{"id":127270,"date":"2026-09-17T09:53:44","date_gmt":"2026-09-17T07:53:44","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=127270"},"modified":"2026-09-17T09:53:45","modified_gmt":"2026-09-17T07:53:45","slug":"penice-maenner-intimpflege-hoehle-der-loewen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/penice-maenner-intimpflege-hoehle-der-loewen\/","title":{"rendered":"H\u00f6hle der L\u00f6wen: \u201ePrinz Penis\u201c bricht Tabu mit M\u00e4nner-Intimpflege"},"content":{"rendered":"\n
Es war einmal ein Mann unter der Dusche. Dort sprie\u00dfen bekanntlich die besten Ideen, und genau dort ist Penice entstanden.<\/p>\n\n\n\n
Vor mir stand die Intimwaschlotion meiner damaligen Freundin. Und ich habe mich gefragt: Warum gibt es so etwas eigentlich nicht f\u00fcr uns M\u00e4nner? Und was m\u00fcsste anders sein, damit es beim Mann funktioniert und ankommt?<\/p>\n\n\n\n
Zuerst war der Name da. Ein Name, der h\u00e4ngen bleibt. Als ich ihre Lotion selbst benutzt habe, habe ich sie kurzerhand \u201ePenice\u201c getauft. Penis plus nice, denn genau darum geht es: Untenrum soll es sich einfach nice anf\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n
Als ich mich im engsten Freundeskreis mit der Idee geoutet habe, wurde Penice sofort zum Running Gag. Aber zu einem von der guten Sorte, und er riss einfach nicht ab. Aus dem Gag wurde ein Dauerbrenner, und irgendwann habe ich gesp\u00fcrt: Da steckt mehr dahinter.<\/p>\n\n\n\n
Wie ernst das Thema wirklich ist, hat mir sp\u00e4ter die M\u00e4nnerarbeit gezeigt. In M\u00e4nnerkreisen reden M\u00e4nner offen \u00fcber Dinge, \u00fcber die sie sonst schweigen: Scham, Leistungsdruck, Unsicherheit im Bett. Da wurde mir klar, wie viele M\u00e4nner mit solchen Themen allein sind.<\/p>\n\n\n\n
Hinter Penice stehe ich, Markus Flagner, Solo-Gr\u00fcnder aus W\u00fcrzburg und Herrscher \u00fcber ein Ein-Mann-K\u00f6nigreich. In der W\u00fcrzburger Startupszene kennt man mich inzwischen als den Penis-Mann. Bei meinem Pitch in der H\u00f6hle der L\u00f6wen wurde ich dann zum Prinz Penis gekr\u00f6nt.<\/p>\n\n\n\n
Urspr\u00fcnglich komme ich aus der Informatik. Ich war rund zehn Jahre als Webentwickler selbstst\u00e4ndig und danach drei Jahre Teamleiter in der Gr\u00fcndungsberatung der TH Aschaffenburg. Jetzt stehe ich selbst auf der anderen Seite.<\/p>\n\n\n\n
B\u00f6se Nasen k\u00f6nnten behaupten, dass wir Nerds uns schlecht riechen k\u00f6nnen. Aber das Klischee ist pass\u00e9, genauso wie das vom Mann, dem egal ist, wie er auf andere wirkt.<\/p>\n\n\n\n
Mit Penice bin ich in der Kosmetikbranche gelandet, genauer in der Intimpflege f\u00fcr M\u00e4nner.<\/p>\n\n\n\n
In das Thema habe ich mich reingefuchst: erst im Heimlabor im Treppenhaus und mit Internetrecherche nach Hausmitteln, sp\u00e4ter mit KI-Recherche und Inhaltsstoffanalysen. Ein Kosmetikexperte bin ich bis heute nicht. Deshalb gebe ich das fehlende Wissen und die Produktion in kompetente H\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n
Die Rezeptur habe ich mit einer spezialisierten Kosmetikchemikerin zur Marktreife gebracht. Produziert wird in Deutschland, bei einem Lohnhersteller in Hamburg. Die Wirkstoffkombination ist zum Patent angemeldet.<\/p>\n\n\n\n
Mein Gesch\u00e4ftsmodell ist bewusst einfach gehalten. Nach all den Jahren in Softwareentwicklung und Beratung wollte ich ein physisches Produkt vertreiben, das die KI nicht so einfach ersetzen kann. Etwas zum Anfassen eben. Die KI darf mir daf\u00fcr bei allem anderen helfen: Ich arbeite ohne Angestellte und setze auf Automatisierung statt Overhead.<\/p>\n\n\n\n
