{"id":127071,"date":"2026-09-09T07:22:32","date_gmt":"2026-09-09T05:22:32","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=127071"},"modified":"2026-09-09T07:22:34","modified_gmt":"2026-09-09T05:22:34","slug":"telfo-voice-ai-ki-telefonassistent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/telfo-voice-ai-ki-telefonassistent\/","title":{"rendered":"Telfo: Wie zwei Mannheimer Gr\u00fcnder den Voice-AI-Markt erobern"},"content":{"rendered":"\n
Telfo wurde von Santiago Morelli und mir, Deniss Danilciks, gegr\u00fcndet. Ich bin 20 Jahre alt und BWL-Student an der Universit\u00e4t Mannheim. Schon vor Telfo haben wir mit unserer eigenen Agentur zahlreiche Kanzleien, Praxen und Handwerksbetriebe bei Webdesign, Automatisierung, Server-Infrastruktur und Telefonanlagen unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n
Dabei haben wir immer wieder dasselbe Problem gesehen: Unternehmen investieren viel Geld in neue Anfragen, verlieren aber einen Teil davon am Telefon und damit letztlich auch Umsatz. Gerade in Sto\u00dfzeiten oder au\u00dferhalb der \u00d6ffnungszeiten fehlt h\u00e4ufig schlicht die Kapazit\u00e4t, jeden Anruf zuverl\u00e4ssig anzunehmen.<\/p>\n\n\n\n
Mit Voice AI besch\u00e4ftigen wir uns deshalb schon l\u00e4nger. Im Mai 2025 haben wir mit der Entwicklung begonnen und seitdem hunderte Gespr\u00e4che mit Unternehmen rund um Telefonie, Automatisierung und KI gef\u00fchrt. Seit Februar 2026 haben wir zahlende Kunden, inzwischen im dreistelligen Bereich.<\/p>\n\n\n\n
Telfo war f\u00fcr uns deshalb weniger die Entscheidung, auf einen aktuellen KI-Trend aufzuspringen, sondern vielmehr die logische Antwort auf ein Problem, das wir zuvor schon bei vielen Unternehmen gesehen hatten.<\/p>\n\n\n\n
Gegr\u00fcndet wurde Telfo von Santiago Morelli und mir. Insgesamt sind wir aktuell f\u00fcnf Leute und kommen aus BWL, Wirtschaftsinformatik, Jura und Artificial Intelligence.<\/p>\n\n\n\n
Im Team erg\u00e4nzen wir uns bei Entwicklung, KI, Infrastruktur, Produkt und rechtlichen Themen. Ich selbst bringe vor allem unternehmerische Erfahrung und die vorherige Zusammenarbeit mit vielen unserer heutigen Zielbranchen ein.<\/p>\n\n\n\n
Diese Mischung passt sehr gut zu Voice AI. F\u00fcr einen zuverl\u00e4ssigen KI-Telefonassistenten reicht es nicht, nur ein Sprachmodell anzubinden. Man muss Unternehmensprozesse verstehen, Datenschutz sauber umsetzen, Integrationen bauen und gleichzeitig ein Produkt entwickeln, das auch ein Mitarbeiter ohne technisches Studium problemlos bedienen kann.<\/p>\n\n\n\n
Weil wir es bei unseren Kunden sehen.<\/p>\n\n\n\n
Zu Telfo kommen nicht nur Unternehmen, die zum ersten Mal einen KI-Telefonassistenten einsetzen. Wir gewinnen auch Kunden, die zuvor bereits andere Voice-AI-L\u00f6sungen getestet oder genutzt haben und dabei festgestellt haben, dass zwischen einer funktionierenden Demo und einem wirklich guten Telefonassistenten ein gro\u00dfer Unterschied liegt.<\/p>\n\n\n\n
