{"id":126218,"date":"2026-08-12T10:41:19","date_gmt":"2026-08-12T08:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=126218"},"modified":"2026-08-12T10:41:20","modified_gmt":"2026-08-12T08:41:20","slug":"rivativ-optionen-privatanleger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/rivativ-optionen-privatanleger\/","title":{"rendered":"Rivativ: Wie ein Fintech das Options-Overlay f\u00fcr ETF-Anleger automatisiert"},"content":{"rendered":"\n
Rivativ gibt Privatanlegern Zugang zu Finanzprodukten, die bisher fast ausschlie\u00dflich institutionellen Investoren vorbehalten waren: systematische Optionsstrategien. Die Idee kam mir w\u00e4hrend meiner Zeit im Hedgefonds, wo ich unter anderem auch Optionen gehandelt habe. Ich habe mich damals gefragt, warum eigentlich nur Profis diese Strategien nutzen. Die Antwort ist simpel: Optionen sind komplex, erfordern Sicherheiten und sind operativ aufwendig. Genau da setzen wir an. Bei Rivativ legen wir ein vollautomatisiertes Options-Layer auf das bestehende Portfolio des Anlegers. So profitiert er von einer Zusatzrendite von historisch rund 3% pro Jahr, ohne die Mechanik dahinter selbst bis ins kleinste Detail durchdringen und t\u00e4glich sein Portfolio pr\u00fcfen bzw. Trades erfassen zu m\u00fcssen. In unserer finalen Produktversion wollen wir es Anlegern so einfach machen, in eine systematische Optionsstrategie zu investieren, wie einen ETF zu kaufen.<\/p>\n\n\n\n
Wir sind drei Gr\u00fcnder. Theo k\u00fcmmert sich um alles Technische sowie die KI-Komponente als Teil unseres Produktes. Jan und ich kommen beide aus der Finanzwelt mit Stationen u.a. bei f\u00fchrenden Beratungen, Banken und Hedgefonds, wo wir \u00fcber die Jahre ein gro\u00dfes Netzwerk aufgebaut haben, das in der Fr\u00fchphase eines FinTechs Gold wert ist. Potenzielle Investoren und erste Kunden aus dem Family-Office- und Asset-Management-Umfeld kennen wir bereits. Diese Kombination aus praktischer Handelserfahrung, Netzwerk und technischer Expertise ist das, was uns als Team ausmacht.<\/p>\n\n\n\n
Ich glaube, dass Optionen das n\u00e4chste gro\u00dfe Ding in der Geldanlage werden, so wie es ETFs vor zwanzig Jahren waren. Ich erinnere mich noch, dass damals fast nur institutionelle Investoren Zugang zu ETFs hatten; heute nutzt sie praktisch jeder. Ein Beispiel verdeutlicht das Potenzial eines Options-Overlays: Wer mit 18 Jahren einmalig 10.000 Euro in einen ETF investiert, erreicht bei einer unterstellten langfristigen Rendite von 10% pro Jahr nach 40 Jahren rund 450.000 Euro. Das ist schon ziemlich gut. H\u00e4tte dieselbe Person zus\u00e4tzlich unser Options-Overlay genutzt und neben der ETF-Rendite eine Zusatzrendite von 3% pro Jahr erzielt, l\u00e4ge der Portfoliowert nach 40 Jahren durch den Zinseszinseffekt bei circa 1,3 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n
Im ersten Schritt richtet sich unser Produkt an Anleger, die bereits Erfahrung mit Optionen haben. F\u00fcr sie bieten wir Marktanalysen und aufbereitete Modellportfolios, die ihnen als Orientierung f\u00fcr ihre eigenen Entscheidungen dienen. Nach erfolgreicher Lizenzierung durch die Finanzaufsicht werden wir unser Produkt dem Massenmarkt anbieten und das vollautomatisierte Options-Overlay direkt f\u00fcr die Kunden ausf\u00fchren. So k\u00f6nnen dann auch Anleger, die bisher keine Ber\u00fchrungspunkte mit Optionen hatten, von deren Potenzial profitieren.<\/p>\n\n\n\n
Ich erkl\u00e4re es gerne so: Dein ETF-Portfolio ist das Fundament. Dar\u00fcber legen wir lediglich ein zweites Layer, das Options-Overlay. Es l\u00e4uft ganz von allein im Hintergrund und generiert zus\u00e4tzliche Ertr\u00e4ge, w\u00e4hrend dein Fundament (dein bestehendes Portfolio) unver\u00e4ndert bleibt und als Sicherheit f\u00fcr die Optionspositionen dient. Das Overlay handelt dabei vollautomatisch nach klaren Regeln, die wir vordefiniert haben. Der Kunde muss sich also nicht selbst in die Materie eindenken, sondern das Layer agiert autonom im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n
