{"id":127146,"date":"2026-09-11T09:13:23","date_gmt":"2026-09-11T07:13:23","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=127146"},"modified":"2026-09-11T09:13:25","modified_gmt":"2026-09-11T07:13:25","slug":"ororatech-bits-pretzels-netzwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/ororatech-bits-pretzels-netzwerk\/","title":{"rendered":"Satelliten-Pionier OroraTech: Wie M\u00fcnchner Weltraum-KI Waldbr\u00e4nde stoppt"},"content":{"rendered":"\n
Ich bin Thomas Gr\u00fcbler, Mitgr\u00fcnder und Chief Strategy Officer von OroraTech und CEO von OroraTech USA.<\/p>\n\n\n\n
Kurz: Wir erkennen und beobachten Waldbr\u00e4nde mit Satelliten.<\/p>\n\n\n\n
Lang: Wir betreiben eigene Thermalinfrarot-Satelliten, die W\u00e4rmesignaturen weltweit erfassen und direkt klassifizieren. Dazu kommt unsere Wildfire Solution, eine Anwendung f\u00fcr das Waldbrandmanagement. Sie fusioniert \u00f6ffentliche Satellitendaten mit denen unserer eigenen Satelliten. Unsere Kunden sind sehr divers: von der kommerziellen Forstwirtschaft \u00fcber kleine regionale Bezirke bis hin zu ganzen Bundesstaaten, L\u00e4ndern und der Europ\u00e4ischen Kommission.<\/p>\n\n\n\n
Seit Januar 2022 haben wir eigene Satelliten im Orbit, im Mai 2026 haben wir vier davon f\u00fcr Griechenland gestartet, das erste nationale Waldbrand-Satellitensystem der Welt. Heute sind wir rund 170 Leute in M\u00fcnchen, Athen, Vancouver und Denver.<\/p>\n\n\n\n
Damals hatten wir nur eine Idee. Wir nannten sie \u201eSatellite as a Service\u201c: Jede Organisation und jedes Land sollte einfach ohne Erfahrung eigene Satelliten betreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n
Wir suchten Feedback und Investoren. Satelliten sind ja auch nicht g\u00fcnstig<\/p>\n\n\n\n
Neun Jahre sp\u00e4ter kauft Griechenland genau das, wovon uns 2017 alle abgeraten haben: Satelliten-as-a-Service, aber inklusive den Sensoren und der Software als System.<\/p>\n\n\n\n
Damals waren wir wirklich zu fr\u00fch. Die h\u00e4ufigste Frage war: Wie kommt der Satellit \u00fcberhaupt ins All? Meine Antwort \u201eper Rakete\u201c war irgendwie auch nicht zufriedenstellend.<\/p>\n\n\n\n
Wir haben schnell gelernt, dass wir uns auf die Datenprodukte und die Anwendung konzentrieren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n
Bits & Pretzels hat eine Eigenheit, die es bei nicht vielen Konferenzen gibt: Man kommt sehr schnell ins Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n\n
Und wenn man gerade mit niemandem spricht, stellt man sich einfach in die Schlange zum Kaffee, holt sich ein Essen und setzt sich an einen Biertisch dazu, oder geht zum Wei\u00dfbierkarussell. Das Konzept funktioniert sehr gut und bringt die Leute zum Austausch.<\/p>\n\n\n\n
Vieles h\u00e4ngt nat\u00fcrlich am Follow-up. Ich schreibe mir gerne eine Notiz auf die Visitenkarte, dann wei\u00df ich drei Tage sp\u00e4ter noch, bei wem ich mich mit welchem Thema melden wollte. Tauscht man nur LinkedIn-Profile aus, klappt das nicht so gut. Irgendeine Notiz sollte man sich nach spannenden Gespr\u00e4chen immer machen.<\/p>\n\n\n\n
Jede Investmentrunde basiert auf Netzwerk und Vertrauen. Selten investiert jemand nach dem ersten Call, man muss sich schon \u00f6fter gesehen haben. Da hilft es, bei Bits & Pretzels fr\u00fch f\u00fcr Sichtbarkeit zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n
Weil man zu dem Zeitpunkt, an dem man Geld braucht, kein Netzwerk mehr aufbauen kann. Wer erst zur Runde auftaucht, verkauft, und das merkt jeder.<\/p>\n\n\n\n
Der wichtigere Punkt: In der fr\u00fchen Phase sind Investoren gar nicht die beste Zielgruppe. Andere Gr\u00fcnder und Leute aus der Industrie sagen einem viel ehrlicher, ob das Produkt \u00fcberhaupt gebraucht wird. Diese Gespr\u00e4che haben uns 2017 mehr gebracht als jedes Investorenmeeting.<\/p>\n\n\n\n
Es empfiehlt sich nat\u00fcrlich, vorab die wichtigsten Teilnehmer zu recherchieren, also zum Beispiel Investoren, die f\u00fcr die aktuelle oder n\u00e4chste Runde interessant sein k\u00f6nnten. \u00dcber die Plattform kann man gut Meetings ausmachen.<\/p>\n\n\n\n
Ich bin aber trotzdem ein Fan vom \u201egeplanten Zufall\u201c. Man muss sich bewusst auch Zeit ohne Meetings reservieren, um mal aus der eigenen Bubble auszubrechen und neue Menschen kennenzulernen. So kamen schon wertvolle Intros und Empfehlungen zu Leuten zustande, die (bewusst) nicht \u00fcber die Konferenz-App erreichbar waren.<\/p>\n\n\n\n
Nicht jedes Gespr\u00e4ch ist ein Sales-Gespr\u00e4ch. Das Numbers Game ist hier fehl am Platz, es geht vorrangig um Netzwerk. Wenn mir jemand etwas verkaufen will, suche ich meistens das Weite.<\/p>\n\n\n\n
Drei Dinge: Pivots sind normal, unsere ersten drei Jahre waren im Grunde zwei Pivots. H\u00f6rt aufmerksam zu, die unangenehmste Frage am Tisch ist meistens die wertvollste. Und habt Spa\u00df dabei, das h\u00e4lt l\u00e4nger als jede Runde.<\/p>\n\n\n\n
Konzentriere dich fr\u00fcher darauf, was jemand mit deiner Technologie eigentlich anfangen soll. Kundennutzen zuerst, Technologie danach. Und plan von Anfang an mehr Zeit ein. Im Weltraum dauert alles l\u00e4nger. Den Rest w\u00fcrde ich genauso wieder machen, auch die Umwege. Darf man das so sagen?<\/p>\n\n\n\n
Bildcredits OroraTech<\/p>\n\n\n\n
Wir bedanken uns bei\u00a0Thomas Gr\u00fcbler<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n