{"id":126161,"date":"2026-08-07T09:41:13","date_gmt":"2026-08-07T07:41:13","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=126161"},"modified":"2026-08-07T12:43:58","modified_gmt":"2026-08-07T10:43:58","slug":"bg-prevent-interview-herausforderungen-meistern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/bg-prevent-interview-herausforderungen-meistern\/","title":{"rendered":"Herausforderungen meistern: Lektionen vom Mount Everest f\u00fcr moderne Unternehmen"},"content":{"rendered":"\n
Herausforderungen geh\u00f6ren zum Leben \u2013 sowohl im Beruf als auch im privaten Umfeld. Herausforderungen, Berge und Gipfelziele sind Chancen zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Sie zu meistern ist eine Teamleistung und deswegen freue ich mich besonders beim Jubil\u00e4umsevent dabei zu sein, denn das Team von BG prevent unterst\u00fctzt Unternehmen seit 50 Jahren dabei Herausforderungen zu meistern \u2013 f\u00fcr gesunde, starke und resiliente Mitarbeitende.<\/p>\n\n\n\n
Ich freue mich sehr \u00fcber die Einladung. Herausforderungen geh\u00f6ren zum Leben \u2013 sowohl im Beruf als auch im privaten Umfeld. Herausforderungen, Berge und Gipfelziele sind Chancen zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Sie zu meistern ist eine Teamleistung und deswegen freue ich mich besonders beim Jubil\u00e4umsevent dabei zu sein, denn das Team von BG prevent unterst\u00fctzt Unternehmen seit 50 Jahren dabei Herausforderungen zu meistern \u2013 f\u00fcr gesunde, starke und resiliente Mitarbeitende.<\/p>\n\n\n\n
Auf den ersten Blick scheinen die Welten weit voneinander entfernt zu sein. Doch die grundlegenden Fragen sind ganz \u00e4hnlich: Wie gehe ich mit Unsicherheit um? Wie treffe ich Entscheidungen unter Druck? Wie bleibe ich leistungsf\u00e4hig, ohne meine Gesundheit zu gef\u00e4hrden? Auf einer Expedition wird sehr schnell deutlich, dass Erfolg nicht allein von Leistung abh\u00e4ngt. Entscheidend ist vielmehr, wie gut man mit seinen Ressourcen umgeht \u2013 k\u00f6rperlich, mental und als Team. Das gilt ebenso f\u00fcr Unternehmen und ihre Mitarbeitenden, fr\u00fchzeitig Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Menschen langfristig gesund, motiviert und leistungsf\u00e4hig bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung war nicht der Gipfeltag selbst, sondern der lange Weg dorthin. In den zwei Monaten am Berg gab es auch Zweifel, R\u00fcckschl\u00e4ge und Situationen, in denen das Ziel unerreichbar schien. Mental stark zu bleiben bedeutet f\u00fcr mich nicht, keine Angst zu haben oder nie zu zweifeln. Es bedeutet, die schwierigen Zeiten als Herausforderung anzunehmen mit der Bereitschaft dazuzulernen und Schritt f\u00fcr Schritt \u00fcber mich selbst hinaus zuwachsen \u2013 mit einem starken Team an meiner Seite.<\/p>\n\n\n\n
Vertrauen ist die Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit im Team. Auf einer Expedition bin ich darauf angewiesen, dass andere ihren Teil zum gro\u00dfen Ganzen beitragen \u2013 genauso wie sie sich auf mich verlassen m\u00fcssen. Das gilt sicher auch in Unternehmen. Gerade, wenn es darum geht gro\u00dfe Herausforderungen zu meistern, kann niemand allein erfolgreich sein. Berge und Gipfelziele werden erreicht, wenn Menschen offen kommunizieren, Verantwortung \u00fcbernehmen und sich gegenseitig unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n
Ich finde ein starkes Team braucht vor allem Diversit\u00e4t, unterschiedliche St\u00e4rken, Talente und Erfahrungen, die zusammenwirken. Unser Expeditionsleiter hatte ein sehr klares Credo f\u00fcr das Gelingen unseres Aufstiegs: sorgf\u00e4ltige Vorbereitung, strategische Planung, inspirierende F\u00fchrung, starkes Bekenntnis zu Teamarbeit und lots of bloody hard work on the mountain \u263a<\/p>\n\n\n\n
Sie sind entscheidend. Wenn die Belastung steigt, wird Kommunikation oft schwieriger und gleichzeitig wichtiger. Missverst\u00e4ndnisse k\u00f6nnen gravierende Folgen haben. Vertrauen erm\u00f6glicht es, Probleme offen anzusprechen, Hilfe anzunehmen und gemeinsam L\u00f6sungen zu finden. Gerade in Grenzsituationen ist niemand stark, weil er alles allein schafft.<\/p>\n\n\n\n
