{"id":126650,"date":"2026-08-25T10:00:19","date_gmt":"2026-08-25T08:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=126650"},"modified":"2026-08-25T10:00:20","modified_gmt":"2026-08-25T08:00:20","slug":"greenox-energetische-sanierung-handwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/greenox-energetische-sanierung-handwerk\/","title":{"rendered":"GREENOX: Warum energetische Sanierung mehr als gute Beratung braucht"},"content":{"rendered":"\n
GREENOX ist ein bundesweit aktives Unternehmen f\u00fcr energetische Sanierung. Wir verbinden Energieberatung, Planung und handwerkliche Umsetzung f\u00fcr Wohn- und Nichtwohngeb\u00e4ude. Gegr\u00fcndet haben Simeon Forster und ich das Unternehmen 2023.<\/p>\n\n\n\n
Die Idee entstand aus einem konkreten Problem: Eigent\u00fcmer m\u00fcssen bei einer Sanierung h\u00e4ufig Energieberater, Planer, F\u00f6rderstellen und mehrere Handwerksbetriebe selbst koordinieren. Gleichzeitig stehen viele Handwerksbetriebe vor Nachfolgeproblemen oder werden durch administrative Aufgaben ausgebremst. Wir wollten diese Herausforderungen gemeinsam angehen und Sanierungen verl\u00e4sslicher organisieren.<\/p>\n\n\n\n
2024 haben wir unseren ersten Mitarbeiter eingestellt, 2025 waren es bereits 50. Heute arbeiten gruppenweit rund 200 Menschen f\u00fcr GREENOX. In dieser Zeit haben wir neue Standorte er\u00f6ffnet, eigene handwerkliche Kompetenzen aufgebaut und bestehende Betriebe in die Gruppe integriert.<\/p>\n\n\n\n
Meine Bankausbildung hat mich gelehrt, Risiken zu bewerten, Zahlen ernst zu nehmen und Entscheidungen nicht nur aus dem Bauch heraus zu treffen. Diese Denkweise hilft mir bis heute, gerade bei Investitionen und in Wachstumsphasen.<\/p>\n\n\n\n
W\u00e4hrend der Coronazeit haben Simeon und ich mit Drohnen Foto- und Videoaufnahmen angeboten, h\u00e4ufig f\u00fcr Bauprojekte. Dadurch kamen wir der Immobilien- und Baubranche n\u00e4her. Parallel habe ich im Immobilienbereich gearbeitet und gesehen, wie komplex Geb\u00e4ude und Sanierungen tats\u00e4chlich sind.<\/p>\n\n\n\n
Im Handwerk habe ich schlie\u00dflich gelernt, was keine Tabelle vollst\u00e4ndig abbilden kann: Eine Planung ist nur dann etwas wert, wenn sie auf der Baustelle funktioniert. Ein Sanierungsprojekt steht und f\u00e4llt mit den Menschen, die es umsetzen.<\/p>\n\n\n\n
Der wichtigste Treiber war ein konkreter Bedarf. Viele Eigent\u00fcmer m\u00f6chten energetisch sanieren, wissen aber nicht, welche Ma\u00dfnahmen sinnvoll sind, welche F\u00f6rderung infrage kommt und wie sie die Beteiligten koordinieren sollen. Gleichzeitig gibt es nur wenige Anbieter, die Beratung, Planung und Umsetzung miteinander verbinden.<\/p>\n\n\n\n
Wir wollten deshalb nicht nur einzelne Beratungsleistungen anbieten, sondern Sanierungsprojekte ganzheitlich begleiten. Daf\u00fcr haben wir fr\u00fch Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen aufgebaut, von der Energieberatung und Architektur \u00fcber digitale Prozesse bis zum Handwerk. Mit jedem neuen Bereich wollten wir eine konkrete L\u00fccke im Ablauf schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n
In der Anfangszeit war ich in fast jedes operative Thema eingebunden. Ich habe Kundengespr\u00e4che gef\u00fchrt, Projekte begleitet, Mitarbeitende gesucht und viele Entscheidungen selbst getroffen. Bei einer Organisation mit rund 200 Menschen funktioniert das nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n
Meine Aufgabe besteht heute st\u00e4rker darin, Priorit\u00e4ten zu setzen, Verantwortung zu \u00fcbertragen und die richtigen Menschen in die richtigen Rollen zu bringen. Daf\u00fcr muss ich Ziele und Strukturen schaffen und darauf vertrauen, dass Entscheidungen dort getroffen werden, wo das n\u00f6tige Fachwissen vorhanden ist. Gleichzeitig ist meine Verantwortung gr\u00f6\u00dfer geworden, weil sich deutlich mehr Mitarbeitende, Kunden und Partner auf unsere Entscheidungen verlassen.<\/p>\n\n\n\n