Der Markt ist aus unserer Sicht noch lange nicht entschieden. Eine gro\u00dfe Finanzierungsrunde macht noch keinen guten KI-Telefonassistenten. Gerade am Telefon fallen Qualit\u00e4tsunterschiede schnell auf: lange Antwortzeiten, doppelt gestellte Fragen oder eine KI, die den bisherigen Gespr\u00e4chsverlauf nicht ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n
Unser Anspruch bei Telfo ist deshalb, dass die KI nicht nur menschlich klingt, sondern logisch handelt. Sie beh\u00e4lt den Gespr\u00e4chskontext, stellt bereits beantwortete Fragen nicht erneut und reagiert darauf, wenn ein Anrufer seine Aussage korrigiert oder ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n
Dazu kommt die pers\u00f6nliche Umsetzung. Unsere Kunden k\u00f6nnen uns direkt erreichen und Abl\u00e4ufe sehr individuell mit uns aufsetzen. Dass daf\u00fcr Nachfrage besteht, sehen wir sowohl an Neukunden als auch an Unternehmen, die von anderen Anbietern zu Telfo wechseln.<\/p>\n\n\n\n
Wer die Gespr\u00e4chsqualit\u00e4t selbst beurteilen m\u00f6chte, kann den KI-Telefonassistenten direkt \u00fcber die Telfo-Website ausprobieren.<\/p>\n\n\n\n
Wir wollen Telfo zu einem der f\u00fchrenden Voice-AI-Anbieter in Deutschland aufbauen.<\/p>\n\n\n\n
Dabei m\u00f6chten wir unsere Expertise nicht verw\u00e4ssern, indem wir pl\u00f6tzlich jede beliebige KI-Software anbieten. Sprache und Telefonie bleiben unser Kern. Aktuell konzentrieren wir uns stark auf Inbound-Telefonie und setzen Outbound dort ein, wo es sinnvoll ist.<\/p>\n\n\n\n
Wenn ein Kunde f\u00fcr einen guten Telefonprozess aber eine zus\u00e4tzliche Integration oder ein erg\u00e4nzendes Tool ben\u00f6tigt, bauen wir das nat\u00fcrlich.<\/p>\n\n\n\n
Wir wollen spezialisiert sein, aber nicht starr.<\/p>\n\n\n\n
Sehr stark.<\/p>\n\n\n\n
Eine Kanzlei f\u00fchrt andere Gespr\u00e4che als eine Arztpraxis oder ein Handwerksbetrieb. Deshalb reicht es nicht, beim gleichen Standardagenten lediglich den Begr\u00fc\u00dfungssatz auszutauschen.<\/p>\n\n\n\n
Wir standardisieren bei Telfo die technische Basis, passen aber Gespr\u00e4chslogik, Weiterleitungen, Datenfelder, Integrationen und nachgelagerte Prozesse an den jeweiligen Anwendungsfall an.<\/p>\n\n\n\n
Wir integrieren unter anderem Microsoft 365 und Outlook, Kalender, CRM- und ERP-Systeme, RA-MICRO oder beispielsweise Afterbuy. Wenn ein relevantes System keine passende offene Schnittstelle besitzt, suchen wir auch individuelle Integrationswege.<\/p>\n\n\n\n
Trotzdem muss die Umsetzung effizient bleiben. Unser Ziel ist nicht, f\u00fcr jeden Kunden ein komplett neues Softwareprojekt zu starten. Wir m\u00f6chten die Vorteile eines skalierbaren SaaS-Produkts mit der notwendigen Individualisierung eines gesch\u00e4ftskritischen Telefonprozesses verbinden.<\/p>\n\n\n\n
Vor allem die Gespr\u00e4chslogik ist f\u00fcr uns entscheidend.<\/p>\n\n\n\n
Wenn ein Anrufer bereits erkl\u00e4rt hat, worum es geht, darf die KI ihn sp\u00e4ter nicht noch einmal danach fragen. Wenn jemand eine Angabe korrigiert, muss der neue Kontext \u00fcbernommen werden. Und eine Weiterleitung sollte nicht einfach blind ausgel\u00f6st werden, sondern nur dann, wenn sie in der konkreten Situation tats\u00e4chlich sinnvoll ist.<\/p>\n\n\n\n