Eine der wichtigsten Lektionen lautet: Nicht jede Entscheidung wird unter idealen Bedingungen getroffen. Oft fehlen Informationen, die Zeit ist knapp und die Konsequenzen weitreichend. Gute F\u00fchrung bedeutet, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, Risiken realistisch einzusch\u00e4tzen und auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Manchmal besteht die gr\u00f6\u00dfte F\u00fchrungsst\u00e4rke darin, ein Ziel aufzugeben, das Ego gehen zu lassen, um das Team oder auch das Unternehmen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n
Klarheit \u00fcber das gemeinsame Ziel, Konzentration auf die n\u00e4chste machbare Etappe und die Bereitschaft, flexibel auf Ver\u00e4nderungen zu reagieren. Am Berg und auch im \u201erichtigen\u201c Leben hilft es nicht, sich von der Gr\u00f6\u00dfe einer Herausforderung \u00fcberw\u00e4ltigen zu lassen. Der Aufstieg besteht aus vielen kleinen Schritten. Ich glaube die Bereitschaft stetig dazuzulernen und sich zu ver\u00e4ndern ist vielleicht das Wichtigste.<\/p>\n\n\n\n
R\u00fcckschl\u00e4ge geh\u00f6ren zu jeder Herausforderung. Entscheidend ist, sie nicht als pers\u00f6nliches Scheitern zu betrachten. Oft geben sie wertvolle Hinweise darauf, was angepasst oder neu gedacht werden muss. Und dann braucht man Mut, einen neuen Plan zu schmieden und weiter aufzustiegen.<\/p>\n\n\n\n
Mentale St\u00e4rke ist die F\u00e4higkeit, auch in schwierigen Situationen handlungsf\u00e4hig zu bleiben. Sie entsteht nicht durch H\u00e4rte, sondern durch Selbstvertrauen, Erfahrung und die Bereitschaft, mit Unsicherheit umzugehen. Wer akzeptiert, dass nicht alles kontrollierbar ist, gewinnt mehr innere Stabilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n
Ja. Besonders beeindruckt hat mich immer wieder die Erfahrung, wie eng individuelles und gemeinsames Gelingen miteinander verbunden sind. In den Bergen wird sehr deutlich, dass pers\u00f6nlicher Erfolg oft nur m\u00f6glich ist, weil viele Menschen ihren Beitrag leisten. Diese Erkenntnis hat meinen Blick auf Zusammenarbeit nachhaltig gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n
Das ist ein gro\u00dfer Erfolgsfaktor. Unterschiedliche Menschen bringen unterschiedliche F\u00e4higkeiten, Erfahrungen und Sichtweisen mit. Wenn diese Vielfalt wertgesch\u00e4tzt wird, entstehen bessere Entscheidungen und kreativere L\u00f6sungen.<\/p>\n\n\n\n
Oft wird Kommunikation reduziert, weil alle glauben, daf\u00fcr keine Zeit zu haben. Gleichzeitig steigt die Gefahr von Missverst\u00e4ndnissen, Warnsignale werden nicht mehr geteilt und vielleicht auch ignoriert, Probleme zu sp\u00e4t angesprochen. Unter Druck ist Transparenz und offene Kommunikation noch viel wichtiger.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Welt ver\u00e4ndert sich mit hoher Geschwindigkeit. Niemand kann alle Entwicklungen vorhersehen oder kontrollieren. Deshalb brauchen wir die F\u00e4higkeit, mit Unsicherheit und Ver\u00e4nderungen umzugehen, aus R\u00fcckschl\u00e4gen zu lernen und auch dann handlungsf\u00e4hig zu bleiben, wenn der Weg nicht klar erkennbar ist. Genau dabei helfen Mut, Ausdauer und Resilienz.<\/p>\n\n\n\n
Resilienz entsteht nicht allein durch individuelles Training. Sie wird auch durch die Kultur eines Teams bzw. einer Organisation gepr\u00e4gt. Unternehmen k\u00f6nnen viel bewirken, indem sie Vertrauen f\u00f6rdern, gesunde Rahmenbedingungen schaffen, Eigenverantwortung st\u00e4rken und eine offene Fehlerkultur erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n
Sie sind die Voraussetzung daf\u00fcr, dass Menschen ihr Potenzial entfalten k\u00f6nnen. Wer keine Angst haben muss, Fragen zu stellen, Fehler anzusprechen oder eine andere Meinung zu vertreten, tr\u00e4gt aktiver zum gemeinsamen Erfolg bei. Psychologische Sicherheit f\u00f6rdert Lernen, Innovation und Zusammenarbeit.<\/p>\n\n\n\n
