{"id":127298,"date":"2026-09-21T07:39:24","date_gmt":"2026-09-21T05:39:24","guid":{"rendered":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/?p=127298"},"modified":"2026-09-21T07:39:26","modified_gmt":"2026-09-21T05:39:26","slug":"nidai-ki-software","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/startupvalley.news\/de\/nidai-ki-software\/","title":{"rendered":"Gegen den Hype: Nidai baut ma\u00dfgeschneiderte KI-L\u00f6sungen f\u00fcr den Mittelstand"},"content":{"rendered":"\n

Nidai entwickelt in Berlin KI und Software f\u00fcr Unternehmen, die Prozesse automatisieren, eigene Anwendungen aufbauen und digitale Abl\u00e4ufe effizienter gestalten m\u00f6chten.<\/h2>\n\n\n\n

K\u00f6nnen Sie Nidai kurz vorstellen und erz\u00e4hlen, warum Sie sich entschieden haben, ein eigenes KI-Studio in Berlin zu gr\u00fcnden?<\/h3>\n\n\n\n

Nidai ist ein KI- und Software-Studio aus Berlin. Wir bauen nicht nur einzelne KI-Funktionen, sondern komplette Software: von der KI-Strategie \u00fcber KI-Agenten, Automatisierung und Datenintelligenz bis hin zu ganzen Web- und Mobile-Apps, inklusive Design und UX, die wir vom Konzept bis zum Livegang entwickeln. Manche Kunden kommen mit einer Idee, andere mit einem angefangenen Produkt, das nicht rund l\u00e4uft, und wir bringen es sauber zum Laufen. Angefangen haben wir, weil wir immer wieder gesehen haben, wie viele Unternehmen KI und moderne Software spannend finden, aber im Alltag nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Berlin war f\u00fcr uns naheliegend: viel Tech, viele offene Firmen und ein gutes Umfeld, um ein junges Team aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n

Wer steht hinter Nidai, und welche Erfahrungen bringen Sie pers\u00f6nlich in den Aufbau des Unternehmens ein?<\/h3>\n\n\n\n

Hinter Nidai steht ein kleines Gr\u00fcnderteam: Mohamed Shafey, Abdelrahman Abdelrahman, Ahmed Elmensheliny und Mohamed Mansuri. Wir kommen aus der Praxis, bauen Software und arbeiten eng mit KI. Uns verbindet der Wunsch, Technik zu bauen, die im Alltag einer Firma wirklich hilft, statt KI als Selbstzweck einzusetzen. Am Ende soll jemand konkret Zeit sparen.<\/p>\n\n\n\n

Viele Unternehmen besch\u00e4ftigen sich mit KI, wissen aber nicht, wo sie sinnvoll anfangen sollen. Bei welchen Problemen setzen Sie mit Nidai typischerweise an?<\/h3>\n\n\n\n

An ganz unterschiedlichen Stellen, je nachdem, wo es beim Kunden hakt. Oft geht es um viel wiederkehrende, manuelle Arbeit: Infos aus vielen Dokumenten zusammensuchen, Standardanfragen beantworten, Daten aus verschiedenen Systemen zusammenf\u00fchren. Manchmal will eine Firma etwas Neues bauen, eine interne Plattform, ein Kundenportal oder ein ganzes SaaS-Produkt, wei\u00df aber nicht, wo sie anfangen soll. Manchmal gibt es schon ein System, das aber nicht gut gebaut ist, und wir \u00fcbernehmen, r\u00e4umen auf und bauen es richtig fertig. Und manchmal geht es darum, online besser gefunden zu werden, von Google und von KI-Tools. Wir fangen bewusst mit dem konkreten Problem an, das den klarsten Nutzen bringt, statt mit einem riesigen Projekt, das keiner mehr \u00fcberblickt.<\/p>\n\n\n\n

Sie entwickeln unter anderem KI-Agenten und automatisieren bestehende Abl\u00e4ufe. Welche Prozesse eignen sich besonders gut f\u00fcr eine solche Automatisierung?<\/h3>\n\n\n\n

Gut geeignet sind Abl\u00e4ufe, die oft vorkommen, klaren Regeln folgen und viel Zeit fressen. Also Dinge wie Dokumente auslesen und sortieren, Standardanfragen beantworten, Daten \u00fcbertragen und pr\u00fcfen, oder Berichte zusammenstellen. Je klarer der Ablauf und je h\u00e4ufiger er passiert, desto mehr bringt die Automatisierung. Kreative oder seltene Einzelf\u00e4lle lassen wir bewusst beim Menschen.<\/p>\n\n\n\n

Nidai entwickelt auch L\u00f6sungen, die mit unternehmenseigenen Dokumenten und Daten arbeiten. Welchen Mehrwert bietet dieser Ansatz gegen\u00fcber allgemein verf\u00fcgbaren KI-Tools?<\/h3>\n\n\n\n

Allgemeine KI-Tools kennen die eigene Firma nicht. Sie geben allgemeine Antworten, aber nicht die, die im konkreten Fall stimmen. Wenn ein System mit den eigenen Dokumenten und Daten arbeitet, kann es auf das antworten, was in der Firma wirklich gilt, zum Beispiel eigene Vertr\u00e4ge, Handb\u00fccher, Preise oder Abl\u00e4ufe. Das macht die Antworten verl\u00e4sslicher und im Alltag wirklich nutzbar, statt nur nett zu klingen.<\/p>\n\n\n\n

Unternehmen m\u00fcssen bei internen Daten besonders auf Sicherheit und Vertraulichkeit achten. Wie ber\u00fccksichtigen Sie diese Anforderungen bei Ihren L\u00f6sungen?<\/h3>\n\n\n\n

