dcbrigen auch an mich selbst: SpotmyEnergy soll die n\u00e4chste Erfolgsgeschichte in der dezentralen Energiewende werden. Aber nat\u00fcrlich hilft es, Finanzierungsrunden und Investorengespr\u00e4che schon hinter sich zu haben, um durch diese Erfahrungen konkrete Tipps im Umgang mit Investoren zu sammeln und sie dann anwenden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Mehr als vier von f\u00fcnf PV-Anlagen, Heimspeicher oder Wallboxen werden in Deutschland nicht von den gro\u00dfen Playern, sondern von kleinen bis mittelgro\u00dfen Handwerksbetrieben mit enormem Fachwissen installiert. Entsprechend liegt hier der gr\u00f6\u00dfte Hebel, die Energiewende so schnell wie m\u00f6glich in die Privathaushalte zu bringen. Von dieser Kooperation profitieren alle: Durch die Zusammenarbeit mit uns k\u00f6nnen auch kleinere Betriebe Komplettl\u00f6sungen inklusive Stromvertrag, Smart Meter und Energiemanagementsystem anbieten \u2013 und die Haushalte bekommen einen Dienstleister vor Ort, der pers\u00f6nlich ber\u00e4t und bei der Umsetzung auf individuelle Bed\u00fcrfnisse eingeht.<\/p>\n\n\n\n
Wenn ich hier eine Sache herausstellen m\u00f6chte, ist das eindeutig der Smart-Meter-Rollout. Ende 2025 hatte gerade mal jeder 20. Haushalt in Deutschland einen intelligenten Z\u00e4hler, der den Stromverbrauch mindestens viertelst\u00fcndlich festhalten und automatisch \u00fcbermitteln kann. Damit sind wir in Westeuropa einsames Schlusslicht. Smart Meter sind die Voraussetzung f\u00fcr dynamische Stromtarife, automatisches Laden von E-Autos in g\u00fcnstigen Zeitfenstern, eine bessere Vermarktung von Solarstrom nach Ende der EEG-Einspeiseverg\u00fctung und noch vieles mehr. Auch deshalb haben wir uns entschieden, selbst zum wettbewerblichen Messstellenbetreiber zu werden. Das hei\u00dft im Klartext: Wir k\u00f6nnen bei unseren Kunden selbst einen neuen Stromz\u00e4hler installieren.<\/p>\n\n\n\n
Was mir in Diskussionen immer wieder auff\u00e4llt: Wir h\u00e4ngen gedanklich oft noch in der alten Stromwelt fest. Also in einer Welt, in der Haushalte einen Vertrag abschlie\u00dfen und einen festen Preis pro Kilowattstunde zahlen \u2013 v\u00f6llig egal, wo oder wie der Strom produziert wird, den sie gerade nutzen. Als der Solarausbau in den 2000er Jahren begann, wurden F\u00f6rderungen wie die Einspeiseverg\u00fctung noch im Rahmen dieser alten Energiewelt gestaltet. <\/p>\n\n\n\n
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In Zukunft m\u00fcssen wir Energie genau anders herum denken: Haushalte nutzen ihren \u00fcbersch\u00fcssigen Solarstrom, um die eigenen \u2013 \u00fcbrigens immer g\u00fcnstiger werdenden \u2013 Batterien zu laden. Oder sie laden ihr E-Auto vollautomatisch dann, wenn die PV-Anlage gerade richtig viel Strom produziert. Die gr\u00f6\u00dften Ersparnisse bringt es also nicht, den Strom einzuspeisen, sondern flexibel viel mehr davon selbst zu verbrauchen. Dass das inzwischen nicht nur m\u00f6glich ist, sondern auch mit minimalem Aufwand automatisiert werden kann, ist den meisten nicht bewusst. Deshalb diskutieren wir immer noch \u00fcber Strom, als w\u00e4ren wir in den 1990er Jahren.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben, wie schon erw\u00e4hnt, eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Installateuren. Kunden werden f\u00fcr ihre Anlagen bei bekannten und vertrauten Betrieben in ihrer Region gut beraten. So kann ihnen der Installateur nicht nur Zugang zur PV-Anlage verschaffen, sondern auch zu allem, was zum Strom sparen geh\u00f6rt, wie zum Beispiel Smart Meter, Energiemanagementsystem und dynamischer Tarif. Und das Ganze ohne einen Mehraufwand f\u00fcr die Kunden. Wir bieten unseren Partnerbetrieben herstelleroffene Hard- und Software, um m\u00f6glichst vielen Kunden eine individuell passende Energiel\u00f6sung zu bieten und dabei immer die innovativsten Angebote bereitzustellen. Das tr\u00e4gt auch dazu bei, dass kleinere Betriebe zukunftssicher aufgestellt sind.<\/p>\n\n\n\n