Ich nehme mir eines der letzten gro\u00dfen Tabus vor: die Intimpflege beim Mann.<\/p>\n\n\n\n
Anfang 2026 habe ich dazu rund 200 M\u00e4nner und Frauen befragt. Weit \u00fcber die H\u00e4lfte der M\u00e4nner war sich im letzten Jahr mindestens einmal unsicher, ob sie im Schritt frisch genug sind. Und \u00fcber 70 Prozent der Frauen haben erlebt, dass fehlende Frische beim Mann sie davon abgehalten hat, intim zu werden oder sich dabei zu entspannen.<\/p>\n\n\n\n
Beide Seiten wissen es. Keiner sagt es. Und \u00fcber 80 Prozent der M\u00e4nner nutzen untenrum einfach ihr normales Duschgel.<\/p>\n\n\n\n
Genau da setzt Penice an. Und zwar nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Ein Mann, der f\u00fcr sich sorgt, ist nicht eitel, sondern souver\u00e4n. Wer sich in seiner Haut wohlf\u00fchlt, kann sich fallen lassen, sex-positiv denken und seine m\u00e4nnliche Energie frei leben. Immer mit Respekt vor dem Menschen, mit dem er intim wird.<\/p>\n\n\n\n
Ich nenne das Shared Intimacy. Die Botschaft lautet nicht \u201eDu musst dich waschen\u201c, sondern \u201eIch m\u00f6chte, dass wir uns beide wohlf\u00fchlen\u201c.<\/p>\n\n\n\n
Und ja, das ist ein M\u00e4nnerthema. Es braucht einen Mann, der sich hinstellt und sagt: Leute, lasst uns dar\u00fcber reden. Von Mann zu Mann, ohne Scham und mit einem Augenzwinkern. Wenn ich daf\u00fcr der Penis-Mann sein muss, dann bin ich das eben gerne.<\/p>\n\n\n\n
Und genau das ist die Marktl\u00fccke: Das Problem ist weit verbreitet, aber es gibt kaum ein Produkt, das M\u00e4nnern untenrum wirklich hilft und das sie sich auch zu kaufen trauen. Penice Daily Gel wurde gegen Penisgeruch entwickelt. Ohne Bullshit und ohne Scham.<\/p>\n\n\n\n
Ehrlich gesagt war das eher Zufall als Plan.<\/p>\n\n\n\n
Ich war eines Abends feiern, und gef\u00fchlt die hundertste Person sagte zu meiner Idee: \u201eDas w\u00e4re doch was f\u00fcr die H\u00f6hle der L\u00f6wen!\u201c Um drei Uhr nachts lag ich dann etwas genervt im Bett und habe nachgeschaut, ob man sich da \u00fcberhaupt bewerben kann.<\/p>\n\n\n\n
F\u00fcr diese Uhrzeit wollte das Formular zu viele Infos. Also habe ich nur Name, Telefonnummer und grob die Produktidee eingetragen, auf Speichern geklickt und das Ganze ad acta gelegt.<\/p>\n\n\n\n
Ein paar Monate sp\u00e4ter klingelte mein Telefon. Die Produktionsfirma bat mich, die vollst\u00e4ndige Bewerbung doch bitte abzuschicken, weil sie die Idee so cool fanden. Das habe ich als Wink vom Universum genommen.<\/p>\n\n\n\n
Im Vordergrund stand f\u00fcr mich, ein Tabuthema dorthin zu bringen, wo es hingeh\u00f6rt: zur besten Sendezeit ins Wohnzimmer. Wenn Millionen Menschen gemeinsam \u00fcber Intimpflege f\u00fcr M\u00e4nner schmunzeln, ist das Tabu schon halb gebrochen. Denn ein Thema, das sich versteckt, bleibt ein Tabu.<\/p>\n\n\n\n
Von Anfang an war Judith Williams meine Wunschl\u00f6win.<\/p>\n\n\n\n
Sie hat enorm viel Erfahrung im Bereich Kosmetik und wei\u00df genau, wie man so ein Produkt auf vielen Vertriebskan\u00e4len platziert und an den Mann bringt. Wortw\u00f6rtlich.<\/p>\n\n\n\n
Ich glaube, sie h\u00e4tte Spa\u00df daran, den Mann als Zielgruppe f\u00fcr die Intimpflege zu erobern.<\/p>\n\n\n\n
Kapital ist wichtig, aber nicht das Wichtigste.<\/p>\n\n\n\n
