{"id":125802,"date":"2026-07-17T10:43:52","date_gmt":"2026-07-17T08:43:52","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=125802"},"modified":"2026-07-17T10:43:53","modified_gmt":"2026-07-17T08:43:53","slug":"solago-solaranlage-solarkomponenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/solago-solaranlage-solarkomponenten\/","title":{"rendered":"Startup Solago im Interview: G\u00fcnstige Solaranlagen durch E-Commerce"},"content":{"rendered":"\n
Solago beziehungsweise Solarhandel24 wurde 2022 gegr\u00fcndet und ist auf den Online-Direktvertrieb von Photovoltaik-Komplettsets und einzelnen Solarkomponenten wie Speichern und Wechselrichtern spezialisiert.<\/p>\n\n\n\n
Die Idee entstand aus einem einfachen Gedanken: Wir wollten Kundinnen und Kunden den g\u00fcnstigsten und unkompliziertesten Weg zur eigenen Solaranlage erm\u00f6glichen. Deshalb haben wir Solago aufgebaut, um Solarkomponenten direkt online anzubieten, sowohl einzeln als auch als konfiguriertes Komplettset. Durch effizientere Strukturen und Vertriebsprozesse k\u00f6nnen wir im Vergleich zu klassischen Installationsmodellen Kosten einsparen und diese Vorteile direkt an unsere Kunden weitergeben.<\/p>\n\n\n\n
Aus unserem ersten Startup haben wir gelernt, wie man lean einen Onlineshop aufbaut und ersten Traffic \u00fcber Google und Meta generiert. Gleichzeitig haben wir aber auch gelernt, dass wir nicht unfehlbar sind und scheitern k\u00f6nnen. Diese Erfahrung hat dabei geholfen, auf dem Boden zu bleiben und eine realistische Wahrnehmung zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr mich war au\u00dferdem wichtig zu erkennen, dass Netzwerken und die Startup-Bubble einen nicht automatisch weiterbringen. Am Ende z\u00e4hlen vor allem die Dinge, die man selbst aktiv umsetzt und manchmal kann es helfen, sich f\u00fcr ein paar Monate bewusst \u201eeinzusperren\u201c und konsequent sein eigenes Ding durchzuziehen.<\/p>\n\n\n\n
Wir wollten nicht von st\u00e4ndigen Finanzierungsrunden abh\u00e4ngig sein. Das kostet viel Zeit und Nerven, und wir wollten uns auch selbst beweisen, dass wir es aus eigener Kraft schaffen und vorankommen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Ich glaube au\u00dferdem, dass Finanzierungsrunden Gr\u00fcnder manchmal zu sehr davor sch\u00fctzen, ihr Gesch\u00e4ftsmodell kritisch zu hinterfragen. Wenn ein Modell nicht profitabel ist, kann man mit neuem Geld wieder eine gewisse Zeit \u00fcberbr\u00fccken. Beim Bootstrapping geht das nicht. Man ist gezwungen, unprofitable Bereiche schnell zu erkennen, sie konsequent zu beenden und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich funktioniert. Das kann ein gro\u00dfer Vorteil sein.<\/p>\n\n\n\n
Ein entscheidender Punkt war, dass wir fr\u00fch die Benefits im Online-Vertrieb erkannt haben und es uns zum Ziel gemacht haben, Solaranlagen und Solarkomponenten zu guten Preisen direkt online anzubieten. Viele Kundinnen und Kunden \u00fcbernehmen heute einen Teil ihres Solarprojekts selbst und k\u00f6nnen dadurch mehrere tausend Euro sparen. Das macht die eigene Solaranlage erschwinglicher, rentabler und damit auch attraktiver.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr uns bedeutet das, dass wir weniger in klassischen aktiven Vertrieb investieren m\u00fcssen, sondern k\u00f6nnen uns darauf konzentrieren, unseren Kundinnen und Kunden eine sehr gute Solaranlage zu einem attraktiven Preis anzubieten. Wenn der Nutzen klar ist, braucht es auch weniger \u201e\u00dcberzeugungsarbeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n
Wichtig waren au\u00dferdem die Auswahl der richtigen Markenprodukte, verst\u00e4ndlich konfigurierte Komplettsets und die M\u00f6glichkeit, Ware direkt bei uns vor Ort selbst abzuholen. Diese Kombination aus Preis, Transparenz, Produktauswahl und einfacher Abwicklung hat stark zu unserem Wachstum beigetragen.<\/p>\n\n\n\n
Wir merken, dass Kundinnen und Kunden heute deutlich besser informiert sind als noch vor einigen Jahren. Viele besch\u00e4ftigen sich intensiv mit den Produkten, vergleichen L\u00f6sungen und wollen verstehen, was sie kaufen. Dabei helfen nat\u00fcrlich digitale Kan\u00e4le.<\/p>\n\n\n\n