Wir m\u00f6chten energetische Sanierung einfacher, verst\u00e4ndlicher und verl\u00e4sslicher machen. Eigent\u00fcmer sollen nicht selbst zwischen Beratung, Planung, F\u00f6rderung und verschiedenen Gewerken vermitteln m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n
Gleichzeitig m\u00f6chten wir Handwerksbetriebe st\u00e4rken. Viele wirtschaftlich gesunde Unternehmen stehen vor einer ungekl\u00e4rten Nachfolge oder werden durch Buchhaltung, Personalthemen, Einkauf und andere administrative Aufgaben belastet. Wenn solche Betriebe Teil einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe werden, k\u00f6nnen zentrale Funktionen geb\u00fcndelt werden. Der Betrieb selbst soll jedoch regional verankert bleiben, mit seinem Team, seinem Namen und seinen gewachsenen Kundenbeziehungen.<\/p>\n\n\n\n
Digitale Prozesse, KI und perspektivisch auch Robotik k\u00f6nnen Abl\u00e4ufe vereinfachen und wiederkehrende Aufgaben \u00fcbernehmen. Der Mensch bleibt aber der entscheidende Faktor.<\/p>\n\n\n\n
Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil besteht darin, dass Entscheidungen nicht isoliert getroffen werden. Eine energetisch sinnvolle Ma\u00dfnahme muss technisch zum Geb\u00e4ude passen, finanzierbar sein, die F\u00f6rderbedingungen ber\u00fccksichtigen und anschlie\u00dfend fachgerecht umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Wir betrachten deshalb zun\u00e4chst den Zustand des Geb\u00e4udes, den Energieverbrauch und die Ziele des Eigent\u00fcmers. Anschlie\u00dfend vergleichen wir Ma\u00dfnahmen, Kosten, Nutzen und F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten. Bei der Umsetzung binden wir eigene Fachbetriebe und weitere Partner ein. F\u00fcr den Kunden bedeutet das weniger Schnittstellen, klarere Verantwortlichkeiten und einen Ansprechpartner \u00fcber mehrere Projektphasen hinweg.<\/p>\n\n\n\n
Eine wichtige Zielgruppe sind private Eigent\u00fcmer, die ihre Immobilie langfristig nutzen und eine Sanierung von Anfang bis Ende planen m\u00f6chten. Dazu geh\u00f6ren Menschen, die gerade ein Haus gekauft haben, ebenso wie Eigent\u00fcmer, die ihre Immobilie bereits lange besitzen und f\u00fcr die kommenden zehn bis f\u00fcnfzehn Jahre vorbereiten wollen. Daneben arbeiten wir f\u00fcr gewerbliche Eigent\u00fcmer, Unternehmen und die Industrie, insbesondere bei gr\u00f6\u00dferen Immobilienbest\u00e4nden und Nichtwohngeb\u00e4uden.<\/p>\n\n\n\n
Viele Kunden wissen nicht, welche Ma\u00dfnahme zuerst kommen sollte, welche F\u00f6rderung verf\u00fcgbar ist und wie hoch die tats\u00e4chlichen Kosten ausfallen. Hinzu kommen wechselnde politische Vorgaben und die Sorge, eine falsche Entscheidung zu treffen. Unsere Aufgabe ist es, den Zustand des Geb\u00e4udes sachlich zu bewerten und eine technisch wie wirtschaftlich nachvollziehbare Reihenfolge abzuleiten.<\/p>\n\n\n\n
Eine klassische Energieberatung endet h\u00e4ufig mit einem Konzept oder Sanierungsfahrplan. Ein einzelner Handwerksbetrieb betrachtet verst\u00e4ndlicherweise vor allem sein eigenes Gewerk. GREENOX deckt dagegen die Strecke zwischen Analyse und fertiger Umsetzung ab.<\/p>\n\n\n\n
Wir verbinden Energieberatung, Architektur und Planung mit handwerklichen Kompetenzen. Dadurch k\u00f6nnen wir nicht nur empfehlen, was getan werden sollte, sondern fr\u00fch pr\u00fcfen, wie sich eine Ma\u00dfnahme praktisch umsetzen l\u00e4sst. F\u00fcr Kunden reduziert das die Zahl der Ansprechpartner und den eigenen Koordinationsaufwand.<\/p>\n\n\n\n