Ich erhoffe mir vor allem die Bereitschaft und den Willen, mein Penice ganz gro\u00df zu machen.<\/p>\n\n\n\n
Dazu geh\u00f6ren das Netzwerk und die Expertise, die mir f\u00fcr den n\u00e4chsten Wachstumsschritt noch fehlen, allen voran Kontakte zu Drogerien und in den Handel.<\/p>\n\n\n\n
Ganz klar: Penice erfolgreich auf den Markt bringen und so vielen M\u00e4nnern wie m\u00f6glich zug\u00e4nglich machen.<\/p>\n\n\n\n
Als N\u00e4chstes ist ein Feuchttuch in Planung, das man schnell zur Hand hat, wenn es darauf ankommt. Es hat die Gr\u00f6\u00dfe einer Kondomverpackung und passt in jeden Geldbeutel.<\/p>\n\n\n\n
Danach soll ein Geschenkset folgen, nat\u00fcrlich mit einem Augenzwinkern. Mit witzigen Geschenkkarten und einer versteckten Botschaft passt es zum Junggesellenabschied genauso wie unter Freunden. Denn auch M\u00e4nner d\u00fcrfen sich gegenseitig ein bisschen Liebe schenken. Bromance eben. Und fast die H\u00e4lfte der befragten M\u00e4nner w\u00fcrde sich \u00fcber so ein Geschenk von der Partnerin freuen, weil es zeigt, dass sie sich um ihn k\u00fcmmert.<\/p>\n\n\n\n
Langfristig will ich mit Penice in Drogerien, Apotheken und ins Ausland. Denn ich bin \u00fcberzeugt: M\u00e4nnliche Intimpflege wird in den n\u00e4chsten Jahren so selbstverst\u00e4ndlich wie die Bartpflege im letzten Jahrzehnt.<\/p>\n\n\n\n
Das Thema hat aber auch einen ernsten Hintergrund. In der Pflege ist Not am Mann. Viele Pflegekr\u00e4fte und \u00c4rzte haben mir erz\u00e4hlt, unter welchen Umst\u00e4nden sie in Pflegeheimen und Geriatrien arbeiten. Dort m\u00f6chte ich mit Penice gerne unterst\u00fctzen: \u00e4lteren M\u00e4nnern mehr W\u00fcrde schenken und dem Personal die Arbeit ein St\u00fcck angenehmer machen. Aber das ist noch Zukunftsmusik.<\/p>\n\n\n\n
Die Rezeptur hat \u00fcbrigens noch mehr Potenzial. Ob daraus irgendwann ein weiteres Produkt unter anderem Namen entsteht, entscheidet der Erfolg von Penice.<\/p>\n\n\n\n
Ich dachte, blau\u00e4ugig wie ich war, ich k\u00f6nnte im Homeoffice etwas zusammenmischen und online verkaufen.<\/p>\n\n\n\n
Pustekuchen. Kosmetik ist streng reglementiert. Jedes Wirkversprechen muss belegt sein, und die Rezeptur muss in der Anwendung sicher sein. Das dauert und kostet Geld.<\/p>\n\n\n\n
Dabei habe ich gelernt: Du bist f\u00fcr dein Produkt allein verantwortlich, auch f\u00fcr die Dinge, die du aus der Hand gibst. Deshalb musst du dir das Wissen aneignen oder Tools nutzen, die dir helfen, die bestm\u00f6gliche Entscheidung zu treffen.<\/p>\n\n\n\n
Genauso wichtig sind die richtigen Freunde und Enabler im Netzwerk. Menschen, die nicht abwinken, wenn es ernst wird, sondern wirklich unterst\u00fctzen wollen. Auch ohne Geld, wenn es mal knapp ist.<\/p>\n\n\n\n
Und die wichtigste Erkenntnis: nicht aufgeben. Ich hatte so viele Momente, in denen ich kurz davor war, schlappzumachen und das Handtuch zu werfen. Aber genau in diesen Momenten entscheidet sich, ob aus einer Idee etwas wird.<\/p>\n\n\n\n
Informiere dich fr\u00fch \u00fcber die Regeln deiner Branche. Bevor du Geld und Zeit investierst, nicht danach.<\/p>\n\n\n\n
Nutze KI. Mit KI ist heute vieles auch alleine m\u00f6glich. Du brauchst nur den Willen, es umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n
Steh deinen Mann und halte an deiner Vision fest, auch wenn sie anfangs bel\u00e4chelt wird. Teste sie trotzdem fr\u00fch, zum Beispiel mit einer Umfrage. Am Ende entscheidet der Markt. Er ist die einzige ehrliche Messgr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n