Wir selbst betreiben mit der \u201eSolar Akademie\u201c einen YouTube-Kanal mit rund 150.000 Abonnenten, auf dem wir Produkte vorstellen, erkl\u00e4ren und praktische Orientierung geben. Auch KI-Modelle wie ChatGPT oder Gemini ver\u00e4ndern den Markt, weil sich Kundinnen und Kunden sehr schnell Wissen aneignen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Gleichzeitig machen wir die Kaufentscheidung so einfach wie m\u00f6glich. Wir konfigurieren Komplettsets f\u00fcr die technischen Komponenten und auch f\u00fcr die Unterkonstruktion beziehungsweise Halterung vor. Dadurch m\u00fcssen Kundinnen und Kunden nicht jedes Einzelteil selbst zusammensuchen. Durch die hohen Einsparpotenziale lohnt es sich f\u00fcr viele, sich zu informieren und zumindest einen Teil des Projekts selbst in die Hand zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n
Durch unser starkes Wachstum gab es von Anfang an operative Herausforderungen. Ein wiederkehrendes Thema war zum Beispiel der Platzbedarf, weil Solarkomponenten viel Lagerfl\u00e4che ben\u00f6tigen. Au\u00dferdem war es immer schwierig, in den Peakzeiten den Kundenservice entsprechend nachzuziehen.<\/p>\n\n\n\n
Mit der Zeit haben wir viele Erfahrungswerte gesammelt und die passenden Strukturen aufgebaut. Heute haben wir unter anderem eigene Teams f\u00fcr IT, Disposition, Einkauf, Marketing, Design, Produktmanagement und Buchhaltung. Viele Kernkompetenzen liegen also direkt bei uns im Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n
Trotzdem bleibt es herausfordernd, die Strukturen immer wieder an das Wachstum anzupassen. Wenn ein Unternehmen sehr schnell gr\u00f6\u00dfer wird, m\u00fcssen Prozesse, Teams und Verantwortlichkeiten st\u00e4ndig nachziehen.<\/p>\n\n\n\n
Das war ein entscheidender Faktor. Zu Beginn habe ich jedes Kundengespr\u00e4ch am Telefon oder auch als Beratung bei uns im ersten Ladenlokal selbst gef\u00fchrt. Dadurch haben wir sehr schnell verstanden, wie unsere Kundinnen und Kunden denken, welche Fragen sie haben und wo die eigentlichen Probleme liegen.<\/p>\n\n\n\n
Diese N\u00e4he zum Kunden hat uns geholfen, genau die Produkte anzubieten, die wirklich nachgefragt wurden. Unser Lager hat sich durch die richtige Produktauswahl teilweise innerhalb von zwei Wochen komplett gedreht. Klassische Ladenh\u00fcter gab es bei uns kaum, weil wir uns sehr konsequent darauf konzentriert haben, nur das anzubieten, was unsere Kundinnen und Kunden tats\u00e4chlich brauchen.<\/p>\n\n\n\n
Nach dem Scheitern meines ersten Startups habe ich nat\u00fcrlich auch dar\u00fcber nachgedacht, ob Gr\u00fcnden wirklich der richtige Weg f\u00fcr mich ist. Als ich dann aber die Chance im Solarmarkt gewittert und verstanden habe, was wir mit Solago aufbauen k\u00f6nnen, hat es mich sofort wieder gepackt. F\u00fcr mich war klar, dass ich diesen einen Versuch noch wagen m\u00f6chte, bevor ich mich vielleicht doch auf einen klassischen Job bewerbe.<\/p>\n\n\n\n
Wir m\u00f6chten unsere Position als gr\u00f6\u00dften Onlineh\u00e4ndler f\u00fcr Solaranlagen verteidigen und ausbauen. Unsere Wachstumsstrategie basiert zum einen auf der Sortimentserweiterung um Klimaanlagen und W\u00e4rmepumpen. Zum anderen m\u00f6chten wir international st\u00e4rker werden und neue EU-M\u00e4rkte erschlie\u00dfen. Wir haben nat\u00fcrlich jetzt ein klares Ziel vor Augen: 1 Milliarde Euro Jahresumsatz.<\/p>\n\n\n\n
Ich glaube, dass sich der Solarmarkt weiter in Richtung DIY entwickeln wird. Gleichzeitig wird es immer Kundinnen und Kunden geben, die mit der Installation selbst nichts zu tun haben m\u00f6chten und daf\u00fcr einen Monteur beauftragen. Das sehen wir auch bei vielen unserer Kunden: Sie kaufen die Komponenten bei uns und lassen sie anschlie\u00dfend von einem regionalen Installateur montieren.<\/p>\n\n\n\n
Das funktioniert sehr gut und bringt bereits eine deutliche Kostenersparnis, auch wenn man nicht selbst installiert. Man muss also nicht alles eigenh\u00e4ndig machen, um g\u00fcnstiger zur eigenen Solaranlage zu kommen.<\/p>\n\n\n\n
Dar\u00fcber hinaus werden Haushalte in den kommenden Jahren smarter und st\u00e4rker auf Eigenverbrauch optimiert. In Mitteleuropa werden nicht nur W\u00e4rmepumpen, sondern auch Klimaanlagen einen gro\u00dfen Markt bilden. Gerade hier ist die Kombination mit Photovoltaik nat\u00fcrlich sehr spannend.<\/p>\n\n\n\n
Wir fokussieren uns auf die Erweiterung unseres Sortiments und die Internationalisierung. Zus\u00e4tzlich m\u00f6chten wir k\u00fcnftig noch mehr daran arbeiten, Endkunden mit Handwerksbetrieben f\u00fcr die Installation der Komponenten zu vernetzen.<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits \u00a9Solago<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Janik Nolden<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n