Technisch nutzen wir je nach Anwendungsfall sowohl moderne Realtime-Modelle als auch modularere Spracharchitekturen. Uns interessiert dabei nicht, welche Architektur auf einer Pr\u00e4sentation moderner wirkt. Entscheidend ist, was bei einem echten Telefonat besser funktioniert.<\/p>\n\n\n\n
Hinzu kommt der pers\u00f6nliche Support. Unsere Kunden k\u00f6nnen direkt mit uns sprechen. Gerade bei gesch\u00e4ftskritischer Telefonie halten wir das f\u00fcr besonders wichtig.<\/p>\n\n\n\n
Wir entwickeln insbesondere die Teile selbst, bei denen daraus ein echter Produktvorteil entsteht: Orchestrierung, Gespr\u00e4chslogik, Integrationen, Routing, Dashboard und individuelle Schnittstellen.<\/p>\n\n\n\n
Bei Basistechnologien greifen wir dagegen auf die jeweils besten verf\u00fcgbaren Komponenten zur\u00fcck. Es w\u00e4re wenig sinnvoll, nur f\u00fcr das Etikett \u201ealles selbst entwickelt\u201c ein eigenes gro\u00dfes Sprachmodell aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n
Entscheidend ist f\u00fcr uns nicht, m\u00f6glichst viel Code selbst geschrieben zu haben. Entscheidend ist, die Teile zu kontrollieren, die f\u00fcr Qualit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit und Nutzererfahrung unseres Produkts wichtig sind.<\/p>\n\n\n\n
Die einfache k\u00fcnstliche Stimme wird definitiv austauschbarer. Einen beeindruckenden Demo-Agenten kann man heute relativ schnell bauen.<\/p>\n\n\n\n
Bei einem System, dem ein Unternehmen tats\u00e4chlich seine Telefonie anvertraut, kommen aber ganz andere Themen dazu: Gespr\u00e4chslogik, Datenschutz, Auftragsverarbeitungsvertr\u00e4ge, Integrationen, Weiterleitungen, Speicherfristen, Verf\u00fcgbarkeit und der Umgang mit unerwarteten Gespr\u00e4chssituationen.<\/p>\n\n\n\n
Bei Telfo k\u00f6nnen beispielsweise Speicherfristen individuell festgelegt werden. Wir hosten zentrale Systeme bei Hetzner in N\u00fcrnberg, nutzen Telefonieanbieter in der EU und k\u00f6nnen je nach eingesetzter Modellarchitektur auch mit Zero Data Retention arbeiten.<\/p>\n\n\n\n
Die Basistechnologie hinter Voice AI wird standardisierter. Ein gutes Unternehmensprodukt wird dadurch aber noch lange nicht zur Commodity.<\/p>\n\n\n\n
Vor allem die Dinge, die n\u00e4her am Kundenproblem liegen als am zugrunde liegenden KI-Modell.<\/p>\n\n\n\n
Gespr\u00e4chslogik, Integrationen, Branchenwissen, Datenschutz und zuverl\u00e4ssige Prozesse entstehen nicht automatisch dadurch, dass das n\u00e4chste Sprachmodell besser wird.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr uns ist besonders wichtig, dass der KI-Telefonassistent nicht nur spricht, sondern auch handelt. Telfo kann Termine koordinieren, Informationen in andere Systeme \u00fcbergeben, Prozesse ausl\u00f6sen oder abh\u00e4ngig vom Gespr\u00e4ch die richtige Person einbinden.<\/p>\n\n\n\n
Ein Kunde hat uns beispielsweise zur\u00fcckgemeldet, dass die Mitarbeiter am Empfang durch die First-Level-Unterst\u00fctzung der KI insgesamt rund 80 Prozent mehr Anfragen bearbeiten konnten. Der KI-Telefonassistent \u00fcbernimmt dort vor allem einfache und wiederkehrende Vorg\u00e4nge und ist gleichzeitig rund um die Uhr erreichbar.<\/p>\n\n\n\n