Eine zentrale Herausforderung bestand darin, Strukturen schnell genug aufzubauen, ohne die operative Arbeit auszubremsen. Prozesse, die mit f\u00fcnf oder zehn Personen funktionieren, reichen bei 50 oder 200 Mitarbeitenden nicht mehr aus. Verantwortlichkeiten m\u00fcssen klarer werden, Informationen m\u00fcssen zuverl\u00e4ssig flie\u00dfen und Entscheidungen d\u00fcrfen nicht dauerhaft bei den Gr\u00fcndern h\u00e4ngen bleiben.<\/p>\n\n\n\n
Gleichzeitig darf Wachstum nicht zulasten der Qualit\u00e4t gehen. In der energetischen Sanierung zeigen sich Fehler nicht nur in einer Kennzahl. Sie zeigen sich in einem Geb\u00e4ude oder auf einer Baustelle. Deshalb m\u00fcssen Beratung, Planung und Ausf\u00fchrung auch bei steigender Projektzahl sauber zusammenarbeiten.<\/p>\n\n\n\n
Eine weitere Herausforderung ist die Verbindung unterschiedlicher Unternehmenskulturen. Wenn bestehende Handwerksbetriebe Teil einer Gruppe werden, geht es nicht darum, ihnen von au\u00dfen ein vollst\u00e4ndig neues System \u00fcberzust\u00fclpen. Wir m\u00fcssen gemeinsame Strukturen schaffen und zugleich das Wissen, die Identit\u00e4t und die regionale Verantwortung der Betriebe erhalten.<\/p>\n\n\n\n
Ich w\u00fcrde fr\u00fcher klare Verantwortlichkeiten schaffen und operative Fachleute noch st\u00e4rker in den Aufbau unserer Prozesse einbeziehen. Als Gr\u00fcnder liegt es nahe, vieles selbst zu entscheiden. Im Handwerk merkt man jedoch schnell, dass ein Prozess auf dem Papier logisch wirken und im Arbeitsalltag trotzdem an der Realit\u00e4t vorbeigehen kann.<\/p>\n\n\n\n
Heute w\u00fcrde ich deshalb noch fr\u00fcher mit den Menschen sprechen, die t\u00e4glich beraten, planen oder auf der Baustelle arbeiten. Sie sehen oft sehr schnell, wo ein Ablauf unn\u00f6tig kompliziert ist und welche Unterst\u00fctzung tats\u00e4chlich gebraucht wird.<\/p>\n\n\n\n
Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse lautet: Man kommt nicht von au\u00dfen in einen gewachsenen Markt und geht davon aus, dass alle nur auf die eigene L\u00f6sung gewartet haben. Erst zuh\u00f6ren, dann Strukturen ver\u00e4ndern. Diesen Grundsatz w\u00fcrde ich von Beginn an noch konsequenter anwenden.<\/p>\n\n\n\n
Ich m\u00f6chte GREENOX langfristig zu einem der f\u00fchrenden Unternehmen f\u00fcr energetische Sanierung entwickeln. Bis 2030 haben wir uns ein Umsatzziel von 100 Millionen Euro gesetzt. Entscheidend ist f\u00fcr mich aber nicht allein die Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n
Wir wollen unsere Kompetenzen in der Energieberatung, Planung und im Handwerk weiter ausbauen und zus\u00e4tzliche regionale Strukturen schaffen. Gleichzeitig m\u00f6chten wir Handwerksbetrieben eine Zukunftsperspektive bieten, wenn eine interne Nachfolge fehlt. Wenn dadurch Arbeitspl\u00e4tze, Wissen und regionale Kundenbeziehungen erhalten bleiben, schaffen wir zugleich zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die W\u00e4rmewende.<\/p>\n\n\n\n
Mein erster Rat: Untersch\u00e4tzt keinen Markt, nur weil er nicht nach Startup klingt. Schwierige, kleinteilige oder analoge Branchen bieten h\u00e4ufig gro\u00dfe unternehmerische Chancen, gerade weil viele Probleme noch nicht gel\u00f6st sind.<\/p>\n\n\n\n
Zweitens: H\u00f6rt den Menschen zu, die den Markt bereits kennen. Wer bestehende Strukturen ver\u00e4ndern m\u00f6chte, sollte zuerst verstehen, warum sie entstanden sind und was davon erhalten bleiben muss.<\/p>\n\n\n\n
Drittens: Bereitet euch darauf vor, Verantwortung abzugeben. Wachstum funktioniert nicht, wenn jede Entscheidung dauerhaft \u00fcber die Gr\u00fcnder l\u00e4uft. Daf\u00fcr braucht es klare Zust\u00e4ndigkeiten, verl\u00e4ssliche F\u00fchrungskr\u00e4fte und die Bereitschaft, anderen zu vertrauen. Die Verantwortung gegen\u00fcber Mitarbeitenden, Kunden und Partnern muss mit der Organisation mitwachsen.<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits GREENOX<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Maximilian Seifert<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n