Das nehmen wir ernst, weil interne Daten oft das Sensibelste sind, was eine Firma hat. Wie wir es l\u00f6sen, h\u00e4ngt auch davon ab, was der Kunde will: Manche m\u00f6chten lokale, im Haus laufende KI-Modelle, damit gar nichts nach au\u00dfen geht, andere wollen die st\u00e4rksten Modelle vom Markt nutzen. In beiden F\u00e4llen ist unser Anspruch derselbe: hohe Sicherheit, und die Firma beh\u00e4lt die Kontrolle \u00fcber ihre eigenen Daten. Wir achten auf Datenschutz nach deutschen und europ\u00e4ischen Regeln, geben nur Zugriff auf das, was wirklich n\u00f6tig ist, und stimmen mit dem Kunden ab, wo und wie die Daten verarbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n

Der Markt f\u00fcr KI-Agenturen, Automatisierung und individuelle KI-L\u00f6sungen w\u00e4chst schnell. Wodurch m\u00f6chten Sie Nidai langfristig von anderen Anbietern unterscheiden?<\/h3>\n\n\n\n

Wir wollen nicht der Anbieter sein, der das gr\u00f6\u00dfte Buzzword verkauft, sondern der, bei dem am Ende wirklich etwas funktioniert. Also weniger Folien, mehr Systeme, die im Alltag laufen. Wir bauen dabei die ganze L\u00f6sung, nicht nur ein Demo oder eine KI-Funktion obendrauf, und kommen auch dann, wenn ein Projekt schon feststeckt. Uns ist wichtig, ehrlich zu sagen, wo KI hilft und wo nicht, und lieber ein kleineres Projekt sauber zum Laufen zu bringen als ein gro\u00dfes zu versprechen, das nie ankommt.<\/p>\n\n\n\n

KI entwickelt sich derzeit in sehr kurzen Innovationszyklen. Wie bauen Sie L\u00f6sungen, die nicht bereits nach wenigen Monaten technologisch \u00fcberholt sind?<\/h3>\n\n\n\n

Indem wir die KI-Modelle austauschbar halten und nicht das ganze System um ein einzelnes Modell herum bauen. Die Technik dahinter \u00e4ndert sich schnell, das Problem des Kunden meistens nicht. Wenn ein besseres Modell kommt, wollen wir es einsetzen k\u00f6nnen, ohne alles neu zu bauen. So bleibt der Nutzen stabil, auch wenn sich die Technik weiterdreht.<\/p>\n\n\n\n

Als junges KI-Studio m\u00fcssen Sie gleichzeitig Kunden gewinnen und Vertrauen in neue Technologien schaffen. Was ist dabei aktuell Ihre gr\u00f6\u00dfte Herausforderung?<\/h3>\n\n\n\n

Ehrlich gesagt Vertrauen. KI ist neu, und viele haben gute Gr\u00fcnde, erst mal skeptisch zu sein. Als junges Team m\u00fcssen wir gleichzeitig zeigen, dass wir es k\u00f6nnen, und realistisch bleiben, statt zu viel zu versprechen. Der beste Weg dahin sind f\u00fcr uns kleine, echte Ergebnisse, die man sehen kann, statt gro\u00dfer Ank\u00fcndigungen.<\/p>\n\n\n\n

Bei KI-Projekten ist die technische Machbarkeit nicht automatisch mit einem wirtschaftlichen Nutzen verbunden. Wie entscheiden Sie, ob sich ein Projekt f\u00fcr einen Kunden tats\u00e4chlich lohnt?<\/h3>\n\n\n\n

Wir schauen zuerst auf den Nutzen, nicht auf die Technik. Also: Wie viel Zeit oder Aufwand spart es wirklich, wie oft passiert der Fall, und steht der Aufwand f\u00fcr die L\u00f6sung im sinnvollen Verh\u00e4ltnis dazu? Wenn ein Projekt technisch m\u00f6glich ist, am Ende aber kaum etwas bringt, sagen wir das auch offen. Lieber starten wir mit dem Teil, der sich klar lohnt, und bauen von dort aus weiter.<\/p>\n\n\n\n

Welche Vision verfolgen Sie mit Nidai, und wie soll sich aus dem jungen Berliner KI-Studio langfristig ein Unternehmen entwickeln?<\/h3>\n\n\n\n

Wir wollen, dass KI und gute Software f\u00fcr normale Unternehmen selbstverst\u00e4ndlich und n\u00fctzlich werden, nicht nur f\u00fcr gro\u00dfe Konzerne mit eigenem Tech-Team. Langfristig soll aus dem kleinen Studio ein Team werden, das Firmen \u00fcber einzelne Projekte hinaus begleitet und mit ihnen w\u00e4chst. Der Ma\u00dfstab bleibt aber gleich: Es muss im Alltag wirklich helfen.<\/p>\n\n\n\n

Welche drei Ratschl\u00e4ge w\u00fcrden Sie anderen Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcndern geben, die derzeit ein Unternehmen im schnelllebigen KI-Markt aufbauen m\u00f6chten?<\/h3>\n\n\n\n

Erstens: Fang bei einem echten Problem an, nicht bei der Technik. Zweitens: Versprich weniger, als du halten kannst, gerade bei KI ist Vertrauen alles. Und drittens: Bau so, dass du Modelle und Werkzeuge austauschen kannst, weil sich der Markt st\u00e4ndig \u00e4ndert. Kurz gesagt: bleib nah am Nutzen und ehrlich zu dir und deinen Kunden.<\/p>\n\n\n\n

Bildrechte: privat <\/p>\n\n\n\n

Wir bedanken uns bei\u00a0Mohamed Shafey<\/a>\u00a0f\u00fcr das Interview<\/p>\n\n\n\n

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.<\/p>\n\n\n\n