Die Rentenl\u00fccke ist real und wird sich mit klassischen Sparpl\u00e4nen allein nicht schlie\u00dfen lassen. Was wir anbieten, ist kein Wundermittel, das den Portfoliowert von heute auf morgen vervielfacht. Bei ausreichend langem Horizont sind aber rund 3% zus\u00e4tzliche Rendite pro Jahr durch unser Options-Overlay durchaus sehr attraktiv. \u00dcber 40 Jahre verdreifacht sich so wie zuvor ausgef\u00fchrt der Portfoliowert im Vergleich zu einem herk\u00f6mmlichen ETF.<\/p>\n\n\n\n
Das stimmt. Optionen sind f\u00fcr viele Privatinvestoren aufgrund der hohen Komplexit\u00e4t nur bedingt zug\u00e4nglich. Was unser Set-up so spannend macht, ist, dass wir all die technischen Herausforderungen, die beim Optionstrading bestehen, f\u00fcr den Kunden managen, er muss sie also nicht bis ins letzte Detail verstehen. Unser System handelt regelbasiert und vollautomatisch, und wir erkl\u00e4ren offen, was es wann tut und warum. Risiken kommunizieren wir aktiv und klar, weil wir langfristig auf Vertrauen setzen und nicht auf schnelle Abschl\u00fcsse. Wichtig ist mir zu betonen, dass wir niemandem empfehlen Optionen ohne ein gewisses Grundverst\u00e4ndnis ins Portfolio aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n
Ein mit unserem vergleichbares Produkt gibt es in Deutschland schlicht nicht. Als Privatanleger hattest du bisher drei M\u00f6glichkeiten:<\/p>\n\n\n\n
Wir bieten als einziger Anbieter eine vierte Alternative: institutionelle Optionsstrategien als Overlay auf das bestehende Portfolio, aufbereitet f\u00fcr Privatanleger. Was mich dabei antreibt: Wir stehen erst am Anfang von etwas ganz Gro\u00dfem\u2026 etwas, das so gro\u00df werden kann wie die ETF-Revolution vor zwanzig Jahren.<\/p>\n\n\n\n
Drei Dinge kommen gerade zusammen:<\/p>\n\n\n\n
Was in vielen anderen Bereichen f\u00fcr Start-ups funktioniert und was ich Gr\u00fcndern auch explizit raten w\u00fcrde, n\u00e4mlich mithilfe von KI schnell einen Prototyp zu entwickeln und zu testen, wie der Markt reagiert, funktioniert im Finanzbereich so nicht. Die Regulatorik l\u00e4sst das nicht zu. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung ist deshalb, Regulierung von Anfang an mitzudenken. Das kostet Zeit und Geld, sch\u00fctzt aber die Kunden und schafft das Vertrauen, das in dieser Branche notwendig ist. Und Vertrauen entsteht vor allem durch Transparenz. Deshalb legen wir offen, nach welchen Regeln unser System handelt und was es wann tut.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben in den letzten Monaten gezeigt, dass unser Produkt \u00fcberzeugt. Jetzt geht es darum, das zu skalieren. Der n\u00e4chste gro\u00dfe Schritt ist unser geplantes Fundraising f\u00fcr Ende 2026 \/ Anfang 2027. Mit dem Kapital werden wir die Kommerzialisierung vorantreiben und den Grundstein f\u00fcr die regulatorische Zulassung legen, die uns erlaubt, das vollautomatisierte Overlay direkt f\u00fcr die Kunden auszuf\u00fchren. Langfristig soll Rivativ die Infrastruktur f\u00fcr optionsbasiertes Investieren in Europa werden: f\u00fcr Privatanleger und als White-Label-L\u00f6sung f\u00fcr Asset Manager und Banken. In vier Jahren soll Rivativ der Name sein, der f\u00e4llt, wenn jemand in Deutschland oder Europa \u00fcber Optionsstrategien f\u00fcr Privatanleger spricht.<\/p>\n\n\n\n
Der FinTech-Markt ist speziell. W\u00e4hrend Investoren bei klassischer Software oder KI oft schon nach kurzer Zeit erste Ums\u00e4tze erwarten, ist im FinTech-Bereich entscheidend die richtigen Akteure zu kennen, sie zusammenzubringen und gemeinsam eine L\u00f6sung f\u00fcr ein bestehendes Problem zu entwickeln. In unserem Fall sind das Menschen mit mehrj\u00e4hriger Branchenerfahrung, Anw\u00e4lte, Personen mit BaFin- und Regulatorik-Erfahrung und nat\u00fcrlich Investoren. Insofern w\u00fcrde ich angehenden Fintech-Gr\u00fcndern empfehlen sich fr\u00fch ein Netzwerk aufzubauen, regulatorische Themen zu validieren und Feedback von Kunden einzuholen.<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits privat<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Manuel Nuber<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n