Es entsteht gemeinsame Energie und Orientierung. Unterschiedliche Interessen treten st\u00e4rker in den Hintergrund, Entscheidungen k\u00f6nnen leichter getroffen werden. Ein gemeinsamer Berg, ein gemeinsames Ziel schafft Sinn und verbindet die Menschen \u00fcber ihre individuellen Rollen im Team hinaus.<\/p>\n\n\n\n
Die Entscheidung umzudrehen, den Gipfel aufzugeben ist wahrscheinlich die schwierigste am Berg, weil es eine Entscheidung ist, die alles ver\u00e4ndert. Wir wissen, dass dieser Zeitpunkt jederzeit kommen kann, bei jeder Expedition, denn wir sind den \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen und Gefahren am Berg st\u00e4rker ausgeliefert als in einem kontrollierten Umfeld. Aber Erfolg am Berg besteht nicht darin, einen Gipfel zu erreichen, sondern so hoch wie m\u00f6glich aufzusteigen und alle gesund nach Hause zu bringen. Ich glaube je besser man das vor einer Expedition verinnerlicht, desto leichter ist es am Berg mit der Ver\u00e4nderung umzugehen.<\/p>\n\n\n\n
Angst ist kein Gegner, sondern ein wichtiges Barometer. Sie macht auf Risiken aufmerksam und hilft uns, achtsam zu bleiben. Es geht nicht darum, Angst zu vermeiden, sondern fr\u00fchzeitig zu erkennen, wie sie entsteht und konstruktiv mit ihr umzugehen. Mut bedeutet nicht Angstlosigkeit, sondern Handeln trotz Unsicherheit. Je gr\u00f6\u00dfer die Angst, desto gr\u00f6\u00dfer muss die Achtsamkeit sein.<\/p>\n\n\n\n
Wir stehen alle vor gro\u00dfen Herausforderungen im Leben \u2013 Bergen, Gipfelzielen, die einem 8000 Meter hohen Berg ganz \u00e4hnlich sind und oft auf den ersten Blick auch unerreichbar scheinen. Dass das BG prevent Team immer den Mut findet aus der Landkarte noch weiter hinauszuwandern, aber vor allem, dass sie immer Menschen um sich haben, die in den schwierigen Zeiten an ihrer Seite k\u00e4mpfen und mit denen sie noch viele Gipfelerfolge feiern k\u00f6nnen, das w\u00fcnsche ich dem ganzen Team.<\/p>\n\n\n\n
Am Berg habe ich gelernt, dass Unsicherheit kein Ausnahmezustand ist, sondern die Normalit\u00e4t. Wer darauf wartet, dass alle Bedingungen perfekt sind, wird nie aufbrechen. F\u00fcr Unternehmen bedeutet das aus meiner Sicht: Erstens braucht es ein klares Zielbild. Menschen k\u00f6nnen mit Unsicherheit umgehen, wenn sie wissen, wohin die Reise geht. Zweitens braucht es die Bereitschaft, Entscheidungen auch mit unvollst\u00e4ndigen Informationen zu treffen. Drittens braucht es eine Kultur, in der Lernen wichtiger ist als Schuldzuweisungen. Auf Expeditionen \u00e4ndern sich die Bedingungen st\u00e4ndig. Erfolgreich ist nicht das Team mit dem perfekten Plan, sondern das Team, das sich am schnellsten an neue Realit\u00e4ten anpassen kann.<\/p>\n\n\n\n
Resilienz l\u00e4sst sich nicht verordnen. Sie entsteht dort, wo Menschen Vertrauen erleben, Handlungsspielr\u00e4ume haben und sich als Teil einer Gemeinschaft f\u00fchlen. Der wichtigste Ort auf gro\u00dfen Expeditionen ist immer das Basecamp \u2013 unser Kraftplatz \u2013 an dem wir uns von R\u00fcckschl\u00e4gen erholen und neue Pl\u00e4ne schmieden k\u00f6nnen, ein Ort auch, wo wir uns sicher f\u00fchlen und Schwierigkeiten offen ansprechen k\u00f6nnen. Unternehmen k\u00f6nnen viel dazu beitragen, Mitarbeitende widerstandsf\u00e4higer zu machen, indem sie eine Kultur schaffen, in der Gesundheit, Lernen und gegenseitige Unterst\u00fctzung m\u00f6glich sind. Dazu geh\u00f6ren offene Kommunikation, Wertsch\u00e4tzung und die M\u00f6glichkeit, auch in anspruchsvollen Phasen ausreichend zu regenerieren. Menschen sind erstaunlich belastbar. Aber ihre Widerstandskraft w\u00e4chst besonders dort, wo sie sich sicher f\u00fchlen, Verantwortung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen und wissen, dass sie Herausforderungen nicht allein bew\u00e4ltigen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits Niko Schmid-Burgk<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei Helga Hengge<\/a> f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n