Die rund 42 Millionen Privathaushalte in Deutschland verbrauchen etwas mehr als ein Viertel des produzierten Stroms. Bisher tun sie das sehr viel berechenbarer, als das den meisten wahrscheinlich bewusst ist: Morgens und abends wird besonders viel verbraucht und sp\u00e4t nachts ist der Verbrauch besonders niedrig. Gleichzeitig wird aber mittags besonders viel Solarstrom produziert, und der Wind bl\u00e4st nachts, wenn die meisten Lichter aus sind. Diese Phasen hoher Produktion und niedrigen Verbrauchs k\u00f6nnen Privathaushalte in Zukunft nutzen, um ihren Strompreis signifikant zu senken. Ein E-Auto kann zum Beispiel nachts genau dann geladen werden, wenn der Strompreis durch geringe Nachfrage niedrig ist. <\/p>\n\n\n\n
Morgens ist es dann geladen, wenn man zur Arbeit f\u00e4hrt. In der Energiewelt der Zukunft bekommen solche Gro\u00dfverbraucher ihren Strom also dann, wenn er besonders g\u00fcnstig ist \u2013 vollautomatisch durch ein Energiemanagementsystem. Was das ganze besonders elegant macht: Dadurch, dass sie flexibel auf ein \u00dcber- oder Unterangebot reagieren, entlasten Privathaushalte das gesamte Stromnetz, indem sie helfen, teure Lastspitzen zu vermeiden und dadurch den Netzausbau zu begrenzen. Das kommt langfristig allen zugute, auch Haushalten ohne PV-Anlage oder E-Auto.<\/p>\n\n\n\n
Ich hatte ja gerade schon den Smart-Meter-Rollout als gro\u00dfe Bremse f\u00fcr die Energiewende erw\u00e4hnt. Wenn wir den Rollout fl\u00e4chendeckend umsetzen w\u00fcrden, w\u00e4re das f\u00fcr mich einer der gr\u00f6\u00dften Hebel, um vollst\u00e4ndig von erneuerbaren Energien zu profitieren \u2013 und das ist nun mal die g\u00fcnstigste Energiequelle, die uns zur Verf\u00fcgung steht. Die Bundesregierung hat zwar gesetzliche Ziele f\u00fcr den Einbau bei Haushalten mit Gro\u00dfverbrauchern wie Wallboxen oder W\u00e4rmepumpen festgelegt. Trotzdem hatte Ende 2025 gerade mal gut einer von 20 Haushalten in Deutschland einen Smart Meter. F\u00fcr uns war das das Signal, nicht auf die Netzbetreiber zu warten, damit unsere Kunden an Smart Meter kommen. Als wettbewerblicher Messstellenbetreiber bieten wir eine schnelle Alternative f\u00fcr Haushalte, die zu intelligenten, flexiblen Energiekunden werden wollen. Ich bin fest davon \u00fcberzeugt: Wenn wir die richtigen Anreize mit klaren gesetzlichen Vorgaben kombinieren, sind die privaten Haushalte nicht mehr aus der Energiewende wegzudenken.<\/p>\n\n\n\n
Erstens: Wisst stets \u00fcber die Regulatorik in eurem Markt Bescheid. Regulierungsver\u00e4nderungen k\u00f6nnen f\u00fcr ein Unternehmen wie eine technische Innovation wirken. Der Markt wird dann ge\u00f6ffnet und beantwortet die ber\u00fchmte Investorenfrage \u201eWhy now?\u201d. Das zeigt mir immer, dass ein Verst\u00e4ndnis \u00fcber die Regulatorik bis in die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung da sein muss. Zweitens: Seid euch bewusst, dass Regulierung immer etwas Zeit braucht und Entscheidungen sowie die damit einhergehenden Ver\u00e4nderungen meistens l\u00e4nger als erwartet dauern. Kalkuliert das \u2013 so gut es geht \u2013 in eure Gesch\u00e4ftspl\u00e4ne mit ein. Und drittes: Meistens entwickelt sich die Regulierung in die Richtung einer volkswirtschaftlich sinnvollen L\u00f6sung. Ich w\u00fcrde also immer versuchen ein Gesch\u00e4ftsmodell aufzubauen, welches volkswirtschaftlich insgesamt sinnvoll ist und welches nicht nur auf eine aktuelle, vielleicht unsinnige, Gesetzesl\u00fccke hin optimiert.<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits SpotmyEnergy<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Jochen Schwill<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n