Such dir Menschen, mit denen du auch \u00fcber die unbequemen Dinge reden kannst, die dich inspirieren und deren Meinung du auch mal auf dich wirken l\u00e4sst. F\u00fcr mich sind das Startup-Netzwerke und M\u00e4nnerkreise. Dort habe ich gelernt, dass St\u00e4rke nicht hei\u00dft, alles allein zu tragen.<\/p>\n\n\n\n
Und hab keine Angst vor Tabus, davor, anders zu sein als alle anderen, oder davor, nicht ins System zu passen. Vielleicht liegt das System falsch und du richtig. Genau in diesem Zwiespalt entstehen gro\u00dfartige Innovationen. Und wo alle schweigen, liegt oft die gr\u00f6\u00dfte Marktl\u00fccke.<\/p>\n\n\n\n
Optisch setzt Penice auf etwas, das man in der M\u00e4nnerpflege nicht erwartet: M\u00e4rchen.<\/p>\n\n\n\n
Statt expliziter Bilder erz\u00e4hlt die Marke ihre Geschichte wie ein altes M\u00e4rchenbuch, mit Scherenschnitt-Optik, Krone und den Br\u00fcdern Grimm als Vorbild. Denn in jedem Mann steckt ein kleiner Prinz, und der m\u00f6chte k\u00fcssbar sein.<\/p>\n\n\n\n
M\u00e4rchen haben einen gro\u00dfen Vorteil: Sie gelten als unschuldig. Einem Zauberspiegel nimmt man es nicht \u00fcbel, wenn er einem verr\u00e4t, dass untenrum nicht alles nach Rosen duftet. Und ganz nebenbei umgehe ich so die Shadowbans der doch recht pr\u00fcden Social-Media-Welt, sobald es um Sex geht.<\/p>\n\n\n\n
Inhaltlich unterscheidet sich Penice schon beim Einsatzgebiet. Die Konkurrenz geht bisher vor allem auf den Sack: Viele Produkte f\u00fcr M\u00e4nner sind f\u00fcr die Hoden gemacht. Penice k\u00fcmmert sich um das, was bisher zu kurz kam.<\/p>\n\n\n\n
Penice Daily Gel setzt auf geruchsbindendes Zink und Pflanzenwirkstoffe aus Rhabarber und Rettich, ganz ohne Parf\u00fcm und \u00d6l. Denn gerade untenrum w\u00fcnschen sich die meisten Menschen Nat\u00fcrlichkeit und einfach einen neutralen Geruch. Au\u00dferdem ist es ein Leave-on-Gel: Es wird d\u00fcnn auf Eichel und Leiste verteilt, zieht kurz ein und bleibt drauf. Gerade f\u00fcr M\u00e4nner ist das praktisch.<\/p>\n\n\n\n
Wichtig ist mir dabei: Penice ersetzt nicht das Beste f\u00fcrs beste St\u00fcck, n\u00e4mlich Wasser. Es erg\u00e4nzt es. Wasser reinigt, Penice pflegt.<\/p>\n\n\n\n
Auch bei der Herstellung war mir Respekt vor Ressourcen und Umwelt wichtig. Penice wird in Deutschland hergestellt und abgef\u00fcllt. Auf \u00fcberfl\u00fcssige Umverpackungen und lange Lieferwege verzichte ich. Die Tube wird ebenfalls in Deutschland produziert, und zwar aus Zuckerrohr statt aus Erd\u00f6l.<\/p>\n\n\n\n
Da ich aus der Informatik komme, habe ich die Website penice.men auf Standfestigkeit programmiert. Server und Code halten auch dann lange durch, wenn es zur Primetime hei\u00df hergeht.<\/p>\n\n\n\n
Ob das reicht, zeigt der Abend der Ausstrahlung. Ich bin gespannt und habe das Popcorn neben dem Server-Monitor schon bereitgestellt.<\/p>\n\n\n\n
Wer nach der Sendung mehr \u00fcber den kleinen Prinzen wissen will, findet dort ein interaktives M\u00e4rchen mit Erz\u00e4hlstimme. Da wird Intimpflege pl\u00f6tzlich zur Gute-Nacht-Geschichte.<\/p>\n\n\n\n
Sehen Sie\u00a0Penice am\u00a021. September 2026 in der H\u00f6hle der L\u00f6wen<\/a><\/p>\n\n\n\n Bild: Markus Flagner, Gr\u00fcnder von Penice Foto: RTL<\/p>\n\n\n\n Wir bedanken uns bei\u00a0Markus Flagner<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n