Genau solche Effekte sind f\u00fcr uns wichtiger als ein weiterer Prozentpunkt in irgendeinem technischen Benchmark.<\/p>\n\n\n\n
Mehr Kapital ist nat\u00fcrlich ein Vorteil. Gro\u00dfe Unternehmen k\u00f6nnen schneller Teams aufbauen und deutlich mehr Geld f\u00fcr Vertrieb und Bekanntheit ausgeben.<\/p>\n\n\n\n
Wir k\u00f6nnen daf\u00fcr schneller reagieren.<\/p>\n\n\n\n
Wenn ein Kunde ein echtes Problem nennt, muss es bei uns nicht erst durch mehrere Abteilungen und Meetings laufen. Santiago und ich sind als Gr\u00fcnder weiterhin sehr nah am Produkt, an der Technik und vor allem an unseren Kunden.<\/p>\n\n\n\n
Das zwingt uns auch dazu, Probleme wirklich zu verstehen, statt einfach Funktionen von Wettbewerbern nachzubauen.<\/p>\n\n\n\n
Gerade in einem jungen Markt wie Voice AI kann diese Geschwindigkeit ein gro\u00dfer Vorteil sein.<\/p>\n\n\n\n
Wir wollen Telfo zun\u00e4chst in Deutschland sehr stark machen und uns langfristig als einer der f\u00fchrenden Anbieter f\u00fcr Voice AI und KI-Telefonassistenten etablieren.<\/p>\n\n\n\n
Heute arbeiten wir bereits mit Kanzleien, Arztpraxen, Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe und gr\u00f6\u00dferen B2B-Szenarien bis hin zu Callcenter-Anwendungen.<\/p>\n\n\n\n
Besonders interessant sind Branchen, in denen Telefonie t\u00e4glich ein echter Engpass ist.<\/p>\n\n\n\n
Das kann eine kleine Praxis sein, bei der w\u00e4hrend einer Behandlung niemand ans Telefon gehen kann, genauso wie ein gr\u00f6\u00dferes Unternehmen mit hohem Anrufvolumen und komplexen Weiterleitungsprozessen.<\/p>\n\n\n\n
Unsere Zahl zahlender Kunden hat sich in einzelnen Monaten bereits ungef\u00e4hr verdoppelt. Solche Wachstumsraten zeigen uns ziemlich deutlich, dass der Bedarf an professioneller KI-Telefonie vorhanden ist \u2013 und an welchen Stellen bestehende L\u00f6sungen noch nicht \u00fcberzeugen.<\/p>\n\n\n\n
Erstens: Sehr viel mit Kunden reden. Wir haben hunderte Gespr\u00e4che gef\u00fchrt. Dabei merkt man schnell, dass das Problem, das man sich am Schreibtisch vorstellt, nicht unbedingt das Problem ist, f\u00fcr dessen L\u00f6sung jemand tats\u00e4chlich bezahlt.<\/p>\n\n\n\n
Zweitens: Nicht einfach Wettbewerber kopieren und auf den LinkedIn-Thought-Leadership-Zug aufspringen. Viel interessanter ist die Frage, was deren Kunden vermissen und welche Probleme bislang niemand wirklich gut l\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n
Drittens: Einfach anfangen. Man kann sehr viel Zeit damit verbringen, Startup<\/a> zu spielen. Am Ende muss jemand das Produkt kaufen und damit zufrieden sein.<\/p>\n\n\n\n Wir verbringen lieber eine Woche mit einem echten Kundenproblem als eine Woche damit, nach au\u00dfen wie besonders aktive Gr\u00fcnder auszusehen.<\/p>\n\n\n\n Fotograf: Sam Newman<\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei\u00a0Deniss Danilciks<\/a> und Santiago Morelli f\u00fcr das Interview.<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und der Interviewpartner geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n Telfo GmbH<\/strong>
\n\n\n\nPremium Start-up: Telfo<\/h2>\n\n\n\n
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